Cover-Bild Die Radfahrerin
Band 4 der Reihe "Mutige Frauen, die Geschichte schrieben"
(51)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Thema
13,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Lübbe
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Generationenroman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 400
  • Ersterscheinung: 31.03.2023
  • ISBN: 9783404188796
  • Empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Susanna Leonard

Die Radfahrerin

Annie Londonderry - Eine Frau. Ein Fahrrad. Einmal um die Welt. Roman

Eine bewegende Romanbiographie über die erste Frau, die mit dem Fahrrad die Welt umrundete

Boston, 1894. Annie ist gerade einmal 24, als sie eine schicksalhafte Entscheidung trifft: Sie lässt sich auf die Wette zweier Geschäftsmänner ein, die behaupten, eine Frau würde es niemals schaffen, mit dem Fahrrad die Welt zu umrunden. Annie widerspricht: Was ein Mann kann, kann eine Frau schon lange! Also setzt sie sich auf ihr 19 kg schweres Rad, im Gepäck nur Wechselunterwäsche und einen Revolver, und begibt sich auf das Abenteuer ihres Lebens. Ihre Tour um die Welt schlägt hohe Wellen in der Presse, doch sie birgt auch Gefahren und droht mehrmals zu scheitern. Wird Annie trotzdem Erfolg haben? Wird sie ein Zeichen setzen für alle Frauen, die wie sie von Gleichberechtigung träumen?

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2023

Eine mutige Reise

1

„Die Radfahrerin: Annie Londonderry - Eine Frau. Ein Fahrrad. Einmal um die Welt.“ ist ein weiterer Titel aus der Reihe „Mutige Frauen, die Geschichte schrieben“ von der Autorin Susanna Leonard.
Alles ...

„Die Radfahrerin: Annie Londonderry - Eine Frau. Ein Fahrrad. Einmal um die Welt.“ ist ein weiterer Titel aus der Reihe „Mutige Frauen, die Geschichte schrieben“ von der Autorin Susanna Leonard.
Alles Begann mit einer Wette. Im Jahr 1894 hatten die Frauen nicht viel zu melden und es gab nur wenige Männer, die sich für ihre Rechte einsetzten. Einer davon war Professor John Dowe. Als er sich wieder einmal den größten Unsinn seiner Geschlechtsgenossen über die Unzulänglichkeiten von Frauen anhören musste, fühlte er sich so provoziert, dass er in eine Wette einwilligte, in der es darum ging, dass eine Frau mit einem Fahrrad die Welt umrunden sollte.

Anna Cohen Kopchovsky sollte diese Unmöglichkeit unter dem Namen Annie Londonderry in Angriff nehmen. Bis dahin war sie Mutter von drei Kindern und Ehefrau eines Mannes, der nur wenig verdient und seine Zeit gerne in der Synagoge verbringt. Mit dem Ziel des Preisgeldes in Höhe von 10.000 Dollar vor Augen begibt sie sich auf eine Reise, mit sehr strengen – ich möchte fast unmöglichen sagen - Wettbedingungen .

Annie hat sich die Entscheidung ihre Kinder alleine zu lassen nicht leicht gemacht. Susanna Leonard beschreibt ihren inneren Zwiespalt sehr gut und es wird deutlich, dass sie diese Reise keineswegs aus Egoismus gemacht hat, um ein Abenteuer zu erleben und bekannt zu werden, sondern um ihrer Familie ein besseres Leben zu ermöglichen.

Annie ist eine mutige und abenteuerliche Frau, die eine interessante Entwicklung durchmacht. Neben der Tour, die sie in 15 Monaten abgeschlossen haben soll, muss sie gemäß den Wettbedingungen noch 5.000 Dollar verdienen. Annie ist gut darin sich zu vermarkten, nimmt es allerdings mit der Wahrheit nicht immer so genau.

Zu Beginn des Buches gibt es ein hilfreiches Personenregister in dem die historischen und fiktiven Personen gekennzeichnet sind. Außerdem befindet sich dort ein Hinweis auf die Zeittafel und den Glossar am Ende des Buches. Das gefiel mir sehr gut, da es ist immer so schade ist, wenn man diese Dinge erst im Anschluß nach dem Lesen entdeckt.

