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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.11.2020

Ein Todesfall und ein Neuanfang

Der kleine Buchladen in den Bergen
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Katrin lebt nach dem Unfalltod ihrer Eltern seit Jahren als Journalistin für Frauenzeitschriften mit ihrem Freund in Berlin. Die Beziehung läuft mehr schlecht als Recht, der Job ist ok, aber nicht die ...

Katrin lebt nach dem Unfalltod ihrer Eltern seit Jahren als Journalistin für Frauenzeitschriften mit ihrem Freund in Berlin. Die Beziehung läuft mehr schlecht als Recht, der Job ist ok, aber nicht die Erfüllung als Katrin die Nachricht erhält, dass eine enge ehemalige Jugendfreundin verstorben ist. Beim Begräbnis trifft sie auf die ehemalige Clique und schnell stellt sich die einstige Vertrautheit wieder ein. Spontan beschließt Katrin sich eine einjährige Auszeit zu nehmen und den alten Buchladen des kleinen Ortes zu übernehmen. Und sie trifft auf ihre große Jugendliebe und auf einen anderen interessanten Mann…

Gegen den Rat einer sehr guten Freundin (Lies niemals Bücher, die das Wort „klein“ im Titel haben) habe ich mir diesen Roman besorgt und gelesen. Insgesamt hat er mir auch gut gefallen. Einzig das Ende mit dem Welpen, fand ich ein bisschen zu dick aufgetragen. Das hätte dieses Buch gar nicht gebraucht. Auch dass die Beziehung mit dem aktuellen Freund zuerst beendet werden muss, damit Katrin für den „Richtigen“ frei ist, ist klar, das Zerwürfnis wirkt aber arg konstruiert: Als sich Katrin entschließt den Buchladen zu übernehmen, unterschreibt sie die Verträge innerhalb weniger Tage, ohne ihren Freund vorher zu informieren. Man fragt sich, woher diese plötzliche Eile kommt, es wäre viel logischer (und realistischer), wenn Katrin einfach in Ruhe in ihren 2 Wochen Urlaub alles durchdacht und organisiert hätte.

So erinnert das Buch ein bisschen an eine Rosamunde-Pilcher-Verfilmung – Schöne Menschen, die in die landschaftlich schöne alte Heimat fahren, dort ihre ehemalige Liebe treffen und alte Missverständnisse aufklären. Inklusive Unfall/Katastrophe 15 Minuten vor Filmschluss.

Alles in allem habe ich mich aber gut amüsiert und ich vergebe daher 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2020

Freundinnen auf einer Kreuzfahrt

Heißer Flirt im gepäck
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Spontan hat mich das witzig gestaltete und sehr hübsche Cover angesprochen. Der erwartete lustige Wohlfühlroman war es dann leider überhaupt nicht.
Ein paar Freundinnen gehen gemeinsam auf Reisen. Und ...

Spontan hat mich das witzig gestaltete und sehr hübsche Cover angesprochen. Der erwartete lustige Wohlfühlroman war es dann leider überhaupt nicht.
Ein paar Freundinnen gehen gemeinsam auf Reisen. Und lernen Leute kennen beziehungsweise erfahren Neuigkeiten….

Dieser Roman ist in einem sehr ungewöhnlichen Stil geschrieben, sprich die Perspektive wandert zwischen den einzelnen Protagonisten hin und her. Wobei sich nicht – wie in manchen Büchern – zwei Figuren die Ich-Perspektive teilen, sondern hier „hüpft“ sie von einer Figur zur nächsten. Jeder kommt mal dran, auch mehrfach. An sich ist die Idee vielleicht interessant, ich habe nur festgestellt, dass ich nichts damit anfangen kann, ich empfinde das beim Lesen als anstrengend. Es war mir auch bis zum Ende nicht klar, ob es sich bei diesem Buch vielleicht um eine Fortsetzung handelt – und damit die Figuren als bereits genügend bekannt vorausgesetzt werden.

Zu dieser formalen Kritik, kommt auch noch eine inhaltliche: Die „Freundinnen“ können sich offensichtlich gar nicht wirklich leiden. Sie streiten sich, sagen sich Dinge mit einer verletzenden Direktheit ins Gesicht und kritisieren aneinander herum, dass ich mich mehr als einmal gefragt habe, warum Menschen mit einem halbwegs gesunden Selbstwertgefühl ausgerechnet mit denen in Urlaub fahren wollen sollten, die sie einerseits schlecht behandeln und die sie andererseits auch einfach nicht mögen. Irritiert hat mich in diesem Zusammenhang immer wieder, dass die Figuren, solche Situationen einfach „weglachen“. Die Streitereien empfand ich als mühsam - lustige oder humorvolle Stellen habe ich (für mich) keine gefunden.

Alles in allem daher nur zwei Sterne für ein Buch das ich nicht weiterempfehlen würde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2020

Viele Allgemeinweisheiten, wenig Inhalt

Was wir gewinnen, wenn wir verzichten
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Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, nachdem ich eine sehr positive Kritik dazu gelesen hatte. Verzicht ist in Zeiten wie diesen „in“, - Zurück zum einfachen Leben, zu mehr Lebensfreude, wenngleich ...

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, nachdem ich eine sehr positive Kritik dazu gelesen hatte. Verzicht ist in Zeiten wie diesen „in“, - Zurück zum einfachen Leben, zu mehr Lebensfreude, wenngleich der Verzicht nicht immer freiwillig erfolgt. Umso enttäuschter war ich beim Lesen.

Dieses kleine Buch ist in sehr einfacher Sprache geschrieben und strotzt vor allgemein bekannten Lebensweisheiten. Sicher richtig und ganz nett, aber weder neu noch irgendwie neuwertig „verpackt“. Neue Erkenntnisse oder Aha-Erlebnisse hat mir der Text aber nicht gebracht.

Bei gewissen Aussagen stimme ich dem Autor, aber einfach nicht zu, beispielsweise, wenn er lobend schreibt, dass die Coronakrise eine Wertschätzung für bestimmte Berufsgruppen gebracht hätte. Am Papier mag das stimmen und schön klingen – ändert aber nichts daran, dass diese Wertschätzung finanziell nicht gezeigt wird und im Großen und Ganzen ein leeres Lippenbekenntnis ist. Auch mit dem Vergleich des Schicksals des jüdischen Arztes und KZ-Insassen Viktor Frankl mit dem des deutschen Schauspielers Samuel Koch kann ich nichts anfangen. Beiden hätten aus ungeplanten Lebensumständen viel gemacht und dem Leben eine persönliche Antworten gegeben. Auch wenn ich verstehen kann, was Firus damit sagen will, empfinde ich das Gleichsetzen des Leids eines Menschen der unverschuldet im KZ war und fast seine gesamte Familie verloren hat, mit dem Unfall eines Sportlers, der bewusst!! und freiwillig das Risiko eines schweren Unfalls in Kauf genommen hat, um an einer TV-Show teilzunehmen, als unglaublich zynisch und als Beispiel einer eigentlich wichtigen Aussage denkbar schlecht gewählt. Alles in allem war das Buch für mich daher insgesamt eine Enttäuschung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.10.2020

Sehr klischeehaft abgehandelte Weihnachtsromanze

Das Weihnachtswunder von Westwood
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Vorneweg – in diesem Roman „verstecken“ sich – warum auch immer – eigentlich zwei getrennte Geschichten, ein relativ kurzer Roman und dann noch eine Kurzgeschichte, die auch zu Weihnachten spielt, aber ...

Vorneweg – in diesem Roman „verstecken“ sich – warum auch immer – eigentlich zwei getrennte Geschichten, ein relativ kurzer Roman und dann noch eine Kurzgeschichte, die auch zu Weihnachten spielt, aber nichts mit der ersten Geschichte zu tun hat. Das ist leider etwas, was ich überhaupt nicht mag. Lieber eine Handlung, aber die dafür ausführlicher und länger.

Zur „Haupthandlung“: Milliadär Duncan wird von seinem Aufsichtsrat gezwungen, sein öffentliches Image zu verbessern, in dem er sich mit einer netten und bodenständigen Frau sehen lässt. Duncan engagiert daraufhin die Erzieherin Annie für diese Rolle. Wobei „erpressen“ eigentlich der richtige Ausdruck wäre, denn Annies Bruder hat Geld unterschlagen und dies ist der Deal, damit Duncan ihn nicht anzeigt. Der Rest ist genauso klischeehaft wie unspektakulär. Annie und der vermeintliche „Bad Boy“ (unglaublich gutaussehend und megareich) verlieben sich. Ende.

Die Handlung an sich kritisiere ich eigentlich gar nicht so sehr. Jeder weiß, was er bekommt, wenn er einen Weihnachtsroman liest. Was ich kritisiere ist die unglaublich plumpe und direkte Umsetzung der Handlung. Diese Autorin kann das so viel besser. Duncan regelt sämtliche Probleme mit Geld. Immer und überall. Ein Problem oder ein Wunsch von Annie und er zückt seine Geldtasche. Das ist bis zu einem gewissen Grad ok, aber auch langweilig. Dass man Probleme eventuell auch anders lösen kann, kommt ihm nicht in den Sinn und lässt die Figur auch am Ende noch abgehoben und nicht sehr sympathisch rüberkommen. Schade, dass Duncan eigentlich nichts aus der ganzen Sache lernt.

Noch weniger konnte ich allerdings mit Annie anfangen – die Klischeeerzieherin mit der praktischen, unvorteilhaften Kleidung und dem riesigen Herzen bis zur Selbstaufgabe. Einer Frau, die sich Kleider aussucht, mit dem Kriterien, dass sie auch ihren Cousinen gefallen müssen – denn diesen will sie die teuren Klamotten schließlich anschließend weiterschenken. Hier hat Mallery in meinen Augen viel zu dick aufgetragen: Annie finanziert nicht nur den Lebensunterhalt und die Studienkosten zweier Cousinen und lässt sich von ihrem undankbaren Bruder ausnutzen, nein, sie ist sogar bereit zugunsten von Duncans Exfrau auf ihn zu verzichten und versucht die beiden wiederzusammenzubringen (obwohl diese ihn betrogen hat). Hier kann man nur mehr den Kopf schütteln, da geht jeder Realismus verloren. Diese Frau ist sogar für einen Weihnachtsroman viel zu gut für diese Welt – und das macht überhaupt keinen Spaß, sondern ergibt unterm Strich einen uninteressanten, schwach wirkenden Charakter, der auf sich herumtrampeln lässt und keine eigenen Konturen hat.

Also in meinen Augen daher ein Buch, wo mich insgesamt (mal wieder) ein schönes Cover verführt hat, aber das inhaltlich eine große Enttäuschung war. Daher nur 2 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.10.2020

„Drei Kleider sollst du mir erschaffen….“

Ein Kleid aus Seide und Sternen (Ein Kleid aus Seide und Sternen 1)
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Maia Tamarin, aus deren Sicht die Handlung erzählt wird, ist die einzige Tochter eines angesehenen verwitweten Schneiders und selbst begnadet im Umgang mit Nadel und Faden. Allerdings ist sie „nur“ ein ...

Maia Tamarin, aus deren Sicht die Handlung erzählt wird, ist die einzige Tochter eines angesehenen verwitweten Schneiders und selbst begnadet im Umgang mit Nadel und Faden. Allerdings ist sie „nur“ ein Mädchen und daher scheint ihr Weg in ein ereignisloses Leben am Herd vorgezeichnet. Die Lage ändert sich, als das Land in einen Krieg eintritt und die beiden älteren Brüder fallen. Da ihr Vater und ihr einzig überlebender Bruder körperlich dazu nicht in der Lage sind und um die Ehre der Familie zu wahren, nimmt Maia als Mann verkleidet am Wettbewerb um die Stelle des kaiserlichen Schneiders teil. Doch die Mitbewerber sind skrupellos – als einziger Verbündeter am kaiserlichen Hof entpuppt sich nach und nach Edan, der geheimnisvolle und mächtige Magier des Kaisers. Und ausgerechnet mit ihm muss Maia auf eine besondere Reise gehen als der Auftrag lautet drei magische Kleider aus einer alten Legende zu nähen: Eins aus Sonnenlicht, eins aus Mondlicht und eins bemalt mit dem Blut der Sterne. Und so suchen Maia und Edan gemeinsam nach den scheinbar unauffindbaren Stoffen…

Eigentlich mag ich keine Fantasy-Romane, aber hier haben mich der Klappentext und das wunderschön gestaltete Cover angezogen. Die Geschichte selbst erinnert durch gewisse Elemente ein bisschen an ein Märchen aus fremden Welten. Ursprünglich hatte ich erwartet, dass Maia es allein durch ihre Cleverness schafft, den Wettbewerb zu gewinnen. Mit magischen Gegenständen, die wie selbstverständlich in die Handlung eingewoben sind, hatte ich nicht gerechnet. Allerdings gewöhnt man sich schnell an diese Sichtweise. Und so taucht man ein in die Magie, reist mit den beiden in die Wüste, fliegt auf einem verzauberten Teppich, trifft auf interessante Figuren – und darf dafür am Ende die zauberhaften Kleider förmlich selbst sehen. Es ist ein unglaublich kreativer Text und dabei spannend und fesselnd (Lovestory natürlich inklusive). Da das Ende offen bleibt und noch einige Probleme übrig geblieben sind, gehe ich davon aus, dass es einen Fortsetzungsroman geben wird.

Ich vergebe daher gerne 5 wundervoll glitzernde Sterne und eine klare Leseempfehlung für Menschen, die Fantasy-Romane mögen und sich gerne einmal eine Auszeit aus dem normalen Leben nehmen wollen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere