Profilbild von KleineHexe

KleineHexe

Lesejury Profi
offline

KleineHexe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit KleineHexe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2020

Leider ein Flop

Weltverbessern für Anfänger
0

Wie kann man die Welt im Alltag verbessern – ein Schulprojekt. Als ich die Idee im Klappentext gelesen habe, war ich spontan begeistert, das klang nach einer kreativen, tollen Geschichte. Minnas Schule ...

Wie kann man die Welt im Alltag verbessern – ein Schulprojekt. Als ich die Idee im Klappentext gelesen habe, war ich spontan begeistert, das klang nach einer kreativen, tollen Geschichte. Minnas Schule veranstaltet einen Weltverbesserungswettbewerb, den Gewinnern winkt eine Reise nach Tallin. Nach einem Besuch ihrer eigenen Oma, die krank und hilflos in einem Pflegeheim liegt, beschließt Minna mit Klassenkameraden für das örtliche Altenheim einen Besuchsdienst einzurichten und so die Welt ein bisschen zu verbessern….

Vorneweg: Die Grundidee finde ich super und es wäre schön, wenn Schulen sie wirklich umsetzen würden. Nicht sehr gefallen haben mir allerdings die inhaltliche Umsetzung und zunehmend auch der sehr eigenwillige Schreibstil. Minna ist 13 und die Geschichte wird aus ihrer Perspektive erzählt. Nur leider klingt der Text sehr erwachen und damit nicht authentisch, es werden am laufenden Band Wörter und Formulierungen verwendet, die Jugendliche in diesem Alter (vielleicht) kennen und verstehen, aber nie und nimmer aktiv verwenden würden. Mir zumindest ist noch niemand in diesem Alter begegnet, der beschreibt, wie jemand „infarktnah hochschreckte“, wusste, was Hygienelack ist oder von einer „Patt-Situation“ spricht – um nur einige von vielen Beispielen zu nennen. Anfangs irritierte mich das, denn ich hatte beim Lesen immer das Gefühl, dass da eine zweite, eine erwachsene „Ich-Person“ aus dem Off kommentiert. Die Autorin verwendet zudem viele eigene Wortkreationen (z.B. „ich war gefleischwolft“, „mit teflonbeschichteter Coolness“) was eine Zeitlang ganz amüsant ist und mich bei einer erwachsenen Protagonistin wahrscheinlich begeistert hätte. Nur werden diese Sprachspielereien alles in allem viel zu oft verwendet, irgendwann strengt es beim Lesen an und lenkt vom Inhalt ab. Davon abgesehen werden vor den Vornamen immer Artikel verwendet - ob man diese bayrische Eigenart mag oder nicht, ist Geschmackssache.

Meine inhaltliche Kritik bezieht sich vor allem auf die sehr klischeehafte negative Darstellung des Pflegeheims. Es werden sämtliche gängigen Klischees bedient: Das Personal ist unfreundlich, das Essen schlecht, der Garten wird nie benutzt, die alten Leute werden mit Tabletten ruhig gestellt, damit sie nicht nerven können und die Krankenschwester ist ein boshafter, spaßbefreiter Drachen, den man austricksen muss. Auf die Idee, einfach einmal offen mit der Dame zu reden, kommt man bis zum Ende des Buches nicht. Mit den beschriebenen Lehrern ist es ähnlich, mehrheitlich sind sie pingelig, gemein, unfähig oder haben sich auch schon mal „ungemein schadengefreut“.

Wahrscheinlich gibt es viele Leser, die derartige Darstellungen witzig finden, ich persönlich bin der Meinung, dass solche abwertenden Beschreibungen verzichtbar sind. Keine Frage, es mag in beiden Bereichen Missstände geben, aber das ist eben nur eine Seite der Medaille. Die Darstellung ist insgesamt einseitig negativ und das finde ich sehr schade - vor allem in einem Jugendbuch in dem es ums Verbessern der Welt geht, sollte man vielleicht darauf hinweisen, dass das Vermeiden von Klischees und eine wertschätzende Kommunikation auch einfach umsetzbare Optionen sind, den Alltag und das Verständnis für andere zu verbessern.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2020

Wasch mich, aber mach mich nicht nass

Die englische Gärtnerin - Blaue Astern
0

Band I einer neuen Trilogie rund um eine junge Engländerin. Wie trifft man im Leben die richtigen Entscheidungen? London 1920. Die junge Charlotte träumt davon, nach ihrem glänzenden Bachelor-Abschluss ...

Band I einer neuen Trilogie rund um eine junge Engländerin. Wie trifft man im Leben die richtigen Entscheidungen? London 1920. Die junge Charlotte träumt davon, nach ihrem glänzenden Bachelor-Abschluss als Botanikerin als eine der ersten Frauen auf botanische Forschungsreisen zu gehen. Mit viel Hartnäckigkeit und der Unterstützung ihrer liberal denkenden Familie gelingt es ihr, einen Job in den bekannten Royal Kew-Gardens zu bekommen, einem Ort in dem exotische Pflanzen gesammelt, gezüchtet und katalogisiert werden. Heimlich träumt sie auch von einer Beziehung mit ihrem schüchternen Kollegen Dennis. Gerade als Charlotte die Möglichkeit geboten wird, gemeinsam mit Dennis an einer wissenschaftlichen Expedition teilzunehmen, passiert ein schreckliches Unglück und Charlottes Bruder landet im Rollstuhl. Auf Charlotte lastet mit einem Schlag nun die Verantwortung für die kranke Mutter, den depressiven Bruder und die minderjährige Schwester – und der Heiratsantrag des altmodischen, aber vermögenden Industriellen Victor kommt zwar überraschend, scheint aber die Lösung aller Probleme zu sein….

Die Handlung an sich ist unterhaltsam, lässt den Leser aber zwiegespalten zurück. Charlottes Verbindung mit Victor ist eine Zweckehe, die vermutlich an den unterschiedlichen Vorstellungen der Partner scheitern wird. Victor ist in seiner Denkweise ein Kind seiner Zeit. Frauen gehören für ihn ins Haus und an den Herd. Mit seinen Einstellungen sammelt er bei Lesern des 21. Jahrhundert sicher keine Sympathiepunkte, allerdings macht er aus seinen Ansichten keinen Hehl, Charlotte kauft keine Katze im Satz. Das macht es auch so schwer, für ihre Seite mehr Sympathien aufzubringen. Obwohl ihre Entscheidungen durchaus nachvollziehbar sind, ist diese Ehe letztlich ein Tauschgeschäft, das ihrer gesamten Familie finanzielle Sicherheit garantiert. Die übrigen Figuren sind durchwegs sympathisch und bieten Potential für weitere Bände. Irritierend fand ich persönlich, dass die gesamte beschriebene Zeit sehr kurz ist und nicht einmal ein Jahr umfasst. Dafür hat mir die Beschreibung der Royal Gardens, über die ich bis dato nichts wusste, sehr gut gefallen. Daher vergebe ich 4 blaue Astern – dieses Buch reißt niemandem vom Hocker, ist aber gute Unterhaltung für einen verregneten Nachmittag oder eine längere Zugfahrt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2020

Britisch-exotische Rezepte zum Abnehmen

Pinch of Nom
0

Ein Kochbuch zum Abnehmen mit Rezepten zum Schlemmen, was will man mehr? Die fröhlich bunte Gestaltung fällt auf den ersten Blick auf und macht Lust aufs Kochen – und aufs Abnehmen. Vornweg: Dieses Kochbuch ...

Ein Kochbuch zum Abnehmen mit Rezepten zum Schlemmen, was will man mehr? Die fröhlich bunte Gestaltung fällt auf den ersten Blick auf und macht Lust aufs Kochen – und aufs Abnehmen. Vornweg: Dieses Kochbuch beruht auf (erfolgreichen) Rezepten, die eine Abnehm(Facebook)gruppe irgendwann auf eine eigene Homepage stellte – d.h. alle Rezepte sind mehrfach getestet und adaptiert. Im Buch enthalten sind rund 100 Rezepte, 2o davon sind die Lieblinge der Online-Community, die übrigen sind neue Kreationen, die aber auf denselben Prinzipien berühren: Gesunde, variierbare, schnell zubereitbare Rezepte mit leicht erhältlichen Zutaten (Was mehr oder weniger auch auf außerhalb Englands zutrifft) . Nach inhaltlichen Unterteilungen (Frühstück, Suppen, Heiß aus dem Ofen, Schnelle Mahlzeiten etc.) werden die Rezepte zusätzlich noch in eine der drei Kategorien „Für jeden Tag“ – „Einmal die Woche“ – „Besonderer Anlass“ eingeordnet, weiters gibt es Angaben zur Vorbereitungs- und Kochzeit, sowie zu den Kalorien pro Portion. Die Rezeptideen sind sowohl für Vegetarier als auch für Fleischesser geeignet.

Den Rezepten selbst merkt man ihren britischen Ursprung vielfach an, viele Gewürzkombinationen sind für deutsch/österreichische Gaumen eher ungewohnt bzw. von exotischen Küchen inspiriert: Curry, Koriander, Senfpulver, Süßkartoffeln, dunkle Sojasauce oder Worcestersauce um nur einige Beispiele zu nennen. Diese Geschmacksrichtungen muss man mögen, sonst ist man mit diesem Kochbuch schlecht bedient. Die Rezepte allerdings, die ich ausprobiert habe, haben mir sehr gut geschmeckt und lassen sich nach den Angaben gut zubereiten. Auch die Einteilung finde ich sehr ansprechend. Was mich jedoch gestört hat, war die durchgehende Verwendung von Kochspray und diversen Granulaten, da ich persönlich reduziertes (aber „echtes“) Öl und frische Zutaten bevorzuge. Was aber natürlich jeder nach Belieben umsetzen kann. Insgesamt kann ich dieses Kochbuch ernährungsbewussten Hobbyköchen empfehlen, die kein Problem mit britisch-kolonialen Geschmacksrichtungen haben. Die Rezepte sind generell alltagstauglich, aber geschmacklich nichts für jeden Tag.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2020

Über die Anfänge eines späteren Massensports

Lottes Träume
0

Anfang des 20. Jahrhunderts: Die junge Lotte kommt nach dem Tod ihres Vaters fast mittellos aus Mürzzuschlag nach Wien, wo sie hofft, Arbeit zu finden. Diese Hoffnung erfüllt sich und Lotte erhält die ...

Anfang des 20. Jahrhunderts: Die junge Lotte kommt nach dem Tod ihres Vaters fast mittellos aus Mürzzuschlag nach Wien, wo sie hofft, Arbeit zu finden. Diese Hoffnung erfüllt sich und Lotte erhält die Chance als Verkäuferin in einem Geschäft für Sportbedarf zu arbeiten. Die herrische und ehrgeizige Ladenbesitzerin ist leidenschaftliche Bergsteigerin und Schifahrerin und möchte sich in dieser Männerdomäne etablieren. Und in Lotte erkennt sie Potential, da diese selbst eine erstklassige Schifahrerin ist. Für Lotte ist dies eine große Chance, ihre Sonderstellung ruft aber auch Neider auf den Plan….

ieser Roman basiert lose auf dem Leben der ersten österreichischen Schiläuferin Mizzi Kauba, auch einige andere Figuren sind an historische Persönlichkeiten angelegt. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen - und das, obwohl ich keine Schifahrerin bin. Lottes Geschichte ist unterhaltsam und spannend und zeigt ein gut recherchiertes Bild einer Stadt im Umbruch: Steigender Antisemitismus, gestiegener Konsum, Elend, Krankheiten und die Probleme der medizinischen Versorgung. Für mich sind die Beschreibungen sehr klar, was aber daran liegen mag, dass ich in Wien nur 10 Minuten von der beschriebenen Kaiserstraße entfernt wohne. Ich komme oft an dieser Straße und vielen der beschriebenen Plätze vorbei; den Laden für Wanderbedarf gibt es wirklich und er ist mir tatsächlich schon früher einmal aufgefallen. Insgesamt macht die Handlung Lust, sich ein bisschen mehr über die historischen Anfänge des Schisports zu informieren und ich bin gespannt auf weitere Bände dieser Reihe. Daher vergebe ich 5 gerne Schistöcke und empfehle dieses Buch guten Gewissens weiter.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.01.2020

Gut geeignet für Gäste

1 Brot - 50 Aufstriche
0

Dieses Büchlein aus der Reihe GU ist dreigeteilt: Fleisch und Fisch – Vegetarisch – Süßes. Die Rezepte sind teilweise Variationen von bereits bekanntem (z.B. Zaziki, Obatzda, Hummus, Guacamole), teils ...

Dieses Büchlein aus der Reihe GU ist dreigeteilt: Fleisch und Fisch – Vegetarisch – Süßes. Die Rezepte sind teilweise Variationen von bereits bekanntem (z.B. Zaziki, Obatzda, Hummus, Guacamole), teils neue (z.B. Potted Schrimps, Dattel-Speck-Dip) Ideen – die meisten lassen sich innerhalb einer halben Stunde gut zubereiten. . Sie passen ebenso zur einfachen Jause im Alltag als auch (etwas aufwendiger) mit teuerreren Zutaten wie Avocado, Schrimps oder Lachs zur gemischten Brötchenplatte, wenn sich Gäste angesagt haben. Manche Rezepte sind auch einfach (nur) Dips, die sich für einen gemütlichen Fernsehabend eigenen.
Auf jeden Fall ansprechend und vor allem nachkochbar, da ist für jeden Geschmack was dabei. Ich kann diese Rezeptesammlung auf jeden Fall weiterempfehlen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere