Cover-Bild Die Spiegelreisende 4 – Im Sturm der Echos
Band 4 der Reihe "Die Spiegelreisende"
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11,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Insel Verlag
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Ersterscheinung: 23.06.2020
  • ISBN: 9783458766032
Christelle Dabos

Die Spiegelreisende 4 – Im Sturm der Echos

Das atemberaubende Finale der Fantasy-Erfolgsserie | SPIEGEL-Bestseller
Amelie Thoma (Übersetzer)

Risse überziehen die Welt der Archen. Einer jagt den nächsten, die Abgründe werden immer größer. Babel, Pol, Anima – keine der Archen bleibt verschont. Die Bewohner müssen ungläubig mitansehen, wie ihre Welt nach und nach auseinanderbricht. Um die unwiederbringliche Zerstörung der Archen zu stoppen, muss so schnell wie möglich der Schuldige gefunden werden. Muss »der Andere« gefunden werden. Aber wie? Wo doch niemand auch nur weiß, wie er aussieht?

Ophelia und Thorn sind so vereint wie nie. Zusammen begeben sie sich auf unbekannte Wege, wo sie die Echos der Vergangenheit und der Gegenwart zum Schlüssel all der Rätsel führen werden. Das ungeheuerliche Finale der Saga der Spiegelreisenden .

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.07.2020

Düsteres Finale der Spiegelreisenden-Saga

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Vierter und letzter Band der Spiegelreisenden-Saga. Zwar wird am Anfang der Inhalt von Band III noch kurz zusammengefasst, aber Achtung: Nicht unabhängig von den Vorgängerbänden zu verstehen.

Apokalyptische ...

Vierter und letzter Band der Spiegelreisenden-Saga. Zwar wird am Anfang der Inhalt von Band III noch kurz zusammengefasst, aber Achtung: Nicht unabhängig von den Vorgängerbänden zu verstehen.

Apokalyptische Stimmung auf den Archen. Unerklärliche Löcher tauchen plötzlich auf, Archenteile verschwinden, technische Geräte sind aufgrund von unerklärlichen Echos beeinträchtigt, offiziell sind diese Vorgänge bedauerliche Unglücksfälle. Ophelia und Thorn hingegen wissen jedoch, dass dahinter ganz andere Ursachen stecken und versuchen die verwirrenden Rätsel um Gott, die Kinderbuchautorin Eulalia Gorth und den ominösen „Anderen“ zu lösen. Als nach einer Volkszählung alle Nicht-Bablianer in einer Nacht- und Nebelaktion ausgewiesen werden sollen, kommt es zur Revolte und Ophelia taucht unter. Thorn, immer noch in seiner Tarnung als „Sir Henry“, wird in der Zwischenzeit der Posten eines Inspektors im Beobachtungsinstitut für Abweichungen zugewiesen. Er soll Informationen über ein streng geheimes Projekt herausfinden – ein Projekt, das auch mit der ursprünglichen Erschaffung der Familiengeister und den aktuellen Problemen in Zusammenhang steht. Um ihren Mann zu unterstützen lässt sich Ophelia freiwillig als „Verdrehte“ in das Institut einweisen – allerdings bringen sie die dortigen Experimente an den Rand ihrer Kräfte. Und da sind auch alte Erinnerungen von Eulalia Gorth, die immer wieder in Ophelias Kopf auftauchen. Und während Ophelia befürchtet, ihre Familienkräfte endgültig zu verlieren, versucht der Rest ihrer Freunde, die Arche Erdenbogen zu finden…

Ich habe die Vorgängerbände mit Begeisterung verschlungen, war allerdings bezüglich der Fortsetzung skeptisch, da es meiner Erfahrung nach oft passiert, dass den Autoren bei Folgebänden die Ideen ausgehen. Diese Befürchtung war hier unbegründet – nach wie vor sprudelt der Ideenreichtum und beschert dem Leser eine Vielzahl unerwarteten Wendungen. Erklärungen und Ergänzungen zu vorangegangen Handlungssträngen inklusive. Die Geschichte ist unglaublich komplex, verschachtelt und genial aufgebaut, man muss sich darauf einlassen (wollen) und beim Lesen auch wirklich mitdenken, sonst verliert man schnell den Faden. Allerdings empfand ich manche Passagen als beklemmend und für ein Jugendbuch sehr düster, gerade die medizinischen Untersuchungen und die kranken Experimente zu denen Ophelia gezwungen wird, erinnerten mich an Beschreibungen von Konzentrationslagern. Demgegenüber steht die ungeheuerliche Entwicklung, die Ophelia seit Band I durchgemacht hat. Und auch Thorn hat seit Beginn viel dazu gelernt. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist eigentlich nur ein kleiner Nebenschauplatz im Rätsel zwischen dem Anderen und Gott, dennoch hat es mich unglaublich berührt, dass Thorn seiner Frau heimlich ihre Brille und ihre Leserinnenhandschuhe besorgt, um ihr die Schikanen im Alltag erträglicher zu machen.

Ich kann leider nur 5 Sterne vergeben, aber die hat sich diese außergewöhnliche und kreative Reihe wirklich verdient. Vielen Dank für mein Rezensionsexemplar.

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Veröffentlicht am 28.06.2020

Ein Ende mit einem lachenden und einem weinenden Auge

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Ophelia und Thorn haben sich in Babel wiedergefunden. Doch an ausruhen ist nicht zu denken: die Archen zerfallen immer schneller. Bald schon versinken ganze Stadtviertel im Wolkenmeer. So bleibt dem ungleichen ...

Ophelia und Thorn haben sich in Babel wiedergefunden. Doch an ausruhen ist nicht zu denken: die Archen zerfallen immer schneller. Bald schon versinken ganze Stadtviertel im Wolkenmeer. So bleibt dem ungleichen Paar nur noch wenig Zeit, Gott und den Anderen zu finden und die Zerstörung der Welt zu stoppen. Auf der Jagd nach Informationen dringt Ophelia immer tiefer in ein Netz aus Lügen und Geheimnisse ein und begibt sich damit selbst in immer größere Gefahr. Eine Gefahr, die nicht nur Ophelia droht für immer zu verändern…

Wow! Dieser Ausruf fasst den letzten Band der Spiegelreisenden-Saga wohl am treffendsten zusammen. Was für ein Abschluss! Statt all die Fragen der letzten Bände nun endlich zu beantworten, kommen mit jeder Antwort neue Mysterien und Fragezeichen im Kopf hinzu. Erst ganz am Schluss lüftete sich mein persönliches Wolkenmeer im Kopf vollständig und ich konnte nur noch staunend die letzte Seite umblättern. Was hat sich Christelle Dabos hier nur für eine wahnwitzig-geniale Welt erdacht! Zwischenzeitlich schwirrte mir der Kopf, doch am Ende ist alles so logisch wie faszinierend. Aber natürlich werden nicht nur Fragen beantwortet, sondern die Handlung nimmt noch einmal so richtig Fahrt auf. Altbekannte Charaktere bekommen genauso ihren Auftritt, wie einige neue Bekanntschaften. Aber die größte Entwicklung macht wohl Ophelia selbst. Endgültig vorbei ist es jetzt mit dem schüchternen Mädchen mit Piepsstimme, die sich hinter ihrem Schal versteckt. Aus Ophelia ist eine mutige Frau geworden, die für sich, ihre Freunde und natürlich ihre Liebe kämpft. Auch Thorn ist nicht mehr der alte und wir lernen ihn hier von einer ganz neuen Seite kennen.

Mit über 600 Seiten ist „Im Sturm der Echos“ sicher keine schnelle Pausenlektüre. Aber auch diese 600 Seiten sind leider irgendwann zu Ende. Die Bücher der Spiegelreisenden gehören dabei für mich immer in die Kategorie: ich will jetzt sofort das Buch zu Ende lesen, aber bitte lass das Buch noch nicht zu Ende sein! Und mit dem nun finalen Band ist es noch einmal doppelt so schlimm. Was habe ich dem Ende entgegengefiebert! Und nun, wo ich das Buch ausgelesen habe, werde ich wohl noch eine ganze Weile Ophelia, Thorn und all die anderen schmerzlich vermissen und über das Ende nachgrübeln müssen. Bleibt nur zu sagen: Frau Dabos, bitte mehr solcher Bücher!

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Veröffentlicht am 11.05.2025

Verzettelt sich zu sehr in der komplizierten Handlung, um wirklich als Finale zu begeistern...

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Seitdem ich mit der "Spiegelreisende"-Reihe begonnen habe, bereue ich wirklich, sie so lange auf meinem SuB habe schmoren lassen. Denn Christelle Dabos entführt hier in vier Bänden in eine faszinierende, ...

Seitdem ich mit der "Spiegelreisende"-Reihe begonnen habe, bereue ich wirklich, sie so lange auf meinem SuB habe schmoren lassen. Denn Christelle Dabos entführt hier in vier Bänden in eine faszinierende, fremdartige Welt voller Geheimnisse, Intrigen und Magie, die mit undurchsichtiger Handlung, interessanten Figuren und originellen Ideen überzeugt. Der letzte Band, "Im Sturm der Echos" ist ein wendungs- und aufschlussreicher Abschluss der Reihe, der endlich alle Antworten auf alle Fragen bereithält, auf den 613 Seiten aber leider oft mehr verwirrt als begeistert...

"Draußen schlendert er lässig die Straße entlang. Er ist nicht in Eile. Neugierig, ja. aber niemals in Eile. Dabei ist es mittlerweile höchste Zeit, für sie alle."


Optisch ist "Im Sturm der Echos" nahe an der Gestaltung von Band 1, 2 und 3 gehalten. Während wir zuvor jeweils die Handlungsorte am Pol und in Babel in blau, gelb und grün gesehen haben, ist hier nun das im Sturm wankende Beobachtungsinstitut für Abweichungen in einem sanften lachsorange abgebildet. Die wunderschöne Illustration fängt wieder die geheimnisvolle, verträumte Stimmung des Romans ein und macht das Buch zu einem echten Hingucker im Regal. Auch innen überzeugt die Gestaltung abermals mit einer stilvollen Kapitelgestaltung und einer Weltkarte der Archen, die für einen Überblick über alle bereits vorgestellten Welten sehr hilfreich ist.

Erster Satz: "Du bist unmöglich."

Nachdem wir in Band 3 nach Babel gereist sind und dort eine kosmopolitische Metropole vorgefunden haben, die sich vom Pol nicht mehr hätte unterscheiden können, hat nun der Weltuntergang begonnen und vom einst weltoffenen Anstrich der Arche ist nichts mehr übrig geblieben. Während sich die politische Lage in Babel immer weiter zuspitzt, die Arche gefährlich bröckelt und alles droht aus dem Ungleichgewicht zu geraten, ist es umso wichtiger, dass Ophelia und Thorn endlich das Geheimnis hinter Eulalia Gort, dem Anderen, den Echos und dem Riss zwischen den Welten ergründen, bevor es möglicherweise zu spät ist. Wichtige Antworten erhofft sie sich im Beobachtungsinstitut für Abweichungen, in das sie sich kurzerhand selbst einweist. Für den Finalband eine ausgesprochen vielversprechende Ausgangssituation, mit der man nicht viel falsch machen kann - dachte ich zumindest!

"Die schwarzen Strahlen fluten in ihre Brillengläser, erhellen mit ihrem paradoxen Licht Ophelias Gedanken, und sei´s drum, dass sie unfähig ist, diese laut auszusprechen. Sie ist erfüllt von einem Verstehen, das keiner Worte bedarf."


Ich hatte gehofft, in diesem finalen Band die restliche Welt zu sehen, die anderen Hausgeister kennenzulernen, Erdenbogen zu besuchen und Weltuntergangsluft zu schnuppern. Was wir hier auf 613 Seiten bekommen ist allerdings etwas ganz anderes. Da sich der Hauptteil der Handlung ausschließlich aus Ophelias Perspektive im Institut für Abweichungen abspielt, bekommen wir leider nur wenig von der Zuspitzung in Babel, geschweige denn den Vorkommnissen auf den anderen Archen mit. Statt das Tempo anzuziehen, den Weltuntergang darzustellen, alle aufwändig platzierten Figuren ins Spiel zu bringen und alle Trümpfe aufzufahren, verliert sich die Autorin leider wie schon so oft zuvor in einem eher zähen Mittelteil im Klein-Klein ihrer Ideen. Zwar ist die skurril-unheimliche Atmosphäre des an eine Horror-Psychiatrie erinnernden Instituts durchaus interessant, die Verbindung der Echos, Schatten, Verdrehungen sowie des Füllhorn-Projekts zum Großen und Ganzen der Handlung wird aber erst sehr spät deutlich, sodass man den vielen Theorien und Andeutungen nur halbherzig folgt.

"Krieg ist, wenn man aufhört, sich zu verstehen."


Mit dem Wissen von Band 4 würde ich deshalb rückblickend für die gesamte Reihe urteilen, dass sie problemlos mit zwei, statt vier Bänden ausgekommen wäre. Band 1 und 2 bilden für mich eine Einheit, da sie ein ähnliches Setting, eine ähnliche Atmosphäre und ein festes Set an Figuren beinhalteten, hätten mit strafferem Plot aber gut zu einem Band zusammengefasst werden können. Genauso verhält es sich meiner Meinung nach mit Band 3 und 4, die beide in Babel spielen, neue Figuren einführen, einen ernsteren Erzählton sowie einen starken Fokus auf eine zweite Erzähldimension aufweisen und nur noch sehr wenig auf Band 1 und 2 aufbauen. Auch in diesen beiden Bänden gab es immer wieder Durststrecken, Längen und Wiederholungen, die wunderbar zu einem einzigen Spannungsbogen hätten vereint werden können. Stattdessen liest sich die Reihe nun wie zwei Dilogien, die aber ein wenig den Bezug zueinander verloren haben und diesen roten Faden findet die Autorin auch in diesem Finale leider nicht mehr.

"Solange du ein Schatten unter Schatten bleibst, stellst du nur für dich selbst ein Problem dar. Gefährlich wird es erst, wenn ein Spiegelbild seinen Spiegel verlässt. Und wenn es, ohne sich je zu zeigen, zerstört, was aufzubauen Jahrhunderte in Anspruch genommen hat."


Generell hatte ich an manchen Stellen das Gefühl, dass die Autorin selbst nicht genau wusste, wie sie ihre Geschichte ausgehen lassen möchte. Bereits in den früheren Bänden hat Christelle Dabos durch immer neue subtile Andeutungen, undurchsichtige Gegenspieler, überraschende Wendungen und stetig wechselnde Fragen für einen Dauerzustand aus Verwirrung, Spannung und halbgaren Theorien gesorgt. Dies treibt sie in "Im Sturm der Echos" allerdings nochmal auf die Spitze, in dem sie alle fünfzig Seiten alles umkrempelt, was man zu wissen glaubte. Dabei haben viele Wendungen für mich ganz wunderbar zusammengepasst und frühere Ahnungen bestätigt, wieder anderen schienen bei mir aber nicht so ganz zu klicken und haben mir beim darüber Nachdenken nur Kopfschmerzen beschert. Genaueres kann ich ohne zu spoilern leider nicht über die Handlung urteilen, doch nur so viel: Auch wenn die Inszenierung sowie die Auflösung am Ende aufwändig und wirklich gut gelungen ist, verstrickte sich die Autorin in zu viele Nicht-Erklärungen, um für mich einen wirklich guten Abschluss zu erzeugen. Das ist allerdings häufig in komplexen Fantasy-Reihen ein Problem, wenn über etliche Seiten hinweg Fragen und damit auch Erwartungen geschürt wurden, die am Ende alle zufriedenstellen auf wenig Platz beantwortet werden müssen.

"Fräulein Ophelia, Kleine von Artemis, Frau Thorn, Miss Eulalia", zählte er mit immer breiterem Lächeln auf, "das sind recht viele Rollen für eine einzige Person. Wer seid Ihr wirklich, ohne sie?"


Neben dem für mich etwas unklaren roten Faden und dem zähen Mittelteil fand ich außerdem schade, dass die Autorin keine Zeit findet, Ihr Worldbuilding vollständig auszunutzen. Über die Reihe hinweg entfernte sie sich immer mehr vom gemütlichen Fantasy-Setting hinzu einer politischen Steampunk-Welt, in der andere Dimensionen und Erzählebenen eine größere Rolle spielen als die tatsächliche Realität. So gibt es hier immer mehr Rückblicke in die Vergangenheit, Abschnitte von "Hinter den Kulissen", Zwiegespräche mit Echos, Spiegelbildern und schließlich der Besuch einer umgekehrten Welt - statt zu erklären und damit zu arbeiten, was sie bereits in ihrer Welt hat (die anderen Archen, das Weltenmeer, die anderen Familien etc.), wird der Schauplatz der Handlung immer mehr ins Abstrakte verlagert. An mehreren Stellen wird die Handlung dabei schwer greifbar, sodass man eine große Menge Fantasie einsetzen muss, um den Geschehnissen zu folgen. Das hat mich in Teilen an die Welt von Philipp Pullman in seiner "His Dark Materials"-Reihe erinnert, die zwar auch von originellen Ideen nur so strotzt, aber immer wieder die Bodenhaftung verliert und es nicht schafft, die Welt durchgängig greifbar zu machen.

"Du willst unabhängig sein, ich dagegen will für dich unentbehrlich sein… Ich strebe nach gar nichts. Ich brauche, dass du mich brauchst, so einfach ist das."


Die aller größten Probleme in diesem Finale haben mir allerdings die Figuren bereitet, beziehungsweise das chronische Fehlen ebendieser. Wie bereits erwähnt, konzentriert sich ein sehr großer Teil der Handlung auf Ophelias innere und äußere Entwicklung im Institut für Abweichungen, in dem sie teilweise isoliert, oder von Beobachtern umgeben an der Abspaltung eines Echos arbeitet. Dadurch gerät nicht nur Thorn stark in den Hintergrund, auch andere, liebgewonnene Figuren haben hier kaum mehr einen Auftritt. Bereits in Band 3 haben wir nur durch Viktorias Erzählperspektive kurze Blicke auf die Figuren von Band 1 und 2 erhaschen können, da diese in Band 4 nur ganze dreimal eingefügt sind, spielen Archibald, Berenilde, Gwenael, Reineke, Tante Roseline und Co hier praktisch keinerlei Rolle mehr. Neue Nebenfiguren wie Blasius, Professor Wolf, Ambrosius, Elisabeth oder Lazarus bleiben hingegen viel zu undurchsichtig, um die Sympathieträger ersetzen zu können, sodass sich in Band 4 wie in den Archen selbst figurengroße Löcher auftun. Darüber hinaus ist Ophelia selbst viel zu sehr mit ihrer Identitätskrise durch Echos, Schatten, Verdrehung, Erinnerung, Vertauschung und Co beschäftigt, um ihre bisherige Entwicklung wirklich zu Ende zu führen. So verlaufen sowohl ihre persönliche Geschichte als auch ihre Beziehung zu Thorn am Ende unbefriedigend im Sand.

"Wie sollte sie ihren Platz in der Gegenwart finden, wenn ihre Vergangenheit ein einziges Puzzle war? Wie an die Zukunft denken, wenn die Welt unterging? Und wie konnte sie sich frei fühlen, wenn sie dazu bestimmt war, den Weg des Anderen wieder zu kreuzen?"

Nach 613 Seiten bleibt so das Gefühl, dass hier deutlich mehr drin gewesen wäre! Auch wenn "Im Sturm der Echos" durchaus wieder originell und wendungsreich erzählt ist, konnte Band 4 also die beiden größten Stärken der Reihen - das Worldbuilding und die tollen (Neben-)Figuren, nicht mehr ausspielen und hat sich zu sehr in der komplizierten Handlung verzettelt, um wirklich als Finale zu begeistern.


Fazit


Obwohl "Im Sturm der Echos" mit spannenden Ideen, einer dichten Atmosphäre und einer aufwändigen Inszenierung aufwartet, verliert sich das Finale der Spiegelreisenden-Reihe zu sehr in Abstraktion, Figurenarmut und verwirrenden Handlungssträngen, um einen wirklich überzeugenden Abschluss zu bieten. Die Reihe hinterlässt so einen zwiespältigen Eindruck: faszinierend und originell – aber erzählerisch die meiste Zeit nicht im Gleichgewicht.

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Veröffentlicht am 26.05.2024

Happy End erwartet

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Was soll ich sagen? Da haben Ophelia und Thorn im dritten Band so schön zueinander gefunden und dann sowas. Für mich war das Ende eine Enttäuschung. Nach diesen vier Schinken hätte ein Happy End drinnen ...

Was soll ich sagen? Da haben Ophelia und Thorn im dritten Band so schön zueinander gefunden und dann sowas. Für mich war das Ende eine Enttäuschung. Nach diesen vier Schinken hätte ein Happy End drinnen sein müssen. Ansonsten ist das Buch durchgehend spannend und man erfährt so viel, jedes Kapitel enthüllt was Neues. Aber in mir brodelt es wegen diesem Ende. Das muss ich echt verdauen. Trotzalledem geht eine Leseempfehlung raus, da garantiert viele mit dem Ende zufrieden sein werden, wie man an anderen Rezensionen sieht.

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Veröffentlicht am 16.02.2021

eine tolle Vortsetzung

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Ich habe die ersten drei Teile innerhalb von einer Woche gelesen und war schon von Seite eins an total begeistert. Als ich dann gesehen habe das nun endlich der vierte Teil rauskommt (Die Spiegelreisende ...

Ich habe die ersten drei Teile innerhalb von einer Woche gelesen und war schon von Seite eins an total begeistert. Als ich dann gesehen habe das nun endlich der vierte Teil rauskommt (Die Spiegelreisende - Band 4 - Im Sturm der Echos) war ich super neugierig auf den finalen Teil.
In dem letzten Teil der Spiegelreisenden Saga begleiten wir Ophelia und Thorn.
In den Archen bilden sich immer mehr neue Risse und die beiden müssen sich auf die Suche nach dem Ursprung begeben, diese Reise lässt sie auf einige Probleme stoßen.
Wie von Band eins bis drei war ich nun auch von dem vierten Band wieder einmal sehr begeistert. Ich persönlich finde den Schreibstil von Christelle Dabos sehr flüssig und schön zu lesen, alles in allem finde ich das Buch ist sehr gelungen und bildet ein schönes Finale.

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