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Veröffentlicht am 15.11.2020

Achtsamkeit

Wunder der Natur zum Innehalten und Staunen
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Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 20,00 [D]
Verlag: Prestel
Seiten: 128
Format: Hardcover
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 21.09.2020

Inhalt:

Ein Buch, das gemeinsame Zeit für die ...

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 20,00 [D]
Verlag: Prestel
Seiten: 128
Format: Hardcover
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 21.09.2020

Inhalt:

Ein Buch, das gemeinsame Zeit für die Wunder der Natur schenkt

Überall um uns herum vollbringt die Natur wahre Wunder. Jeden Tag, Stunde um Stunde geschehen magische Transformationen, entsteht neues Leben, passiert scheinbar Unmögliches oder bewegen sich Planeten und Gezeiten.

Oft laufen wir in der Hektik des Alltags unachtsam an diesen Wundern im täglichen Leben vorbei. Vieles nehmen wir als selbstverständlich hin, doch was genau dahinter steckt, das wissen wir nicht. Mithilfe der 50 kleinen Geschichten dieses Buches können Kinder innehalten und achtsam die Natur entdecken. Jede Geschichte erzählt eine kleine Episode aus der Natur und dem Leben von Tieren und Pflanzen: wie ein Seestern auf dem Meeresgrund läuft, der Maulwurf seine Gänge gräbt, eine Ente ihrem Nachwuchs das Schwimmen beibringt, ein Regenbogen oder Gewitter entsteht, die Kaulquappe zum Frosch wird, wie sich der Mond im Laufe des Monats verändert oder wie sich morgens der Tau auf den Blättern sammelt.

Unsere Welt ist voller wunderschöner Wunder, wir müssen uns nur manchmal Zeit nehmen, innehalten und achtsam beobachten, was um uns herum geschieht. Und wer um diese Wunder weiß, wird sie beschützen, statt sie achtlos zu zerstören.

Mit praktischen Ideen, wie jedes Kind achtsam die Natur im Alltag entdecken kann.

Meine Meinung:

Direkt als ich das Buch in die Hand nahm, war ich verliebt. Es ist so wertig verarbeitet, dass es ein richtiger kleiner Schatz (im Großformat) ist, in welchem man immer wieder gerne blättert. Sowohl Haptik, als auch die Optik haben mich sofort überzeugt. Das Cover fühlt sich an wie Leinen und die goldenen Elemente veredeln es zusätzlich. Das ist ein Buch, das man auf einem Bücherregal drapieren kann, so hübsch ist es. Die Innengestaltung steht dem in nichts nach. Das Papier ist matt und griffig, die Farben der Drucke leuchten.

Das Buch beginnt direkt mit zwei Zitaten, die thematisch zur Aussage des Titels passen:
"Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen." Mahatma Gandhi
"Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei" George Orwell
In diesem Tenor geht es das ganze Buch über darum, sich Zeit zu nehmen die Wunder der Natur zu bestaunen. Eine Entschleunigung für Jung und Alt zur Besinnung auf unsere natürliche Umgebung.

Mir gefiel besonders, dass die Themen der Geschichten sehr abwechslungsreich ausgewählt worden sind. Es geht nicht nur um Tiere, sondern auch allgemeines Wissen rund um die Natur wird vermittelt, wie etwa ein Sommergewitter oder Mohnblumen in voller Blüte. Die Autoren haben hier eine gute Mischung gefunden. Eine Lieblingsgeschichte konnte ich nicht aussuchen, da es so viele tolle gibt. Da fällt die Wahl schwer!

Die Texte zu den Bildern halten sich kurz und informativ. Dafür ist die Einleitung auf jeder Doppelseite etwas länger und eignet sich perfekt zum Vorlesen. Der Anteil aus Bildern und Text macht das Buch zu einer perfekten Vorlese-Lektüre, die lehrreich und unterhaltsam gleichermaßen ist.

