Cover-Bild Feine Risse
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: S. FISCHER
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 336
  • Ersterscheinung: 27.05.2026
  • ISBN: 9783103977516
Elisa Hoven

Feine Risse

Roman

Wenn Recht nicht reicht.
Neue Fälle zwischen Recht und Gerechtigkeit, zwischen Schuld und Verschweigen, Wahrheit und Lüge


Eva Herbergen, engagierte Strafverteidigerin, will sich langsam aus ihrer Arbeit zurückziehen und mit Ehemann Peter das Alter genießen. Doch die düsteren Schatten ihrer Fälle reichen bis in ihr Privatleben hinein.  In packenden Tableaus leuchtet Elisa Hoven in »Feine Risse« juristische wie biographische Dunkelzonen aus: Sicherheit ist Illusion, ein Urteil bleibt immer nur eine Annäherung an die Wahrheit. »Feine Risse« führt ins Dickicht der Zufälligkeiten bei der Entstehung von Straftaten. Die Ursachen verstecken sich oft tief in einer Vorgeschichte – und liegen manchmal so nahe, dass sie umso leichter übersehen werden. 


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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.07.2026

Einstieg in das Strafrecht

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Wird in den Medien über eine Straftat oder die anschließende Gerichtsverhandlung berichtet, hat jeder schnell seine eigene Meinung dazu: Die eine Person erscheint eher unschuldig, bei der anderen ist die ...

Wird in den Medien über eine Straftat oder die anschließende Gerichtsverhandlung berichtet, hat jeder schnell seine eigene Meinung dazu: Die eine Person erscheint eher unschuldig, bei der anderen ist die Strafe viel zu gering, was macht der Richter da überhaupt und wie kann der Strafverteidiger so einen Fall übernehmen?
Als Professorin für Strafrecht übernimmt Elisa Hoven hier die schwierige Aufgabe, der breiten Masse die Antworten auf solche Fragen in unterhaltsamer Form ein wenig näher zu bringen.
Eine fiktionale Strafverteidigerin übernimmt verschiedenste Fälle, die in kurzen Kapiteln angenehm erzählt werden. Ebenso gibt es aber auch eine Art Rahmenhandlung, die in jedem Fall ein wenig fortgeführt wird und so das Ganze mehr zu einem Roman umwandelt.
Wer sich ein wenig mit Strafrecht oder True Crime auskennt, wird hier auch viele Klassiker und bekannte Kriminalfälle wiedererkennen, die allerdings nicht nacherzählt werden, sondern umgewandelt wurden bzw. als Inspiration dienen.
Aus diesem Grund fand ich viele "Auflösungen" daher wenig überraschend, hatte aber trotzdem noch viel Spaß daran, den Weg dorthin zu lesen.

Was mir besonders gut gefallen hat: Es ist nicht nur schön juristisch korrekt, sondern auch kleine Details des Strafrechts finden ihren Weg in die Geschichten. Wer sich dafür interessiert kann so noch etwas dazulernen, gleichzeitig stört es aber auch nicht den Lesefluss von Leser*innen, die nur am "Drumherum" interessiert sind.
Dazu wird man immer wieder eingeladen, aktiv mitzudenken und moralische Fragen im Kopf zu erörtern. Wo stößt das Recht an seine Grenzen, wo erscheint es vielleicht nicht mehr gerecht? Wie würde man selbst in manchen Situationen handeln? Und kann man die andere Perspektive nicht vielleicht doch verstehen?
Auch wenn mir nicht jeder Fall gleich gut gefallen hat, kann ich das Buch in seiner Gesamtheit doch nur wegen genau dieser Überlegungen sehr weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 01.07.2026

Eine Art Episodenroman über mehrere Fälle einer Strafverteidigerin

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Eva Herbergen ist eine Strafverteidigerin des älteren Semesters. Einige kennen sie bereits aus Elisa Hovens Roman Dunkle Momente, ich durfte sie mit diesem Buch neu kennenlernen. Das funktionierte auch ...

