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Veröffentlicht am 06.10.2020

Wohlfühlbuch mit Humor

Herzblitze
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Zitat:"Sagen wir so: Den Start in mein neues Leben hatte ich mir ein wenig anders vorgestellt. Aber er begann nun mal sonderbar, daran war nichts zu ändern.
Er begann nämlich mit Hundekacke. Und einem ...

Zitat:"Sagen wir so: Den Start in mein neues Leben hatte ich mir ein wenig anders vorgestellt. Aber er begann nun mal sonderbar, daran war nichts zu ändern.
Er begann nämlich mit Hundekacke. Und einem Staubsaugroboter, den ich nicht kannte, der aber fleißig vor sich hin arbeitete.
Und der offenbar über keinerlei Erfahrung im Umgang mit Hundehinterlassenschaften verfügte, denn er verteilte alles großflächig und mit Sorgfalt auf dem Parkett."
.
Dieses Buch hat mich überrascht. Ich war nicht vorbereitet auf diese angenehme, leise und doch humorvolle Art des Buches.

Mit Felicitas steigt man in die Story ein, nachdem sie vom Blitz getroffen wurde und im Krankenhaus erwacht. Sie ist verwirrt und unsicher, denn ihr fehlt in ihrer Erinnerung das komplette letzte Jahr.
Nun muß sie sich wieder ihrem alten Leben stellen. Doch will sie dieses überhaupt genauso wiederhaben?

Da ist ihr cholerischer ExMann, der immer noch eine Rolle in ihrem Leben spielt. Ihre Tochter, die schon ausgezogen ist. Ihre Schwester, mit der das Verhältnis schwierig erscheint. Ihre beste Freundin, die keine mehr ist. Ihr Job, den sie gern macht. Ihr neuer Arbeitskollege, der irische Schotte.
Und natürlich Fridolin, der große schwarze neue Hund von Feli, der ihr überallhin folgt.

Zu all diesen Personen gibt es Verbindungen, die Feli nun neu aufdecken muß. Und sie muß wieder zu sich selbst finden, das war ihr im letzten Jahr wohl abhanden gekommen.
Dabei spielt auch das Beerdigungsinstitut, wo Feli arbeitet, eine große Rolle. Man erhält nicht nur Einblicke in die Arbeitsabläufe, sondern vor allem in die Emotionen aller.
Sehr berührend fand ich das. Eben auf die leise Art.

Wer ein Wohlfühlbuch lesen mag, dem kann ich Herzblitze nur empfehlen.
Es findet sich neben tollem Humor eben auch gutes Feeling darin.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2020

Wundervolle Story

Liliennächte
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Liliennächte ist der erste Teil der neu auferlegten "How to be happy" Buchreihe von Kim Leopold.
Da ich von der Autorin bereits Black Heart kannte, freute ich mich auf ein weiteres Werk von ihr.
Und wurde ...

Liliennächte ist der erste Teil der neu auferlegten "How to be happy" Buchreihe von Kim Leopold.
Da ich von der Autorin bereits Black Heart kannte, freute ich mich auf ein weiteres Werk von ihr.
Und wurde nicht enttäuscht.
Kim Leopold hat einen wunderbar eingängigen Schreibstil. Man gleitet durch die Story, wird nicht von nervigen Co-Storys abgelenkt, und findet sich mitten im Buch neben den Protagonisten wieder.

Zusammen mit Lilly zieht man nach New York und lernt ihre Mitbewohner kennen und wundert sich im Verlauf des Buches, weshalb sie alle mit Rose verwechseln und rätselt dann an der Auflösung.

Liebevoll werden die verschiedenen Charaktere beschrieben, doch jeder hat auch seine Kanten und Macken, und das macht es auch realistisch.

Für mich eine sehr schöne Unterhaltung im New Adult Genre und sicher nicht das letzte Buch aus dieser WohlfühlhappyReihe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2020

Ein Tabuthema unserer Gesellschaft

Wie ein Funkeln in der Angst
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Zitat: "Und ganz plötzlich kam ihr ein Gedanke...Wie sollte sie so weiterleben können? Würde es immer so schwer sein? Ihr Kopf rumorte. Warum war das Leben so verdammt schwer und scheisse? Was sollte sie ...

Zitat: "Und ganz plötzlich kam ihr ein Gedanke...Wie sollte sie so weiterleben können? Würde es immer so schwer sein? Ihr Kopf rumorte. Warum war das Leben so verdammt schwer und scheisse? Was sollte sie tun? Sie war einfach müde. Vielleicht half ja Schlaf, konnte Schlaf nicht einfach alles lösen?"

Die Kernstory dreht sich um ein Tabuthema in unserer Gesellschaft: Angststörungen. Über psychische Erkrankungen wird immer noch nicht gern gesprochen, weil es mit Scham belegt ist und die Betroffenen Angst haben belächelt zu werden.

"Stell dich nicht so an" "Spinnst du jetzt" "Das wird schon wieder", alles Sätze, die Betroffene von psychischen Erkrankungen wohl kennen.

Wir begleiten hier Lilly durch ihr Studentenleben, wie sie versucht, ihr Leben trotz diverser Ängste zu meistern. Wie sie einen Schritt nach dem anderen geht, manchmal auch zwei Schritte wieder zurück muß, weil ihre Ängste sie im Würgegriff haben. Sie durchlebt die negativen Seiten, wie z.b. Erschöpfung, ständige Müdigkeit, Scham, Selbstzweifel, das Gedankenkarussell, aber auch positive Seiten, wie Mut, Freude, Klarheit und Liebe.

Zeitgleich baut sich eine Liebelei auf, die Lilly auch vor Hürden stellt. Es ist schön zu sehen, wenn sie sich ihren Ängsten stellt und mutiger wird. Sie ist da sehr reflektiert. Zu der Liebesgeschichte möchte ich nicht spoilern, drum sag ich nix, das dürft ihr gerne selber lesen.

Und lesen solltet ihr das Buch auf jeden Fall. Es ist schon aufgrund der sensiblen Thematik ein anderes. Mit einem speziellen Leseempfinden, noch dazu, wenn man betroffen ist, aber auch, um Betroffene ansatzweise zu verstehen. Es ist zart und achtsam.

Klare Leseempfehlung von mir !

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
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