Das Register, die weiteren Informationen und das Quellenverzeichnis am Ende runden das Buch ab. So findet man schnell seine Lieblingsseiten wieder. Denn davon gibt es einige: 50 wunderschöne Geschichten sind in diesem Buch versammelt. Jede nimmt dabei eine Doppelseite ein und ist liebevoll illustriert.

Faszinierend und lehrreich bringen die Autoren Kindern die Wunder der Natur näher und begeistern sie alles um sie herum mit staunenden Augen zu betrachten und zu verstehen. Viele neugierige Kinder-Fragen können dadurch beantwortet.

Ich kann mir richtig vorstellen, dass sich dieses Buch zum Lieblingsbuch von naturbegeisterten Kindern mausern wird. Ganz sicher kann ich sagen, dass es auf jeden Fall mein Lieblingsbuch gewesen wäre, hätte ich es damals schon als Kind gehabt. Und genau diese Begeisterung werde ich hoffentlich all meinen Neffen vermitteln können, wenn ich ihnen daraus vorlesen werde.

Fazit:

Das Buch verdient volle fünf Sterne. Die heimische Flora und Fauna wurde selten so schön vermittelt. Die hohe Qualität in allen Bereichen macht das Buch zu einem Schatz im Kinderzimmer. Und sogar als Coffeetable Lektüre kann ich es mir vorstellen. ;)

Veröffentlicht am 13.11.2020

Begeistert!

Der Zopf
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Preis: € 12,00 [D]
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Seiten: 272
Format: Hardcover / Taschenbibliothekausgabe
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 23.10.2019

Inhalt:

Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten ...

Preis: € 12,00 [D]
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Seiten: 272
Format: Hardcover / Taschenbibliothekausgabe
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 23.10.2019

Inhalt:

Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt. In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, da erfährt sie von ihrer schweren Erkrankung.
Ergreifend und kunstvoll flicht Laetitia Colombani aus den drei außergewöhnlichen Geschichten einen prachtvollen Zopf.

Meine Meinung:

Im Rahmen einer Buchbesprechung, die monatlich auf Instagram stattfindet, habe ich dieses Buch entdeckt und mich spontan dazu entschieden, dass ich es lesen möchte. Tatsächlich ist es mir in der Vergangenheit schon mehrfach aufgefallen, aber man kennt es ja: zu viele Bücher, zu wenig Zeit.

In diesem Roman verfolgen wir drei Geschichten auf einmal, die sich kapitelweise abwechseln. Da haben wir einmal die indische Smita, die als Unberührbare die Toiletten der reicheren noch mit den Händen entleert. Sie möchte ihrer Tochter dieses Schicksal ersparen, da der "Beruf" traditionell von Mutter zu Tochter weitergegeben wird. Sie soll lesen und schreiben lernen können.
Giulia dagegen lebt und arbeitet in Sizilien in ihrem Familienbetrieb. Als ihr Vater verunglückt, erfährt sie von der dramatischen finanziellen Lage des Unternehmens.
Als letzte Dame des Trios kommt Sarah aus Montreal dazu. Sie ist eine erfolgreiche Anwältin, für die ihr Job das Wichtigste auf der Welt ist. Sogar ihre Schwangerschaften hat sie verheimlicht, bloß um nicht aufs Abstellgleis gestellt zu werden. Doch dann erschüttert eine schreckliche Nachricht ihr Leben: Brustkrebs!

Diese drei Frauen haben mich unglaublich beeindruckt. Am Anfang fand ich die Geschichte von Smita am interessantesten, dann wechselte es immer mal wieder von einer zur anderen Person. Die Geschichte war durchgehend interessant und aufwühlend. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wie die Autorin diese drei Geschichten am Ende zusammenführen will, doch es hat perfekt geklappt. Als mir klar wurde, was der Plan hinter den Geschichten ist, habe ich tatsächlich ein paar Tränchen verdrücken müssen. So schön!

Den Schreibstil der Autorin mochte ich gerne. Der Text lässt sich locker lesen und wird durch vereinzelte Prosaelemente ergänzt, die ihre Bedeutung nach und nach preisgeben.

Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen. Den Großteil habe ich an einem Tag gelesen. Dabei habe ich mir Zeit genommen und es richtig genossen. Und ich bin so unsagbar froh, dass ich an der Buchbesprechung teilgenommen habe, da ich dieses Juwel von einem Roman vermutlich nie gelesen hätte. Ich habe mir ganz fest vorgenommen, dass ich auch die anderen Bücher der Autorin, die in die gleiche Richtung gehen, lesen werde.

Fazit:

Dieses Buch hat mich berührt und begeistert. Klare fünf Sterne gibt es von mir!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.11.2020

Ich habe Chemie doch abgewählt!

Kaleidra - Wer das Dunkel ruft
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Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 6,99 [D]
Verlag: One
Seiten: 560
Format: Ebook
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Reihe: Band 1/3
Erscheinungsdatum: 30.10.2020

Inhalt:

„Wir ...

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 6,99 [D]
Verlag: One
Seiten: 560
Format: Ebook
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Reihe: Band 1/3
Erscheinungsdatum: 30.10.2020

Inhalt:

„Wir waren zu mächtig, um Feinde zu sein. Wir waren dafür gemacht,
Seite an Seite die Welt aus ihren Angeln zu reißen.“

Wenn die 17-jährige Emilia eines liebt, dann sind es Rätsel. Als sie bei einem Museumsbesuch das sagenumwobene Voynich-Manuskript lesen kann, spürt sie, dass sie einem unglaublichen Mysterium auf der Spur ist – denn das Dokument gilt als eines der größten, nie entschlüsselten Geheimnisse der Menschheit. Dann trifft sie auf den attraktiven, aber sehr verschlossenen Goldalchemisten Ben, und die Ereignisse überschlagen sich: Emilia ist eine Nachfahrin des uralten Silberordens! Schnell gerät sie ins Kreuzfeuer rivalisierender Geheimlogen, und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt ...

Meine Meinung:

Emilia ist 17 Jahre alt und lebt in Rom. Sie hat sich schon immer für Rätsel und Mathematik interessiert. Während eines Museumsbesuchs kann sie plötzlich ein mysteriöses Manuskript entziffern. Wie automatisch verschwimmen vor ihren Augen die kryptischen Zeichen und werden zu einer klar lesbaren Schrift. Damit ruft sie die Alchemisten-Logen auf den Plan, denn die suchen schon lange eine Alchemistin, die mit dieser angeborenen Fähigkeit ausgestattet ist. Für sie soll sie das echte Manuskript entziffern und so beginnt ihr Abenteuer.

Insgesamt gibt es drei Logen: Gold, Silber und Quecksilber. Emilia gehört der Silberloge an, doch arbeitet sie mit den Goldenen zusammen um das Rätsel zu lösen. Als Charakter hat mir Emilia ganz gut gefallen. Am Anfang geht es auch noch viel um ihre Freunde und Familie, doch das wird später kaum noch thematisiert. Es geht immer mehr um das Abenteuer und die Schatzsuche, die damit einhergeht.

Neben Emilia gibt es natürlich noch den Goldalchemisten Ben. Anfangs recht ruppig, entwickelt sich schon bald eine gewisse Zuneigung zwischen den beiden, die allerdings aus unterschiedlichen Gründen nicht erlaubt ist. Mir hat das Knistern und die Energie der beiden sehr gut gefallen. Ehrlich gesagt war das auch der Punkt, der mir in dem Buch am besten gefallen hat. Leicht und zart entwickelt sich ihre Beziehung, die geprägt ist von unterschwelliger Begierde. Sehr schön geschildert.

