Cover-Bild Die Spiegelreisende 2 - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast
Band 2 der Reihe "Die Spiegelreisende"
(8)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
12,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Insel Verlag
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 621
  • Ersterscheinung: 09.03.2022
  • ISBN: 9783458681991
Christelle Dabos

Die Spiegelreisende 2 - Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast

Eine atemberaubende Fantasy-Welt voller gefährlicher Illusionen | SPIEGEL-Bestseller
Amelie Thoma (Übersetzer)

Ophelia wurde gerade zur Vize-Erzählerin am Hof von Faruk erkoren und glaubt sich damit endlich sicher. Doch es dauert nicht lange, und sie erhält unheilvolle anonyme Drohbriefe: Wenn sie ihre Hochzeit mit Thorn nicht absagt, wird ihr Übles widerfahren. Und damit scheint sie nicht die Einzige zu sein: Um sie herum verschwinden bedeutende Persönlichkeiten der Himmelsburg. Kurzerhand beauftragt Faruk Ophelia mit der Suche nach den Vermissten. Und so beginnt eine riskante Ermittlung, bei der es Ophelia nicht nur mit manipulierten Sanduhren, sondern auch mit gefährlichen Illusionen und zwielichtigen Gestalten zu tun bekommt. Am Ende steht eine folgenschwere Entscheidung.

Vom glamourösen Hof der Himmelsburg in das abgründige Universum der Sanduhren und Orte, die gar keine sind – um ihr Leben sowie das ihrer Familie zu retten, muss Ophelia an ihre Grenzen gehen. Und das in einer Welt, in der sie so gut wie niemandem trauen kann, womöglich nicht einmal ihrem zukünftigen Ehemann Thorn?

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2026

Ein Palast voller Geheimnisse und Masken

0

Der zweite Band der Spiegelreisenden-Saga hat mich erneut völlig in die faszinierende Welt von Christelle Dabos gezogen. Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast knüpft nahtlos an den ersten Band an und ...

Der zweite Band der Spiegelreisenden-Saga hat mich erneut völlig in die faszinierende Welt von Christelle Dabos gezogen. Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast knüpft nahtlos an den ersten Band an und vertieft sowohl die Handlung als auch die Charaktere – ich fand das Buch wieder sehr gelungen.

Ophelia bleibt das Herz der Geschichte. Ihre Fähigkeit, durch Spiegel zu reisen und die Vergangenheit von Gegenständen zu lesen, wird nun noch wichtiger. Besonders spannend ist zu beobachten, wie sie beginnt, ihre Kräfte selbstbewusster einzusetzen und sich trotz der ständigen Bedrohungen am Hof zu behaupten. Ihre schüchterne, beharrliche Art macht sie nach wie vor sehr authentisch und liebenswert.

Thorn bleibt geheimnisvoll, aber man bekommt nach und nach kleine Einblicke in seine Gefühle und seine Beweggründe. Sein Verhalten ist oft rätselhaft, doch gerade diese Mischung aus Härte und vorsichtiger Nähe macht die Dynamik zwischen ihm und Ophelia so faszinierend.

Unter den Nebenfiguren sticht diesmal besonders Archibald hervor. Seine Intrigen werden komplexer und gefährlicher, und er treibt die Machtspiele am Hof entscheidend voran. Ebenso wichtig ist Faruk, der Familiengeist der Arche Himmelsburg, der Ophelia als Assistentin einspannt und deren Aufgabe es ist, verschwundene Persönlichkeiten zu finden. Seine Macht und Launenhaftigkeit machen ihn zu einer unberechenbaren Figur.

Auch Berenilde, die erste Favoritin von Faruk, spielt eine entscheidende Rolle. Ihre Verbindung zu Thorn und ihre geheimen Motive verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe und Spannung.

Neu eingeführt wird Melchior, Minister für Stil und Eleganz, dessen Fähigkeit, Illusionen zu erschaffen, den Hof noch rätselhafter und gefährlicher macht.

Die Atmosphäre ist weiterhin dicht und geheimnisvoll. Die Mischung aus höfischen Intrigen, politischen Machtspielen und Ophelias stiller Stärke fesselt mehr durch Spannung und Cleverness als durch actiongeladene Kämpfe. Das langsame, detailreiche Erzählen gibt viel Raum, um die Beziehungen zwischen den Figuren zu verstehen – auch wenn es manchmal Geduld verlangt.


Fazit:

Ein starker zweiter Band, der die Welt der Spiegelreisenden weiter entfaltet und die Figuren vertieft. Ophelia wächst über sich hinaus, Thorn bleibt faszinierend rätselhaft, Archibald treibt die Intrigen voran, und die neuen Charaktere wie Melchior und Berenilde bringen zusätzliche Spannung. Für mich ist Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast ein weiterer gelungener Schritt in dieser einzigartigen Saga, der neugierig auf die kommenden Bände macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.05.2025

Die Gefahr der blauen Sanduhren

0

Im zweiten Teil passiert unfassbar viel. Zunächst wird Ophelia von Faruk zur Vize-Erzählerin ernannt und muss ihn und die Höflinge Abend für Abend mit Geschichten unterhalten. Dabei scheint völlig egal ...

Im zweiten Teil passiert unfassbar viel. Zunächst wird Ophelia von Faruk zur Vize-Erzählerin ernannt und muss ihn und die Höflinge Abend für Abend mit Geschichten unterhalten. Dabei scheint völlig egal zu sein, was sie erzählt. Faruk ist an ihrer Art und Weise interessiert, da sie sie an seine Schwester Artemis erinnert. Nachdem jedoch einige Miragen spurlos verschwinden, versuchen Thorn und Ophelia dem auf den Grund zu gehen. Während es Faruk umso wichtiger ist, dass sein Buch gelesen wird um seinen Gedächtnisverlust und seine Herkunft zu erklären.

Ophelia legt sich dabei trotz ihrer Tollpatschigkeit mächtig ins Zeug, trotzt ihrer herrischen und bevormundenden Mutter, widersetzt sich den Anweisungen ihres Verlobten Thorn und harrt der Morddrohungen aus. Dabei hat Thorn nie etwas böses ihr gegenüber im Sinn, lässt sie beschützen, wenn er selbst nicht vor Ort sein kann. Dank Ophelias Gabe kann sie das Geheimnis der Verschwundenen aufklären und findet ganz nebenbei noch interessante Informationen über Gott heraus.

Auch im zweiten Teil überzeugt die Autorin mit ihrer ungewöhnlichen Geschichte, außergewöhnlichen Fantasie und fantastischen Formulierungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2025

faszinierende Protagonistin und Weltenbau

0

Christelle Dabos entführt uns in Die Spiegelreisende – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast erneut in die faszinierende und detailreiche Welt der „Spiegelreisenden“-Reihe. Nach dem ersten Band, der ...

Christelle Dabos entführt uns in Die Spiegelreisende – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast erneut in die faszinierende und detailreiche Welt der „Spiegelreisenden“-Reihe. Nach dem ersten Band, der bereits durch ihr einzigartiges Worldbuilding und komplexe Charaktere überzeugen konnte, setzt der zweite Band die Geschichte von Ophelia und Thorn auf höchstem Niveau fort.

Die Handlung gewinnt an Dynamik, als Ophelia und Thorn sich auf die Suche nach den verschwundenen Familienmitgliedern des Mondscheinpalasts begeben. Dabei müssen sie nicht nur gegen äußere Feinde ankämpfen, sondern auch ihre eigenen inneren Konflikte und die zunehmenden Spannungen in ihrer Beziehung bewältigen. Dabos schafft es, die Geschichte mit einer Mischung aus politischen Intrigen, mysteriösen Rätseln und emotionalen Tiefen zu bereichern, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesseln.

Ophelia bleibt eine der faszinierendsten Protagonistinnen der modernen Fantasy-Literatur. Ihre Entwicklung von einer unscheinbaren jungen Frau zu einer starken, selbstbewussten Heldin ist beeindruckend. Thorn hingegen wird zunehmend komplexer, und die Dynamik zwischen den beiden Charakteren ist sowohl herzzerreißend als auch voller Hoffnung. Auch die Nebenfiguren, insbesondere die Bewohner des Mondscheinpalasts, sind gut ausgearbeitet und bereichern die Geschichte.

Dabos‘ Worldbuilding bleibt ein herausragendes Merkmal der Reihe. Die verschiedenen Familienclans mit ihren einzigartigen Fähigkeiten sowie die detailreichen Beschreibungen der Schauplätze – vom geheimnisvollen Mondscheinpalast bis zu den surrealen Spiegelwelten – schaffen eine atmosphärische und eindringliche Leseerfahrung. Die Autorin versteht es, die Welt kontinuierlich auszubauen, ohne die Übersicht zu verlieren.

Der Schreibstil von Christelle Dabos ist elegant und bildhaft. Sie verbindet komplexe Handlungsstränge und emotionale Nuancen auf eine Weise, die sowohl anspruchsvoll als auch zugänglich ist. Die Übersetzung aus dem Französischen ist gelungen und bewahrt den poetischen Charakter des Originals.

Die Spiegelreisende – Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast ist ein würdiger Fortsetzungsband, der die Serie weiter vorantreibt und neue Rätsel aufwirft. Christelle Dabos beweist erneut, dass sie zu den talentiertesten Autorinnen der modernen Fantasy gehört. Fans der Reihe werden begeistert sein, und Neueinsteiger sollten unbedingt mit dem ersten Band beginnen, um diese außergewöhnliche Welt in vollen Zügen genießen zu können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2025

Band 2 ist ebenso interessant und atmosphärisch wie Band 1, startet aber mit vergleichbar angezogener Handbremse...

0

Die "Spiegelreisende"-Reihe lag lange Zeit auf meinem SuB und nach über sechs Jahren habe ich mich letzte Woche endlich mal dem ersten Band gewidmet. In "Die Verlobten des Winters" führt Christelle Dabos ...

Die "Spiegelreisende"-Reihe lag lange Zeit auf meinem SuB und nach über sechs Jahren habe ich mich letzte Woche endlich mal dem ersten Band gewidmet. In "Die Verlobten des Winters" führt Christelle Dabos bereits in eine faszinierende, fremdartige Welt voller Illusionen, Intrigen und Magie, die mit undurchsichtiger Handlung, interessanten Figuren und originellen Ideen überzeugt. "Die verschwundene vom Mondscheinpalast" knüpft da direkt an und führt die Handlung weiter - ebenso interessant und atmosphärisch, aber mit vergleichbar angezogener Handbremse auf den ersten 300 Seiten...

Optisch ist "Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast" nahe an der Gestaltung von Band 1 gehalten. Während wir zuvor eine schwebende Arche in kühlem Blau gesehen haben, ist hier nun der Kurort auf dem Pol mit seiner Außenmauer in mattem Gelb zu sehen, an dem ein Großteil der Handlung spielt. Die wunderschöne Illustration fängt allerdings wieder die geheimnisvolle, verträumte Stimmung des Romans ein und macht das Buch zu einem echten Hingucker im Regal. Auch innen überzeugt die Gestaltung wieder – mit einer stilvollen Kapitelgestaltung und einer Karte der Archen, die beim Eintauchen in diese neue Welt sehr hilfreich ist.

Erster Satz: "Am Anfang waren wir eins."

Nachdem Band 1 sehr schleppend gestartet ist und sich gegen Ende immer explosiver steigerte, hatte ich gehofft, dass "Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast" von Beginn an etwas temporeicher erzählt sein würde. Das stellte sich aber leider als Irrtum heraus. Obwohl die Handlung auf die Sekunde genau an das Ende von Band 1 anknüpft, verliert sich die Autorin wieder über 300 Seiten in zwar für die Figuren und das Worldbuilding relevanten Details, die die Handlung allerdings überhaupt nicht voranbringen. Auch wenn es hier einen kleinen zusätzlichen Krimi-Plot gibt, um für einen roten Faden zu sorgen, plätschert die Geschichte also zwischenzeitlich schon stark dahin. Theoretisch hätten die gesamten Ereignisse von Band 1 und 2 - Ophelias Start in Anima, ihr Ankommen am Pol auf dem Anwesen von Berenilde, ihre Zeit als Page im Mondscheinpalast, ihre Zeit als Vize-Erzählerin Faruks, ihre Flucht an die Küste und schließlich der Showdown in der Himmelsburg in einem einzigen Band erzählt werden können.

"Kein Grün zu weiden", wiederholte der Lifboy. "Ich meine, kein Grund zu weinen. Was geschehen ist, ist geschehen, und was geschehen muss, wird geschehen."


Was dem Spannungsbogen vermutlich sehr zuträglich gewesen wäre, hätte aber wahrscheinlich der kleinschrittig aufgebauten Atmosphäre sehr geschadet. Denn abermals versteht es die Autorin sehr gut, durch subtile Andeutungen, undurchsichtige Gegenspieler, überraschende Wendungen und immer wechselnde Fragen eine Grundspannung aufzubauen, die trotz der trägen Handlung dafür sorgen, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Dazu trägt auch wieder der flüssige, schlichte Schreibstil der Autorin bei. Christelle Dabos erzählt hier weiterhin aus der personalen Erzählperspektive von Ophelia, die gelegentlich durch rätselhafte Einschübe unterbrochen wird. Diese "Fragmente" werfen viele Fragen über den Ursprung des "Risses", die Bücher der Hausgeister, die Identität von "Gott" und Ophelias Rolle in der Welt auf und sorgen für zusätzliche Spannung, da man mit den spärlichen Informationen, die einem bisher zur Verfügung stehen, kaum auf eine zufriedenstellende Lösung des Puzzles kommen kann. Interessanterweise merkt man dem Text an einigen Stellen außerdem wieder an, dass es sich hier um eine Übersetzung aus dem Französischen handelt - es wirkt auf der einen Seite sprachlich sperrig, auf der anderen aber auch voll von französischem Charme.

"Ich messe der Kunst des stilvollen Lebens große Bedeutung bei, mein Fräulein, aber ebenso wichtig erscheint mir die Kunst zu sterben. Man kann einander anständig töten, wie zivilisierte Leute."


Apropos Charme... Das Worldbuilding ist zweifellos eine der größten Stärken der gesamten Reihe und eines der kreativsten und originellsten im Fantasy-Genre. Christelle Dabos nimmt uns in ihrer vierbändigen Reihe mit in eine Welt, in der die Menschen nach dem "Riss" auf einzelnen fliegenden Archen leben, die über der brodelnden Erdoberfläche dahinziehen. Jede dieser Archen ist von Familien bewohnt, die jeweils einem mächtigen Hausgeist entstammen und dessen magische Fähigkeiten geerbt haben. Unsere Hauptfigur Ophelia stammt von der Arche Anima, auf der die sogenannten Animisten leben, die Einfluss auf Gegenstände haben. Bisher haben wir außerdem den Pol kennengelernt, eine kalte, von Misstrauen geprägte Winterlandschaft, in der feindlich gesinnte Clans mit telepathischen und illusionistischen Kräften um Macht kämpfen. In diesem zweiten Band dürfen wir noch etwas länger auf dieser Arche verweilen und einiges über die Herrschaftsstrukturen, den Hausgeist Faruk, die vertriebenen Clans, die Architektin Mutter Hildegard und eine größere, geheime Verschwörung hinter den Kulissen lernen. Auch über das Magiesystem, Ophelias Fähigkeiten zum Spiegelreisen und dem charmanten Animieren von Gegenständen, erfahren wir hier mehr. Dabei werden alle neuen Informationen aber eher beiläufig gegeben und es bleibt weiterhin vieles offen und angedeutet, sodass es für die kommenden zwei Bände noch einiges zu entdecken gibt! Die anderen Archen zum Beispiel....

"Gegenwärtig war sie eine Vize-Erzählerin, die mit Drohbriefen überschüttet wurde, und eine Verlobte, die sich in einem Netz aus Intrigen und Geheimnissen verfangen hatte."


Ophelia als Hauptfigur steht erst am Beginn ihrer Entwicklung, das wird in Band 2 deutlicher denn je. Die extrem zurückhaltende, tollpatschige junge Frau, die stoisch vieles über sich ergehen lässt, aber einen erstaunlich treffsicheren Instinkt sowie die Fähigkeit, direkt ins Wespennest zu stechen besitzt ist alles andere als eine gewöhnliche Heldin einer Fantasy-Reihe. An manchen Stellen war sie mir etwas zu passiv, insgesamt wächst sie einem aber gerade durch ihre stille Art und ihre zögerliche Entwicklung schnell ans Herz. Mit ihrer Fähigkeit, durch Spiegel zu reisen und durch das Berühren von Gegenständen deren Vergangenheit zu "lesen" sowie ihren magischen Begleitern wie ihrem lebendigen Schal und ihrer Brille, die nach Gemütslage die Farbe wechselt, hat sie einfach einen Charme, dem man sich nicht entziehen kann. Nerdig, schüchtern, unbeholfen, aber herzensgut - sie erinnert ein wenig an eine weibliche Version von Newt Scamander...

"Bei unserer ersten Begegnung hatte ich einen furchtbaren Eindruck von Euch. Ich dachte, Ihr hättet weder Verstand noch Charakter und wärt niemals in der Lage, die Monate bis zur Hochzeit zu überstehen. Das wird für immer der größte Irrtum meines Lebens bleiben."


Die Nebenfiguren sind hingegen alles, was sie nicht ist: Wo sie eine stille Beobachterin ist, die vieles über sich ergehen lässt, sind sie laut und aufmerksamkeitsheischend aktiv, wo sie ehrlich und offen ist, sind sie verschlagen, während man sie sofort versteht, sind die Nebenfiguren allesamt komplex und schwer greifbar. Egal ob Ophelias Verlobter Thorn, dessen Tante Berenilde, der kindliche Kavalier, der Botschafter Archibald, oder der Familiengeist Faruk, alle haben unterschiedliche Motive, die sie erst nach und nach enthüllen, sodass man keinem trauen kann und nie weiß, ob hinter einer fragwürdigen Handlung reine Boshaftigkeit oder ein verborgener Grund steckt. Obwohl es nicht einfach ist, sie alle ins Herz zu schließen, konnte ich mich hier langsam auf einige von ihnen einlassen und habe auch das Gefühl, dass noch riesiges Potenzial für die Folgebände existiert. Besonders auf die weitere Entwicklung der Romanze zwischen Ophelia und Thorn bin ich sehr gespannt, da diese - trotz dass sie genau wie die beiden sehr ungewöhnlich und zurückhaltend erzählt ist - auf einem spannenden Fundament steht...

Nachdem die ersten 300 Seiten so träge angelaufen sind, sind die letzten 300 dafür umso spannender und turbulenter. Besonders das Ende hat es wirklich in sich, sodass ich wahnsinnig froh bin, dass ich nun gleich zu Band 3 greifen kann!


Fazit


Mit "Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast" knüpft Christelle Dabos direkt an den Zauber des Auftakts an, der weniger durch rasante Action als durch seine Atmosphäre, sein vielschichtiges Weltenkonzept und die leise Stärke seiner Hauptfigur überzeugte. Auch hier muss man angesichts des trägen Starts Geduld mitbringen, man wird allerdings mit einem wendungsreichen Showdown und großartiger Erzählkraft belohnt!

Veröffentlicht am 03.02.2022

Rezension-Die Spiegelreisende die Verschwundenen vom Momdscheinpalast

0

Der Schreibstil war flüssig und angenehm zu lesen. Das Worldbuilding war einfach klasse: detailliert und einfallsreich, sodass ich die Orte vor meinem inneren Auge gesehen habe. Auch die Figuren waren ...

Der Schreibstil war flüssig und angenehm zu lesen. Das Worldbuilding war einfach klasse: detailliert und einfallsreich, sodass ich die Orte vor meinem inneren Auge gesehen habe. Auch die Figuren waren sehr detailreich ausgearbeitet. Ophelias Erscheinungsbild trügt nach wie vor und über das Buch habe ich eine deutliche Charakterentwicklung wahrnehmen können. Sie ist nicht mehr so hilflos und klein, wie noch in Band eins, sondern entwickelt sich zu einer starken, entschlossenen jungen Frau. Ich konnte ihre Gefühle und Handlungen gut nachvollziehen. Thorn hingegen war so undurchschaubar für mich, wie eh und je und ich bin einfach nicht schlau aus ihm geworden. Die Spannung ist unterschwellig immer da und Ophelia muss immer neue Überraschungen erleben. Die Welt ist so vertrackt und detailreich, dass es gar nicht langweilig werden kann. Und durch die ganzen Rivalitäten und Intrigen bei Hofe hatte ich immer was zu rätseln. Und als dann auch noch Personen verschwunden sind, ist es erst richtig rund gegangen und die Spannung war extrem hoch. Am Ende kam die Auflösung - zumindest teilweise - und hat neue Fragen aufgeworfen, die mir gezeigt haben, dass es bei den ganzen Machtspielen um etwas viel größeres geht. Das Ende war echt nochmal richtig, richtig spannend.
Insgesamt also wieder ein super Buch, das mich in den Bann ziehen konnte und mich in eine fremde Welt entführt hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere