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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.03.2026

Mitmach-Buch für kleinere Kinder

Hilf den Fahrzeugen
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„Hilf den Fahrzeugen“ von Nico Sternbaum ist ein liebevoll gestaltetes Mini-Mitmachbuch, das auf jeder Seite eine fröhliche Illustration mit einer leicht verständlichen Aktion kombiniert. Kinder werden ...

„Hilf den Fahrzeugen“ von Nico Sternbaum ist ein liebevoll gestaltetes Mini-Mitmachbuch, das auf jeder Seite eine fröhliche Illustration mit einer leicht verständlichen Aktion kombiniert. Kinder werden spielerisch dazu eingeladen, den Fahrzeugen zu helfen – durch Pusten, Schütteln, Tippen oder bestimmte Geräusche.

Ursprünglich war ich unsicher, ob meine 2,5‑jährige Tochter noch zur Zielgruppe gehört, doch sie war sofort begeistert und wollte die Aufgaben immer wiederholen. Gleichzeitig eignet sich das Buch auch wunderbar für jüngere Kinder, auch wenn diese vielleicht noch nicht alles komplett ausführen können.

Das kompakte Format liegt gut in kleinen Händen, und die stabilen, hochwertigen Seiten lassen sich mühelos auch von kleinen Kinderhänden umblättern. Insgesamt ist es ein charmantes, fröhliches Buch, das Interaktion fördert und bei uns definitiv für viele schöne Lese-Momente sorgt. Eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Koreanische Zeitreise Romantasy

Prinzessin der tausend Diebe – Chosen
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Der zweite Teil hat mir sogar noch besser gefallen als der Erste.
Ich mag Jia als Protagonistin unheimlich gern. Thea Hong meinte, das Buch hätte Buffy-Vibes – und das stimmt auch. Jia ist knallhart, ...

Der zweite Teil hat mir sogar noch besser gefallen als der Erste.
Ich mag Jia als Protagonistin unheimlich gern. Thea Hong meinte, das Buch hätte Buffy-Vibes – und das stimmt auch. Jia ist knallhart, berechnend und liebt das Kämpfen. Dabei ist sie innerlich tief verunsichert und einsam. Also wie Faith, einer meiner Lieblingscharaktere in der Serie.

Besonders schön fand ich, dass Jia durch die Zeitreise quasi einen Neuanfang bekommt und zum ersten Mal in ihrem Leben echte Freundschaften schließen kann.
Auch die Chemie zwischen Jia und ihrem Love Interest hat mir ebenfalls sehr gefallen.

Zeitreisegeschichten, in denen etwas verhindert werden soll, spielen ja immer auf zwei Ebenen, und auch hier denkt man: Was ist eigentlich in der "normalen" Zeitlinie passiert? Das Buch erklärt das nicht bis ins letzte Detail, aber man kann sich vieles selbst zusammenreimen. Ich persönlich war froh, dass die Autorin einem das nicht noch zusätzlich vorkaut - auch wenn es sicher Lesende geben wird, die es weniger mögen, dass nicht alles auf dem Silbertablett serviert wird.

Es ist ein Own-Voice-Roman mit koreanischem Setting, und ich finde es großartig, wie man (wie schon im ersten Band) ganz nebenbei Einblicke in Geschichte und Kultur bekommt: Kleidung, Essgewohnheiten, Architektur. Manche Begriffe musste ich tatsächlich im Glossar nachschlagen.

Meiner Meinung nach muss man den ersten Teil nicht zwingend gelesen haben, um die Handlung hier im zweiten Teil zu verstehen, weil beide eine eigenständige Handlung haben; auch wenn dieser natürlich zusätzlichen Kontext liefert.

Alles in allem ist das ein sehr gelungener Abschluss der Dilogie, und ich kann beide Teile wirklich empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Botanische High Fantasy Crime

The Tainted Cup
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Ich liebe das Worldbuilding dieses Romans! Es ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Zum einen basiert die gesamte Welt auf einem pflanzenzentrierten Konzept. Eine originelle Idee, die atmosphärisch ...

Ich liebe das Worldbuilding dieses Romans! Es ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Zum einen basiert die gesamte Welt auf einem pflanzenzentrierten Konzept. Eine originelle Idee, die atmosphärisch und konsequent umgesetzt wurde. Zum anderen erinnert das gesellschaftliche System stark an Strukturen des Osmanischen Reiches, und das habe ich bisher auch noch nie in einem Fantasy Roman gelesen.

Auch die Figuren haben mich begeistert. Sie sind stellenweise bewusst charikatiert, dabei aber durchweg liebenswert. Das Ermittlerduo erinnert in seiner Dynamik an einen zweigeteilten Sherlock Holmes: Auf der einen Seite die geheimniskrämende Chefin mit messerscharfem Verstand und analytischer Brillanz, auf der anderen Seite ihr Gehilfe mit übernatürlichen Gedächtnisfähigkeiten.

Ein Glossar hätte ich mir allerdings gewünscht. Die Vielzahl an Begriffen, Strukturen und kulturellen Details ist faszinierend, aber stellenweise auch fordernd. Gerade bei einem so komplexen Worldbuilding wäre eine Übersicht hilfreich gewesen, um alles besser einordnen und langfristig im Gedächtnis behalten zu können. Ich hoffe sehr, dass im zweiten Band ein Glossar ergänzt wird, bis dahin habe ich vermutlich schon wieder einiges vergessen. (Also fast alles)

Ich lese mittlerweile kaum noch klassische Krimis, da mir viele entweder zu vorhersehbar sind oder die Auflösung so konstruiert wirkt, dass man unmöglich selbst darauf hätte kommen können. Hier wurde für mich die perfekte Balance gefunden: Der Fall ist lange Zeit äußerst verzwickt und fordert zum Mitdenken heraus, doch gegen Ende fügen sich die Hinweise so schlüssig zusammen, dass man die Lösung selbst erarbeiten kann. Genau diese Mischung hat mir großen Spaß gemacht.

Für alle, die außergewöhnliche Fantasy abseits gängiger Muster suchen (insbesondere Crime Fantasy) ist dieses Buch eine absolute Empfehlung.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Bitterböse und super-lustig

Dungeon Crawler Carl
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Dungeon Crawler Carl ist bitterböse, derb und genau deshalb mag ich es so. Die Geschichte ist brutal und skurril, mit einem sehr speziellen Humor: schwarz und bewusst grenzüberschreitend. Es macht einfach ...

Dungeon Crawler Carl ist bitterböse, derb und genau deshalb mag ich es so. Die Geschichte ist brutal und skurril, mit einem sehr speziellen Humor: schwarz und bewusst grenzüberschreitend. Es macht einfach unglaublich Spaß zu lesen.

Die Handlung ist dabei sehr schnell und überdreht; wenn man nicht aufpasst übersieht man die Charakterentwicklung des Protagonisten und die wachsende Freundschaft zwischen Donut und Carl; und auch die ordentliche Portion Kritik an der Entertainment-Branche, an großen Konzernen und Kapitalismus, an toxischen Männlichkeitsbildern, Gewaltbereitschaft und Machtmissbrauch.

Dabei ist durchaus klar gezeichnet, wer hier „die Guten“ sind und wer ganz sicher nicht. Protagonist Carl ist einer der Guten, jemand, mit dem man gern durch dieses völlig abgedrehte Szenario geht. Und Prinzessin Donut ist natürlich Zucker.

Man fiebert dabei mit Carl und Donut mit; das Lesen dieses Buches ist, als wäre man mitten in einem Twitch Livestream oder in einer PnP Kampagne.

Ich bin auf jeden Fall super gespannt auf die komplette Reihe und werde sie garantiert weiter lesen. Sicherlich kein Buch für jeden, aber für die richtige Zielgruppe ein absoluter Volltreffer.

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Veröffentlicht am 12.02.2026

Spannende Urban Fantasy

Lunarcoast
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Ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen durch gesuchtet, weil ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen, und das will etwas heißen weil normalerweise mache ich das nicht.

Am Anfang habe ich einen Moment ...

Ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen durch gesuchtet, weil ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen, und das will etwas heißen weil normalerweise mache ich das nicht.

Am Anfang habe ich einen Moment gebraucht, um in das Magiesystem und die magischen Strukturen in diesem Urban Fantasy rein zu finden. Vieles wirkt anfangs ziemlich verwachsen und fast schon bürokratisch – aber irgendwie ist das auch wieder total realilistisch. Denn wenn es Magie tatsächlich gäbe, dann müsste man vermutlich wirklich Anträge in dreifacher Ausführung einreichen und sich durch Zuständigkeiten und Regularien kämpfen. Und es gäbe natürlich eine Hierarchie und Machkämpfe der verschiedenen Organisationen.

Besonders gefallen hat mir die Chemie zwischen dem Ermittlerduo Thalia und Joanna. Die beiden ergänzen sich großartig und ich hatte durchgehend Freude daran, sie bei ihrer Zusammenarbeit zu begleiten.

Thalia als Protagonistin mochte ich ebenfalls sehr gerne. Sie ist Mitte dreißig, moralisch nicht immer einwandfrei und besitzt eine ausgesprochen selbstbestimmte Libido – also so ziemlich das Gegenteil einer klassischen Damsel in Distress und sonstiger weiblichen Figuren, die man oft liest. Ebenfalls ist sie hochintelligent, charmant und herrlich unangepasst. Ich mochte sie von Anfang an und habe sofort für sie gerootet.

Es ist ein größeres Ensemble, was am Anfang des Buches illustriert vorgestellt wird. Ich weiß manche mögen das nicht, ich finde es aber toll gleich ein Bild vor Augen zu haben. Die Found Family in dem Buch ist super, aber sehr dysfunktional, selbst für Fantasy Verhältnisse.

Es gibt zwar eine romantische Komponente, doch sie dominiert die Handlung meiner Meinung nach nicht. Es gibt keinen expliziten Spice, alles bleibt „closed door“ und bei Andeutungen. Manches ist aber etwas brutal/gorig, weswegen ich die Altersempfehlung auf 16 Jahre gesetzt habe.

Die Geschichte funktioniert grundsätzlich als Einzelband. Dennoch bleiben einige Fragen offen, nicht alle Geheimnisse werden vollständig gelüftet. Und ganz ehrlich: Ich hoffe SEHR auf einen zweiten Band und/oder Spin-Offs. Lunar Coast als Setting und das zugrundeliegende Magiesystem bieten noch so viel Potenzial – es wäre wirklich schade, wenn wir davon nichts mehr zu sehen bekämen.

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