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Veröffentlicht am 27.04.2022

kurzweilig, amüsant und sehr informativ – nicht nur für Hannoveraner*innen!

Hannover
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Meine Meinung:
Das Image Hannovers ist ja eher – vollkommen zu Unrecht! – etwas blass. Das mag auch daran liegen, dass viele Menschen mit Niedersachsens Landeshauptstadt spontan nicht viel verbinden können. ...

Meine Meinung:
Das Image Hannovers ist ja eher – vollkommen zu Unrecht! – etwas blass. Das mag auch daran liegen, dass viele Menschen mit Niedersachsens Landeshauptstadt spontan nicht viel verbinden können. Mit dem „Heimat-Quiz Hannover“ der Wahl-Hannoveranerin Natascha Manski gibt es nun die Möglichkeit, diese wunderbare Stadt (denn das ist sie zweifellos!) auf eine sehr unterhaltsame Art (näher) kennenzulernen!
Die Spielregeln für dieses Quiz sind denkbar einfach: Reihum nimmt ein Spieler eine der 100 Karten zur Hand und stellt die darauf vermerkte Frage. Wer sie richtig beantwortet, bekommt die Karte, und wer am Ende die meisten Karten besitzt, hat gewonnen. Aber eigentlich geht es hier gar nicht um das „Gewinnen“, sondern darum, einen geselligen Abend mit Familie & Freunden zu genießen und dabei viel Erstaunliches über Hannover zu erfahren.
Wer jetzt denkt: „Super, ich kenne Hannover doch gar nicht!“, hat natürlich nicht ganz Unrecht. Manche der Fragen kann man natürlich nur beantworten, wenn man Hannover schon kennt. Aber es gibt auch viele Fragen, bei denen selbst waschechte Hannoveraner nur mit den Achseln zucken können, und darüber hinaus auch einige Schätzfragen, bei denen alle die gleichen Chancen haben. Dennoch würde ich persönlich empfehlen, dass Quiz entweder nur mit Menschen zu spielen, die Hannover kennen oder eben nur mit Menschen, die es nicht kennen. Im letzteren Fall kann man bei vielen Fragen auch nach dem Prinzip „Wer weiß denn sowas?“ verfahren und gemeinschaftlich drauflos rätseln und hat auf diese Weise auch viel Spaß dabei. Für den Fall, dass die Gruppe doch recht gemischt ist, kann man natürlich zur Chancengleichheit auch entsprechende Teams bilden.
Nun aber noch zu der Fragenauswahl an sich: Sie ist wunderbar abwechslungsreich und immer wieder überraschend – garantiert! Selbst Hannoveraner lernen hierbei ihre Stadt auch von einer ganz neuen Seite kennen. Sehr schön ist auch, dass die Antworten nicht nur platt aus einem Wort oder einer Zahl bestehen, sondern dass Natascha Manski stets eine Erklärung „drumherum“ mit anbietet. Man merkt schnell, dass sie die Fragen mit Bedacht und viel Herzblut ausgewählt, und die Antworten mit gründlicher Recherche unterlegt hat. Sehr gut gemacht!
Neben einem geselligen und unterhaltsamen Spiele-Abend ist aber vor allem eines garantiert: Hannoveraner werden danach einige ganz konkrete Ausflugstipps im Sinn haben und Nicht-Hannoveraner mit Sicherheit den Wunsch, diese schöne Stadt einmal selbst zu besuchen!

FAZIT:
Ein tolles Quiz für einen unterhaltsamen Spieleabend, das garantiert Lust auf Hannover macht!

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Veröffentlicht am 25.04.2022

Zu Beginn für mich ein bisschen enttäuschend, zum Ende hin aber genial!

Bullet Train
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„Obwohl er nicht wusste, in was er da hineingeraten war, schien ihm diese Feindseligkeit nicht normal. Nicht, dass in diesem Zug irgendetwas normal wäre, aber diese Szene schoss definitiv den Vogel ab.“ ...

„Obwohl er nicht wusste, in was er da hineingeraten war, schien ihm diese Feindseligkeit nicht normal. Nicht, dass in diesem Zug irgendetwas normal wäre, aber diese Szene schoss definitiv den Vogel ab.“ (ebook, S. 294)

Meine Meinung:
Ich muss zugestehen, dass ich am Anfang ein paar Probleme hatte, in die Story hineinzufinden. Das lag wahrscheinlich an den für mich ungewöhnlichen Namen und den schnellen Perspektivwechseln. Doch nach und nach habe ich in den Plot hineingefunden und konnte die einzelnen Charaktere auseinanderhalten. Ein weiters Problem war allerdings, dass mir keine der Figuren so richtig sympathisch wurde, ich zu keinem Charakter eine „Nähe“ entwickeln konnte. Lediglich Nanao, der stets von Pech und Unglück verfolgte „Marienkäfer“, ist mir im Verlauf des Buches bis zu einem Gewissen Grade dann doch noch sympathisch geworden. Und das ist auch gut so, denn Bücher, in denen ich keine einzige Figur mag, haben es bei mir grundsätzlich eher schwer…
Die Spannung war durchaus von Anfang an gegeben, denn in dem mit Höchstgeschwindigkeit durch Japan rauschenden Shinkansen geht es sehr schnell sehr heiß zur Sache und stets weiß man, dass da noch mehr kommen wird. Zu schicksalshaft und merkwürdig sind die Umstände dieser Zugfahrt, und zu gefährlich und latent explosiv sind die Charaktere, die hier drinnen auf Gedeih und Verderb zusammengepfercht sind. Ebenso, wie der Shinkansen unaufhaltsam seinem Ziel entgegenrast, ist einem von Beginn an klar, dass der Plot – ebenso unaufhaltsam - auf eine oder mehrere Katastrophen zusteuert. Das war von der ersten Seite an spannend und unterhaltsam zu lesen, mutete über weite Strecken aber doch ein bisschen überdreht und überzeichnet an.
Noch nach den ca. ersten zwei Dritteln war ich mir absolut sicher, dass dieses Buch mit viel gutem Willen maximal knappe vier Sterne erreichen wird. Doch je mehr sich der Plot dem großen Finale in Morioka nährte, desto mehr hat mich Autor Kotaro Isaka mit donnerschlagartigen Wendungen überrascht, hat einzelne Puzzlestückchen zurechtgerückt und mich staunen lassen über eine Komplexität des Plots, die ich diesem Buch lange Zeit nicht zugetraut hätte. Auf den letzten Metern hat er es geschafft, mich von seinem Buch voll und ganz zu überzeugen und ihm damit doch noch fünf Sterne in der Endbewertung zu sichern. Sehr gekonnt gemacht, Herr Isaka!

FAZIT:
Ungewöhnlich und absolut überraschend – ein Stoff, an dem Quentin Tarantino seine wahre Freude hätte!

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Veröffentlicht am 19.04.2022

A nocturnal freak – ein verzwickter Plot mit tollen Charakteren

Oxen. Noctis
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„Die kahle Landschaft, die Schneewehen, die Feuchtigkeit, die Kälte, das Ur-Echo der Schreie vom ewigen Kampf auf Leben und Tod, all das vereinigte sich in einem Schauer, der ihn eiskalt durchfuhr.“ (S. ...

„Die kahle Landschaft, die Schneewehen, die Feuchtigkeit, die Kälte, das Ur-Echo der Schreie vom ewigen Kampf auf Leben und Tod, all das vereinigte sich in einem Schauer, der ihn eiskalt durchfuhr.“ (S. 27)

Meine Meinung:
„Noctis“ ist mein erster „OXEN“ aber ich habe auch ohne Vorkenntnisse problemlos ins Buch hineingefunden. Nach einem wahrlich furiosen Thriller-Start mit gleich mehreren Opfern in der weiten Einöde Dänemarks lässt uns Autor Jens Henrik Jensen erstmal zutiefst besorgt bangen…

Im Folgenden entwickelt sich zunächst einmal ein waschechter Krimi-Plot, allerdings ganz ohne Thrill. Unterschiedliche Vorfälle und Tatorte geben den Ermittlern – und auch uns Lesern – Rätsel auf. Die Suche nach Verbindungen und möglichen Motiven gestaltet sich mühsam, ist aber durchaus spannend zu lesen. Insbesondere die sich in sehr kurzer Folge stetig abwechselnden Sichtweisen verschiedener Charaktere – inklusive eines Erzählstrangs aus Sicht des Täters – sorgen für Abwechslung und Tempo, auch wenn es mit dem Fall an sich in der ersten Hälfte des Buches noch nicht so richtig vorangehen mag.

Nach rund der Hälfte des Buches hält der Autor dann eine dramatische Überraschung für uns bereit und verpasst seinem Plot eine komplett neue Richtung. Die Krimi-Gene des Beginns wandeln sich zu einem waschechten Thriller mit 1-A-Pageturner-Qualitäten und lässt uns erneut bangen - bis zum Schluss! Das ist echt Spannung auf Top-Niveau!

Das Grundmotiv dieser Story – traumatisierte Kriegsveteranen – ist an sich kein neues Thema und wurde schon in vielen Büchern und Filmen bespielt. Jens Henrik Jensen verpflanzt dieses Thema aber mitten in das eigentlich beschauliche, kleine Dänemark, und weist damit eindrücklich darauf hin, dass es eben kein reines Problem US-amerikanischer Vietnam-Veteranen ist, sondern ein globales Problem, das leider überall auftritt, wo Menschen den Gräueltaten eines Krieges ausgesetzt werden. Ein – leider! – top aktuelles Thema in unserer heutigen Zeit. Allein dafür, das Thema Krieg und PTBS behutsam, aber nachdrücklich durch einen „Unterhaltungsroman“ weiter bekannt zu machen, vergebe ich gerne einen Extra-Stern.

Als besonders gelungen empfunden habe ich die verschiedenen Charaktere, und es freut mich, dass mit Margrethe Franck und Sally „Stealth“ Finnsen zwei sehr starke und sympathische weibliche Figuren hier dem eigentlichen Protagonisten Oxen fast den Rang ablaufen. Aber auch Axel Mossmann läuft im Verlauf der Story zu ganz großer Form auf

Darüber hinaus war auch der immer wieder eingestreute trockene Humor ganz nach meinem Geschmack („der Ragnar Lodbrok für Arme“ - S. 230).

FAZIT:
Der verzwickte Plot entfaltet sich nur langsam, dann aber gewaltig! Dazu gibt es tolle Charaktere und schnelle Perspektivwechsel. Top Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 16.04.2022

Die super-coole Grusel-Reihe geht weiter - mit einem neuen Protagonisten!

Wie man 13 wird und die Nerven behält (Wie man 13 wird 5)
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„Wenn ich mich in einer Geschichte verliere, dann fühlt es sich an, als wäre ich von einem unsichtbaren Kraftfeld um­ geben. Solange ich in die Geschichte vertieft bin, prallen alle meine Probleme und ...


„Wenn ich mich in einer Geschichte verliere, dann fühlt es sich an, als wäre ich von einem unsichtbaren Kraftfeld um­ geben. Solange ich in die Geschichte vertieft bin, prallen alle meine Probleme und Enttäuschungen von mir ab.“ (S. 9)

Meine Meinung:
Dies ist bereits der fünfte Band der Reihe - und zugleich der Erste, in dem nicht Markus und Tallulah die Protagonisten sind. Diesmal steht der schüchterne Bücherwurm Chester im Mittelpunkt des Geschehens. Trotz seiner super-coolen bionischen Hand ist Chester der absolute Außenseiter an seiner Schule und hat keinerlei Freunde. Doch wenn man denkt, schlimmer ginge es nicht mehr, irrt man gewaltig: Nicht nur, dass ihn der Schul-Rowdy Seth als neues Mobbing-Opfer auserkoren hat, zu allem Unglück erscheint Chester eines Nachts auch noch ein gruseliger Geist, der höhnisch seinen Namen ruft…

Ruck-zuck ist man mitten drin in der Geschichte um den armen, aber so liebenswürdigen Chester und die Spannung schnellt mit der geisterhaften Ruhestörung rasend schnell in die Höhe. Natürlich müssen wir Fans der Reihe nicht lange warten, bis auch Markus & Tallulah ihren bedeutenden Auftritt in diesem Band bekommen. Für Neulinge der Reihe dürften die beiden allerdings erstmal eher ziemlich suspekt erscheinen. Damit sind sie allerdings nicht allein, denn Pete Johnson fährt natürlich noch ein paar andere potenziell Verdächtige Charaktere auf - ganz, wie wir es von ihm gewohnt sind und wie wie es von dieser Reihe lieben. So bietet auch dieser Band jede Menge Spannung, wohligen Grusel, ein paar echt gefährliche Szenen und zum Schluss natürlich auch die passende Auflösung für die merkwürdigen Vorkommnisse im ansonsten so beschaulichen Little Besing. Einmal mehr eine echt fesselnde Story, die uns perfekt unterhalten hat!

Ein klitzekleines bisschen enttäuschend war allerdings, dass die coole und toughe Tallulah - unsere persönliche Lieblingsfigur dieser Reihe (sorry, Markus!) - für unseren Geschmack in diesem Band ein bisschen zu kurz gekommen ist. Gerade, nachdem ein Großteil des Vorgängerbandes aus ihrer Sicht geschrieben war, hätte ich mir auch hier eine präsentere Rolle für sie gewünscht. Aber hey, hat der Autor mit Chester und Holiday etwa den erfolgreichen Grundstein für ein Spin-Off gelegt? Uns würde es auf jeden Fall freuen!

So oder so - Nun fiebern wir Band 6 entgegen!

FAZIT:
Supercool, echt witzig und wohlig gruselig - wir lieben diese Reihe!

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Veröffentlicht am 01.04.2022

Ein historisch angehauchtes Escape-Game in innovativem Format

Escape Game 3D – Leonardo da Vincis letztes Geheimnis
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Meine Meinung:
Dies ist kein „klassisches“ Buch, das linear von vorne nach hinten gelesen wird, sondern ein Escape-Game, für das man zusätzlich ein Tablet benötigt (am besten mit Gyrosensor = Bewegungssensor ...

Meine Meinung:
Dies ist kein „klassisches“ Buch, das linear von vorne nach hinten gelesen wird, sondern ein Escape-Game, für das man zusätzlich ein Tablet benötigt (am besten mit Gyrosensor = Bewegungssensor / auf einem Handybildschirm sind die Bilder zu klein), denn die Installation der „ARGOplay“-App ist Voraussetzung dafür, dieses Buch spielen zu können.

Die Einleitung und die Erklärungen, die sich auf den ersten Seiten finden, sind sehr gut verständlich und machen echt neugierig auf das Abenteuer, das da kommt. Die Installation der App aus dem AppStore (iOS) hat bei mir problemlos funktioniert. Dazu empfehle ich noch, einen Block und Stift parat zu haben, um sich zu den einzelnen Rätseln Notizen machen zu können. Notwenige Hintergrundinformationen zu diesem Abenteuer liefert die Missionsakte, die allerdings hinten im Buch zu finden ist und nicht vorne (das könnte in weiteren Auflagen verbessert werden).

Nach dem Start der virtuellen Zeitmaschine ist es an uns, das letzte Geheimnis von Leonardo da Vinci selbst im französischen Schlosses Chambord zu lösen! Dabei „durchstöbert“ man verschiedene Räume des Schlosses und muss diverse Rätsel lösen. Diese reichen von einfach bis „echt knackig“ und insbesondere das Schlussrätsel hat es durchaus in sich. Der vorgegebene Zeitrahmen von zwei Stunden ist echt knapp bemessen – allerdings muss man sich selbst einen Timer stellen, so dass man bei Bedarf auch nach zwei Stunden problemlos weiterrätseln kann (das beeinflusst natürlich das „Escape Room“-Feeling deutlich). Schön finde ich, dass auch multimediale Rätsel mit dabei sind!

Sehr gut fand ich auch, dass es neben den Lösungen zu allen Rätseln auch Tipps dazu gibt. Wenn man also bei einem Rätsel partout nicht weiterkommt, kann man sich erstmal einen Tipp holen und es weiter versuchen, bevor man gleich in den Lösungen spickt. Damit wird sichergestellt, dass auch wirklich jeder zur Auflösung des Falls kommen kann.

Leider nutzt das Konzept nicht konsequent alle technischen Möglichkeiten der App aus. Für meinen Geschmack kann man das durchaus weiter ausbauen, vom mitlaufenden Timer bis hin zu versteckten Inhalten in den Bildern (für mein Geschmack sind alle wesentlichen Punkte in den virtuellen Bildern zu stark hervorgehoben).

FAZIT:
Tolle Rätsel und ein spannendes Konzept, dass die technischen Möglichkeiten aber (noch) nicht voll ausreizt.

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