Cover-Bild Die Nachtigall
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Rütten & Loening Berlin
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 608
  • Ersterscheinung: 19.09.2016
  • ISBN: 9783352008856
Kristin Hannah

Die Nachtigall

Roman
Karolina Fell (Übersetzer)

Zwei Schwestern. Die eine kämpft für die Freiheit. Die andere für die Liebe.
Der Weltbestseller – die Nr. 1 aus den USA.
Zwei Schwestern im von den Deutschen besetzten Frankreich: Während Vianne ums Überleben ihrer Familie kämpft, schließt sich die jüngere Isabelle der Résistance an und sucht die Freiheit auf dem Pfad der Nachtigall, einem geheimen Fluchtweg über die Pyrenäen. Doch wie weit darf man gehen, um zu überleben? Und wie kann man die schützen, die man liebt?
In diesem epischen, kraftvollen und zutiefst berührenden Roman erzählt Kristin Hannah die Geschichte zweier Frauen, die ihr Schicksal auf ganz eigene Weise meistern.
In den USA begeisterte „Die Nachtigall“ Millionen von Lesern und steht seit über einem Jahr auf der Bestsellerliste.
„Ich liebe dieses Buch – große Charaktere, große Geschichten, große Gefühle." Isabel Allende.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.03.2017

Die berührende Geschichte einer Familie zur Zeit des zweiten Weltkrieges im besetzten Frankreich.

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Lange habe ich die Lektüre dieses Buches vor mir her geschoben. Mir war von Anfang an bewusst, dass die Thematik der Résistance durch die französischen Frauen dem Leser an die Nieren gehen wird. Doch nun ...

Lange habe ich die Lektüre dieses Buches vor mir her geschoben. Mir war von Anfang an bewusst, dass die Thematik der Résistance durch die französischen Frauen dem Leser an die Nieren gehen wird. Doch nun habe ich es gewagt. Und was soll ich sagen, ich habe den 600 Seiten schweren Band in nur 8 Tagen durch gelesen. Es handelt sich bei "Die Nachtigall" von Kristin Hannah um den schonungslosen aber dennoch gefühlsvollen Bericht zweier Schwestern, die sich auf unterschiedliche Art und Weise und aufgrund unterschiedlicher Beweggründe dazu entschließen, ihr Leben und das ihrer nahen Verwandten aufs Spiel zu setzen, um anderen Menschen in Zeiten des Krieges das Leben zu retten.

„Sie schien einen Abschied zu bedeuten, diese Berührung, und damit kannte sie sich aus.“ (Seite 276)

Kristin Hannah, geboren 1960 in Südkalifornien, hat Jura studiert und arbeitete als Anwältin bevor sie sich der Schriftstellerei zuwandte. Sie lebt inzwischen mit ihrem Mann und ihrem Sohn sowohl in den USA als auch auf Hawaii. Mit "Die Nachtigall" gelingt ihr ein Weltbestseller, der in den USA auf den 1. Platz kletterte.

Zunächst einmal ist mir dieses Buch durch sein sehr schönes Cover aufgefallen. Es ist schlicht in weiß gehalten und aus einem stilisierten Baum wächst eine große Nachtigall heraus, welche wiederum den Blick auf den Eiffelturm und einen französischen Spazierweg preis gibt. Es zeigt das Frankreich vor der Zerstörung durch den zweiten Weltkrieg und das Frankreich, welches danach wieder aus der Asche hervor trat. Auf den Innenseiten der Buchdeckel befindet sich die französische Landkarte mit den wichtigen Informationen bezüglich der Besetzung Frankreichs und der Fluchtroute nach Spanien.

