Feministisches Highlight!
Ich habe mir "Der Club der Unbeugsamen" als Print gekauft und ich kann kaum in Worte fassen, was dieses Buch mit mir gemacht hat. Schon das Halten in den Händen hat sich irgendwie bedeutungsvoll angefühlt, ...
Ich habe mir "Der Club der Unbeugsamen" als Print gekauft und ich kann kaum in Worte fassen, was dieses Buch mit mir gemacht hat. Schon das Halten in den Händen hat sich irgendwie bedeutungsvoll angefühlt, als würde ich wissen, dass mich hier etwas erwartet, das nicht einfach nur eine Geschichte erzählt, sondern etwas in mir verschiebt.
Während des Lesens hatte ich immer wieder dieses Gefühl, dass ich nicht nur beobachte, sondern mittendrin bin in einer Welt, die einerseits weit weg wirkt und gleichzeitig erschreckend nah. Besonders als Frau hat mich vieles getroffen, nicht unbedingt laut oder spektakulär, sondern in diesen leisen Momenten, in denen klar wird, wie sehr Frauenleben von Regeln, Erwartungen und stillen Grenzen geprägt ist.
Was mich wirklich beschäftigt hat, ist diese Mischung aus Wut und Nähe. Ich habe mich beim Lesen manchmal richtig innerlich angespannt gefühlt, weil ich gemerkt habe, wie schnell Ungerechtigkeit als normal verkauft wird. Und gleichzeitig habe ich mich in den Frauen wiedergefunden, in ihrer Müdigkeit, in ihrem Trotz, in ihrem Versuch, sich nicht vollständig klein machen zu lassen.
Feministisch gelesen ist dieses Buch für mich vor allem ein Buch über Überleben und über das langsame Entstehen von Widerstand. Nicht als großes heroisches Ereignis, sondern als viele kleine Entscheidungen im Alltag. Als ein Nein, das man sich überhaupt erst erlaubt. Als ein Blick, der nicht mehr sofort nach unten geht. Als ein Moment, in dem Solidarität wichtiger wird als Anpassung.
Ich fand besonders stark, dass hier keine perfekte weibliche Stärke gezeigt wird. Die Figuren sind nicht makellos, sie sind widersprüchlich, manchmal auch erschöpft oder unsicher. Genau dadurch wirkt alles so echt. Für mich ist das sehr feministisch, weil es Frauen nicht zu Symbolen macht, sondern zu Menschen, die ringen, zweifeln und trotzdem handeln.
Nach dem Zuklappen des Buches war da nicht sofort Ruhe. Eher so eine Art Nachhall, der mich noch eine Weile begleitet hat. Ich habe über eigene Situationen nachgedacht, über Dinge, die ich akzeptiert habe, obwohl sie sich nicht richtig angefühlt haben, und über Momente, in denen ich vielleicht mutiger hätte sein können.