Cover-Bild Gretas Männer
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21,99
inkl. MwSt
  • Verlag: List Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 272
  • Ersterscheinung: 26.02.2026
  • ISBN: 9783471370032
Judith Reusch

Gretas Männer

Roman | Ein fesselnder Roman über eine Frau, die immer wieder nach vorn blickt

Fünfmal die große Liebe

Greta war fünfmal verheiratet, und alle Ehemänner bis auf einen sind kurz nach der Hochzeit gestorben. »Die Bienenkönigin« nennt man sie in der Familie. Als ihre Enkelin Lola ihre kleine Tochter nach der unbekannten Großmutter benennt, bricht ein jahrzehntealter Familienkonflikt wieder auf. Warum hat Lolas Mutter Marie den Kontakt zu Greta abgebrochen? Neugierig besucht Lola die 87-Jährige und entdeckt hinter den Gerüchten eine Frau mit einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte. Von den 1950er Jahren bis heute entfaltet sich ein bewegendes Panorama weiblicher Selbstbestimmung, tragischer Verluste und unerwarteten Glücks.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.06.2026

Eine starke Frau geht ihren Weg

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Judith Reusch schenkt uns Lesern mit ‘Gretas Männer‘ einen ausdrucksstarken, kraftvollen Roman, der eine weit über achtzigjährige Frau und ihre Lebensgeschichte in den Mittelpunkt der Handlung stellt. ...

Judith Reusch schenkt uns Lesern mit ‘Gretas Männer‘ einen ausdrucksstarken, kraftvollen Roman, der eine weit über achtzigjährige Frau und ihre Lebensgeschichte in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Greta war Zeit ihres Lebens ein Mensch, der sich dem Notwendigen fügte, der sein Herz öffnete für Bedürftige, jedem seine Rolle im Leben gern überlies, sich nie in den Mittelpunkt drängte und stets pflichtbewusst handelte, ohne den Spaß am Leben zu vernachlässigen. Frühzeitig war sie mehr oder weniger auf sich allein gestellt, musste für ihren Lebensunterhalt stets arbeiten. Frei und unbeschwert fühlte sie sich, als sie ihren ersten Mann kennenlernte, der ihr schon bald wieder genommen wurde, wie die folgenden drei Ehemänner. Greta sorgte sich nicht um das Gerede der Leute, sondern verfolgte ihren Weg, auch wenn schmerzliche Momente sie plagten.
Als Greta in der Zeitung eine Geburtsanzeige ihrer Urenkelin liest, schreibt sie einen Brief an das Kind und Maja, die Mutter, sucht daraufhin den Kontakt zu ihrer Großmutter, die von der Familie wegen ihrer vielen Männer ausgegrenzt wird. Maja fragt nach bei Greta und so erfahren wir eine unglaublich berührende Lebensgeschichte.
Die Autorin vermag es, menschlichen Schicksalen durch authentische Charaktere das wahre Leben einzuhauchen und diesen Roman durch seinen fesselnden Schreibstil, der eine enorme Sogwirkung besitzt, zu einem einzigartigen Leseerlebnis zu gestalten. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen treibt die Geschichte geschickt voran und sorgt gleichzeitig für spannende Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 14.06.2026

Die außergewöhnliche Lebensgeschichte der "Bienenkönigin"

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Das Cover finde ich sehr stark und präsent. Ich mag die Fotografie und die junge Frau, die nach oben blickt. Mich hat das Cover sofort neugierig auf die Geschichte gemacht. Die Haptik und die Gesamtgestaltung ...

Das Cover finde ich sehr stark und präsent. Ich mag die Fotografie und die junge Frau, die nach oben blickt. Mich hat das Cover sofort neugierig auf die Geschichte gemacht. Die Haptik und die Gesamtgestaltung des Buches finde ich sehr hochwertig.

Greta steht im Mittelpunkt dieser Geschichte, die bereits in den 50er Jahren startet, insgesamt war sie 5 Mal verheiratet und alle Ehemänner, bis auf einen, starben kurz nach der Hochzeit. Was hat die Bienenkönigin, wie Greta von ihrer Familie genannt wird, für eine Geschichte? Diese beginnt, nachdem ihre Enkelin Lola ihre Tochter nach der Großmutter benennet. Das gefällt Gretas Tochter Marie Überhaut nicht. Und so beginnt für Lola und Greta eine Reise in die Vergangenheit.

Dieses Buch konnte mich sofort packen. Ich mochte den angenehmen Schreibstil sehr. Die Charaktere wurden seh gut beschrieben und die Handlung war sowohl emotional als auch rührend. Ich hatte viele schöne Lesestunden und empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.

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Veröffentlicht am 13.06.2026

Jeder hat seine eigene Version der Erinnerung

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Kurzmeinung: Eine gelungene Geschichte mit einem überraschenden Ende und einem Plädoyer dafür, Empathie zu entwickeln für den jeweils anderen.

In der Literatur und im Film ist die Bezeichnung „Bienenkönigin“ ...

Kurzmeinung: Eine gelungene Geschichte mit einem überraschenden Ende und einem Plädoyer dafür, Empathie zu entwickeln für den jeweils anderen.

In der Literatur und im Film ist die Bezeichnung „Bienenkönigin“ für Frauen, die mehrmals heiraten und deren Partner kurz darauf versterben, ein beliebtes Motiv. In dem Buch „Gretas Männer“ von Judith Reusch, erschienen im List Verlag, wird die Geschichte von Greta erzählt, deren Urenkelin nach ihr benannt wird. Lola, ihre Enkelin und Mutter von der kleinen Greta, möchte mehr über ihre Oma wissen. Um die Person von Greta wird ein großes Geheimnis gemacht. Der Kontakt zur „schwarzen Witwe“ wurde abgebrochen. Sie war fünf Mal verheiratet und alle ihre Männer sind gestorben. Aber ist das ein Verbrechen? Was ist wirklich dran an den Geschichten, die innerhalb der Familie herumgeistern? Wie schnell entstehen Vorurteile, Missverständnisse, Streit. Lola, ihre Enkelin, nimmt gegen den Willen der eigenen Mutter, der Tochter von Greta, den Kontakt wieder auf und wünscht sich Aufklärung. Und die bekommt sie auch. Denn Greta hat ihre Erinnerungen aufgeschrieben und liest Lola daraus vor und möchte ihre Version erzählen.

Die Leser erfahren, dass die junge Greta ihre Eltern bei einem Unfall verliert und bei einer strengen Pfarrersfamilie aufwächst. Daraus bricht sie aus und heiratet den Schwarm der Schule, der nach zwei Jahren bei einem Motorradunfall stirbt. So wird sie in jungen Jahren schon zum ersten Mal Witwe und trägt Zeit ihres Lebens mit einigen Ausnahmen die Farbe Schwarz. Sie lebt ihre neuen Lieben immer gegen alle Widerstände bzw. die damaligen gesellschaftlichen Bedenken. Es gibt von Anfang an viele Neider im Umfeld, weil sie einfach macht, was sie möchte. Das ist natürlich unerhört. Wie kann das eine Frau in der damaligen Zeit wagen? Reusch lässt verschiedene Menschen und deren Perspektiven zu Wort kommen und zeigt, wie verschieden die Menschen Erinnerungen an dieselben Ereignisse abspeichern. Nach vielen Verlusten schafft Greta es, immer wieder neu anzufangen, sich neu zu erfinden und weiterzumachen. Weiter zu leben und weiter zu lieben. Das kann man einem Menschen doch eigentlich nicht vorwerfen, oder?

Die verschiedenen Perspektiven finde ich sehr gelungen, um die Figur Greta und ihre Familie besser kennenzulernen. Lola möchte endlich alles von Greta wissen, erfährt aber, wie anstrengend so eine Spurensuche im Seniorenheim, in dem Greta mit ihrem letzten demenzkranken Mann Gernot lebt, sein kann. Und sie merkt, dass die Welt der nicht mehr so fitten älteren Herrschaften eingeschränkt ist. Für die Menschen, die Greta nicht näher kennen, muss es nach Bereicherung aussehen, denn Greta ist diejenige, die nach dem Tod der Männer profitiert. Greta hat ihre Version für die nachfolgenden Generationen niedergeschrieben, wirbt für Verständnis für ihre Entscheidungen. Der Kniff am Schluss mit dem wachen Zustand von Gernot ist genial, um noch seine Version erzählen zu können. Ein wunderbares Buch über Familien, über Frauen, über Vorurteile, über Erinnerungen. Und über das Vergeben.

Fazit: Ich habe das Buch teilweise mit angehaltenem Atem gelesen und war sehr gespannt, wie das Buch endet. Ein tolles Porträt einer beeindruckenden Frau, die ihren Weg gegangen ist und sich nicht verbogen hat. Auch wenn nicht alle damit klarkamen. Das Buch ist eine Aufforderung, sein Leben zu leben. Immer wieder aufs neue.

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Veröffentlicht am 09.06.2026

Berührendes Lesehighlight

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Fünfmal verheiratet und kein einziges Mal geschieden. Das bedeutet, dass vier ihrer Männer gestorben sind. So war es bei Greta. In der Verwandtschaft nannte man sie deshalb „die Bienenkönigin“.

Lola, ...

Fünfmal verheiratet und kein einziges Mal geschieden. Das bedeutet, dass vier ihrer Männer gestorben sind. So war es bei Greta. In der Verwandtschaft nannte man sie deshalb „die Bienenkönigin“.

Lola, Gretas Enkelin, weiß so gut wie nichts über ihre Großmutter, denn über Greta wird beharrlich geschwiegen.
Doch als Lola eine Tochter bekommt und sie nach ihrer Großmutter benennt, beginnt sich Gretas bewegtes Leben nach und nach zu entfalten.

Was für ein fesselndes Buch!
Der Roman von Judith Reusch hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen, mich total berührt und begeistert.
Die Geschichte spielt in der Gegenwart und springt immer wieder zurück in die Vergangenheit ab Mitte der 1950er Jahre.

Wir erfahren, wie es dazu kam, dass Greta fünfmal geheiratet hat und warum ihre Tochter, Lolas Mutter, den Kontakt zu ihrer Mutter Greta abgebrochen hat.

„Gretas Männer“ erzählt von einer starken, lebensklugen Frau, die trotz vieler Verluste nie ihren Mut und ihre Hoffnung verloren hat. Und sie zeigt, wie Familiengeheimnisse Generationen prägen können.
Ein Roman, der berührt und nachdenklich macht.
Sehr, sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Bewegende Gechichte

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„...Und nun erkläre mir mal bitte, wieso du die Geburtstagsanzeige überhaupt in die Zeitung hast setzen lassen? Es war ja wohl klar, dass sie sie lesen würde und dann mit so einer lächerlichen Aktion antworten ...

„...Und nun erkläre mir mal bitte, wieso du die Geburtstagsanzeige überhaupt in die Zeitung hast setzen lassen? Es war ja wohl klar, dass sie sie lesen würde und dann mit so einer lächerlichen Aktion antworten würde!…“

Marie ist sauer auf ihre Tochter Lilo. Auf die Anzeige hin war ein Brief von ihrer Großmutter an die Urenkelin Greta gekommen. Doch das Band zwischen Marie und ihrer Mutter ist schon lange zerrissen. Auf Lolas Fragen nach dem Warum aber gab es nie Antworten.
Die Autorin hat eine bewegende Lebensgeschichte geschrieben. Die Handlung wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Der eine spielt in der Gegenwart, der andere beinhaltet unter anderem Gretas Erinnerungen, die sie aufgeschrieben hat. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet.

„...In der Familie wurde über die Großmutter nur gesprochen, wenn man entweder auf Streit aus war oder angetrunken…“

Lilo besucht ihre Großmutter, die mittlerweile 87 Jahre alt ist. Sie trifft auf eine geistig rege alte Dame, die sich liebevoll um ihren dementen Mann kümmert.
Nach und nach liest sie ihrer Enkelin ihre Lebensgeschichte vor. Ein Gedanke bewegt sie besonders.

„…Aber was kann die Erinnerung schon ins rechte Licht rücken? Ist die Erinnerung nicht das subjektivste Gut? Auf die Erinnerung ist kein Verlass…“

Vor mir entsteht das Bild einer Frau, die ihre Chancen im Leben genutzt hat. Sie hat aber auch gesehen, wo ihre Hilfe nötig war. Über Gretas Leben möchte ich mich hier nicht äußern. Das muss man als Leser auf sich wirken lassen.
Da Marie sich nach wie vor weigert, über den Bruch mit der Mutter zu sprechen, nimmt sich Lolas Vater die Zeit, Lola zu berichten, was er von Marie weiß. Hier zeigt sich, wie sehr persönliche Erinnerungen gefärbt sind. Zuvor aber hat er mit seiner Frau Klartext gesprochen.
Als Marie dann doch zum Pflegeheim geht, trifft sei auf einen alten Mann. Der vermittelt ihr seine Sicht auf das Leben.

„...Dinge tun? Mit sechsundachtzig? Die Dinge, die ich noch tun kann, habe ich schon tausendmal gemacht. Dinge sind interessant, wenn man sie zum ersten Mal tut…“

Marie steht auf und geht, ohne Greta getroffen zu haben.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.

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