Cover-Bild Insel der Ratten
(46)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Ullstein Buchverlage
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften - Politik und Staat
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 25.06.2026
  • ISBN: 9783550201530
Jo Nesbø

Insel der Ratten

Roman | Über eine Welt, in der sich jeder selbst der Nächste ist | hochklassige Spannung von Bestsellerautor Jo Nesbø!
Günther Frauenlob (Übersetzer)

Ein erschreckend realistischer Roman – relevant, dramatisch, wahr

Nach einer verheerenden Pandemie ist die Welt nicht wiederzuerkennen: Massenarbeitslosigkeit und Armut haben das demokratische Gleichgewicht gekippt, marodierende Banden beherrschen die Straßen der großen Stadt. Colin Lowe, einer der reichsten Unternehmer des Landes, rettet sich mit seiner Familie auf die Insel der Ratten. Derweil wütet sein Sohn Brad mit seiner Bande auf dem Festland und verschont nicht einmal Colins engsten Freund Will. Als er dessen Tochter Amy bei einem Überfall in seine Gewalt bringt, sinnt Will auf Rache. Sein Feldzug führt ihn auf das Dach eines Hochhauses, Schauplatz eines gnadenlosen Countdowns auf Leben und Tod.  

Dieses Buch hat das Potential wie Herr der Fliegen oder Farm der Tiere zu ihrer Zeit.

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2026

Dystopie mit verschenktem Potenzial

0

Jo Nesbø wirft uns mit "Insel der Ratten" ohne Vorwarnung mitten ins Chaos. Statt den Untergang der Gesellschaft mitzuerleben, landen wir in einer Welt, in der Moral, Recht und Menschlichkeit längst auf ...

Jo Nesbø wirft uns mit "Insel der Ratten" ohne Vorwarnung mitten ins Chaos. Statt den Untergang der Gesellschaft mitzuerleben, landen wir in einer Welt, in der Moral, Recht und Menschlichkeit längst auf der Strecke geblieben sind. Eine Pandemie hat alles verändert, marodierende Banden beherrschen die Straßen und jeder kämpft nur noch ums eigene Überleben. Erschreckend ist dabei vor allem, wie realistisch dieses Szenario wirkt. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre fühlt sich vieles beunruhigend nah an.

Besonders spannend fand ich die Erzählweise. Die Geschichte springt zwischen verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen hin und her, sodass sich das Gesamtbild erst nach und nach zusammensetzt. Anfangs muss man sich zwar etwas orientieren, doch genau dieses Puzzle sorgt dafür, dass man ständig weiterlesen möchte. Vor allem der Konflikt zwischen Will, der trotz allem noch an Recht und Gerechtigkeit glaubt, und Brad, dem skrupellosen Anführer der Bande "Chaos", entwickelt eine enorme Dynamik.

Atmosphärisch macht Jo Nesbø vieles richtig. Seine klare, direkte Sprache erzeugt eine bedrückende Endzeitstimmung, ohne sich in unnötigen Ausschmückungen zu verlieren. Besonders gelungen fand ich, dass vieles nur angedeutet wird und die eigene Fantasie den Rest erledigt. Das sorgt für einige wirklich beklemmende Momente.

Allerdings muss ich auch sagen, dass mir die Gewalt stellenweise deutlich zu viel war. Das Buch ist auf platte Weise brutal. Manche Szenen wirken weniger schockierend, weil sie wichtig für die Geschichte wären, sondern eher, weil sie möglichst verstören sollen. Das ist natürlich Geschmackssache, für mich überschreitet Nesbø hier aber hin und wieder die Grenze zum Reißerischen. Gerade weil die Grundidee so stark ist, hätte die Geschichte diese permanente Eskalation eigentlich gar nicht nötig gehabt.

Auch bei den Figuren blieb bei mir ein kleiner Kritikpunkt hängen. Obwohl Will und Yvonne interessante Ansätze mitbringen, bleiben sie insgesamt etwas zu distanziert. Ich hätte mir mehr Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle gewünscht, um ihre Entscheidungen noch besser nachvollziehen zu können. Gleichzeitig wird der Zusammenbruch der Gesellschaft eher als Tatsache präsentiert, statt ihn wirklich ausführlich zu beleuchten. Genau darin hätte für mich noch viel mehr Potenzial gesteckt.

Hinzu kommt, dass "Insel der Ratten" ursprünglich als Geschichte in einem Sammelband erschienen ist – und genau das merkt man leider. Mit etwas mehr Umfang hätten sowohl die Figuren als auch die gesellschaftlichen Entwicklungen deutlich mehr Tiefe bekommen. So liest sich das Buch zwar in einem Rutsch weg, hinterlässt aber auch das Gefühl, dass hier eigentlich Stoff für einen wesentlich größeren Roman vorhanden gewesen wäre.

Fazit: "Insel der Ratten" ist ein düsteres, beklemmendes und stellenweise erschreckend realistisches Endzeitszenario, das mit seiner besonderen Erzählstruktur und der bedrückenden Atmosphäre oft fesselt. Gleichzeitig leidet die Geschichte unter ihrer Kürze, oberflächlich gezeichneten Figuren und einer Gewalt, die für meinen Geschmack über das Ziel hinausschießt. Wer kompromisslose, harte Dystopien mag und sich an expliziten Gewaltszenen nicht stört, bekommt hier ein intensives Leseerlebnis. Wer sich dagegen einen klassischen, vielschichtigen Nesbø-Roman erhofft, sollte die Erwartungen etwas herunterschrauben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2026

Dystopisches Psychospiel, das leider enttäuscht

0

Die Story: Nach einer verheerenden Pandemie versinkt die Welt im Chaos. Während sich der schwerreiche Unternehmer Colin Lowe auf eine sichere Insel rettet, tyrannisiert sein Sohn Brad das Festland. Als ...

Die Story: Nach einer verheerenden Pandemie versinkt die Welt im Chaos. Während sich der schwerreiche Unternehmer Colin Lowe auf eine sichere Insel rettet, tyrannisiert sein Sohn Brad das Festland. Als Brad die Tochter von Colins bestem Freund Will entführt, beginnt ein gnadenloser Rachefeldzug.

Die Sprecher: Ein echtes Highlight des Hörbuchs ist die Besetzung mit zwei Sprechern. Oliver Siebeck und Jenny Laura Bischoff harmonieren hervorragend miteinander. Der abwechselnde Einsatz der beiden Stimmen bringt eine tolle Dynamik in die Geschichte und sorgt dafür, dass die unterschiedlichen Perspektiven lebendig und greifbar werden.

Die größten Mankos: Das dystopische Setting dient leider nur als blasse Pappkulisse. Jo Nesbø vernachlässigt das Worldbuilding fast vollständig; man erfährt viel zu wenig über die veränderte Umwelt oder die gesellschaftlichen Strukturen.
Besonders geärgert hat mich jedoch der Umgang mit den schwerwiegenden Traumata: Die Vergewaltigung von Wills Frau und der spätere Tod seiner Tochter werden vom Autor erschreckend oberflächlich abgehandelt. Dass Will auf diese grausamen Schicksalsschläge völlig emotionslos reagiert, wirkt absolut unglaubwürdig und nimmt der Geschichte jegliche psychologische Tiefe. Die kurze Laufzeit von knapp über 4 Stunden wird zwar für das menschliche Drama genutzt, bleibt dabei aber unbegreiflich kalt und oberflächlich.

Fazit: Wer einen packenden, kurzen Thriller über Rache sucht und sich an einem hervorragend vertonten Sprecher-Wechsel erfreuen kann, wird solide unterhalten. Wer jedoch eine tiefgründige, atmosphärische Endzeitwelt und emotional nachvollziehbare Charaktere erwartet, wird enttäuscht zurückgelassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.07.2026

Geht

0

Mit Insel der Ratten entwirft Jo Nesbø eine düstere Zukunftsvision, die erschreckend nah anknüpft. Nach einer Pandemie ist die gesellschaftliche Ordnung zusammengebrochen. Gewalt und das Recht des Stärkeren ...

Mit Insel der Ratten entwirft Jo Nesbø eine düstere Zukunftsvision, die erschreckend nah anknüpft. Nach einer Pandemie ist die gesellschaftliche Ordnung zusammengebrochen. Gewalt und das Recht des Stärkeren bestimmen den Alltag. Während die Reichen versuchen, sich auf einem autarken Flugzeugträger vor dem Chaos zu retten, kämpfen die übrigen Menschen ums nackte Überleben.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen der Jurist Will Adams und der Unternehmer Colin Lowe, enge Freunde. Als Wills Familie Opfer brutaler Gewalt wird und Colins Sohn Brad als Anführer der Bande eine zentrale Rolle dabei spielt, entwickelt sich ein Streit, der auf eine unausweichliche Konfrontation zusteuert. Durch Rückblicke und wechselnde Perspektiven wird nach und nach deutlich, wie es zu dieser Situation gekommen ist.

Für mich persönlich war das Buch auf jeden Fall an vielen Stellen viel zu brutal. (Geschmackssache!) Die Darstellung von Gewalt, insbesondere gegenüber Frauen, ist detailliert und heftig. An vielen Stellen war es für mich wie ein Splatter und gefühlt wurde nur Gewalt beschrieben. Gleichzeitig wurde dieses nicht reflektiert oder aufgelöst. Dadurch bleiben einige emotionale Momente hinter ihrem eigentlichen Potenzial zurück. Da ich diesen Autor schon länger im Auge hatte und etwas von ihm lesen wollte, war ich etwas enttäuscht.

Trotz dieser Schwächen ist Insel der Ratten eine fesselnde und erschreckend realistische Gesichte. Wer spannende Endzeitgeschichten mit gesellschaftskritischen Themen mag, wird hier bestens unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2026

Ohne Tiefe

0

Mein erstes Buch des Autors, ich war gespannt.
Das Hörbuch erscheint bei @hoerbuchhamburg
mit einer knackigen Dauer von 4 Std, 23 Min, gelesen von Jenny Laura Bischoff und Oliver Siebeck.

Bedrückend wirkt ...

Mein erstes Buch des Autors, ich war gespannt.
Das Hörbuch erscheint bei @hoerbuchhamburg
mit einer knackigen Dauer von 4 Std, 23 Min, gelesen von Jenny Laura Bischoff und Oliver Siebeck.

Bedrückend wirkt das Szenario nach der Pandemie. Menschen rotten sich zu Gruppen zusammen, um zu überleben, denn alleine ist das schier unmöglich.
Die Story wird abwechselnd von den Kontrahenten Yvonne und Will erzählt, was ich sehr gelungen fand, denn so konnte man beidseitige (Re)Aktionen besser nachvollziehen.

Insgesamt blieb die Zeichnung der Charaktere aller Protagonisten leider eher blass, was natürlich der Kürze des Buches geschuldet ist. Das fand ich sehr schade, da wäre noch Potential gewesen, denn mal ehrlich :die Idee des Buches ist nicht neu und schon zigmal markanter erzählt worden.

Natürlich denkt man bei einem solchen Szenario automatisch darüber nach, ob es tatsächlich so eskalieren könnte auf der Welt, wenn das Rechtssystem ausfällt. Und da ist meine klare Prognose: hell, yes. Die Menschen sind schlecht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2026

Pandemie und der Verfall der Gesellschaft – ganz nett, aber nur bedingt spannend

0

Das Kurzbuch „Insel der Ratten“ von Jo Nesbø macht den Verfall der Gesellschaft aufgrund einer Pandemie zum Thema. Nichts Neues, bedingt spannend und etwas flach.

Um was geht es?
Eine Pandemie greift ...

Das Kurzbuch „Insel der Ratten“ von Jo Nesbø macht den Verfall der Gesellschaft aufgrund einer Pandemie zum Thema. Nichts Neues, bedingt spannend und etwas flach.

Um was geht es?
Eine Pandemie greift um sich. Damit einher geht der Verfall der Gesellschaft. Brad, der Sohn des reichen Unternehmers Colin Lowe, schließt sich der marodierenden Bande „Chaos“ an und verbreitet dort als Anführer Angst und Schrecken. Dabei schreckt er auch nicht vor dem Geschäftspartner und Freund seines Vaters zurück: Will. Bei einem Überfall auf dessen Familie, entführt Brad Wills Tochter Amy, in die er schon lange unglücklich verliebt ist. Als Amy sich Brad verweigert, erschlägt er sie kurzerhand. Will schwört auf Rache und macht sich mit einer Bürgerwehr auf die Suche nach „Chaos“ und Brad, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen.

Das Buch ist aus Sicht zweier Protagonisten geschrieben. Da ist zum einen Will, Rechtsanwalt mit einem großen Gerechtigkeitssinn. Als absoluter Gutmensch gerät er nach dem Überfall auf seine Familie und dem Tod seiner Tochter Amy in einen persönlichen Zwiespalt aus Rachegelüsten, Gerechtigkeitsempfinden und verlockenden positiven Angeboten für seine „Restfamilie“. Parallel dazu lernen wir auch die Strukturen und Beweggründe von „Chaos“ aus Sicht der Vizeanführerin Yvonne kennen. Trotz ihres starken Zugehörigkeitsgefühls zur Bande, scheint sie doch noch einen Funken Gewissen zu besitzen und einen Hauch Unrechtsempfinden, insbesondere wenn es ihren Freunden an den Kragen geht. Sie hasst Verräter. Als Protagonistin nimmt sie allerdings hinter Will eine nachgeordnete Rolle ein. Mittels zahlreichen Nebencharaktere werden Spannungsfelder erzeugt und der Verfall der Gesellschaft und des Rechtssystems aufgezeigt.

Aber leider bleibt dies sehr oberflächlich und hier zeigt sich auch das Grundproblem des Buches. Die Länge. Die Charaktere bleiben allesamt oberflächlich und man kann sich nur bedingt in sie hineinversetzen. Im ganzen Buch steht die Brutalität im Vordergrund, aber der Niedergang der Systeme wird nur bedingt aufgezeigt. Die Story selbst ist eine typische Pandemie-Story, nichts wirklich Neues und mit wenig Tiefgang. Sie ist nett zu lesen, aber echte Spannung oder ein Gefühl für die Situation kommt kaum auf. Man merkt einfach deutlich, dass „Insel der Ratten“ ursprünglich eine Kurzgeschichte im Rahmen eines Sammelbandes war und deswegen auch nicht die gewohnte Tiefe und Spannung eines typischen Nesbø erreicht. Den Preis des Ullstein-Verlags für 208 Seiten eines Kurzbuchs, das bereits früher im Rahmen eines Sammelbands erschienen ist und dazu noch in der Verarbeitung zu wünschen übriglässt, finde ich persönlich befremdlich.

Fazit:
Wer einen typischen, spannungsgeladenen Nesbø erwartet, wird hier leider enttäuscht werden. Es handelt sich um ein Kurzbuch, dass eine Pandemie und den Verfall der Gesellschaft zum Thema macht. Die Kernidee der Story ist nicht neu und aufgrund der Kürze des Buches bleiben die Charaktere oberflächlich und es kommt kaum Spannung auf. Das Buch ist ganz nett, aber auch nicht mehr. Preis-Leistung passt für mich leider überhaupt nicht. Sehr schade, da ich Jo Nesbø als Autor eigentlich sehr schätze.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere