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Veröffentlicht am 19.01.2021

Atemberaubend und unvorhersehbar

Ruby Blayke
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Ruby Blayke wächst im Edenplace, einem von Nonnen geführten Waisenhaus, auf. Dort wird sie täglich schikaniert, gar als Teufelsbalg beschimpft. Doch bei ihrem ersten Ausflug ans Meer, verändert sich ihr ...

Ruby Blayke wächst im Edenplace, einem von Nonnen geführten Waisenhaus, auf. Dort wird sie täglich schikaniert, gar als Teufelsbalg beschimpft. Doch bei ihrem ersten Ausflug ans Meer, verändert sich ihr ganzes Leben. Denn ein geheimnisvolles Mädchen, das keinerlei Fussspuren im Sand hinterlässt, drückt ihr einen schwarzen Stein in die Finger. Magisches Leuchten und Pulsieren gehen von ihm aus. Wenn sie doch nur wüsste, wer dieses Mädchen war… Und was hat der Stein zu bedeuten?

Der packende erste Teil einer Dystopie-Reihe, die ich gar nicht so genau einem einzigen Genre zuordnen könnte. Von allem ist ein wenig enthalten, und zwar in der richtigen Menge, sodass die Leseerfahrung wirklich einzigartig war.
Kirsten Storm hatte nicht nur eine grossartige Idee, sondern diese auch umwerfend umgesetzt. Der Schreibstil ist flüssig, mitreissend und spannungsgeladen und die Storyline so unvorhersehbar, dass ich mich fühlte, als würde ich vor Neugierde umkommen, wenn ich nicht augenblicklich weitergelesen würde.
Aber, wie schon gesagt, fand ich auch die Idee und das Setting umwerfend. Ich brauchte eine kurze Weile, um all die Ausdrücke und deren Bedeutung und Zusammenhang zu verstehen, doch meiner Meinung nach war das keineswegs schlimm. So selbstverständlich wie die Worte eingebaut wurden, fühlte ich mich der Handlung gleich viel näher.
Die Geschichte wurde aus Rubys Perspektive und in der ich-Form erzählt, weshalb extrem detailierte Erklärungen der Ausdrücke, die für sie zum Alltag gehörten, nur komisch gewesen wären.
Ruby mochte ich als Protagonistin sehr. Sie war intelligent, stark und hatte eine gute Moraleinstellung. Doch auch sie hatte ab und zu mit der Wut zu kämpfen, was ich, angesichts der Geschehnisse absolut nachvollziehbar fand. Alles andere wäre vermutlich schwer verständlich gewesen, denn der Umgang im Waisenhaus war oft grob und ungerecht.
Von allen weiteren Charakteren mochte ich Schwester Emily und Lana vermutlich am liebsten. Lana war einfach eine zauberhafte Freundin, die mit Ruby durch dick und dünn ging. Schwester Emily mochte ich so gerne, da sie so anders wirkte als all die anderen Nonnen. Gut hinter der Nonnentracht versteckt vermute ich eine etwas durchtriebene und sehr unnachgiebige Frau mit Humor, von der man allerdings nur kleine Einblicke bekommt.
Die Geschichte hat mich auf eine emotionale Achterbahn mitgenommen. Ich habe mit Ruby gelacht und geweint (und das meine ich ziemlich wortwörtlich).
Das Ende hat mich geradezu verrückt gemacht. Dieser letzte Satz war richtig fies. Ich kann es kaum erwarten, den nächsten Teil ebenfalls zu verschlingen, sobald ich ihn in die Hände bekomme.

Fazit: Ein packender Reihen-Auftakt voller Emotion, Spannung und mysteriösen Andeutungen und Vorfällen, der meine Neugier angekurbelt hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.01.2021

Ganz nett und etwas melancholisch

Jedes Neue Leben
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Als eine Art Geist übernimmt Lucia die letzten Stunden, Tage oder gar Wochen des Lebens eines anderen. Dabei versucht sie deren letzten Wunsch zu erfüllen. Als sie im Körper der jungen Sofia landet, verschliesst ...

Als eine Art Geist übernimmt Lucia die letzten Stunden, Tage oder gar Wochen des Lebens eines anderen. Dabei versucht sie deren letzten Wunsch zu erfüllen. Als sie im Körper der jungen Sofia landet, verschliesst diese sich ihr und gibt keine weiteren Informationen. So muss Lucia eigene Nachforschungen anstellen und entdeckt dabei, dass Sofia ein dunkles Geheimnis hatte. Doch die Zeit läuft ihr davon, denn Sofias Leben neigt sich dem Ende zu. Und auch die Tatsache, dass Lucia sich in Sofias ehemals besten Freund verliebt, macht die Sache nicht gerade einfacher. Giulio scheint der Einzige zu sein, der Lucias wahres Wesen hinter der Fassade ihres momentanen Körpers sehen kann. Doch ob Liebe unter diesen Umständen wirklich einen Weg findet? Und lässt sich das auch mit den letzten Wünschen und der kurzen gegebenen Zeit ihres Gastgebers vereinbaren?

Der Klappentext der Geschichte hat sich unheimlich spannend angehört, weshalb ich das Buch auch unbedingt lesen wollte. Allerdings konnte es mich leider nicht hundertprozentig überzeugen.
Zwar war der Schreibstil sehr angenehm und mir gefiel auch die Idee wirklich gut, doch ich kam nicht so richtig in die Geschichte hinein. Ich vermute, dass das an den Charakteren lag, mit denen ich etwas Mühe hatte.
Alle wirkten nett oder eben nicht, aber mir fehlte die Einzigartigkeit und die besonderen Charakterzüge. Lucia war einfach ein ganz normales Mädchen. Ich war ihr gegenüber nicht abgeneigt, konnte aber auch nicht wirklich eine intensivere Bindung zu ihr aufbauen, was ich mir von einer Protagonistin eigentlich erhoffe. Auch Giulio war ja nett und so, aber ich habe mich während des Lesens nicht in seine Art verliebt, mitgefühlt als die Beiden sich nähergekommen sind.
Am meisten mochte ich eigentlich Valentina, Sofias beste Freundin. Diese kam zwar manchmal etwas zickig rüber, hatte aber wenigstens Charakter. Schade, dass sie nicht öfters vorkam.
Trotzdem habe ich mich alles in allem gut unterhalten und es hatte doch ein paar unvorhergesehene Twists, die mich überrascht und zum Weiterlesen animiert haben und auch das Ende hat mir sehr gefallen.
Tatsächlich gab es auch eine Szene, die mich emotional ein wenig mitgenommen hat.
ACHTUNG SPOILER!
Als sie Paolas Paket ihrem Bruder übergaben, fühlte ich wirklich mit ihm und es war zwar traurig, doch auf eine gute Art und Weise.
Ich fand es ohnehin allgemein schade, dass die Gastgeber am Ende immer das zeitliche segnen mussten. Besonders bei den Jüngeren hat mich der Abschied geschmerzt.
ENDE SPOILER!

Fazit: Eine unterhaltsame Geschichte für zwischendurch. Die Handlung war packend und die Idee äusserst faszinierend, doch die Charaktere fand ich noch nicht ganz ausgereift.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2021

Eine berührende Geschichte in einzigartigem Schreibstil

The Sun is also a Star
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Gibt es das Schicksal? Hat das Universum einen Plan für uns? Und gibt es diese eine Person, die grosse Liebe, die Seelenverwandte?
Natasha glaubt an nichts davon. Für alles auf dieser Welt und eigentlich ...

Gibt es das Schicksal? Hat das Universum einen Plan für uns? Und gibt es diese eine Person, die grosse Liebe, die Seelenverwandte?
Natasha glaubt an nichts davon. Für alles auf dieser Welt und eigentlich im ganzen Universum gibt es eine wissenschaftliche Erklärung. Sogar für die Liebe, denn das ist reine Chemie.
Daniel hingegen ist ein Poet. Er glaubt fest an die Eine, an Schicksal und an Gott, der einen Plan für jeden von uns hat.
Beide haben ihre eigenen Prioritäten und eigentlich spricht so ziemlich alles gegen sie. Wenn da nicht diese vielen seltsamen Zufälle gewesen wären (oder das Schicksal? Je nach dem, woran man eher glaubt), hätten sie sich wohl nie gefunden.
Allerdings rennt ihnen die Zeit davon, denn in weniger als 24 Stunden wird Natasha nach Jamaika deportiert werden. Und was auch immer sie versuchen, dieses Ereignis rückt näher und näher, unausweichlich.

Nach «Everything Everything» von Nicola Yoon hatte ich eigentlich nicht das spezielle Bedürfnis ein weiteres ihrer Bücher zu lesen. Trotzdem bin ich irgendwie dazugekommen, dieses Buch zu lesen (wer weiss, vielleicht war es ja auch Schicksal;)) und es hat mich positiv überrascht.
Ihren Schreibstil fand ich angenehm, witzig und berührend. Die Geschichte ist aus Natashas sowie Daniels Perspektive geschrieben. Dazwischen finden sich immer wieder Kapitel einer dritten Perspektive, die sich jedoch andauernd ändert. Ich muss zugeben, dass es mich etwas verwirrt hat, wenn Natasha und Daniel miteinander redeten und dann plötzlich die Perspektive gewechselt wurde, was leider öfters der Fall war. Da waren die Teile dazwischen, in denen es primär weder um Natasha noch um Daniel ging, ganz angenehm zum Erholen. Zudem wurden viele wissenschaftliche Fakten eingebaut, was ich persönlich hochinteressant fand.
Auch die Charaktere fand ich sehr überzeugend. Natasha und ihre nerdige Art gefielen mir wirklich gut, zumal ich selbst eher ihren Standpunkt vertrete und die ganzen Fakten richtig spannend fand. Doch auch Daniel mochte ich unglaublich gerne. Er war ein Träumer und Poet und auch wenn ich der Poesie eher wenig abgewinnen kann, liebte ich die Leidenschaft, die er hineinsteckte.
Die Familienverhältnisse von Beiden haben mich traurig gestimmt. Es tat mir einfach weh, die Szenen mit Natashas Vater zu lesen. Das Schlimme war, dass ich ihn nicht vollkommen hassen konnte. Aber so ist das im Leben. Es gibt nicht nur Liebe und Hass und man kann auch die Menschen, die man hasst, lieben. Nicola Yoon hat das wunderbar rübergebracht.
Jedenfalls habe ich das Buch an einem Stück durchgelesen und konnte es spät in der Nacht erst weglegen als ich es beendet und meine Antworten gefunden hatte. Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr ein Buch beendet habt und einfach ein paar Mal tief durchatmen müsst, da ihr es noch nicht alles vollständig verarbeitet habt? Genau dieses Gefühl hatte ich nach dieser Geschichte und mein Hirn hat noch immer nicht ganz gestoppt, darüber nachzudenken.

Hier noch einige Zitate, die mir besonders gefallen haben:

«Desperation translates into every language.»

«She’s the kind of girl who buys lottery tickets. I’m the kind of girl sho makes fun of people who buy lottery tickets.»

Fazit: Ein unglaublich emotionales Buch, das ich an einem Stück verschlungen habe. Der Schreibstil war einzigartig und bemerkenswert. Allerdings fand ich die vielen Perspektivenwechsel etwas anstrengend.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2021

Eine grossartige Geschichte, teils jedoch ziemlich langwierig

Der Herr der Ringe - Die Gefährten
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Herr der Ringe ist ja wirklich ein Klassiker. Jeder kennt die Geschichte und ich habe die Filme schon sooft gesehen, dass ich die Handlung beinahe auswendig kenne. Trotzdem wollte ich die Bücher unbedingt ...

Herr der Ringe ist ja wirklich ein Klassiker. Jeder kennt die Geschichte und ich habe die Filme schon sooft gesehen, dass ich die Handlung beinahe auswendig kenne. Trotzdem wollte ich die Bücher unbedingt lesen.
Leider wurde ich ein wenig enttäuscht. Die Geschichte ist noch immer Klasse, das auf jeden Fall. Doch der Schreibstil war leider überhaupt nicht meins. Es waren so viele unnütze Details enthalten und viele Stellen fand ich ziemlich öde. Was haben denn die ganzen verschiedenen Arten von Hobbitfamilien und wie und wo sie leben mit dem Handlungsstring zu tun. Ein paar Hintergrundinfos sind ja schön und gut, doch an manchen Stellen war es mir einfach zu viel.
Jedoch denke ich, dass es auch daran gelegen haben kann, dass ich die Geschichte bereits kannte und somit die ganzen Erzählungen und Hintergründe zum Ring nicht brauchte.
So oder so gefällt mir die Grundidee trotzdem super und auch die Charaktere mochte ich gerne. Zwar bin ich nicht ein Riesenfan von Frodo, doch Legolas, Gimli, Gandalf und der Rest der Reisegesellschaft sind mir ans Herz gewachsen.
Trotzdem weiss ich noch nicht, ob ich es über mich bringen werde, den zweiten Teil zu lesen. Mit dem Schreibstil hatte ich wirklich stark zu kämpfen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.12.2020

Absolut Perfek!

Royal Blue
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Als Alex, der Sohn der Präsidentin der Vereinigten Staaten, bei einer britischen Prinzenhochzeit zusammen mit dem jüngsten und ziemlich arroganten, Prinzen in die Hochzeitstorte fällt, ist eines klar. ...

Als Alex, der Sohn der Präsidentin der Vereinigten Staaten, bei einer britischen Prinzenhochzeit zusammen mit dem jüngsten und ziemlich arroganten, Prinzen in die Hochzeitstorte fällt, ist eines klar. Die Sache muss ausgebügelt werden. Alex soll sich mit dem Prinzen treffen und den Anschein einer Freundschaft erwecken, denn weder das britische Königshaus noch die Präsidentin können sich eine offene Feindschaft zwischen zweier ihrer Familienmitglieder erlauben. Besonders nicht so kurz vor den Wahlen in den USA.
Doch als Alex sich öfters mit dem Prinzen trifft, erkennt er, dass unter dieser belanglosen und arrogant wirkenden Fassade ein ganz anderer Mensch steckt. Ein Mensch, zu dem er sich verdammt hingezogen fühlt. Doch kann eine Beziehung zwischen dem First Son und dem englischen Prinzen wirklich funktionieren?
Eine wunderschöne Geschichte über die grosse Liebe und dass diese immer einen Weg findet.

Ich fand das Buch der absolute Wahnsinn! Einmal gestartet konnte ich es kaum wieder aus der Hand legen. Schon lange habe ich nicht mehr so sehr mit einem Buch gelacht und geweint. Die Geschichte ging mir durch und durch.
Auch das Englisch hat nichts an der Tatsache geändert. Normalerweise machen mich englische Bücher beim Lesen etwas schneller müde, doch dieses Mal hat mich nichts davon abhalten können, die Geschichte in mich aufzusaugen.
Wir durften die Erzählung aus Alex’ Perspektive miterleben, was ich geliebt habe, denn erstens war Alex einfach ein wirklich toller Charakter und zweitens durften wir so auch mehr über seine Schwester June und die «Beinahe-Schwester» Nora erfahren. Sie beide haben einen grossen Teil zur Geschichte beigetragen und besonders Nora habe ich geliebt. Ihre direkte und sehr nüchterne Art hat mich öfters zum Lachen gebracht. Sie nahm definitiv kein Blatt vor den Mund.
Alex jedoch genauso wenig. Auch bei ihm mochte ich diese Eigenschaft sehr. Und im Kontrast zu dem eher zurückhaltenden Henry fand ich es gleich doppelt unterhaltsam. Das war vermutlich einer der Gründe, warum die Beiden so perfekt miteinander harmonierten. Sie waren teils recht gegensätzlich und zogen sich dabei an wie zwei stark geladene Magnete.
Ich habe bereits öfters gelesen, dass Leute Mühe mit den zu vielen Sexszenen hatten, was ich irgendwo schon verstehen kann. Mich hat es jedoch nicht weiter gestört. Die Szenen waren oft eher kurz, dafür voller Leidenschaft und Gefühl. Ist ja auch verständlich, wenn man bedenkt, wie selten sich Alex und Henry sehen konnten.
Da ich das Buch mit jemandem zusammen gelesen habe, möchte ich noch anmerken, dass sie nicht minderbegeistert davon war und wir beide zwischen den Abschnitten nur kurz darüber diskutiert haben, da wir sofort weiterlesen wollten.

Hier noch einige Zitate, die mir besonders gefallen haben (die Liste ist stark gekürzt. Ich habe alle paar Seiten wieder eine neue Stelle markiert und am Ende sind es viel zu viele Zitate geworden;)):

« Should I tell you that when we’re apart, your body comes back to me in dreams? That when I sleep, I see you, the di pof your waist, the freckle above your hip, and when I wake up in the morning, it feels like I’ve just been with you, the phantom touch of your hand on the back of my neck fresh and not imagined? »

« And then, inexplicably, you had the absolute audacity to love me back. »

« Alex makes a mental note to figure our which shadowy gay noble taught Henry all this and send the man a fruit basket. »

Um mal ein paar wenige zu nennen…

Fazit: Ein absolut umwerfendes Buch über eine mitreissende Liebesgeschichte voller Leidenschaft und Gefühl. Wirklich gut fand ich, dass die LGBTQ+ community thematisiert wurde und es nicht eine dieser Prinz-Prinzessin-0815-Liebesgeschichte war.

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