Die Autorin hat sich ein schweres Thema vorgenommen. Sie selbst schreibt in ihrem Nachwort, dass sie alles versucht habe, um diesen Roman nicht schreiben zu müssen. Wie dem auch sei, sie tat es doch und wir als Leser können uns dafür nur bedanken. Die Geschichte handelt von zwei Schwestern, die jede für sich einen Teil zur Résistance und somit zur Niederschlagung der deutschen Truppen, beigetragen hat.
Zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein können, zwischen ihnen scheint ein unüberwindbarer Graben und doch führt der Krieg sie am Ende zusammen.
Die Geschichte beginnt mit einer Rahmenhandlung im Jahr 1995. Eine der beiden Schwester blickt also 50 Jahre nach Kriegsende auf die Vergangenheit zurück. Es ist nicht klar, welche der beiden Schwestern hier spricht, man bekommt eine Ahnung, aber erst ganz zum Schluss wird das Rätsel gelüftet. Eine der Schwestern, welche inzwischen in Amerika lebt, wird zu einem Treffen ehemaliger Résistance Kämpfer eingeladen. Ihr Sohn kennt die Vorgeschichte der Mutter offenbar nicht. Es wurde nie darüber gesprochen, was die Familie im Krieg durchstehen musste. Die beiden Schwester Vianne und Isabelle sind zu Beginn des Krieges jede auf ihre Art und Weise naiv. Die Erfahrungen lassen sie aber über sich hinaus wachsen und Dinge tun und überleben, die sie vorher nie geahnt hätten. Kristin Hannah gibt mit ihrem Roman den Frauen eine Stimme, denn auch sie waren entscheidend für den Ausgang des Krieges, auch wenn in den Geschichtsbüchern hierzu kaum etwas zu finden ist.

„Und wenn wir unser Leben für ein Kind riskieren, können wir ebenso gut noch mehr retten.“ Seite 454)

Mit "Die Nachtigall" habe ich endlich einen anderen Blickwinkel der Geschehnisse um den zweiten Weltkrieg bekommen können. Meist liest man doch Geschichten aus deutscher Sicht oder über die Nachkriegszeit. In der Schule wurden auch nur altbekannte oberflächliche Dinge immer aufs Neue durchgekaut. So war es für mich sehr interessant zu erfahren, welche Auswirkungen der Krieg auf die Franzosen sowohl in der besetzten als auch in der freien Zone hatte. Welche Gräueltaten durch deutsche Soldaten begangen wurden. Schonungslos und doch gefühlvoll beschreibt die Autorin den Alltag einer durch den Krieg gebeutelten Nation.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und auch wenn ich nicht immer einer Meinung mit ihnen war, so konnte ich dennoch ihre Taten nachvollziehen. Man ist als Leser emotional bewegt, fiebert mit den Heldinnen mit, denn nichts anderes sind sie. Durch das Wissen, dass der Krieg 1945 endete, hangelt man sich während der Geschichte von Jahr zu Jahr mit und hofft, dass die Protagonisten noch weiter durchhalten. Doch von einigen muss man sich verabschieden. Ich stellte mir selbst auch immer wieder die Frage, wie man so etwas überleben kann, wie man mit dem, was man gesehen und erlebt hat, weiter leben kann. Die Fiktion hat einen realen Beigeschmack, da einem immer wieder bewusst wird, dass diese Geschichte einmal Wirklichkeit war.
Das Ende der Geschichte überraschte mich. Es ist tragisch und schön zugleich und lässt den Leser auch mit einigen offenen Fragen zurück. Ich hätte gerne noch etwas weiter gelesen, denn auch das Leben der Protagonisten nach dem Ende des Krieges scheint ereignisreich gewesen zu sein.

Eine Woche lang habe ich dieses Buch zu jeder Minute, die ich Zeit fand, in die Hand genommen, sodass mein Mann schon sagte: „Das muss ein wirklich gutes Buch sein.“ Und dem kann ich nur zustimmen. Es ist ein gutes Buch, welches aber auch schonungslos die Kriegsgeschehnisse mit den begangenen Gräueltaten beschreibt. Nichts für zart besaitete Leser, ich war mehrere Male zu Tränen gerührt und mir schnürte es immer wieder das Herz zusammen. Ein Buch, welches einem den Atem raubt.

„In der Liebe finden wir heraus, wer wir sein wollen, im Krieg finden wir heraus, wer wir sind.“ (Seite 7) „Und manchmal wollen wir wohlmöglich gar nicht wissen, was wir alles tun würden, um zu überleben. (Seite 604)

Veröffentlicht am 25.02.2017

Überlebt. Gegen jede Wahrscheinlichkeit – Ein glanzvoller Lesegenuss

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Zwei Schwestern im von Deutschen besetzten Frankreich, 1939. Die eine kämpft für die Freiheit und die andere für die Liebe.

Viannes Ehemann Antoine wird in den Krieg einberufen und Vianne muss sich fortan ...

Zwei Schwestern im von Deutschen besetzten Frankreich, 1939. Die eine kämpft für die Freiheit und die andere für die Liebe.

Viannes Ehemann Antoine wird in den Krieg einberufen und Vianne muss sich fortan allein um die kleine Tochter und das Haus Le Jardin kümmern. Die Schrecken des Krieges rücken immer näher an Vianne heran und bald schon muss sie um ihr aller Überleben ringen. Viannes Freundin Rachel ist Jüdin und Mutter eines kleinen Jungen. Als Rachels Deportation bevorsteht müssen die beiden Freundinnen eine schwere Entscheidung treffen, um Rachels Sohn zu retten.

Während dessen begegnet Viannes rebellische Schwester Isabell Gaëton, einem Kämpfer der Résistance. Sie verliebt sich in ihn und schließt sich einem äußerst gefährlichen Unternehmen an. Isabell führt abgeschossene Piloten der Alliierten zu Fuß über die Pyrenäen. Doch die Deutschen bekommen Wind von der Fluchtroute, von dem Pfad der Nachtigall, und sie setzen alles dran, um die Nachtigall zu fangen.

Die Geschichte basiert auf den wahren Schicksalen französischer Frauen.

Die Autorin:

Kristin Hannah, geboren 1960 in Südkalifornien, arbeitete als Anwältin, bevor sie zu schreiben begann. Heute ist sie eine internationale Top-Bestseller-Autorin und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Pazifischen Nordwesten der USA und auf Hawaii.

In den USA begeisterte „Die Nachtigall“ Millionen von Lesern und steht seit über einem Jahr auf der Bestsellerliste. Die Nachtigall ist der Weltbestseller – die Nr. 1 aus den USA.

Reflektionen:

Dieser Roman hat mich zutiefst beeindruckt und berührt. Manchmal las ich mit einem von Tränen verschleiertem Blick, obwohl ich alles andere als nah am Wasser gebaut bin. Die Geschichte besitzt eine unglaubliche Tiefe und mit dem Gedanken daran, dass dieser Roman auf Grund von wahren Erzählungen französischer Frauen entstanden ist, konnte ich meine Emotionen bei diesem kraftvollen Werk kaum im Zaume halten.

Kristin Hannah erzählt die Geschichte zweier Frauen im besetzten Frankreich, die jeweils ihr Schicksal auf ihre eigene Weise meistern müssen. Die beiden Frauen sind Schwestern und sie könnten nicht unterschiedlicher sein.

Als die Mutter der Schwestern früh stirbt, wendete sich der Vater von ihnen beiden ab und schiebt die Kinder von sich. Während Vianne diese Gegebenheiten akzeptiert, büxt Isabell immer wieder aus Internaten und Klöstern aus, um zu ihrem Vater zurück zu kommen, der sie jedoch immer wieder zurückweist und fortschickt.

Vianne ist Lehrerin und Mutter einer kleinen Tochter. Nach der Einberufung ihres Ehemanns Antoine ist sie auf sich selbst gestellt. Sie hält sich an die Sitten und Gebräuche der Zeit, immer in Sorge und in der Verantwortung für ihr Kind. Sie hält sich auch an die Regeln, die die Nazis aufstellen, vor allem als ein Deutscher Hauptmann in ihr Haus einquartiert wird.

Viannes Leben wird immer schwieriger. Sie opfert sich auf für ihre Tochter und doch leiden sie unter der eisigen Kälte der Winter, unter den Entbehrungen, Hunger, Verzweiflung und Angst.

Der deutsche Hauptmann, ein verheirateter Mann und Vater, ist äußerst höflich und behandelt Vianne mit großem Respekt. Und trotz Viannes vorsichtigem und zurückhaltendem Verhalten, ergeben sich emotional geschwängerte Momente zwischen ihnen. Vianne ist im Konflikt mit sich. Einerseits benötigen sie die kleinen Zugaben des Hauptmanns, andererseits ist er der Feind.

Isabell, die zehn Jahre jüngere Schwester, fühlt sich von aller Welt ungeliebt. Sie ist rebellisch, vorlaut, undiszipliniert und sie hat sich in den Kopf gesetzt, den Krieg so nicht zu akzeptieren. Sie will für ihr Vaterland kämpfen und das tut sie auch sehr temperamentvoll, nachdem sie den Widerstandskämpfer Gaëton trifft und sich in ihn verliebt. Als Leser hat man jedoch das Gefühl, dass Isabell eine unreife Entscheidung getroffen hat und den Widerstand wie ein Abenteuer ansieht. Isabell wird zur „Nachtigall“, die abgestürzten Piloten der Alliierten zur Flucht verhilft und die sie unter unglaublichen Entbehrungen und Anstrengungen zu Fuß über die Pyrenäen führt.

In dieser Zeit wendet sich Isabell von der Schwester ab, da sie sie nicht Gefahr bringen will. Und als die Gefahr doch plötzlich präsent ist, müssen die beiden Schwestern einen Menschen töten, um sich selbst zu retten. Letztendlich müssen sie sich wieder trennen und sie fehlen sich fast ein ganzes Leben lang.

Kristin Hannah verdeutlicht in ihrem Roman, wie die Entbehrungen und Grausamkeiten des Krieges aussahen, in dem sie ihre Figuren einen dramatischen Alltag leben lässt, an dem der Leser so auch im Kleinen sehr intensiv teilhaben kann. Es sind die Frauen, die Kristin Hannah in ihrem Roman in den Vordergrund rückt, denn sie waren diejenigen, die in dieser Zeit so sehr litten. Gleichzeitig erzählt Kristin Hannah wie unglaublich stark und bewundernswert diese Frauen waren, die nie mit Worten ihr Leid beklagten. So kommt die Geschichte sehr emotional und nah an den Leser heran und die mehr als 600 Seiten lesen sich wie im Fluge dahin. Ich empfand dieses Buch als einen Pageturner, den ich aber recht langsam und sehr bewusst gelesen habe, um die außergewöhnliche Tiefe der Geschichte nicht leichtfüßig an mir vorbeiziehen zu lassen.

Die liebevoll erschaffenen, wohlgeformten Charaktere sind verantwortlich für eine in sich harmonische Geschichte. Natürlich sind nicht alle Figuren sympathisch, wie sollten sie es in dieser bedrückenden und historischen Zeit auch sein, aber sie besitzen alle ein sehr interessant zu lesendes Leben, dass oftmals mit vielen zahlreichen Figuren untereinander verknüpft und verwoben ist.

Fast bis zu Letzt kann ich eine Perspektive keiner Figur aus den beiden Haupterzählsträngen zuordnen. Es ist eine Perspektive die in der Ich-Erzählweise geschrieben ist und die zeitlich in der Gegenwart der USA beginnt. Eine alte, gebrechliche Frau, der man erneut Krebs diagnostiziert hat, wird von ihrem Sohn umsorgt. Doch dann nimmt sie trotz ihrer gesundheitlichen Schwäche spontan und eigenwillig eine Einladung zu einem Passeur-Treffen (Fluchthelfer) in Paris an. Sie bucht einen Flug und ist sehr überrascht, dass sich ihr Sohn, für ihn selbstverständlich, ihr anschließt. Er ahnt nicht, wie die Begegnungen in Frankreich sein Leben nachhaltig verändern werden.

Kristin Hannahs Schreibstil ist federleicht und glasklar. Man gleitet sanft durch die Seiten und wird immer tiefer in die bedrückend düstere Stimmung des Romans hineingesogen. Die Nachtigall ist ein historisch wertvoller Roman, über das von deutschen besetzte Frankreich, und eine anmutige und rührende Geschichte, in einem literarisch sprachgewaltigen Stil. Die Nachtigall ist ein vollendeter Lesegenuss.

Ich bewundere diese hoch spannend geschriebene Geschichte. Kristin Hannahs Recherchen müssen sehr aufwendig betrieben worden sein, denn die Lebensläufe der Figuren strotzen vor Authentizität. Diese Authentizität ist das, was den Leser einfängt und berührt, denn wir wissen alle, welch geschichtsträchtiges Grauen die damaligen Schicksale der Menschen gezeichnet hat und dieser Roman erinnert an diese Gräueltaten, die niemals vergessen werden dürfen.

Diese Rezension ist doch sehr lang geworden. All meine seitenlangen Notizen liegen dennoch unbeachtet neben mir, da die Worte dieser Rezension einfach so aus mir herausfließen. Ich wünsche mir, dass dieser Roman gelesen wird, denn er ist etwas ganz Besonderes und er wird sicher zu meinen Lesehighlights zählen.

Fazit und Bewertung:

Die Nachtigall ist ein historisch wertvoller Roman, über das von deutschen besetzte Frankreich, und eine anmutige und rührende Geschichte, in einem literarisch sprachgewaltigen Stil. Die Nachtigall ist ein vollendeter Lesegenuss.

Veröffentlicht am 07.02.2017

Emotional aufrüttelnde Geschichte um Frankreich im zweiten Weltkrieg

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Inhalt nach Klappentext:

Zwei Schwestern im von den Deutschen besetzten Frankreich: Während Vianne ums Überleben ihrer Familie kämpft, schließt sich die jüngere Isabelle der Résistance an und sucht die ...

Inhalt nach Klappentext:

Zwei Schwestern im von den Deutschen besetzten Frankreich: Während Vianne ums Überleben ihrer Familie kämpft, schließt sich die jüngere Isabelle der Résistance an und sucht die Freiheit auf dem Pfad der Nachtigall, einem geheimen Fluchtweg über die Pyrenäen. Doch wie weit darf man gehen, um zu überleben? Und wie kann man die schützen, die man liebt?

Schreibstil:

Ich konnte schnell in die Geschichte einsteigen, aufgrund des flüssigen Schreibstils, der ohne große Umschweife auskommt. Durch die abwechselnden Erzählweisen wird es dem Leser wirklich leicht gemacht und Spannung kommt so gut auf. Die Autorin schafft es, dass ich mich gleich emotional in die Geschichte eingebunden fühlte.

Charaktere:

Anfangs konnte ich weder mit Vianne noch mit Isabelle etwas anfangen. Beide waren mir noch gänzlich unsympathisch - beide sind zwei starke Extreme nur eben in unterschiedlichen Richtungen. Doch Isabelle ist, wie bei Vianne später auch ersichtlich wird, eine starke Persönlichkeit, die man im Laufe des Buches sehr zu schätzen weiß und die Sympathie wachsen lässt. Sie handelten in meinen Augen nicht immer sinnvoll, doch wer kann schon im Krieg immer rational denken?!

Das angespannte Verhältnis der beiden Schwestern konnte ich aufgrund der Schicksalsschläge zwar verstehen, jedoch nicht, warum Vianne es in jungen Jahren überhaupt dazu kommen lassen hat und Isabelle fortschickte.

Auch die Nebencharaktere gefielen mir sehr gut.

Meine Meinung:

Erst einmal muss ich sagen, dass ich die Geschichte des Zweiten Weltkriegs bisher nur aus deutscher Perspektive kannte, die französische aber noch weitaus erschütternder ist. Ich habe durch das Buch viel über die Lebensumstände zu der Zeit erfahren, von denen ich vorher keine Ahnung hatte – vieles war sehr beklemmend zu lesen.

Emotionen spielen bei „Die Nachtigall“ eine sehr große Rolle. Es gab wirklich viele eindrucksvolle und erschreckende Szenen, aber oft waren auch Mut, Hoffnung und Liebe zu spüren. Kleine scheinbare belanglose Szenen, die gerade im ersten Drittel des Buches kamen, waren für die Geschichte auflockernd und auf ihre Weise wichtig.

In der ersten Hälfte des Buches braut sich die schreckliche Zukunft der Schwestern und sämtlicher Menschen in Frankreich erst langsam auf, ab der zweiten Hälfte entlädt sie sich sehr turbulent und heftig, sodass man beim Lesen den Eindruck gewinnt, dass es doch nun nicht mehr schlimmer werden könne. An Aufhören mit Lesen war nicht zu denken, so spannend wurde es.

Die Deutschen werden (zu Recht) in keinem guten Licht dargestellt. Ich litt hier wirklich sehr mit dem französischen Volk.

Einen einzigen großen Kritikpunkt habe ich: Ich konnte einige Geschehnisse nicht ganz nachvollziehen, weil sie gar nicht oder zu wenig aufgeklärt wurden oder auch einmal, weil mir die Entscheidungen der Autorin missfielen. Das fand ich sehr schade, da hätte man noch mehr rausholen können, ohne den Leser mit so vielem Fragezeichen im Kopf unbefriedigt zurückzulassen. Trotzt des schon dicken Wälzers, hätte es gern noch einmal 50 Seiten mehr sein dürfen. Deshalb muss ich leider einen halben Stern abziehen.

Auch ich tendiere dazu, dass Buch eher als Frauenliteratur zu betiteln, schon deshalb, weil es aus der Sicht von Frauen geschrieben wurde. Aber auch, weil das Ende noch einmal so schön schaurig-traurig ist, dass man unbedingt Taschentücher bereithalten sollte.

Ich fühlte mich während des Lesens sehr gut unterhalten und fieberte mit den Schwestern mit, die am Ende doch beinahe keine Hoffnung mehr hatten und dennoch weiterkämpften. Gepaart mit den fiktiven Elementen der Geschichte ist ein meiner Meinung nach grandioses Buch herausgekommen.

Das Buch ist eine Hommage an das Leben, an die Hoffnung und das Kämpfen, die Liebe zu sich selbst und vor allem auch die zu anderen Menschen. Von mir bekommt es 4,5 Sterne.

Vielen Dank an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 31.01.2017

Eine sehr beeindruckende Geschichte

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Zwei Schwestern. Zwei Wege. Suche nach einer Freiheit.

Die Nachtigall hat 2015 Amerika begeistert und jetzt kam der Bestseller Roman von der Autorin Kristin Hannah zu uns um auch unser Herz zu erobern.
Und ...

Zwei Schwestern. Zwei Wege. Suche nach einer Freiheit.

Die Nachtigall hat 2015 Amerika begeistert und jetzt kam der Bestseller Roman von der Autorin Kristin Hannah zu uns um auch unser Herz zu erobern.
Und das schafft er definitiv.

In dem großen Roman geht es um die Geschichte zwei charakteristisch sehr unterschiedlicher Frauen, die gleich vom Schicksal des Krieges in dem von den Deutschen besetzten Frankreich betroffen sind, versuchen aber gemäß ihren Lebensumständen den Krieg zu bekämpfen. Manchmal geht es um das bloße Überleben, manchmal um den großen Kampf nach Freiheit. Manchmal geht es aber um das ganze Leben.

Die Nachtigall hat mich von Anfang an begeistert: mit ihrem Schreibstil und der bewegenden Geschichte hat die Autorin geschafft mich auf einer besonderen Weise zu berühren.

Man könnte viel über dieses Buch zu schreiben, aber jedeR sollte es lieber selber lesen.
Ich schließe meine große Empfehlung mit einem Zitat von der Autorin selbst:
„ In der Liebe finden wir heraus wer wir sein möchten.
In dem Krieg wer wir sind.“

Die Nachtigall wird mich lange begleiten!

Veröffentlicht am 08.11.2016

Eine ergreifende Geschichte um zwei Schwestern - so berührend, tragisch - eingebettet in die Brutalität des zweiten Weltkriegs

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Rezension zu "Die Nachtigall"

Titel: Die Nachtigall

Autor/in: Kristin Hannah

Genre: Historischer Roman
Erschienen: September 2016
Verlag: Rütten & Loening
Seitenanzahl: 608 Seiten

Ähnliche Bücher: ...

Rezension zu "Die Nachtigall"

Titel: Die Nachtigall

Autor/in: Kristin Hannah

Genre: Historischer Roman
Erschienen: September 2016
Verlag: Rütten & Loening
Seitenanzahl: 608 Seiten

Ähnliche Bücher: Keine, die mir bekannt sind.

Inhalt:

Das ist die tragische Geschichte der zwei Schwestern Vianne und Isabelle während des Zweiten Weltkriegs. Die eine kämpft für die Freiheit, die andere für die Liebe. Mehr will ich nicht spoilern, denn die Geschichte lohnt sich, entdeckt zu werden!

Meinung:

Das Cover hat mir gut gefallen. Zuerst dachte ich bei diesem Cover nicht an eine solch kraftvolle Geschichte, sondern eher Literatur, kein epischer Historienroman. Auch wenn die Nachtigall sowie die Farbwahl auf den ersten Blick nicht ganz zum Inhalt passt, so habe ich nach der Lektüre entdeckt, dass die Cover, der Titel und die Geschichte durchaus eine Verbindung haben. Im Buchladen hätte Die Nachtigall meine Aufmerksamkeit eher nicht erworben, da ich dahinter eher einen Literaturroman vermutet habe.

Die Nachtigall ist eine äußerst spannende und berührende Geschichte. Die Handlung umfasst eine Liebesgeschichte bzw. mehrere Liebesgeschichten unter den harten Bedingungen des Kriegs. Episch erzählt, erscheint sie mir nicht als eine Dokumentation des Weltkriegs, aber trotzdem hat der Weltkrieg als Schauplatz der Rahmenhandlung viel Einfluss auf die Handlung. Der Leser bekommt so nebenbei die Zustände im Krieg vermittelt - grausam, hart und schockierend.

Die Charaktere sind mir sehr glaubwürdig rübergekommen. Sympathisch waren nicht alle, doch mit den meisten, allen voran den Schwestern, konnte ich mitfühlen und sie auch bedauern. Sie haben mich zu Tränen gerührt und ich bin immer noch ganz ergriffen von ihrem Schicksal.

Die Geschichte ist gut erzählt mit einem roten Faden und der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen. Emotional und berührend versteht die Autorin es, den Leser an die Geschichte zu fesseln und das Schicksal der Schwestern dem Leser nahe zu bringen.

Fazit: Eine sehr schöne tiefgehende Geschichte, die den Leser emotional aufwühlt und bewegt. 5 Sterne für diese unglaublich tolle Geschichte.