Cover-Bild Insel der Ratten
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Buchverlage
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Politik und Staat
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 25.06.2026
  • ISBN: 9783550201530
Jo Nesbø

Insel der Ratten

Roman | Über eine Welt, in der sich jeder selbst der Nächste ist | hochklassige Spannung von Bestsellerautor Jo Nesbø!
Günther Frauenlob (Übersetzer)

Ein erschreckend realistischer Roman – relevant, dramatisch, wahr

Nach einer verheerenden Pandemie ist die Welt nicht wiederzuerkennen: Massenarbeitslosigkeit und Armut haben das demokratische Gleichgewicht gekippt, marodierende Banden beherrschen die Straßen der großen Stadt. Colin Lowe, einer der reichsten Unternehmer des Landes, rettet sich mit seiner Familie auf die Insel der Ratten. Derweil wütet sein Sohn Brad mit seiner Bande auf dem Festland und verschont nicht einmal Colins engsten Freund Will. Als er dessen Tochter Amy bei einem Überfall in seine Gewalt bringt, sinnt Will auf Rache. Sein Feldzug führt ihn auf das Dach eines Hochhauses, Schauplatz eines gnadenlosen Countdowns auf Leben und Tod.  

Dieses Buch hat das Potential wie Herr der Fliegen oder Farm der Tiere zu ihrer Zeit.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.06.2026

Pandemie und der Verfall der Gesellschaft – ganz nett, aber nur bedingt spannend

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Das Kurzbuch „Insel der Ratten“ von Jo Nesbø macht den Verfall der Gesellschaft aufgrund einer Pandemie zum Thema. Nichts Neues, bedingt spannend und etwas flach.

Um was geht es?
Eine Pandemie greift ...

Das Kurzbuch „Insel der Ratten“ von Jo Nesbø macht den Verfall der Gesellschaft aufgrund einer Pandemie zum Thema. Nichts Neues, bedingt spannend und etwas flach.

Um was geht es?
Eine Pandemie greift um sich. Damit einher geht der Verfall der Gesellschaft. Brad, der Sohn des reichen Unternehmers Colin Lowe, schließt sich der marodierenden Bande „Chaos“ an und verbreitet dort als Anführer Angst und Schrecken. Dabei schreckt er auch nicht vor dem Geschäftspartner und Freund seines Vaters zurück: Will. Bei einem Überfall auf dessen Familie, entführt Brad Wills Tochter Amy, in die er schon lange unglücklich verliebt ist. Als Amy sich Brad verweigert, erschlägt er sie kurzerhand. Will schwört auf Rache und macht sich mit einer Bürgerwehr auf die Suche nach „Chaos“ und Brad, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen.

Das Buch ist aus Sicht zweier Protagonisten geschrieben. Da ist zum einen Will, Rechtsanwalt mit einem großen Gerechtigkeitssinn. Als absoluter Gutmensch gerät er nach dem Überfall auf seine Familie und dem Tod seiner Tochter Amy in einen persönlichen Zwiespalt aus Rachegelüsten, Gerechtigkeitsempfinden und verlockenden positiven Angeboten für seine „Restfamilie“. Parallel dazu lernen wir auch die Strukturen und Beweggründe von „Chaos“ aus Sicht der Vizeanführerin Yvonne kennen. Trotz ihres starken Zugehörigkeitsgefühls zur Bande, scheint sie doch noch einen Funken Gewissen zu besitzen und einen Hauch Unrechtsempfinden, insbesondere wenn es ihren Freunden an den Kragen geht. Sie hasst Verräter. Als Protagonistin nimmt sie allerdings hinter Will eine nachgeordnete Rolle ein. Mittels zahlreichen Nebencharaktere werden Spannungsfelder erzeugt und der Verfall der Gesellschaft und des Rechtssystems aufgezeigt.

Aber leider bleibt dies sehr oberflächlich und hier zeigt sich auch das Grundproblem des Buches. Die Länge. Die Charaktere bleiben allesamt oberflächlich und man kann sich nur bedingt in sie hineinversetzen. Im ganzen Buch steht die Brutalität im Vordergrund, aber der Niedergang der Systeme wird nur bedingt aufgezeigt. Die Story selbst ist eine typische Pandemie-Story, nichts wirklich Neues und mit wenig Tiefgang. Sie ist nett zu lesen, aber echte Spannung oder ein Gefühl für die Situation kommt kaum auf. Man merkt einfach deutlich, dass „Insel der Ratten“ ursprünglich eine Kurzgeschichte im Rahmen eines Sammelbandes war und deswegen auch nicht die gewohnte Tiefe und Spannung eines typischen Nesbø erreicht. Den Preis des Ullstein-Verlags für 208 Seiten eines Kurzbuchs, das bereits früher im Rahmen eines Sammelbands erschienen ist und dazu noch in der Verarbeitung zu wünschen übriglässt, finde ich persönlich befremdlich.

Fazit:
Wer einen typischen, spannungsgeladenen Nesbø erwartet, wird hier leider enttäuscht werden. Es handelt sich um ein Kurzbuch, dass eine Pandemie und den Verfall der Gesellschaft zum Thema macht. Die Kernidee der Story ist nicht neu und aufgrund der Kürze des Buches bleiben die Charaktere oberflächlich und es kommt kaum Spannung auf. Das Buch ist ganz nett, aber auch nicht mehr. Preis-Leistung passt für mich leider überhaupt nicht. Sehr schade, da ich Jo Nesbø als Autor eigentlich sehr schätze.

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Veröffentlicht am 28.06.2026

düster und brutal

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Schauplatz USA: Eine Pandemie hat einen Großteil der Menschen dahin gerafft, das Recht des Stärkeren zählt. Banden ziehen durch die Straßen, morden hemmungslos, Chaos herrscht, Gesetze gelten nicht mehr. ...

Schauplatz USA: Eine Pandemie hat einen Großteil der Menschen dahin gerafft, das Recht des Stärkeren zählt. Banden ziehen durch die Straßen, morden hemmungslos, Chaos herrscht, Gesetze gelten nicht mehr. Die Reichen verschanzen sich außerhalb der Stadt in ihren Häusern, die Superreichen kaufen sich Tickets für  einen Platz auf dem Flugzeugträger New Frontier, wo ihr Überleben für 4 Jahre gesichert ist.

Im Fokus stehen die Freunde  Colin Lowe und Will Adams. Colin Lowe gehört zu den Superreichen, er hat sich rechtzeitig auf der Insel der Ratten verschanzt, während sein missratener Sohn Brad  mit seiner Bande marodierend durch die Stadt zieht. Brad hat Will Adams  Tochter Amy ermordet, andere der Bande haben Wills Frau vergewaltigt. Will will nur eines: Rache.

"Insel der Ratten" ist ein Thriller mit düsterem beklemmendem Setting. Für diejenigen, die diverse Endzeit Thriller oder Movies kennen, nicht wirklich neu. Spannend ist die Dynamik, der schelle Verfall der gesellschaftlichen Ordnung, wie jeder nur um sein Überleben kämpft und viele dabei über Leichen gehen. Moral, Anstand, alle Werte die früher zählten, scheinen nicht mehr zu existieren. Die Geschichte ist brutal, Gewaltszenen gibt es reichlich.

Fazit: Gut zu lesen, aber nicht wirklich mit neuen Aspekten, wenn man andere dystopische Thriller kennt. 

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Hörbuch Rezension

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"Insel der Ratten“ ist ein spannendes und atmosphärisches Hörbuch mit einer erschreckend glaubwürdigen dystopischen Grundidee. Besonders der gesellschaftliche Verfall nach der Pandemie bietet viel Potenzial ...

"Insel der Ratten“ ist ein spannendes und atmosphärisches Hörbuch mit einer erschreckend glaubwürdigen dystopischen Grundidee. Besonders der gesellschaftliche Verfall nach der Pandemie bietet viel Potenzial und hätte für meinen Geschmack noch stärker im Mittelpunkt stehen dürfen.
Weniger gut gefallen haben mir dagegen die sehr ausführlichen Gewaltdarstellungen. Viele der detaillierten Schilderungen hätte die Geschichte nicht gebraucht – insbesondere die Szene mit Dumbo war emotional nur schwer auszuhalten und ging für mich über das hinaus, was für die Handlung notwendig gewesen wäre.
Auch die Figuren wurden insgesamt eher oberflächlich ausgearbeitet und hätten deutlich mehr Tiefe vertragen können.
Mein Fazit:
Trotz dieser Schwächen ist das Hörbuch spannend und regt zum Nachdenken an. Wer düstere Dystopien mag und mit harter Gewalt umgehen kann, wird hier "gut" unterhalten.

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Veröffentlicht am 22.06.2026

Wenig Sonne und Hoffnung

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Dieser kleine Roman kam recht überraschend daher: Zum einen bekam ich von vorablesen ein relativ kleines Buch mit hartem Einband und scharfem Buchschnitt. Das soll wohl material- und kostengünstiger in ...

Dieser kleine Roman kam recht überraschend daher: Zum einen bekam ich von vorablesen ein relativ kleines Buch mit hartem Einband und scharfem Buchschnitt. Das soll wohl material- und kostengünstiger in der Herstellung sein.
Zum anderen wird man quasi wieder in die Pandemiezeit zurückversetzt. Jo Nesbø hat es 2021 herausgebracht.
Die Menschen vertrauen einander nicht mehr.
Die Geschichte geht schnell voran: Colin Lowe hat Privilegien und Macht, die er nutzt. Doch sein Sohn treibt sich mit einer Gang herum und erhebt sich über Menschlichkeit und Gesetz. Er nimmt sich, was er will. Als das schiefgeht und Will Adams - der Jugendfreund von Colin - Rache nicht nur schwört, sondern mit Hilfe der Staatsmacht und Eigeninitiative umsetzt, setzt die Spirale der Gewalt ein und ist nicht mehr zu stoppen.
Ich finde es zu negativ. Eine Brutalität löst die nächste aus. Die Menschen sind nur Typen, mehr ist nicht möglich in der kurzen Geschichte.
Wo bleibt die Hoffnung, dass alles besser werden kann? Es gibt ja im Geschehen keine Regeln und Gesetze mehr. Jeder denkt nur an sich. So möchte man die Zukunft für seine Kinder nicht haben.
Immerhin ist der Schluss überraschend. Dadurch stellt sich Genugtuung über etwas mehr Gerechtigkeit ein.
Und über die Gewissheit, dass Jo Nesbø die Protagonisten in seinen weiteren Romanen oder Thrillern differenzierter schildert.
Eine Erfahrung habe ich mit dem neuen Layout gemacht: Das Buch liegt nicht gut in der Hand - die harten Kanten schneiden in die Haut ein. Es ist nicht gerade handlich.

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Veröffentlicht am 18.06.2026

Nur ein Appetithäppchen

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Nur ein Appetithäppchen

„Insel der Ratten“ ist im Original bereits 2021 erschienen, und zwar in einem Sammelband, was meiner Meinung nach folgerichtig ist, denn als eigenständiger Roman bietet das Buch ...

Nur ein Appetithäppchen

„Insel der Ratten“ ist im Original bereits 2021 erschienen, und zwar in einem Sammelband, was meiner Meinung nach folgerichtig ist, denn als eigenständiger Roman bietet das Buch nicht genug. Ich empfand es eher als Appetithäppchen und hätte gerne mehr davon gelesen - allerdings lieber mit weniger unnötiger Gewalt. Die gut 200 Seiten im Taschenbuchformat, mittels stabilem Kartoneinband zum Hardcover aufgeplustert, lassen sich in kürzester Zeit weglesen.

Das Szenario ist düster, aber sehr interessant, da es einigermaßen realistisch erscheint und ich mir vorstellen kann, dass es in unserer Welt in nicht allzu ferner Zukunft so abgehen kann. Nach der Pandemie ist die funktionierende Gesellschaft am Ende. Marodierende Banden beherrschen das Land, Polizei und Justiz stehen dem machtlos gegenüber. Jeder schützt sich selbst, so gut er kann. Der reiche Unternehmer Colin Lowe bringt seine Familie auf die einigermaßen sichere Insel der Ratten, während sein Sohn Brad mit seiner Gang „Chaos“ auf dem Festland sein Unwesen treibt. Dabei vergreift er sich auch an der Frau und der Tochter des besten Freundes seines Vaters, Will Adams. Will sinnt auf Rache. Doch als Jurist glaubt er immer noch an Recht und Gesetz. Und so nimmt er die Rache nicht selbst in die Hand, sondern trickst Brad genial aus.

Das Büchlein ist durchaus lesenswert, wenngleich ein gutes Quantum weniger an Gewalt auch gereicht hätte. Manches wird viel zu brutal und detailliert beschrieben und wirkt einfach nur reißerisch. Das hat die Geschichte aber gar nicht nötig. Im Gegensatz dazu kommt mir der Verfall der Gesellschaft viel zu kurz. Es ist einfach so, fertig. Erläuterungen, wie es dazu kam, hätte ich hier sehr nützlich und wichtig gefunden. Auch bleiben die einzelnen Figuren relativ blass und distanziert. Nicht einmal Will und Yvonne, ein „Chaos“-Mitglied, aus deren Perspektiven abwechselnd erzählt wird, konnten mich wirklich berühren, obwohl sie einiges durchmachen.

Trotz aller Mankos hat Jo Nesbø ein spannendes Werk geschaffen, das viel Stoff zum Nachdenken gibt.

★★★☆☆