Cover-Bild Insel der Ratten
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Buchverlage
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Politik und Staat
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 25.06.2026
  • ISBN: 9783550201530
Jo Nesbø

Insel der Ratten

Roman | Über eine Welt, in der sich jeder selbst der Nächste ist | hochklassige Spannung von Bestsellerautor Jo Nesbø!
Günther Frauenlob (Übersetzer)

Ein erschreckend realistischer Roman – relevant, dramatisch, wahr

Nach einer verheerenden Pandemie ist die Welt nicht wiederzuerkennen: Massenarbeitslosigkeit und Armut haben das demokratische Gleichgewicht gekippt, marodierende Banden beherrschen die Straßen der großen Stadt. Colin Lowe, einer der reichsten Unternehmer des Landes, rettet sich mit seiner Familie auf die Insel der Ratten. Derweil wütet sein Sohn Brad mit seiner Bande auf dem Festland und verschont nicht einmal Colins engsten Freund Will. Als er dessen Tochter Amy bei einem Überfall in seine Gewalt bringt, sinnt Will auf Rache. Sein Feldzug führt ihn auf das Dach eines Hochhauses, Schauplatz eines gnadenlosen Countdowns auf Leben und Tod.  

Dieses Buch hat das Potential wie Herr der Fliegen oder Farm der Tiere zu ihrer Zeit.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.07.2026

Doomsday - brutal, grausam und fesselnd

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„Während ich jetzt hier auf dem Dach des Wolkenkratzers stehe und dem Helikopter lausche, habe ich noch immer den Geschmack des Seils im Mund, höre die Schreie meiner Liebsten aus dem Haus und spüre die ...

„Während ich jetzt hier auf dem Dach des Wolkenkratzers stehe und dem Helikopter lausche, habe ich noch immer den Geschmack des Seils im Mund, höre die Schreie meiner Liebsten aus dem Haus und spüre die bittere Gewissheit, alles, einfach alles, zu verlieren.“ (S. 27)

Meine Meinung:
Diese Geschichte wurde im Original bereits 2021 in dem Sammelband „Rotteøya og andre fortellinger“ veröffentlicht. Hier nun erstmals auf Deutsch und in einem knapp 200 Seiten umfassenden Einzelband.

In „Insel der Ratten“ geht es um eine Welt, die nach einer Pandemie vollkommen aus den Fugen geraten ist und droht, in Anarchie zu versinken. Jo Nesbø, der mit dieser kurzen Geschichte die Corona-Pandemie verarbeitet zu haben scheint, erzählt seine Geschichte aus zwei Perspektiven und zeitlich nicht linear. Das sorgt beim Lesen zu Beginn für ein paar Fragezeichen, aber gleichzeitig auch für eine sich stetig steigernde Neugier darauf, wie dies alles zeitlich und inhaltlich zusammenhängt.

Gespannt bin ich dieser beklemmenden Story gefolgt, die stellenweise sehr grausam und brutal ist. Es gibt hier ein paar Schockmomente und schwer verdauliche Szenen, aber dies passt zum dystopischen Setting und zur Story. Sehr erstaunt war ich, wie schnell es dem Autor gelungen ist, mich an seine Geschichte zu fesseln und ebenso beeindruckend ist es, wie Nesbø es schafft, auf dieser vergleichsweise geringen Seitenzahl eine „vollwertige“ Story aufzubauen und zu erzählen, ohne dass mir hier etwas an „narrativem Beiwerk“ gefehlt hätte. Natürlich bleiben Nebencharaktere hierdurch blass und zweidimensional, was mich aber nicht gestört hat. Hier merkt man einmal mehr die Klasse des Autors.

Am Ende bleiben keine wesentlichen Fragen unbeantwortet bis auf eine ganz zentrale, die Nesbø aber (wie ich denke) bewusst offenlässt, um hier den Gedanken seiner Lesenden freien Raum zu lassen. Auch wenn manche Entscheidungen der Figuren im Verlauf der Geschichte für mich nicht ganz nachvollziehbar waren (aber wer weiß schon, wie man sich selbst in einer Dystopie verhalten würde?), ist es dennoch eine in sich runde, fesselnde und latent verstörende Story, die sehr atmosphärisch und gekonnt erzählt ist.

FAZIT:
Eine bedrohliche, teils brutale und verstörend dystopische Nah-Zukunftsvision, gekonnt erzählt.

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Veröffentlicht am 01.07.2026

Homo homini lupus est

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Wenn alle Gesetze ihre Gültigkeit verloren haben und der Kampf um die Ressourcen auf der Zielgeraden ist, was geschieht dann? Werden wir in einer Welt enden, in der jeder gegen jeden kämpft? Wo Egoismus ...

Wenn alle Gesetze ihre Gültigkeit verloren haben und der Kampf um die Ressourcen auf der Zielgeraden ist, was geschieht dann? Werden wir in einer Welt enden, in der jeder gegen jeden kämpft? Wo Egoismus und Rücksichtslosigkeit für das Überleben unabdingbar sind, das Recht des Stärkeren gilt? In der der Mensch des Menschen Wolf ist?

Die Pandemie und das große Sterben sind vorüber. Jetzt geht es drunter und drüber in der Stadt ohne Namen: Brennende Autos, Maschinengewehrsalven, angsterfüllte Schreie, Sirenen, marodierende Banden. Ein Dschungel, beklemmend aktuell, weil vor dem inneren Auge sofort Bilder aus den amerikanischen Megacitys aufploppen. Nicht umsonst hat Nesbø die Westküste Amerikas zum Handlungsort gewählt, verbindet man doch gerade mit Kalifornien Wohlstand, Easy Living und Toleranz. Nichts davon zu sehen. Und es wird noch furchterregender, weil die niedersten Instinkte der Menschen an die Oberfläche drängen.

Nesbø arbeitet mit zwei Perspektiven. Zum einen Colin, steinreicher Unternehmer, der bereits das Weite gesucht hat, zum anderen Will, ehemals Anwalt und sein Freund, dessen Tochter von Colins Sohn entführt wurde. Und ja, es ist vorhersehbar, dass es zwischen diesen beiden zum Showdown kommen wird…

Wollen wir in einer Gesellschaft leben, in der die alten Werte und Regeln ihre Gültigkeit verloren haben, Anarchie die Oberhand gewinnt und der der Kampf ums Überleben die Gesetze des Zusammenlebens außer Kraft setzt? Das ist die Frage, die man sich stellt, wenn das schmale Büchlein zuklappt.

Rau, und mehr als drastisch in den Beschreibungen, konfrontiert uns Nesbø mit dieser Frage und lässt uns damit auch in unser Innerstes blicken.

Veröffentlicht am 25.06.2026

🐀 Düster, verstörend und erschreckend nah an der Realität

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Dieses Buch war anders, als ich es erwartet hatte – düsterer, beklemmender und gleichzeitig erschreckend faszinierend. Jo Nesbø zeigt hier einmal mehr, wie meisterhaft er menschliche Abgründe darstellen ...

Dieses Buch war anders, als ich es erwartet hatte – düsterer, beklemmender und gleichzeitig erschreckend faszinierend. Jo Nesbø zeigt hier einmal mehr, wie meisterhaft er menschliche Abgründe darstellen kann. Statt eines klassischen Thrillers erwartet einen eine Sammlung von Geschichten, die nachdenklich machen, verstören und oft noch lange nach dem Lesen im Kopf bleiben. 🖤

Schon nach den ersten Seiten war klar: Das wird keine leichte Lektüre. Die Geschichten spielen mit Ängsten, gesellschaftlichen Entwicklungen und den dunklen Seiten der menschlichen Natur. Vieles wirkt überzeichnet und gleichzeitig beunruhigend real. Genau diese Mischung hat mich immer wieder gefesselt. 🌑✨

Besonders beeindruckt hat mich, wie unterschiedlich die einzelnen Geschichten sind. Mal stehen dystopische Zukunftsvisionen im Mittelpunkt, mal psychologische Abgründe oder moralische Entscheidungen. Dennoch verbindet sie alle dieses unangenehme Gefühl, dass hinter der nächsten Seite etwas wartet, das man vielleicht lieber gar nicht wissen möchte. 😳

Jo Nesbø schafft es, mit wenigen Worten eine intensive Atmosphäre aufzubauen. Viele Szenen wirkten auf mich fast filmisch. Man spürt die Spannung, die Verzweiflung und manchmal auch die Hoffnungslosigkeit der Figuren förmlich zwischen den Zeilen. 💭

Was mir besonders gefallen hat, war die Gesellschaftskritik, die immer wieder mitschwingt. Hinter den Geschichten verbergen sich Fragen über Macht, Gier, Überleben und Menschlichkeit. Dadurch sind sie weit mehr als reine Spannungsliteratur. 🔥

Allerdings muss ich auch sagen, dass mir manche Geschichten deutlich besser gefallen haben als andere. Einige haben mich komplett mitgerissen und sprachlos zurückgelassen, während andere etwas weniger Eindruck bei mir hinterlassen haben. Genau deshalb reicht es für mich nicht ganz für die volle Punktzahl. 💫

Trotzdem hatte jede Geschichte etwas Interessantes an sich und zusammen ergeben sie ein eindrucksvolles Gesamtbild. Wer düstere Erzählungen mit Tiefgang mag und gerne über das Gelesene nachdenkt, wird hier definitiv fündig. 🖤

Für mich ist Insel der Ratten eine Sammlung über

🐀 menschliche Abgründe
🌑 Angst und Überleben
🔥 Macht und Moral
💔 Hoffnung und Verzweiflung
🖤 und die Frage, was Menschen in Extremsituationen wirklich ausmacht

Nicht jede Geschichte hat mich gleichermaßen begeistert, aber insgesamt war es eine intensive, beklemmende und sehr spannende Leseerfahrung.

⭐⭐⭐⭐

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Veröffentlicht am 25.06.2026

Mir hat es gefallen

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Zum Inhalt:
Massenarbeitslosigkeit und Armut haben nach der Pandemie die Demokratie nahezu ausgehebelt und marodierende Band beherrschen die Straßen. Der reiche Unternehmer Colin rettet sich mit seiner ...

Zum Inhalt:
Massenarbeitslosigkeit und Armut haben nach der Pandemie die Demokratie nahezu ausgehebelt und marodierende Band beherrschen die Straßen. Der reiche Unternehmer Colin rettet sich mit seiner Familie auf die Insel der Ratten, während sein Sohn mit seiner Bande mit seinen Kämpfen nicht mal Halt von Colins Freund Will macht, aber das lässt dieser sich nicht bieten.
Meine Meinung:
Das ist irgendwie ein ganz anderer Roman des Autoren, sowohl thematisch als auch in der Länge, da ist man doch sonst anderes gewohnt. Ich war auch gar nicht so sicher, ob ich das Buch überhaupt lesen oder hören möchte, habe aber dann letztendlich das Hörbuch gehört und war wirklich positiv überrascht. Die Story entwickelt eine starke Dynamik, so dass man immer weiter hören möchte und viel zu schnell war es dann auch schon wieder vorbei. Thematisch hatte die Geschichte auch etwas, weil es schon realistisch, dann nach eine großen Katastrophe, hier eine Pandemie, alles aus dem Ruder laufen kann.
Fazit:
Mir hat es gefallen

Veröffentlicht am 20.06.2026

Du hast die Wahl

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Eine unvergleichliche Pandemie hat alles verändert. Es herrscht gnadenlose Endzeitstimmung. Jeder versucht, notfalls auch mit Gewalt, zu überleben. Jeder gegen jeden, selbst Familie zählt fast nichts mehr. ...

Eine unvergleichliche Pandemie hat alles verändert. Es herrscht gnadenlose Endzeitstimmung. Jeder versucht, notfalls auch mit Gewalt, zu überleben. Jeder gegen jeden, selbst Familie zählt fast nichts mehr. So erlebt Colin Lowe, der sich auf die Insel der Ratten zurückgezogen hat, wie sein eigener Sohn Brad Mitglied einer Bande ist und selbst Colins besten Freund Will und dessen Tochter nicht verschont. Und als Will auf Rache sinnt, ist klar, dass es um Leben und Tod gehen würd. Endgültig steuert alles zurück auf die Steinzeit zu.

Die Story ist knallhart und schonungslos. Das muss man verkraften können. Sie wird im Wechsel von Will und Yvonne, einem Mitglied der Straßengang Chaos, erzählt. Beide sind extrem unterschiedlich und haben doch so viel gemeinsam. In beiden Strängen gibt es überdeutliche Schilderungen brutalster Szenen. Mir gefällt das nicht. Ich finde es wesentlich besser, wenn es nur Andeutungen gibt und das Kopfkino arbeitet. Zudem wirkt diese Art der Schilderung einfach nur billig und reißerisch.

Die Psychospielchen einiger Figuren sind raffiniert. Gut und Böse vermischen sich im Endzeitszenario extrem und die Übergänge sind fließend. Ich hatte immer so ein wenig die Mad Max Filme vor Augen. Muss man im richtigen Moment und Kontext genießen, dann macht es auf gewisse Weise Spaß, ist großartige Unterhaltung. Schon aufgrund der vielen Gewalt kann ich mich mit keiner Figur wirklich intensiv anfreunden. Will ist da schon speziell. Er will Rache, bleibt aber durch und durch Jurist. Da mag man schon fast Winkeladvokat denken. Entsprechend läuft dann auch die Story auf einen ganz bestimmten Punkt zu. Absehbar? Vielleicht nicht so ganz. Überraschend? Auch nicht wirklich. Auf erschreckende Weise ist die Story einfach nur logisch.

Der Einband des Buches ist auffällig. Es ist diese Pappe, wie sie oft bei Kinderbüchern verwendet wird. Ehrlich gesagt gefällt mir das nicht. Dann lieber ein Taschenbuch. Der Preis für die 208 Seiten ist auch mutig, wie ich finde!

Oliver Siebeck und Jenny Laura Bischoff machen als Sprecher in der Hörbuchfassung einen guten Job. Gerade nordische Autoren höre ich oft lieber, als sie zu lesen. Hier hatte ich mal wieder die Gelegenheit, beide Varianten genießen zu können. Insgesamt kann ich doch noch vier Sterne geben, weil das Ende schon schlau eingefädelt ist.

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