Im Gegensatz dazu ging es in dem Buch, natürlich passend zum Thema, sehr viel um Alchemie, Elemente, chemische Reaktionen und so weiter. Damit kann ich ehrlich gesagt überhaupt nichts anfangen und es langweilt mich auch massiv. Ich hätte nicht gedacht, dass es so stark thematisiert wird. Hätte ich das im Vorfeld gewusst, wäre es vermutlich ein Ausschlusskriterium für mich gewesen. Es ist einfach nicht meine Welt und gefällt mir nicht. In der Schule habe ich Chemie schon immer gehasst. Da muss ich mich auch nicht damit beschäftigen mit welchen Elementen ich explosive Mischungen erstellen kann um damit zu kämpfen.
Die Autorin nimmt sich wirklich Zeit um einige chemische Bereiche abzudecken. Aber ganz ehrlich: bei vielen Dingen hätte sie mir alles Mögliche erzählen können, da ich es nicht besser wüsste.

Neben dem sehr großen Anteil Alchemie hat die Autorin auch viel Energie in die Schilderung der Örtlichkeiten und der Umgebung gesteckt. Manchmal kam es mir so vor, als würde das Buch aus hauptsächlich drei Elementen bestehen plus einer dezenten Liebesgeschichte: Alchemie, Beschreibungen, Abenteuer.

Zu den Abenteuern muss ich auch noch ein paar Worte verlieren. Die liefen mir zu glatt ab und waren in einigen Bereichen entweder stark gekürzt oder zu einfach. Es gab kaum Momente, die ich als spannend empfand. Als würde Indiana Jones zwei Schritte in eine Höhle gehen, seine Hand auf ein Symbol an der Wand legen und der Schatz wird ihm vor die Füße gelegt. Gleichzeitig zog sich das Buch irgendwie. Es kam mir so vor, als würde ich Ewigkeiten daran lesen.

Die Personen im Buch waren für mein Empfinden auch irgendwie farblos. Es gab keinen, der mir auf lange Sicht in Erinnerung bleiben wird, außer vielleicht die beiden Hauptcharaktere. Somit fiel es mir auch schwer eine Beziehung zu ihnen aufzubauen.

Die Idee der drei Logen und das geheime System gefielen mir gut. Grundsätzlich ist das Buch als Auftakt ganz okay, doch für mich hätte man zwei Drittel davon streichen können und es wäre immer noch das gleiche Geschehen geblieben.

Den Schreibstil der Autorin mochte ich wieder gerne. Es ist nicht das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe. Ob ich die Fortsetzung lesen werde, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Das Ende ist ein Cliffhanger, sodass ich schon gerne wüsste, wie es weitergeht. Ich schaue einfach mal und werde es spontan entscheiden.

Fazit:

Leider konnte mich das Buch nicht richtig überzeugen. Guter Grundgedanke und schöne dezente Lovestory, doch der Rest gefiel mir nicht so gut. Daher vergebe ich zwei Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2020

Ein typischer Lelord

Es war einmal ein blauer Planet
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Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 20,00 [D]
Verlag: Penguin Verlag
Seiten: 288
Format: Hardcover
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 10.08.2020

Inhalt:

Der junge Robin ist überwältigt, ...

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 20,00 [D]
Verlag: Penguin Verlag
Seiten: 288
Format: Hardcover
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 10.08.2020

Inhalt:

Der junge Robin ist überwältigt, als er aus seiner Raumkapsel steigt. Der warme Sand unter seinen Füßen, der sanfte Wind und das Farbenspiel des Meers sind so viel besser als jede noch so perfekte virtuelle Realität. Er ist auf der Erde, diesem fernen blauen Planeten, den er bislang nur aus Filmen und Erzählungen kannte. Doch seine Mission ist keine leichte: Können die Menschen auf ihren Heimatplaneten zurückkehren, obwohl sie einst dafür gesorgt hatten, dass er unbewohnbar wurde? Wie sollen sie leben, damit Glück für alle möglich ist? Und zählt Liebe noch?

Mit Hector hatte François Lelord einen unvergesslichen Helden geschaffen, dem Millionen Leserinnen und Leser folgten. In seinem neuen Roman lässt er den liebenswerten Robin in einer abenteuerlichen Mission die große Frage erkunden, wie wir in Zukunft leben wollen.

Design:

Die erste Edition des Hardcovers besticht durch ihren wunderschönen Buchschnitt. In Anlehnung an das Cover ist es fortlaufend mit dem Sternenhimmel und einem Stückchen Mars ausgestattet. So ist das Buch rundum mit dem gleichen Motiv gestaltet, was zauberhaft aussieht.
Das Cover ist wieder ein typischer Lelord Roman, man erkennt den Stil einfach sofort. Von einem fremden Planeten geht eine laaaange Leiter bis zur Erde, die eine Person zu erklimmen versucht. Das hat mich direkt an "Der kleine Prinz" erinnert. Die Penguin-orangene Schrift setzt sich gut ab und das Cover ist einfach in sich stimmig. Mich hat es direkt angesprochen.

Meine Meinung:

Ein Krieg um Ressourcen führte dazu, dass die Erde unbewohnbar wurde. Eine (im Vergleich) kleine Siedlung auf dem Mars hat viele Generationen darauf gewartet, dass sie zur Erde zurückkehren können. Sie nennen sie mittlerweile nur noch den blauen Planeten.

Unter ihnen ist auch der junge Robin. Ausgerechnet er wird ausgewählt um eine Einzelmission zu führen. Er soll seine vermissten Kollegen finden und retten, die bei einer früheren Mission verlorengegangen sind. Dabei ist er ein Neutrum, nichts Besonderes. Es wurden bei seiner Einstufung durch die allwissende technologische Intelligenz Athena keine besonderen Fähigkeiten gefunden. Sie regelt das gesamte Leben auf dem Mars und die Menschen unterwerfen sich ihrem Urteil, für eine perfekt ausbalancierte Gesellschaft, in der es allen gut geht.

Der Großteil der Geschichte findet auf der Erde statt. Es gibt immer wieder Sprünge zu der parallel auf dem Mars stattfindenden Handlung, insbesondere zu Yû, die in der Vergangenheit eine Beziehung mit Robin hatte und diese aus Vernunft beendete.

Die Struktur der Gesellschaft und die Einbindung der technischen Intelligenz ist in meinen Augen absolut nachvollziehbar und realistisch. Solche Szenarien könnten in der Zukunft tatsächlich passieren. Umso gespannter habe ich den Umgang der Menschen mit der Situation beobachtet.

Auf der Erde trifft Robin auf unterschiedliche Gesellschaftsformen und (natürlich fiktive) Religionsvorstellungen. Daher befasst er sich näher mit den Gründen für Glück beziehungsweise der Frage, in welche Gesellschaft die Menschen am glücklichsten würden.
"Die Leute hier machen einen so glücklichen Eindruck, viel mehr als wir. Könnten wir von ihnen vielleicht etwas lernen?" Seite 76
Die Weisheiten, die er auf diese Weise sammelt, stimmen den Leser nachdenklich. Ich zum Beispiel kann aus den Büchern von Lelord immer einiges mitnehmen. Eine Art Glücksratgeber in Geschichtenform.

Mir hat die Geschichte und ihre Weisheiten gut gefallen, allerdings kam zu keiner Zeit ein explizites Gefühl bei mir an. Das fand ich etwas schade, da mich die bisherigen Bücher des Autors immer in irgendeiner Weise bewegt haben.

Der Sprachstil hat mir wieder gut gefallen. Man braucht ein paar Seiten, doch dann habe ich das Buch komplett flüssig gelesen. Kapitel gibt es übrigens nicht. Die Abschnitte gehen fließend ineinander über, nur getrennt durch ein Designelement in Form von verschiedenen Sternen. Das ist auch etwas, was es stark von anderen Büchern unterscheidet und vermittelt direkt einen ganz eigenen Eindruck beim Lesen.

Fazit:

Ein Roman zum Nachdenken und Reflektieren. Ein typischer Lelord eben. Nicht so stark wie einige seiner anderen Bücher, nichtsdestotrotz ist es eine unterhaltsame und gleichzeitig philosophische Lektüre. Dafür gibt es vier Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.10.2020

Vielschichtig

Der rote Apfel
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Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar

Preis: € 12,99 [D]

Verlag: Heyne

Seiten: 352

Format: Paperback

Reihe: -

Erscheinungsdatum: 10.08.2020



Inhalt:



Seoul, Gegenwart: Ein perfider ...

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar

Preis: € 12,99 [D]

Verlag: Heyne

Seiten: 352

Format: Paperback

Reihe: -

Erscheinungsdatum: 10.08.2020



Inhalt:



Seoul, Gegenwart: Ein perfider Serienmörder hat die Stadt monatelang in Atem gehalten. Jetzt ist Lee Byongdo, der Killer mit dem zarten Gesicht, gefasst worden und wird in einer Psychiatrie verwahrt. Doch Lee schweigt. Es gibt nur einen Menschen, mit dem er bereit ist zu reden: mit der jungen Psychologin Sonkyong. Allerdings nur unter der Bedingung, dass sie ihm bei jedem Besuch einen saftigen roten Apfel mitbringt. Niemand weiß, warum er Sonkyong gewählt hat, denn beide sind sich nie begegnet. Die junge Frau willigt in das Treffen ein - ohne zu ahnen, dass sie damit einen Weg beschreitet, der sie in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele führt ...



Design:



Das Cover ist mir sofort ins Auge gesprungen. Die grafischen Elemente stechen vor dem einheitlich schwarzen Hintergrund stark hervor. Die rote Schrift und die Blutspritzer klassifizieren es sofort als Thriller. Besonders die grünen Blätter und die weißen Blüten fallen danach ins Auge. Mir gefällt die Komposition sehr gut.



Meine Meinung:



Die Geschichte eines Serienmörders. Oder die Frage: was macht eine Person zum Serienmörder? Das beleuchtet Mi-Ae Seo unglaublich gekonnt in diesem Thriller. Es geht um Lee Byongdo, welcher eine große Anzahl an Frauen brutal ermordet hat. Mit niemandem will er sprechen, außer mit der jungen Psychologin Sonkyong.

Parallel dazu wird die junge Tochter Hayong aus erster Ehe von Sonkyongs Mann nach einem traumatisierenden Feuer, das ihre Großeltern getötet hat, in die Obhut ihres Vaters gegeben. Nun muss Sonkyong sich primär um die Kleine kümmern. Doch irgendwas ist ihr nicht ganz geheuer an dem Mädchen.



Der Schreibstil ist etwas abgehackt. Es wirkt so, als solle alles betont neutral geschildert werden. Den ganzen Roman über fiel mir das auf. Allerdings passte das hervorragend zum Inhalt des Buches.

Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Am meisten kommen Lee und Sonkyong zu Sprache, doch auch einige andere Personen können ihre Eindrücke und Erlebnisse vermitteln.



Mir gefällt die Idee der Geschichte unglaublich gut. Lee ist ein äußerst interessanter Charakter. Man lernt ihn mit der Zeit immer besser kennen und dringt tiefer und tiefer in sein Trauma vor.

Sonkyong als weiblicher Gegenpol versucht ihn zu analysieren und steht vor den gleichen Fragen wie der Leser. Gemeinsam mit ihr kommt man dem Geheimnis immer weiter auf die Schliche.



Wer eine blutige, splatterartige Geschichte erwartet, ist hier falsch. Es geht vor allem um die Psyche der Menschen und Täter. Was bewegt ihn dazu so zu handeln, wie er es tut. Welche Erfahrungen können dazu führen, dass man zum Serienmörder wird. Und vor allem, hätte man es verhindern können?



Große Überraschungen gab es für mich bei dem Thriller nicht. Ich habe vieles vorhergesehen, da bewusst auf Fallstricke und falsche Fährten verzichtet wird. Die Geschichte entwickelt sich stringent und steuert ohne Umwege auf das Finale hin. Nur mit manchen Details überraschte mich die Autorin. Besonders das Ende hat mir gefallen. Unglaublich gut und realistisch!



Fazit:



Ein intelligenter, schnörkelloser Thriller, der den Leser durch seine Vielschichtigkeit und Realistik fesselt. Mir hat er ausgesprochen gut gefallen und ich vergebe vier Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere