Ein Dungeon Crawler als Buch - nur besser
Inhalt
Arschwitzig, einfallsreich und absolut suchterzeugend. Die legendäre LitRPG-Fantasyserie um Dungeon Crawler Carl und die Perserkatze Princess Donut gibt es endlich auf Deutsch.
Willkommen im Dungeon. ...
Inhalt
Arschwitzig, einfallsreich und absolut suchterzeugend. Die legendäre LitRPG-Fantasyserie um Dungeon Crawler Carl und die Perserkatze Princess Donut gibt es endlich auf Deutsch.
Willkommen im Dungeon. Entertainment ist Pflicht. Überleben nicht.
Das Leben ist nicht fair. Erst wird Carl von seiner Freundin sitzengelassen, und dann muss er mitten in der Nacht in Boxer Shorts und Lederjacke raus, um ihre Katze Prinzessin Donut zu retten. Noch unfairer wird es, als er von außerirdischen Invasoren gezwungen wird, an einer sadistischen, intergalaktischen Spielshow teilzunehmen.
In einem Dungeon voller Fallen, explodierender Goblins, Drogen dealenden Lamas besteht sein Leben von nun an vor allem darin, am Leben zu bleiben. Und dafür muss er neue Fähigkeiten entwickeln, mächtige Waffen finden und Sponsoren, die ihn in einer perversen und intriganten Medienwelt unterstützen, gegen die Panem ein Kindergarten ist. Zum Glück hat er Donut dabei, eine Katze mit viel Erfahrung im Showbusiness. Und dem unbedingten Willen zum Erfolg.
Design
Das Cover gefällt mir richtig gut. Die beiden kräftigen Primärfarben Gelb und Pink stechen sofort ins Auge und passen hervorragend zu der lauten, überdrehten Geschichte. Auch Carl und Donut sind direkt zu sehen, sodass man bereits einen guten ersten Eindruck von dem ungewöhnlichen Gespann bekommt. Gleichzeitig wurde das Design so angelegt, dass sich die weiteren Bände optisch sehr gut daran anschließen können. Zusammen werden die Bücher im Regal bestimmt ein echter Hingucker.
Auch die Gestaltung im Inneren hat mir gefallen. Die Schriftarten lassen sich angenehm lesen und besonders die Meldungen des Systems heben sich deutlich vom übrigen Text ab. Sie sind eingerückt, fett gedruckt und in einer anderen Schriftart dargestellt, wodurch sie tatsächlich wie Einblendungen aus einem Computerspiel wirken.
Einige Kapitel und Buchabschnitte beginnen außerdem mit Illustrationen. Das lockert den Text auf und unterstützt die besondere Atmosphäre des Romans.
Meinung
Bereits die Widmung an das Nilpferd hat mich perfekt darauf eingestimmt, was mich in diesem Buch erwarten würde. Der Humor von Matt Dinniman trifft genau meinen Geschmack und zieht sich durch die gesamte Geschichte. Dabei ist das Buch nicht nur lustig, sondern vor allem herrlich einfallsreich und immer wieder vollkommen absurd.
Der Einstieg hat mich sofort überzeugt. Es geht direkt mit viel Action los, bevor anschließend die Regeln des Dungeons erklärt werden. Diese Passagen lesen sich ein wenig wie das Tutorial eines Computerspiels. Als Gamerin habe ich mich darin sofort heimisch gefühlt und hatte schnell klare Bilder von Fähigkeiten, Gegenständen, Erfahrungspunkten und Systemmeldungen im Kopf.
Für Leserinnen und Leser ohne Erfahrungen mit Computer- oder Rollenspielen könnten die vielen Erklärungen am Anfang vielleicht etwas schwieriger sein. Allerdings ist Mordecai nicht nur dafür da, Carl und Donut die Regeln beizubringen. Durch seine Erklärungen beantwortet er gleichzeitig viele Fragen, die vermutlich auch beim Lesen entstehen. Das ist ziemlich geschickt gelöst.
Schon der erste Bosskampf zeigt, wie skurril es in dieser Welt zugeht. Bei Rory und Lorelai musste ich sehr lachen. Einfach mal ein wenig Gilmore Girls in einen tödlichen Dungeon einzubauen, muss man auch erst einmal bringen. Ich frage mich wirklich, wie Matt Dinniman auf solche Ideen kommt. Und da all das bereits im ersten Band passiert, steigen meine Erwartungen an zukünftige Gegner und Situationen natürlich immer weiter.
Trotz des vielen Humors deutet das Buch früh ernstere Themen an. Der Kontakt mit den Crawler-Killern zeigt, was der Dungeon aus Menschen machen kann und wie leicht die Teilnehmenden gegeneinander ausgespielt werden. Dadurch bekommt die Geschichte eine moralische Ebene, die ich nach dem völlig überdrehten Einstieg nicht unbedingt erwartet hatte.
Auch über Carl und Donut erfahren wir nach und nach mehr. Mir gefällt, dass ihre gemeinsame Vergangenheit nicht in einem großen Informationsblock am Anfang abgehandelt wird. Stattdessen bekommen wir immer wieder kleine Hinweise und neue Details. So wächst das Interesse an den Figuren ganz von selbst.
Der Auftritt von Carl und Donut bei einer Show zeigt uns als Leserschaft deutlich, dass alles nur eine große Show ist. Gefühle, Beziehungen und Todesfälle werden ausgeschlachtet, bearbeitet und dem Publikum möglichst unterhaltsam präsentiert. Hinter all dem Wahnsinn steckt dadurch erstaunlich viel Kritik an Medien, Vermarktung und Voyeurismus.
Es folgen viele coole Szenen, lustige Momente und spannende Kämpfe, auf die ich aus Spoiler Gründen natürlich nicht eingehe. Nur so viel: „Verdammt noch mal, Donut“ ist schon nach diesem ersten Band legendär. Ich habe beschlossen, mir diese Stellen in den weiteren Büchern zu markieren.
Fazit
Dungeon Crawler Carl ist wahnsinnig lustig, herrlich absurd und gleichzeitig wesentlich tiefgründiger, als der erste Eindruck vermuten lässt. Matt Dinniman verbindet die Mechaniken eines Computerspiels mit schwarzem Humor, kreativen Kämpfen und einer bitteren Kritik an Unterhaltung, Vermarktung und der Lust am Leid anderer.
Besonders die Dynamik zwischen Carl und Donut macht das Buch für mich aus. Die beiden ergänzen sich hervorragend, treiben sich gegenseitig in den Wahnsinn und wachsen im Laufe der Geschichte immer stärker zu einem Team zusammen.
Zum Glück lag Band 2 bereits bereit, denn nach dem Ende wollte ich sofort weiterlesen. Das Dungeon-Crawler-Carl-Fieber hat mich vollkommen erwischt.
5 von 5 Sternen