Eva Herbergen ist eine Strafverteidigerin des älteren Semesters. Einige kennen sie bereits aus Elisa Hovens Roman Dunkle Momente, ich durfte sie mit diesem Buch neu kennenlernen. Das funktionierte auch ohne Vorkenntnis der ersten Bandes recht gut.
Obwohl Eva in ihrer Karriere bereits viel gesehen und erlebt hat, dem Einfallsreichtum der Straftäter/innen sind keine Grenzen gesetzt. Gegliedert ist der Roman in mehrere Einzelfälle, welche Eva Herbergen betreut, der Aufbau erinnert hierbei an einen Episodenroman. Der Stil der Autorin ist angenehm fokussiert, ohne sich in Fachvokabular oder endlosen Gerichtsszenen zu verlieren. Ihr Hauptaugenmerk liegt weniger darauf, den Lesenden ein Mitermitteln zu ermöglichen wie bei einem Krimi. Vielmehr darf man die Fälle aus Evas Perspektive erleben, also mitsamt ihren Gedanken, Emotionen und Zweifeln. Dabei hat sie Eva als Ich-Erzählerin so gut platziert, dass ich mich wiederholt daran erinnern musste, dass nicht Eva die Autorin ist, sondern nur ein fiktiver Charakter. Begleitend durch das ganze Buch gibt es eine Gegebenheit in Evas Privatleben, welche ebenfalls eine gewisse kriminalistische sowie ethische Relevanz hat.
Die genannten Fälle erinnern an TrueCrime-Fälle in abgeänderter Form und mögen dadurch versierten TrueCrime-Fans bekannt vorkommen, was der ethischen Sichtweise keinen Abbruch tut. Bei einigen Fällen war ich von der Arroganz und Abgebrühtheit, mit welcher die Täter davonzukommen glaubten oder gar tatsächlich davon kamen, regelrecht schockiert, während andere Fälle sich in moralische Grauzonen verschieben, über die sich gut in Lesegruppen diskutieren ließe.
Für mich ist Feine Risse eine gelungene Entdeckung einer interessanten Autorin, deren Schweibweise angenehm strukturiert ist, ohne die Menschen an sich aus den Augen zu verlieren oder sich auf Effekthascherei zu stürzen. Ein Buch, dass es zu lesen lohnt!

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Veröffentlicht am 29.06.2026

Moralische Grenzgänge in einem absoluten Highlight verpackt

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Es war mein erstes Buch von Elisa Hoven und nicht nur war die Lektüre ein im positivsten Sinne rasanter Rausch, ich bin danach auch in Höchstgeschwindigkeit in meine lokale Buchhandlung gerannt, um mir ...

Es war mein erstes Buch von Elisa Hoven und nicht nur war die Lektüre ein im positivsten Sinne rasanter Rausch, ich bin danach auch in Höchstgeschwindigkeit in meine lokale Buchhandlung gerannt, um mir den Vorgänger zu kaufen - so absolut begeistert war ich von diesem Werk!

Selbst, wenn ich das Ende der einzelnen Fälle schon ahnte - und das war in einigen Geschichten der Fall - war es dem Schreibstil Hovens zu verdanken, dass ich absolut an ihren Lippen hing. Der Weg, den die Strafverteidigerin Eva beschreitet, um die mutmaßliche Wahrheit herauszufinden, ist super spannend und zugleich greifbar beschrieben. Sie wird eine kleine Detektivin, reflektiert aber auch selbst und profitiert vom Austausch mit anderen. Damit wird sie zu einer Protagonistin, die mir nah war und gleichzeitig nicht moralisch rein - wie eben auch die geschilderten Fälle. Gleichzeitig verzichtet Hoven auf scary Szenen, ohne dass dies auf Kosten der Spannung geht. Ich habe es absolut geliebt.

Die Feinheiten der Justiz, des Gesetzes, sind ein reizvolles und oft auch frustrierendes Thema für mich. Mein Gerechtigkeitssinn wurde hier wirklich maximal strapaziert, aber genau das liebe ich an Literatur. Viele Grundsätze, wie die unantastbare Würde des Menschen (und eben auch des Täters), sind absolut unverzichtbar, aber es gibt eben auch Fälle, in denen genau das einem Unrecht nahekommt.

Die Autorin schafft es, moralische Grautöne auszuloten, die Justiz auf den Prüfstand zu stellen und uns als Leser*innen selbst zum Denken, aber nie zum Verurteilen zu animieren. Die Fälle sind super leicht lesbar und Kurzgeschichten-artig kurz, was das Leseerlebnis nur noch einmal verbessert. Verbunden werden die in sich abgeschlossenen Fälle durch eine private Handlung der Protagonistin, die selbst wunderbar spannend konstruiert ist.

Es geht hier weniger darum, dass es immer total offen bleibt, wer es denn nun war und was genau passiert ist. Es sind die moralischen Feinheiten und der Weg hin zu einer vermeintlichen Wahrheit bzw. der Umgang der Strafverteidigerin damit. Außerdem ist es für mich total reizvoll und oft auch herzzerreißend zu wissen, dass die Autorin sich hier an realen Fällen bedient und sie fiktionalisiert hat.

Ich mochte auch Peter als Evas Mann wirklich sehr gerne. Er ist zwar nur eine Nebenfigur, die der Geschichte insgesamt aber Lebendigkeit gibt und Eva noch nahbarer macht. Die beiden haben eine tolle Beziehung und das war neben all den spannenden Fällen ein beruhigender Ausgleich. Elisa Hoven schreibt klug, gut verständlich und mitreißend-sympathisch. Ich freue mich jetzt schon auf alle zukünftigen Werke!

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Veröffentlicht am 26.06.2026

Großartig

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Das Buch mit all diesen Geschichten fand ich so großartig. 👍

Es war mega spannend - sozusagen mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Zu lesen, was wirklich noch hinter den Geschichten der Geschichten ...

Das Buch mit all diesen Geschichten fand ich so großartig. 👍

Es war mega spannend - sozusagen mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Zu lesen, was wirklich noch hinter den Geschichten der Geschichten steht und wie viel der Öffentlichkeit eigentlich verborgen bleibt. Das hat am eindrucksvollsten die Story "Die Reportage" bewiesen. Eine Wahrheit, die nie ans Licht kommen sollte.

Nachvollziehen konnte ich in "Der Unfall" eher die Tat des Vaters als das ich Verständnis für die Schicksalsschläge von Dombrowski hatte. Rein gefühlsmäßig bin ich den Eltern näher als jemandem der viel zu spät Verantwortung übernehmen wollte. 

In "Der Film" hatte man natürlich sofort die Geschichte eines bekannten amerikanischen Schauspielers im Kopf.

Die Story "Die Zufallsopfer" ist an Dreistigkeit und Unverfrorenheit des Täters kaum zu überbieten.

Mehr als gelungen, fand ich auch wie das Leben von Eva - der Strafverteidigerin immer wieder eingeflochten wurde bis hin zu einem ganz persönlichen Moment der Wahrheit. 

Wer sich für die Fälle einer Strafverteidigerin und die Wahrheit hinter den Fällen interessiert, hat hier ein großartiges Buch gefunden. ⚖

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Veröffentlicht am 15.06.2026

Wo Recht an seine Grenzen stößt (Hörbuch)

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Eva Herbergen steht kurz vor dem Ruhestand und möchte gemeinsam mit ihrem Mann Peter einen ruhigeren Lebensabschnitt beginnen. Doch die Menschen und Schicksale aus ihrer Zeit als Strafverteidigerin begleiten ...

Eva Herbergen steht kurz vor dem Ruhestand und möchte gemeinsam mit ihrem Mann Peter einen ruhigeren Lebensabschnitt beginnen. Doch die Menschen und Schicksale aus ihrer Zeit als Strafverteidigerin begleiten sie weiter. In mehreren miteinander verknüpften Geschichten wird deutlich, dass hinter Straftaten oft weit mehr steckt als das, was zunächst sichtbar ist. Lebenswege, Zufälle und kleine Entscheidungen hinterlassen Spuren, die manchmal erst Jahre später ihre Wirkung entfalten.

Schon nach den ersten Fällen war klar, dass hier nicht nach den üblichen Mustern erzählt wird. Immer wieder entsteht das Gefühl, die Zusammenhänge bereits durchschaut zu haben, nur um kurz darauf eines Besseren belehrt zu werden. Die Wendungen kommen unerwartet, wirken aber nie wie reine Überraschungseffekte. Vielmehr verändern sie den Blick auf die Figuren und ihre Geschichten.

Gerade dadurch gehen viele der geschilderten Fälle unter die Haut. Die Situationen wirken erschreckend nahbar und könnten sich genauso im echten Leben abgespielt haben. Statt einfache Antworten zu liefern, zeigt die Handlung, wie komplex menschliches Verhalten sein kann. Schnell wird deutlich, dass Schuld, Verantwortung und Gerechtigkeit selten so eindeutig sind, wie man es sich wünschen würde.

Besonders spannend fand ich, dass nicht die Straftaten selbst im Vordergrund stehen, sondern die Vorgeschichten dahinter. Mit jedem Kapitel öffnen sich neue Perspektiven, wodurch man die Beteiligten immer wieder neu bewertet. Manche Entwicklungen haben mich komplett überrascht, obwohl die Hinweise die ganze Zeit vorhanden waren.

Genau dieses Spiel mit Erwartungen hat das Hörbuch für mich so interessant gemacht. Es fühlt sich anders an als viele Krimis oder Justizgeschichten, weil nicht die Frage nach dem Täter den größten Reiz ausmacht, sondern die Suche nach den Ursachen. Die Geschichten regen zum Nachdenken an und bleiben auch nach dem Ende noch präsent. Für mich eine gelungene Mischung aus Spannung, menschlichen Abgründen und klugen Beobachtungen über die vielen feinen Risse, die sich durch jedes Leben ziehen können.

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