Robinsonade zum Schmunzeln und Nachdenken
Dass der Roman schon ein wenig älter ist und nun erneut herausgegeben wurde, merkt man nur an einigen Stellen. Das Miteinander von Männern und Frauen würde heute sicherlich etwas anders ablaufen, auch ...
Dass der Roman schon ein wenig älter ist und nun erneut herausgegeben wurde, merkt man nur an einigen Stellen. Das Miteinander von Männern und Frauen würde heute sicherlich etwas anders ablaufen, auch wäre die Gleichberechtigung heute viel eher ein Thema.
Davon aber einmal abgesehen, ist dies ein sehr kluger Roman. Gesellschaftsroman, Abenteuerroman - da könnte ich mich nicht festlegen, so vielschichtig ist diese Erzählung, und sie wirkt noch eine ganze Weile nach.
Die Sprache des Ich-Erzählers kam mir erst etwas lakonisch und unbeteiligt vor, doch dann fand ich seinen eher beschreibenden und nicht wertenden Stil überzeugend. Er schildert es wie der Journalist, der er ist, ein Beobachter, der dabei ist, am Rand steht und doch einer der anderen ist.
Wahnsinnig ideenreiche Versuche der Gestrandeten, sich ein Leben mit den Gegebenheiten einzurichten werden ebenso geschildert wie Misserfolge und Spannungen in der Gruppe. Das war sehr authentisch, und man konnte gut mitfühlen.
Und man kommt am Ende ins Grübeln: Wie würde ich mich in dieser Situation verhalten, was wäre mir wichtig, was könnte ich zur Gemeinschaft beitragen, wie würde ich Konflikte lösen, was bliebe nach der „Rettung“?