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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2018

Romantische Weihnachtsgeschichte

Das wunderbare Wollparadies
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Susan ist der Ruhepol der Ladenbesitzerinnen in der Valerie Lane - sie betreibt den kleinen Wollladen. Immer großzügig und hilfsbereit, aber auch verschlossen und ein wenig einsam. Aber dies ändert sich ...

Susan ist der Ruhepol der Ladenbesitzerinnen in der Valerie Lane - sie betreibt den kleinen Wollladen. Immer großzügig und hilfsbereit, aber auch verschlossen und ein wenig einsam. Aber dies ändert sich während einer besinnlichen und gleichzeitig turbulenten Adventszeit in der auch Susan ihr Glück findet...

Die Valerie Lane Reihe beschreibt jeweils das Leben einer Ladenbesitzerin - gewöhnlich bis zum Happy End. Ich mag die Reihe, weil sämtliche Charaktere sehr sympathisch sind und die Geschichten eine Art Heile Welt vermitteln, in der jeder irgendwann an der Reihe ist, sein Glück zu finden. Auf Susans Geschichte war ich schon gespannt, weil sie mir aus den anderen Geschichten bereits sehr sympathisch war und ich wurde nicht enttäuscht, dies ist eine wunderbar romantische Weihnachtsgeschichte, die man gut an einem verregneten Tag in einem Rutsch durchlesen kann.
Das Einzige, was mich stört - aber nicht an diesem Buch, sondern an der gesamten Reihe - ist, die in meinen Augen übertriebene Hilfsbereitschaft der Figuren. Bitte nicht falsch verstehen, ich finde es super, wenn Spenden gesammelt werden oder sonst wie geholfen wird. Ich finde nur, dass es unrealistisch ist. Auf der einen Seite betreibt z. B. Susan ein kleines Wollgeschäft und muss damit über die Runden kommen, andererseits verschenkt sie permanent selbstgestrickte Handschuhe, Mützen, Socken etc. en masse. Als jemand der selbst handarbeitet, weiß ich, wie teuer Wolle ist, das ist einfach schlichtweg nicht möglich, selbst wenn man noch so ein guter Mensch ist.
Trotzdem ist es ein wunderbarer Roman, den ich uneingeschränkt weiterempfehle.

Veröffentlicht am 16.07.2018

Sehr vorhersehbar und sehr langweilig

Das kleine französische Landhaus
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Zum Inhalt: Marketing Assistentin Emmy wird im Urlaub in Frankreich von ihrem langjährigen Freund verlassen und verändert daraufhin ihr Leben: Sie hilft dem ebenfalls verlassenen Ehemann der Affäre ihres ...

Zum Inhalt: Marketing Assistentin Emmy wird im Urlaub in Frankreich von ihrem langjährigen Freund verlassen und verändert daraufhin ihr Leben: Sie hilft dem ebenfalls verlassenen Ehemann der Affäre ihres Freundes in seinem Hotel und kündigt nach dem Urlaub ihren Job um nach Frankreich zu ziehen.

Die Aussage des Buches ist so richtig, wie simpel: Lebe das Leben das dich glücklich macht. Die Geschichte in der diese Botschaft „verpackt“ ist, ist allerdings eher fragwürdig und auch für einen Roman sehr unrealistisch: Innerhalb von nur zweieinhalb Wochen wird Protagonistin Emmy von ihrem Freund verlassen, hat eine kurze Affäre mit dem sexy Gärtner und verliebt sich 4 Tage später in den ebenfalls extrem attraktiven Buchhalter des Hotelbesitzers Ruperts. Daneben arbeitet sie in ihrem Urlaub, natürlich unentgeltlich, im Hotel als Mädchen für alles, kocht, putzt und organisiert.

Davon abgesehen gibt es einige inhaltliche Unstimmigkeiten: Rupert, der erfolgreiche Unternehmer agiert mehrfach unprofessionell: So schafft er es innerhalb einer Woche nicht Ersatzarbeitskräfte für sein Hotel zu organisieren, er informiert andere Gäste, dass es nach Emmys Abfahrt zu Problemen kommen könne, sein hochgelobtes Gourmetmenü besteht nicht aus französischen Köstlichkeiten, sondern aus Obstsalat.. alles nicht wichtig, aber unstimmig.

Inhaltlich passiert eigentlich sehr wenig, was nicht vorhersehbar ist; bereits im ersten Drittel ist klar, in welche Richtung die Reise gehen wird. Lustige oder witzige Szenen fehlen ebenso wie inhaltliche Überraschungen. Gelenkt wird der gesamte Verlauf der Geschichte von den egoistischen Manipulationen des Hotelbesitzers Rupert, der Emmy für seine Zwecke hin und herschiebt wie eine Puppe. Emmy lässt sich alles gefallen und letztendlich beruht auch ihre Entscheidung auszuwandern auf den Zahlen und Berechnungen, die ihr der gute Rupert völlig uneigennützig erstellt hat. Sie selbst bleibt dabei trotz ihrer übertriebenen Hilfsbereitschaft irgendwie eine farblose Figur.

Insgesamt ist es ein wirklich vorhersehbarer Roman, der sich leider durch nichts von der Masse an Sommerromanen abhebt und sicher nicht im Gedächtnis bleibt. Fortsetzung nein danke, aber ein Stern für das wunderschöne Cover und ein Stern für das Frankreich-Feeling das zumindest im ersten Drittel des Buches aufkommt.

Veröffentlicht am 27.10.2018

Die dritte Mrs. Hemingway

Hemingway und ich
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Dieser Roman beschreibt aus der Ich-Perspektive die Lebensgeschichte von Martha Gellhorn, der dritten Ehefrau von Ernest Hemingway vom Beginn ihrer Bekanntschaft 1936 in Florida bis zur Scheidung 1941. ...

Dieser Roman beschreibt aus der Ich-Perspektive die Lebensgeschichte von Martha Gellhorn, der dritten Ehefrau von Ernest Hemingway vom Beginn ihrer Bekanntschaft 1936 in Florida bis zur Scheidung 1941. Naiv und leichtsinnig und von Hemingway fasziniert reist sie mit ihm in den spanischen Bürgerkrieg um sich als Kriegsjournalistin einen Namen zu machen.

Es ist die Geschichte einer ehrgeizigen Schriftstellerin, die Zeit ihres Lebens wie die Motte vom Licht von Kriegsschauplätzen angezogen werden wird. Spanien, Finnland, China etc. – Martha Hemingway sucht und findet den Krieg. Parallel zu ihrer journalistischen Tätigkeit entwickelt sich auch ihre Ehe mit Hemingway immer mehr zu einem Schauplatz für Streitereien, Kränkungen und Machtspielchen. Was sogar für den Leser gerade zum Ende hin ziemlich zermürbend ist.

Es ist die Geschichte zweier Schriftsteller, die sich in vielen Dingen zu ähnlich sind. Martha Hemingway, hartnäckig, zielstrebig und unabhängigkeitsliebend lebt im ständigen Vergleich mit dem erfolgreicheren Ehemann und trotz ihres aufregenden und ungewöhnlichen Lebens bleibt sie am Ende doch – leider- nur die dritte Mrs. Hemingway.

Dies ist ein fiktiver Roman im Rahmen realer historischer Ereignisse – eine Tatsache, die man dank Paula Mc Lains meisterhafter Beschreibungsgabe des Öfteren vergisst. Leider ist es dadurch schwer, die Grenzen zwischen Fiktion und Wahrheit zu sehen. Persönlich kann ich Martha Hemingways beschriebene Faszination für Kriegsgeschehen in keinster Weise nachvollziehen, sondern sehe nur Sensationslust und Zynismus. Für ihren Mut als Kriegsreporterin kann ich sie daher nicht bewundern, wohl aber für ihr Streben nach Unabhängigkeit und beruflichen Erfolg. Paula Mc Lain holt mit ihrem Buch eine bemerkenswerte Frau ins Licht und bewirkt, dass man mehr wissen will – mehr über Martha Hemingway, mehr über Ernest Hemingway und auch mehr über die geschilderten historischen Ereignisse.

Veröffentlicht am 27.09.2018

Viele Klischees, wenig Inhalt

Ich hab's auch nicht immer leicht mit mir
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Mir hat das Hörbuch leider nicht besonders gefallen. Dies liegt einerseits an der Lesung selbst, die meinem Empfinden nach viel zu schnell erfolgt. Andererseits auch durch den Text selbst, die Themen drehen ...

Mir hat das Hörbuch leider nicht besonders gefallen. Dies liegt einerseits an der Lesung selbst, die meinem Empfinden nach viel zu schnell erfolgt. Andererseits auch durch den Text selbst, die Themen drehen sich um die klischeehaften, klassischen Probleme einer Frau und auch die Witze und Ideen bieten wenig neue oder innovative Gedanken. Es kam mir so vor, als hätte ich alles so oder so ähnlich schon mal gehört. Was schade ist, denn gerade von einer Kabarettistin hätte ich mehr erwartet. Positiv sehe ich die Selbstironie und Authentizität der Autorin. Insgesamt ist es ein Buch, das einen beim Hören hin und wieder zum Schmunzeln bringt - aber das war es dann leider auch schon, der Inhalt bleibt wenig in Erinnerung.

Veröffentlicht am 20.08.2018

Romantische Liebesgeschichte im kolonialen Indien

Die englische Fotografin
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Eliza ist Britin und nimmt einen Auftrag als Fotografin an - sie soll das Leben im herrschaftlichen Palast im Jahresverlauf dokumentieren. Dabei verliebt sie sich nicht nur in einen indischen Prinzen ...

Eliza ist Britin und nimmt einen Auftrag als Fotografin an - sie soll das Leben im herrschaftlichen Palast im Jahresverlauf dokumentieren. Dabei verliebt sie sich nicht nur in einen indischen Prinzen Jay, sondern überwindet auch so manche Schatten der eigenen Vergangenheit.

Die detaillierten Beschreibungen sprühen vor Farben und lassen das untergegangene Indien wieder lebendig werden. Die Geschichte selbst überrascht mit einer Reihe unerwarteter Wendungen und lässt den Leser tief eintauchen in eine faszinierende Welt aus Tradition und Umbruch. Eliza nähert sich der indischen Lebensart nach und nach an, muss aber feststellen, dass ihre Liebe zu Jay fast unmöglich ist.

Bis zum letzten Drittel des Buches hätte ich für diesen Roman auf jeden Fall ohne Wenn und Aber fünf Sterne vergeben. Dann jedoch macht es den Eindruck, als hätte die Autorin beschlossen, um jeden Preis ein Happy End zu erzwingen. Während bis dato ausführlich und realistisch die aussichtslose Lage des Paares thematisiert wurde und man mitfieberte und mithoffte, schien es plötzlich so, als würden sämtliche Steine, die einem gemeinsamen Glück im Weg liegen, wie von selbst im Eiltempo zur Seite hüpfen.

Beispiele gefällig? Elizas Witwenstatus – zuvor ein Riesenproblem – spielt plötzlich ebenso wenig mehr eine Rolle, wie die Tatsache, dass sie eine nicht adlige, mittellose Ausländerin ist. Elizas einflussreicher und hartnäckiger und bis dato intriganter Verlobter respektiert anstandslos und ohne Rachegelüste, dass sie sie die Verlobung zu ihm löst. Die Versöhnung mit der lang verschollenen Halbschwester dauert gefühlte 5 Minuten und um das Glück noch perfekt zu machen, kommt diese auch noch mit dem Sohn des Mörders des gemeinsamen Vater zusammen. Die Geschichte driftet total in unrealistischen Kitsch ab. Als Leser fragt man sich am Ende ernüchtert, wieso man sich eigentlich so lange mit Problemen aufgehalten hat, die anscheinend sowieso keine sind.

Fazit: Eine eigentlich wunderbare, gut geschriebene Geschichte, bei der leider die Masse an Zuckerguss am Ende den Gesamteindruck erdrückt und den Zauber vom alten Indien schal werden lässt. Dadurch wird aus einem über weite Teile tollen Buch letztendlich wieder nur ein durchschnittliches.