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Veröffentlicht am 06.09.2018

Enttäuschend

Du wolltest es doch
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Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 12,99 [D]
Verlag: Carlsen
Seiten: 368
Format: Ebook
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 25.07.2018

Inhalt:

Emma ist ...

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 12,99 [D]
Verlag: Carlsen
Seiten: 368
Format: Ebook
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 25.07.2018

Inhalt:

Emma ist hübsch und beliebt, die Jungs reißen sich um sie. Und sie genießt es, versucht, immer im Mittelpunkt zu stehen: Das Mädchen, das jeden herumkriegt. Bis sie nach einer Party zerschlagen und mit zerrissenem Kleid vor ihrem Haus aufwacht. Klar, sie ist mit Paul ins Schlafzimmer gegangen. Hat Pillen eingeworfen. Die anderen Jungs kamen hinterher. Aber dann? Sie erinnert sich nicht, aber die gesamte Schule weiß es. Sie haben die Fotos gesehen. Ist Emma wirklich selber schuld? Was hat sie erwartet – Emma, die Schlampe in dem ultrakurzen Kleid?

Ein aufwühlendes, vielfach preisgekröntes Buch.

Design:

Über das Cover müssen wir nicht lange diskutieren, das ist wunderbar. Schlanke Mädchen-Beine, auf denen der Titel mit Lippenstift geschrieben wurde, liegen auf einer Bettwäsche voller Rosen. Bedrohlich und bitter-süß zugleich. Da stimmt alles.

Meine Meinung:

Emma O’Donovan lebt in einer kleinen ländlichen Stadt und sie ist das It-Girl schlechthin. Alle kennen sie, alle wollen mit ihr befreundet sein und jeder will so sein wie sie. Da erträgt man auch ihre ständigen Zankereien und Nickelichkeiten um etwas von dem Rampenlicht zu erhaschen.
Und wie es sich als aufstrebende Persönlichkeit in Glanz und Gloria gehört, verpasst sie keine Party und ist immer zur Stelle. Sie will sich beweisen. Doch als sie einmal zu viele alkoholische Getränke auch noch Drogen miteinander kombiniert, hat sie einen Filmriss und wird am Folgetag von ihren Eltern in ihrem Garten gefunden, verletzt und missbraucht. Ab da ist nichts mehr wie es war. Ihr Fall löst eine landesweite Debatte aus, über die sogar im Fernsehen berichtet wird.

Emma mochte ich überhaupt nicht. Sie ist hübsch, und das weiß sie auch. Das war jedoch nicht mein Problem, sondern ihr Verhalten anderen gegenüber. Sie geizt nicht mit ihren Reizen und weiß sich zu präsentieren. Ihr Hauptanliegen ist es im Mittelpunkt zu stehen, alles soll sich um sie drehen. Mein erster Gedanke war: Oh mein Gott, sie ist so offensichtlich unsympathisch. Sie lässt selbst an ihren besten Freundinnen kein gutes Haar und macht ihnen jede Freude kaputt. Noch nie war der Versuch einer Autorin so offensichtlich entsprechende Gefühle beim Leser zu wecken. Sie drängt einen geradezu in die Ecke und stellt Emma überspitzt dar.

Außerdem hatte ich massive Probleme mit dem Schreibstil der Autorin. Es gab komische Sprünge in der Geschichte und ich konnte ihr nicht ganz folgen. Außerdem tauchten so viele Personen auf, dass mir geradezu schwindelig wurde und ich sie nicht mehr richtig auseinander halten konnte.
Die andauernden Wiederholungen machten das Buch sehr langatmig. Eigentlich kann man die komplette zweite Hälfte in drei kurzen Kapiteln zusammenfassen. Die andauernden Klischees machen das Buch vorhersehbar.

Das Buch ist in zwei Hälften aufgeteilt, einmal die Zeit bis zur Vergewaltigung und die zweite Hälfte setzt etwa ein Jahr danach an. Emma ist zerrissen und ihre Gedanken sind wirr. Die Darstellung davon (die Gedanken werden unter anderem in Klammern geschrieben) ist gelungen. Ich habe mit ihr gefühlt und es hat mich enorm belastet diese Geschichte zu lesen. Immer wieder werden die gleichen kurzen Gedankenfetzen wiederholt. Emma befindet sich in einer Dauerschleife mit Bildern der Tat. Emma kann ich einerseits nachempfinden, doch den Schwarzen Peter schiebe ich auch ihren Eltern zu. Hätte sie andere Eltern gehabt, wäre diese Geschichte ganz anders verlaufen.

Ich muss allerdings sagen, dass Emma sich an die Tat selber nicht erinnern kann. Sie stand so unter Drogen, dass sie erst durch Bildmaterial davon erfährt, was mit ihr geschehen ist. Gäbe es das nicht, hätte sie die Nacht für eine ganz normale Partynacht mit einem One-Night-Stand gehalten.
Ich vermute, dass es für das Buch nicht tragbar war Emma bei Bewusstsein zu lassen, während ihr diese furchtbaren Dinge passiert sind. Wie soll man so eine Situation schildern? Im Vorfeld dachte ich wirklich, dass wir miterleben was passiert. Doch das wäre vermutlich zu heftig gewesen.

Aber eine Sache muss ich anmerken: Facebook hat so strickte Regeln, dass man selbst ein professionelles Shootingbild nicht hochladen darf, auf dem eine Brustwarze zu sehen ist. Daher erscheint es mir vollkommen unglaubwürdig, dass es eine komplett öffentliche Seite geben soll, die lauter Nacktbilder einer Person zeigt auf denen sie auch noch misshandelt wird. Selbst wenn es kurzzeitig online gewesen wäre, ist der Algorithmus von Facebook so ausgereift, dass solche Fotos und kompletten Seiten direkt offline genommen werden. Und die Beleidigungen der User der Seite sind noch so eine Sache. Das filtert Facebook sehr gut raus. In diesem Punkt ist das Buch also nicht glaubwürdig.

Ich habe das Buch zwar relativ schnell durchgelesen, doch hielt mich die ganze Zeit nur eine Frage am Ball. Diese wurde im zweiten Teil und natürlich im Finale aufgelöst, doch das Ende des Buches ist für mich total unzufriedenstellend.

Fazit:

Natürlich ist das Buch aufwühlend. Und es ist auch gut, dass über solche Themen gesprochen und die Aufmerksamkeit darauf gerichtet wird, dass hier viel mehr getan werden muss um solche Dinge zu verhindern. Dennoch hatte ich massive Probleme mit der Protagonistin selbst, dem Sprachstil und dem Inhalt. Es ist wichtig die Opfer zu unterstützen. Und so wichtig wie dieses Buch auch ist, kann ich ihm leider nur zwei Sterne geben. Die Geschichte baut auf so vielen logischen Fehlern und Klischees auf, dass sie daher nicht realistisch ist.

Veröffentlicht am 13.09.2018

Romantik pur

Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick
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Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 9,99 [D]
Verlag: Kyss von Rowohlt
Seiten: 384
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Frauenliteratur
Reihe: Band 1/3
Erscheinungsdatum: 01.09.2018

Inhalt:

Redwood, ...

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 9,99 [D]
Verlag: Kyss von Rowohlt
Seiten: 384
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Frauenliteratur
Reihe: Band 1/3
Erscheinungsdatum: 01.09.2018

Inhalt:

Redwood, ein malerisches kleines Städtchen in Oregon. Genau der richtige Ort für einen Neuanfang. Und den braucht Avery Stowe nach einer desaströsen Ehe dringend, ebenso für sich wie für ihre autistische Tochter Hailey. Da gibt es nur ein Problem: den attraktiven Tierarzt Cade O’Grady. Eine neue Beziehung ist das Letzte, was Avery will. Sie ist sich nur nicht sicher, wie lange sie Cade widerstehen kann. Vor allem, da sich anscheinend der ganz Ort gegen sie verschworen hat und Amor spielt …

Ein Ort zum Wohlfühlen, drei Tierärzte zum Verlieben – der erste Band der Redwood-Love-Trilogie

Design:

Ein uriger Traum von einem Cover. Es gibt absolut nichts, was ich daran auszusetzen habe. Der Holzhintergrund, darauf die Hochglanzfotos und der geprägte, ebenfalls glänzende Titel. Das würde ich mir so ins Regal zur Deko stellen. Super finde ich auch, dass man zwar Menschen darauf sieht, sie aber nicht im Fokus stehen. Die Landschaften und die Natürlichkeit kommen so viel besser rüber.

Meine Meinung:

Der Start in den Roman fiel denkbar einfach. Ich war sofort in der Geschichte angekommen und zog zusammen mit Avery in das malerische Städtchen Redwood. Sie zieht nach der Trennung von ihrem Mann samt Tochter zu ihrer Mutter und kann vorerst in einem ihrer Ferienhäuser wohnen. Schnell muss sie feststellen, dass in so einer kleinen Stadt jeder jeden kennt und sich alle gerne einmischen. So bekommt sie nicht nur einen neuen Job, sondern lernt auch den attraktiven Tierarzt Cade kennen. Dieser leitet zusammen mit seinen beiden Brüdern die Tierarztpraxis.

Das erste Kapitel war schon gut, doch im zweiten hat das Buch mir mein Herz gestohlen. Ich habe sogar gemerkt, dass ich aus dem Grinsen nicht mehr rauskam. Irgendwann taten mir meine Wangen sogar weh, weil ich unterbewusst vor mich hin lächelte. Von außen hat das sicherlich amüsant ausgesehen. Ein seliger Gesichtsausdruck, gepaart mit einem verträumten, andauernden Lächeln.

Ich mochte Avery von Anfang an sehr. Sie ist keine perfekte Protagonistin, sondern hadert und kämpft gegen sich selbst. Ihre Ehe hat sie stark verunsichert. Dazu kommt auch noch, dass sie sich komplett für ihre autistische Tochter aufopfert. Sie muss erst lernen, dass sie auch einmal an sich denken muss.
Da ich bisher noch keine Erfahrungen mit Autismus habe, kann ich nicht sagen, ob die geschilderte Geschichte von Averys Tochter Hailey an die Wahrheit herankommt. Ich kann es mir aber gut vorstellen, da sich Autismus bei jedem anders ausprägen kann. Es war für mich auf jeden Fall immer nachvollziehbar und gut dargestellt.

Der Sprachstil ist klar und gradlinig. Es gibt keine voluminösen Endlos-Sätze. Selbst wenn man kurz vor dem Einschlafen ist kann man noch 1-2 Seiten ohne Probleme lesen. Mir fiel jedoch auch auf, dass manche Formulierungen sich recht häufig wiederholten, besonders wenn es um die Schilderung von Gefühlen ging.

Als ich die ersten Video-Rezensionen zu dem Buch geschaut habe, hatte ich etwas Bedenken wegen "Avery und Kate". Bei Avery denke ich automatisch an Jackson Avery von Greys Anatomy - defintiv ein gestandener Kerl und keine Frau. Und "Kate" stellte sich dann beim Lesen als Cade heraus. Was ein Glück! Ich hatte schon einen Arzt und Kate Middleton vor Augen. Aber ausgesprochen hört sich sein Name wirklich sehr weiblich an.

Dieses Buch wurde definitiv für romantische Frauen geschrieben. Schon das Setting und die Inhaltsangabe haben mich stark an die Romane von Marie Force erinnert. Was will man da mehr als sich in eine Kuscheldecke wickeln, ein Glas Wein (oder in meinem Fall eher einen Kakao) trinken und dieses Buch vor einem knisternden Feuer lesen? Ich glaube, ich werde es im Winter direkt noch einmal lesen.

Neben all der aufkeimenden Liebe habe ich natürlich ein tragisches Element erwartet, eine Wendung der Geschichte, die es den beiden Liebenden schwer macht. Normalerweise tritt dies bei etwa 75% des Buches auf. Doch ich las und las und las und die Geschichte dümpelte irgendwann etwas vor sich hin. Die beiden kannten sich zu dem Zeitpunkt seit über 2 Monaten, aber es passierte nicht viel Neues. Natürlich ist die Geschichte unterhaltsam, aber sie zog sich auch in die Länge. Hier wären ein paar Wendungen oder andere Elemente gut gewesen um die Spannung aufrecht zu erhalten. Dafür überschlugen sich in meinen Augen die Ereignisse am Schluss viel zu schnell und das Ende kam zu plötzlich. Das war wie ein Schubs ins kalte Wasser, sehr abrupt.

Ein Element, das mich übrigens ein bisschen genervt hat, war der in Liedversen sprechende Vogel in der Praxis. Erstens zitierter er immer in Englisch und natürlich stets passend zur aktuellen Situation. Ich kenne mich mit Papageien zwar nicht aus, aber ich glaube kaum, dass sie so viel verstehen und unterschiedlich zuordnen können. Das war unglaubhaft und wäre nicht notwendig gewesen. Es war vermutlich der Versuch ein lustiges Element einzubauen, das bei mir allerdings nach hinten losging. Da fand ich die "böse" Katze noch unterhaltsamer.

Dafür gab es viele Kleinigkeiten, die mir Tränen in die Augen trieben. Ich sagen nur Eis. Wer das Buch gelesen hat wird verstehen, wie unglaublich herzlich die Gemeinde von Redwood ist. Das macht das Buch auch für mich aus. Es geht nicht nur um die beiden, sondern sie sind eingebettet in eine liebevolle und unterstützende Umgebung.

Was ich auch noch sehr gut finde: Cade ist von Anfang an ein guter Kerl und ehrlich. Er ist offen, nett und freundlich, liebt seine Familie und Tiere natürlich ebenso. Kein Wunder, dass ihm die Herzen der Frauen zu Füßen liegen. Er hat einen Geduldsfaden so dick wie die Seile der größten Hängebrücken der Welt.
Bücher, bei denen die Frau den vernachlässigten, unverstandenen Bad Boy in einen sentimentalen Lover verwandelt kann ich langsam nicht mehr lesen, diese Masche ist ausgelutscht. Umso schöner ist es daher, dass dieses Buch eine Hommage an gute Kerle ist! Ich brauche keinen Mr. Grey, ich will einen Cade. Oder einen seiner Brüder. ;) Zum Glück gibt es noch zwei weitere Brüder und somit zwei weitere Bücher in der Reihe.

Fazit:

Eine Geschichte voller rosa Wolken für Romantik-Liebhaber. Für Fans von Marie Force's "Lost in Love"-Reihe ist dieses Buch eine Pflichtlektüre. Ich habe mich in Redwood, die Bewohner und in die Brüder verliebt und würde sofort dort hinziehen. Daher vergebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 11.09.2018

Unterhaltsam

Sauerteig
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Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 29,95 [D]
Verlag: DVA
Seiten: 192
Format: Hardcover
Altersempfehlung: keine Angabe
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 16.04.2018

Inhalt:

Was tun, ...

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 29,95 [D]
Verlag: DVA
Seiten: 192
Format: Hardcover
Altersempfehlung: keine Angabe
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 16.04.2018

Inhalt:

Was tun, wenn der Akku leer ist? Wenn ein Wochenende nicht reicht, um neue Kraft zu schöpfen? Die Lösung heißt Sauerteig und liegt in einem leeren Marmeladenglas. Man gibt Mehl, Wasser und Geduld hinein und bald fängt das Ganze an zu blubbern. Wir füttern den Sauerteig, er lehrt uns, Brote zu backen. Köstliche Brote, die jeder kann und jeder mag. Es steckt nämlich eine Glücksformel im Sauerteig. Leicht anwendbar und überall erhältlich. Kostenloses, großes Glück im Glas!

„Glück vermehrt sich in vier Tagen“ ist kein leeres Versprechen. Es ist ein Statement. Unser Buch nimmt die Leser mit auf eine Reise zusammen mit einem Gläschen Sauerteig quer durch Europa bis in die USA und lässt Menschen erzählen, denen der Sauerteig zu Glück verholfen hat. Es ist ein Buch mit emotionalen Geschichten, voll mit Rezepten für Einsteiger und Tipps, die aus Anfängern Sauerteigfans machen. Sauerteig ist Glück, das sich vermehrt. Und es braucht nur vier Tage dazu.

Meine Meinung:

Das Buch ist sehr schön groß und schwer. Der Einband ist matt verarbeitet und hat nur eine glänzende Veredelung über dem Titel auf dem Cover. Wirklich eine besondere Haptik, die sich wie reines Papier anfühlt ohne weitere Verarbeitung oder Veredelung. Am Anfang habe ich mir Sorgen gemacht, dass sich direkt viele Flecken bilden könnten, doch bisher ist eher das Gegenteil eingetreten. Ich habe es beim Backen dabei gehabt und es hat noch keinen einzigen Fleck. Allerdings sind die Ecken des Buchrückens schon etwas angegriffen. Das ist schade.

Das Design und die Abbildungen auf dem Buch sehen wunderschön aus und ziehen sich ebenso durch das ganze Buch durch. Ein Lob an die Fotografin, sie hat die Lebensmittel und Situationen wirklich herrlich eingefangen. Dieses Buch ist rustikal und voller Charme. Einige der Fotografien könnte man sogar als Artprints ausdrucken und aufhängen. Das trifft genau meinen Geschmack.

Ganz ehrlich, als ich die Inhaltsangabe gelesen habe fragte ich mich, was für ein Hippie dieses Buch geschrieben hat. Glück im Glas? Einen Teig mit auf Reisen nehmen? Ich musste doch sehr lachen. Aber irgendwas hat mich dennoch neugierig gemacht. Entweder, so dachte ich, ist das Buch echt gut, oder sehr schlecht. Und da ich derzeit sowieso auf dem Selber-machen-Trip bin, passte das Thema gut. Daher habe ich es beim Verlag angefragt und auch als Rezensionsexemplar erhalten. Vielen Dank dafür.

Direkt auf den ersten Seiten ergriff mich das Gefühl ein Buch zu lesen, dass wie die Landpartien im Fernsehen aufgebaut ist. Eine Frau geht auf Reise und besucht die verschiedensten Leute. Jede Geschichte ist anders und die vielen einzelnen Textblöcke wirken zusammenhanglos, sind im Kontext aber logisch und unterhaltsam. Zum Beispiel "redet" sie mit ihrem Saugerteigstarter und gibt ihm einen Namen.

In der Inhaltsangabe steht, dass dieses Buch Rezepte für gute, einfache Brote liefert. Das ließ ich mir natürlich nicht nehmen, und habe meinen eigenen Sauerteig angesetzt und auch ein Brot daraus gebacken.
Hier ein kleiner Tipp von mir: die Mengen für den Sauerteigstarter sind sehr viel. Ab dem 3. Tag benutzt man immer nur noch 200g Starter und schmeißt den Rest weg. Wenn man jede Woche nur ein bis zwei Brote backen möchte, reicht schon die Hälfte der genannten Mengen absolut aus.

Was die Anzahl an Rezepten angebt, bin ich leider ein wenig enttäuscht. Wir haben einmal das Grundrezept für den Sauerteigstarter und dann noch etwa (wenn ich richtig gezählt habe) 15 weitere Rezepte. Denn diese sind im Buch leider nicht so leicht zu finden. Man kann sie sehr schnell überblättern und findet sie weder vorne in der Inhaltsangabe, noch hinten im Register. Ich habe mir also bei den Rezepten, die ich ausprobieren möchte, ein Post-it eingeklebt.

Beim Backen ist mir noch aufgefallen, dass die Beschreibungen in den Rezepten teilweise uneindeutig geschrieben sind. Man muss die Rezepte interpretieren und versuchen zu verstehen, was sie bei dem Backvorgang womöglich getan hat.
Bei meinem ersten Brot habe ich mich strikt an die Anleitung im Buch gehalten. Das Ergebnis war, dass mein Brot oben verbrannt war. Die Angabe im Buch lautete, es durchgehend bei 240°C zu backen. Nach meinem Gefühl hätte ich nach 10 Minuten die Temperatur reduziert und mit geringerer Hitze weiter gebacken. Man kann sich also leider nicht auf die Angaben in den Rezepten verlassen. Das ist schade.

Neben dem Backen geht es vor allem aber um das Glück, dass man dabei finden kann. Die persönlichen Geschichten der Personen zeigen auf, dass man bei so einfachen Dingen wie einem Brot Freude finden kann. Und nach meinem ersten Backvorgang war ich tatsächlich mächtig stolz und glücklich. Natürlich schmeckte das eigene Brot viel besser als das vom Bäcker. Mein Saugerteigansatz "lebt" noch, blubbert vor sich hin und hat sogar noch einen Weizenbruder dazu bekommen.

Fazit:

Ein unterhaltsames, kurzweiliges Buch. Die Bilder sind hervorragend, doch an den Rezepten müsste noch gearbeitet werden. Wer sich für Sauerteig-Backen interessiert, und den das nicht stört, findet in diesem Buch einige inspirierende Elemente und genügend Motivation um in dieses kleine Abenteuer zu starten. Dafür vergebe ich 4 Sterne.

Veröffentlicht am 22.08.2018

Zeitzeugnis

Der Tätowierer von Auschwitz
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Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 14,99 [D]
Verlag: Piper
Seiten: 304
Format: Ebook
Altersempfehlung: keine Angabe
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 01.08.2018

Inhalt:

Eine Geschichte ...

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 14,99 [D]
Verlag: Piper
Seiten: 304
Format: Ebook
Altersempfehlung: keine Angabe
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 01.08.2018

Inhalt:

Eine Geschichte von Menschlichkeit, Mut, Liebe und Hoffnung

1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz deportiert. Seine Aufgabe war es, Häftlingsnummern auf die Unterarme seiner Mitgefangenen zu tätowieren, jene Nummern, die später zu den eindringlichsten Mahnungen gegen das Vergessen gehören würden. Er nutzte seine besondere Rolle und kämpfte gegen die Unmenschlichkeit des Lagers, vielen rettete er das Leben.
Dann, eines Tages, tätowierte er den Arm eines jungen Mädchens – und verliebte sich auf den ersten Blick in Gita. Eine Liebesgeschichte begann, an deren Ende das Unglaubliche wahr werden sollte: Sie überlebten beide.
Eindringlich erzählt Heather Morris die bewegende, wahre Geschichte von Lale und Gita, die den Glauben an Mut, Liebe und Menschlichkeit nie verloren.

Design:

Das Cover ist in Sepia gehalten. Unten ist der Eingang eines KZ zu sehen, darüber der Titel in roter Schrift und die obere Hälfte besteht aus zwei Händen, die miteinander verschränkt sind. Außerdem kann man an einem Unterarm schon die Nummer von Gite erkennen.
Von der Gestaltung her kann ich nichts aussetzen. Das Cover ist perfekt für das Buch und der Leser weiß sofort, worum es geht.

Meine Meinung:

Am Anfang muss ich ein paar Worte zu meinen Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus im Dritten Reich verlieren. In meiner Schulzeit wurde das Thema immer und immer wieder durchgekaut. Ich kann echt nicht mehr sagen wie oft wir uns damit beschäftigt haben. Wenn ich so zurück denke wurde in fast jeder Klassenstufe darauf eingegangen und das Thema in irgendeiner Weise behandelt, ob es nun ein Buch im Deutschunterricht war, eine Projektwoche in Geschichte, oder oder oder. Gekrönt wurde dies nur noch von einer Klassenfahrt nach Berlin mit entsprechender Exkursion ins nächste KZ. Dies ist eine Erfahrung gewesen, die mich viel mehr geprägt hat als alle schulischen Aktionen im Vorfeld. Dort vor Ort zu sein und das Zeugnis dieser Zeit zu sehen hat mich tief erschüttert. Auch heute bekomme ich noch Beklemmungen und Tränen in den Augen, wenn ich daran denke. Ich habe mich damals sogar in einer der schallisolierten, pechschwarzen Gummizellen einsperren lassen. Gänsehaut! Ich habe mich nicht getraut mich zu bewegen.
Daher war sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss, als ich davon hörte. Vielen Dank an Netgalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Wie der Titel schon verrät geht es in dem Buch um den Tätowierer von Auschwitz. Lale, oder komplett Ludwig Eisenberg, wird als Jude ins KZ gebracht und landet dort beim Bautrupp. Recht schnell erkennt er seine Chancen, denn er verfügt über eine unglaubliche Menschenkenntnis und ein gutes Gespür. Außerdem spricht er mehrere Sprachen fließend, sodass er wertvoll für die SS ist. Er schafft es, dass einer der SS-Leute ihn zum zweiten Tätowierer macht und hat ab sofort einige Vergünstigungen. Als der alte Tätowierer verschwindet, nimmt Lale seinen Platz ein und hat, im Vergleich zu den anderen Gefangenen, das "große Los" gezogen. Er hat ein eigenes Zimmer, kann sich relativ frei bewegen und wird nicht weiter behelligt. Er baut sich ein richtiges Netzwerk auf, versucht den anderen zu helfen und überlebt so einige brenzlige Situationen.

Das zweite Hauptelement der Geschichte ist Gita. Sie ist eine der vielen tausend Gefangenen, die Lale tätowiert. Doch es ist Liebe auf den ersten Blick für ihn. Gespannt habe ich verfolgt, wie sich die Liebesgeschichte immer weiter entwickelt. Egal wie schwer es wurde, sie haben immer wieder zueinander gefunden. Eine wahrlich erstaunliche Leistung. Natürlich war mir von Anfang an klar, dass sie beide das KZ überleben, denn das wird schon in der Inhaltsbeschreibung verraten. Doch tatsächlich habe ich mich gefragt, wie sie das geschafft haben. An einer Stelle wird Lale gefragt ob er nicht in Wirklichkeit eine Katze sei, so viele Leben wie er habe. Und genau diesen Gedanken hatte ich auch schon gehabt.

Der Schreibstil ist absolut passend und ich konnte der Geschichte jederzeit ohne Probleme folgen. Die Autorin hat es wirklich geschafft diese Lebensgeschichte gut zu strukturieren und klar für den Leser aufzuarbeiten. Mir hat auch inhaltlich nichts gefehlt. Gut fand ich auch, dass es nach dem finalen Zusammentreffen der beiden außerhalb des KZ einen kurzen Abriss über das restliche Leben der beiden gab. Ohne diesen wäre das Buch nicht rund gewesen.

Besonders interessant fand ich auch die Anmerkungen und Nachworte. Hier kommen zum Beispiel die Autorin und der Sohn der beiden zur Sprache. Ergänzt wird das Ganze von ein paar Schwarz-Weiß-Fotos des Paares. So habe ich nun auch endlich ein Gesicht zur Geschichte. Und der Lageplan des KZ hat mich noch einmal richtig aufgewühlt. Die schiere Größe wird einem erst durch so einen Plan bewusst. Besonders auch dann, wenn man die winzigen Unterkünfte der SS mit dem restlichen Lager vergleicht.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings noch. Dadurch, dass Lale für die SS arbeitet, hat er ein angenehmeres Leben als die anderen. Natürlich bekommt er viele Dinge mit, aber er kann auch einiges ausblenden. Dadurch verliert das Buch ein kleines bisschen an Kraft für mich. Der Schrecken und die Qualen, mit denen sich ein normaler Insasse auseinander setzen muss, bleiben ihm erspart. Irgendwie hatte ich mit noch eindrücklicheren Erlebnissen gerechnet. Für mich kommt die Schilderung nicht an den Besuch im KZ heran. Trotzdem ist es ein eindrückliches Buch, dass ich jedem empfehlen kann, der sich mit dem Thema beschäftigen möchte.

Fazit:

Ein berührendes und wichtiges Buch, das von einer großen Liebe erzählt. Doch es lässt auch die Schrecken der Zeit nicht außen vor und verbindet beides gekonnt zu einem besonderen Zeitzeugnis. Dafür vergebe ich fünf Sterne.

Veröffentlicht am 12.08.2018

Leider nicht mein Fall.

Die Liebe ist ein schlechter Verlierer
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Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 9,99 [D]
Verlag: Diana
Seiten: 416
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: keine Angabe
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 09.01.2018

Inhalt:

Hannah ...

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 9,99 [D]
Verlag: Diana
Seiten: 416
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: keine Angabe
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 09.01.2018

Inhalt:

Hannah will Tom verlassen. Morgen sagt sie es ihm. Und dann erfüllt sie sich ihren Traum, nach Afrika zu gehen. Tom will an seiner Ehe festhalten, sei sie noch so eingefahren. Er ignoriert die Probleme, will einfach nur neben Hannah einschlafen und morgen ins Büro fahren.

Doch dazu kommt es nicht …

Hannah und Tom wissen nicht, dass morgen alles anders sein wird. Dass Hannah ihre Pläne aufgeben muss und Tom nie wieder in sein altes Leben zurückkehren kann. Auch wissen sie nicht, dass ihre Liebesgeschichte noch nicht zu Ende ist und dass manche Träume einen Umweg nehmen müssen, bevor sie in Erfüllung gehen …

Design:

Das Cover hat mich sofort angesprochen. Die blauen Flecken und die Sonne in der Mitte strahlten eine gewisse Fröhlichkeit und Unbeschwertheit aus. Wie das gemalte Bild eines Kindes. Die Flecken sehen fast so aus, als seien sie mit Kartoffeln aufgestempelt. Mir gefiel es und ich dachte direkt an einen unterhaltsamen Liebesroman.

Meine Meinung:

Nach fünf Ehejahren hat sich Hannah dazu entschlossen ihren Mann Tom zu verlassen. Sie haben sich auseinander gelebt und sie möchte endlich ihren Traum leben und Kinder in Afrika unterrichten. Lange genug hat sie Tom den Vortritt gelassen, damit er als Anwalt Karriere machen kann. Dabei sind ihre eigenen Wünsche in Vergessenheit geraten und sie fühlt sich in ihrer Ehe missverstanden und unglücklich. Doch genau als sie sich endlich dazu durchgerungen hat Tom ihren Scheidungswunsch mitzuteilen, erleidet er zuvor einen schweren Schlaganfall. Nun muss sie erneut umdenken.

Der Roman zeichnet sich vor allem durch die beiden Zeitebenen aus, bei denen Hannah die Gegenwart schildert und Tom die Vergangenheit. Man verfolgt die Entwicklung der Beziehung und die Veränderung der beiden Personen zueinander. Dies hat mir vom Prinzip her gut gefallen. Ebenso ist der Schreibstil leicht und gut zu lesen.

Mich hat es allerdings gestört, dass es in dem Buch eigentlich immer nur um die Eheprobleme des Paares geht. Mit beiden Protagonisten bin ich leider nicht warm geworden. Meistens findet man ja doch irgendetwas, mit dem man sich identifizieren kann oder was man gut findet. Doch das traf hier leider nicht zu. Und die Nebenfiguren haben mir auch überhaupt nicht zugesagt, sondern mich eher genervt.

Ziemlich problematisch fand ich es auch, dass andauernd Alkohol thematisiert wurde. Als sei das die Lösung schlechthin. Geht es dir nicht gut? Geh in die nächste Bar und spül den Kummer weg! Ein bisschen Party hat noch niemandem geschadet. Das ist keine gute Message!

Der Schluss des Buches ist leider von Anfang an vorhersehbar. Bis dahin ist die Handlung langatmig und in weiten Strecken auch recht unrealistisch. Mir fehlte die Authentizität und Spannung. Die Handlung dümpelte vor sich hin, die Geschichte konnte mich nicht fesseln. Die wichtige Botschaft, die dieses Buch eigentlich vermitteln soll, wurde in meinen Augen nicht gut rüber gebracht.

Fazit:

Bei diesem Buch habe ich mich wirklich sehr schwer getan. Der einzige Pluspunkt dieses Buches ist der angenehme Schreibstil in Verbindung mit den zwei Zeitebenen. Das wurde gut gelöst. Der Rest konnte mich leider nicht überzeugen. Daher vergebe ich nur zwei Sterne.