Der angenehme Schreibstil macht das Lesen leicht und angenehm. Mit ihrem Nachwort, in dem schreibt Susanna Leonard, dass sie nur auf wenig persönliche Aufzeichnungen von Annie zurückgreifen konnte und dadurch mehr fiktive Personen in diesem Roman sind als in ihren vorherigen Werken. Mein Lesevergnügen hat das nicht geschmälert, ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass alles genau so gewesen sein könnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 29.03.2023

Mit dem Ziel vor Augen

0

„...Für John Dowe begann die Radtour seines Lebens im Kaminzimmer eines Herrenclubs des Bostoner Nobelviertels Back Bay. Doch das wusste er noch nicht, als er in die Pferdedroschke stieg...“

Mit diesen ...

„...Für John Dowe begann die Radtour seines Lebens im Kaminzimmer eines Herrenclubs des Bostoner Nobelviertels Back Bay. Doch das wusste er noch nicht, als er in die Pferdedroschke stieg...“

Mit diesen Worten beginnt die Geschichte einer Frau, die um die Welt radelte. Es war die Wette zweier Männer, die sie zu diesem Abenteuer anregte.
Die Autorin hat einen abwechslungsreichen und gut recherchierten historischen Roman geschrieben. Die wenigen Fakten, die sie zu dem Leben der Anna Cohen Kopchovsky gefunden hat, hat sie zu einer gelungenen Geschichte verwoben.
Der Schriftstil lässt sich flott lesen. Hinzu kommt, dass um das Ganze eine Rahmenhandlung gelegt wurde, die das Erzählen der eigentliche Handlung begründet. Nach vielen Jahren trifft Anna ihre älteste Tochter wieder, die mittlerweile Nonne ist. Ihr erzählt, was sie damals zu ihrer Entscheidung bewogen hat und was sie auf der Reise alles erlebt hat. Sie hofft, damit ihre Tochter zu berühren und wieder eine Beziehung zu ihr aufbauen zu können.
Die Geschichte beginnt in Boston im Jahre 1894. Die junge Anna ist verheiratet, hat drei Kinder und muss trotzdem oder gerade deshalb zum Unterhalt der Familie beitragen. Sie verkauft Inserate und ist dabei sehr geschickt. Ihr wird auch die folgende Annonce angeboten:

„...Gesucht: gesunde, junge Frau, die sich zutraut, mit den Fahrrad in fünfzehn Monaten um die Welt zu fahren. 10000 Dollar Preisgeld...“

Anna lebt beengt mit der Verwandtschaft im jüdischen Viertel. Ihr Mann ist Hausierer, 15 Jahre älter, aber mehr in der Synagoge anzutreffen als auf Arbeit. Bisher hat Anna nie auf einem Fahrrad gesessen. Jetzt aber bewirbt sie sich um den Job.
Sehr detailliert wird beschrieben, wie die Vorbereitung vonstatten geht. Mehrmals steht Anna kurz davor aufzugeben. Doch die Chance auf ein besseres Leben und eine ungeahnte Freiheit treibt sie immer wieder voran. Sie akzeptiert es deshalb auch, unter dem neuen Namen Annie Londonderry zu reisen.
Die wesentlichen Etappen der Reise werden spannend geschildert. Anna schreibt Tagebuch. Die Auszüge daraus werden kursiv wiedergegeben. Es bleibt mir als Leser überlassen, einzuschätzen, was davon Realität und was Phantasie war. Anna hat die Fähigkeit, Menschen für sich einzunehmen. Sie weiß, wie man die Leute begeistert und bei der Stange hält. Das muss sie auch, denn die Wettbewerbsbedingungen schreiben ihr vor, wie viel Geld sie während der Fahrt einzuspielen hat.

„...Es kam ihr vor, als würde ihre gewagte Radreise sie aller Klassenschranken entheben – man begegnete ihr nicht mehr als mittellose Jüdin aus dem Ghetto, sondern als bewundernswerter Frau...“

Ein Personenverzeichnis, eine Zeittafel ein Glossar und Schlussbemerkungen runden das Buch ab.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie zeigt eine mutige Frau mit viel Phantasie, die das Abenteuer ihres Lebens bewältigt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.03.2023

Mit dem Fahrrad um die Welt

0

„Annie Londonderry - Die Radfahrerin“ von Susanna Leonard erzählt die Geschichte von Anna Kopchovsky, einer jungen, amerikanischen Jüdin, die von einem besseren Leben träumt und daher die Hauptfigur einer ...

„Annie Londonderry - Die Radfahrerin“ von Susanna Leonard erzählt die Geschichte von Anna Kopchovsky, einer jungen, amerikanischen Jüdin, die von einem besseren Leben träumt und daher die Hauptfigur einer Wette wird. Die Wetter beinhaltet eine Erdumfahrung mit dem Fahrrad innerhalb von 15 Monaten, in den Jahren 1894/1895. Eine besondere Reise für eine Frau in der damaligen Zeit.

Mir fiel als erstes das historische Cover dieses Buches auf. Es spiegelt einen Teil der Reise Annies wieder und die Farbkombination mit den Blumen und dem hellen Cover ist absolut stimmig.
Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt. Es handelt sich dabei um die Erzählungen Annies, ihre Tagebucheinträge und ein Wiedersehen ca. 45 Jahre später zwischen Annie und ihrer ältesten Tochter Mollie, bei dem sie ihr ihre Reiseerlebnisse schildert.
Ich finde die Erzählweisen sehr angenehm und auch das Gespräch mit ihrer Tochter und die begleitenden Figuren des Professorenpaars Dowe als Rahmenbegleitung macht die, teils fiktive Geschichte, sehr stimmig.
Die Kapitel sind in einer angenehmen Länge geschrieben und somit las sich das Buch sehr flüssig.
An vielen Stellen wirkten die Erzählungen etwas übertrieben und auch die Figur der Annie sehr anstrengend, zeichnet dabei aber das Bild einer verletzlichen Frau, die sich nach Anerkennung, Emotionen und Liebe sehnt. So war für mich ein Bild, welches am Anfang des Romans in Annies zu Hause gezeichnet wurde, prägend für die gesamte Geschichte und half mir immer wieder, ihre Reaktionen, Gefühle und Taten zu verstehen.
Ich finde, es ist Susanna Leonard gelungen, ein stimmiges Bild einer besonderen Frau zu zeichnen, von der nicht viele Überlieferungen vorhanden sind. Aber so oder so ähnlich könnte es vielleicht abgelaufen sein.

Wer Romane über erfolgreiche und starke Frauen mag, der wird auch diesen Roman verschlingen. Für mich ist es eine wunderbare Fortsetzung der Reihe über besondere Frauen, die den Grundstein dafür legten, dass wir Frauen heute als die akzeptiert werden, die wir heute sind und sein dürfen. Eine wunderbare, historische Erzählungen, von der bisher sicher noch nicht viele gehört haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.06.2023

Die RADFAHRERIN

0

Von Annie Londenderry habe ich bis dato nichts gehört, aber sie ist wirklich eine imposante Persönlichkeit, war sie doch die erste Frau, die mit einem Fahrrad die Welt umrundet hat. Boston 1894. In einem ...

Von Annie Londenderry habe ich bis dato nichts gehört, aber sie ist wirklich eine imposante Persönlichkeit, war sie doch die erste Frau, die mit einem Fahrrad die Welt umrundet hat. Boston 1894. In einem Herrenclub schließen zwei Herren eine Wette von nicht beträchtlicher Höhe ab, denn man ist der Meinung, dass eine Frau dazu nicht in der Lage ist, mit einem Fahrrad rund um den Globus zu kommen. Annie Kopchovsky ist eine 22jährige Jüdin und hat schon drei Kinder. Mi ihrem Mann, den Kindern, ihrem Bruder, der Schwägerin und deren Kinder bewohnt sie zwei kleine Zimmer im Judengetto, eine Pappschachtel wie sie es nennt. Da ihr Mann als Hausierer viel zu wenig verdient, nimm sie nebenzu noch Anzeigen für verschiedene Zeitungen auf. Und als sie dann diese Anzeige mit der Weltumrundung sieht und bekommt, faßt sie den Entschluß, selbst die Fahrt zu unternehmen, Und mit dem Preisgeld könnte sie und ihre Familie eine bessere Wohnung und ein viel besseres Leben haben. Annie kann aber leider nicht Fahrradfahren. Sie übt wie eine Besessene, ihr Mann, der Rabbi, die Verwandtschaft, alle sind gegen ihr Vorhaben, die Kinder weinen. Aber Annie läßt sich nicht abbringen und nimmt für Werbezwecken den Namen Londenderry an. Die Fahrt beginnt mit vielen Hindernissen, das kalte Wetter, schlechte Straßen, Straßenräuber, sie landet im Gefängnis, kommt in Kriegswirren und noch vieles mehr hindert sie an ein zügigen Vorwärtskommen. In der Presse wird über sie berichtet, man bezeichnet sie als Mannweib und sie gib Interviews, wo sie aber nicht immer bei der Wahrheit bleibt und sie ihre Erlebnisse viel zu sehr ausschmückt und noch mehr dazu dichtet. Und am Ende schafft sie es doch. Gerne hätte ich weitergelesen, wie ihr es dann zuhause ergangen ist. Aber das Buch endet damit und wir erfahren dann nur noch aus der Zeittafel kurze Infos. Die Autorin hat derart gut, spannend und interessant geschrieben, man meint, man liest einen Krimi oder ein richtiges Abenteuerbuch. Schon allein, als sie mit Rock und Jacke losfuhr, was ja sehr hinderlich war. Aber sie entschloß sich dann, sich wie ein Mann zu kleiden und so kam sie auch mit dem Radfahren besser zurecht. Annie war eine der ersten Frauenrechtlerinnen, eine Emanze, hier als Suffragetten beschrieben. Sie wollte nicht nur zuhause versauern, sondern wollte selbst was leisten und sie schreckte vor keiner Herausforderung zurück. Wie die Autorin ja in ihrem Schlußwort selbst sagt, liegen nicht viel Unterlagen über diese Frau vor, so dass sie Tatsachenberichte mit Fiktion mischte, woraus aber ein wunderbarer Roman entstanden ist. Am Anfang des Buches findet sich ein Namensverzeichnis, was sehr sinnvoll ist und am Ende Glossar. Das Cover zeigt Annie auf dem Fahrrad mit Hose bekleidet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.04.2023

Eien patente Frau

0

Susanna Leonard konnte mich schon mit ihrer Romanbiografie über Jane Fossey begeistern. Da ich außerdem selbst eine begeisterte Radfahrerin bin, war ich natürlich besonders gespannt auf diesen Roman über ...

Susanna Leonard konnte mich schon mit ihrer Romanbiografie über Jane Fossey begeistern. Da ich außerdem selbst eine begeisterte Radfahrerin bin, war ich natürlich besonders gespannt auf diesen Roman über die erste Frau, die mit - und nicht auf - einem Fahrrad um die Welt gefahren ist.

Es gibt nicht viele Berichte und Quellen über Anna Kopchovsky, aber die Autorin hat die Lücken gut gefüllt und man erfährt einige Details in dem interessanten Nachwort.

Annie wird hier als fantasievolle junge Frau dargestellt, die schon früh Ehefrau und Mutter geworden ist. Ihr Mann ist ein Träumer, der zu viel Zeit in der Synagoge verbringt.

Der Roman lässt sich viel Zeit mit der Vorbereitung der Reise und man erfähr viel über Fahrräder und das Alltagsleben. Die abenteuerliche Reise hat mir sehr gut gefallen. Besonders das Treffen mit Nelly Bly mochte ich, da ich vor einiger Zeit eine Biografie über sie gelesen habe.

Ein gelungenes Plädoyer für das Radfahren, für starke Frauen und gewagte Unternehmungen.

Ich bin schon gespannt, womit Susanne Leonard uns als Nächstes überraschen wird.