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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.03.2026

coming of age

Schwarzer September
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Ligurien im Sommer 1972.
Ein Coming-of-Age-Roman der so beginnt, wie man es sich für den 12jährigen Gigio wünscht. Er lernt ein tolles Mädchen kennen. Verbringt viel Zeit mit ihr am Strand und mit der ...

Ligurien im Sommer 1972.
Ein Coming-of-Age-Roman der so beginnt, wie man es sich für den 12jährigen Gigio wünscht. Er lernt ein tolles Mädchen kennen. Verbringt viel Zeit mit ihr am Strand und mit der Musik der damaligen Zeit. Erste Gefühle von Zuneigung kribbeln in ihnen.

Dann geschieht ein Mord und da Gigios Vater Rechtsanwalt ist und das Opfer der Vater des Mädchens kommt eine beklemmende und düstere Note in die Geschichte. Und dann sind da auch die Dinge, die im Rest der Welt geschehen. Wie der Anschlag bei den Olympischen Spielen in München.

Die Geschichte ist vielschichtig und einfühlsam erzählt. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Man kann gut nachfühlen, wie es den jungen Leuten geht und welche Fragen plötzlich in ihr Leben knallen.

Der Autor ist einer, der leise Töne bevorzugt und der auf Genauigkeit bei der Erzählung wert legt. Daher ist das Buch eher ruhig und nachdenklich. Ich habe es gerne gelesen.

Veröffentlicht am 15.03.2026

unausgegoren

Woman Down
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Ich kenne die meisten Hoover-Bücher, geh auch gerne in die Verfilmungen derselben. Und ja, es ist meistens eine Liebesgeschichte mit dramatischen Problemen, die die Darsteller am Ende lösen können. Die ...

Ich kenne die meisten Hoover-Bücher, geh auch gerne in die Verfilmungen derselben. Und ja, es ist meistens eine Liebesgeschichte mit dramatischen Problemen, die die Darsteller am Ende lösen können. Die Idee, mal das Genre zu wechseln, finde ich von AutorINNen prinzipiell auch gut. Aber hier muss ich leider sagen:
Schuster bleibt bei deinen Leisten.

Ich lese viele Thriller von herausragenden AutorINNen. Und dies hier war ein Thriller ohne Trill, ein Thriller mit vorhersehbarem Plot, ein Thriller, indem für mich nie Spannung aufkam und das auch, weil ich die Handlungen vor allem der Frau sehr unrealistisch fand. Und überhaupt die Figuren so oberflächlich und eindimensional beschrieben waren, dass mir schon nach einem Drittel der Story die Lust am Rest ausging.

Am Ende hab ich es quer gelesen und für ein sehr unausgegorenes Buch weggelegt. Schade.

Veröffentlicht am 15.03.2026

Der Neue bei Nesbo

Minnesota
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Jeder Thriller- und Krimi-Fan kennt Harry Hole, denke ich. An Jo Nesbo als bekanntestem norwegischem Autor in Sachen Crime kommt man über die Jahrzehnte, die er schon schrebit, einfach nicht vorbei. Mit ...

Jeder Thriller- und Krimi-Fan kennt Harry Hole, denke ich. An Jo Nesbo als bekanntestem norwegischem Autor in Sachen Crime kommt man über die Jahrzehnte, die er schon schrebit, einfach nicht vorbei. Mit Minnesota verlässt er mal wieder ganz offensichtlich sein Heimatland und erfindet einen neuen Ermittler. Bob Oz.

Harry Hole ist mir über die vielen Jahre ans Herz gewachsen. Ihn kenne ich gut. Bob Oz ist sicherlich ebenso sperrig und er ist schwer gebeutelt durch einen großen Verlust. Seine zwischenmenschlichen Beziehungen sind schwierig und sein Beruf ist alles, was ihn noch zusammenhält. Das ähnelt ein wenig Harry in manchen Büchern aber Bob ist mir - zumindest anfangs - weitaus weniger sympathisch und er wirkt erst mal eher kühl und abweisend. Ich will nicht verraten, wie ich am Ende auf ihn geguckt habe. Macht euch ein eigenes Urteil.

Der Plot an sich hat die Stärken, die ich an Nesbos Geschichten schätze. Eine große politische und sozialpolitische Komponente, Fakten gemischt mit Fiktion, facettenreiche Charaktere und einige wirklich überraschende Plottwists.

Da ich erst warm werden musste solide vier Sterne. Ich freu mich einfach immer, wenn es neues von Nesbo gibt. Also bitte mehr von Harry oder Bob. Ganz egal.

Veröffentlicht am 15.03.2026

unbedingt lesen

The Poet Empress
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The Poet Empress ist das erste Buch von Shen Tao. Da ich Fantasy mag, die im asiatischen Setting verankert ist, war ich neugierig und das Cover zieht natürlich optisch in den Bann.

Für alle, die dieses ...

The Poet Empress ist das erste Buch von Shen Tao. Da ich Fantasy mag, die im asiatischen Setting verankert ist, war ich neugierig und das Cover zieht natürlich optisch in den Bann.

Für alle, die dieses Buch lesen sollen erst mal ein Hinweis, was es nicht ist. Kann nicht schaden, dass man hier falsche Vorstellungen gerade rückt. Falsche Vorstellungen, die ich auch ein wenig hatte, die bei mir aber in ein durchaus positives AHA-Erlebnis mündeten.

Es ist keine seicht-romantische Fantasy.
Es ist kein Buch für junge Leser. Der Verlag nennt 14 Jahre, ist finde das fast zu jung für manche LeserINNen, wenn sie nicht schon geübt in düsterer Fantasy sind.
Es ist ein Stand-Alone - für mich eine im Fantasy-Genre aussterbende Gattung, die ich aber sehr schätze, die die Geschichten dadurch oft ein anderes intensiveres Tempo bekommen.
Und die Fantasyelemente sind zwar vorhanden, aber wirklich nur marginal, haben für mich eher einen märchenhaften Charakter und sind nicht ausschlaggebend für den Storyverlauf.

Was das Buch für mich war.
Ein überraschendes Jahreshighlight, da es spannender, härter und wohltuend anspruchsvoller geschrieben war, als die übliche All-Age-Fantasy.
Der Plot hält mehr als eine Überraschung bereit und das Ende ist eine runde und nicht weichgespülte Sache.
Yin Wei, die Hauptperson darf in der Geschichte wachsen und sich verändern. Die düsteren Charakter im Buch sind zwar richtig düster aber auch ihnen wird gestattet, dass man ihnen einen Werdegang zugesteht.

Die Form der Magie hat mir sehr gut gefallen. Ich brauche keine Zauberer, keine Drachen und Hexengebräu wenn es gut gemacht ist, dann reicht mir auch ein kleines Gedicht, um mich vor dessen Macht zu fürchten.

Lest selbst und entdeckt diese tolle Autorin.

Veröffentlicht am 04.01.2026

genial

Hazel sagt Nein
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Wow, was für ein genial kluges Buch.

Nur durch Zufall ist es mir in die Hände gefallen. Weil meine Mutter so begeistert war und ewig drüber gesprochen hat, hab ich es angefangen und konnte dann gar nicht ...

Wow, was für ein genial kluges Buch.

Nur durch Zufall ist es mir in die Hände gefallen. Weil meine Mutter so begeistert war und ewig drüber gesprochen hat, hab ich es angefangen und konnte dann gar nicht mehr aufhören zulesen.

Der Plott scheint erst eher einfach. Der HIghschool-Direktor erklärt der 18jährigen Hazel am ersten Tag in ihrer neuen Schule, dass er dieses Schuljahr sie als seine Sexpartnerin auserkoren hätte. Und Hazel sagt nein.

Genialer Titel. Und was sich dann entspinnt ist ganz großes Kleinstadtkino und ganz große Mee-Too-Welle.

Es wird aber nicht nur aus Hazels Sicht erzählt sondern auch die Mutter, der Vater und der jüngere Bruder müssen mit der Situation klarkommen. Der Direktor leugnet und versucht den Vorwurf umzukehren. Die Mutter weiß nicht, ob sie Hazel schützen oder unterstützen soll, egal was sie entscheidet. Der Vater muss sich in seiner Uni erst mal zurechtfinden und der jüngere Bruder gerät ebenfalls in die Wirbel um Hazel.

Die Geschichte entwickelt sich ganz anders als gedacht. Ich möchte gar nicht zu viel verraten bin aber schwer begeistert, wie intelligent die Autorin alles beleuchtet und jede nur denkbare Entwicklung durchspielt. Tolles Buch.