Erwachsene Liebe mit authentischen Charakteren
Forever with the BossAuch ohne die beiden vorangegangenen Romane zu kennen, bin ich gut in die Story gekommen und habe den Roman in wenigen Tagen durchgelesen.
Mit Olivia konnte ich mich gleich identifizieren. Sie möchte ...
Auch ohne die beiden vorangegangenen Romane zu kennen, bin ich gut in die Story gekommen und habe den Roman in wenigen Tagen durchgelesen.
Mit Olivia konnte ich mich gleich identifizieren. Sie möchte sich beruflich beweisen, steckt viel Herzblut in ihre Arbeit (die im übrigen absolut glaubwürdig dargestellt wird, wie ich selbst aus meinen Kontakten zum Change & Transformation Management weiß), sie hat mit Rückschlägen zu kämpfen, Anfeindungen machen ihr persönlich zu schaffen, und darüberhinaus muss sie professionell mit ihren Gefühlen ihrem Vorgesetzten gegenüber klarkommen. Gar nicht so einfach, und man ahnt das Auf und Ab der Gefühle bereits.
Phil wirkt anfangs deutlich reservierter, ein vermeintlicher Player, der nach außen eher verschlossen wirkt und (aufgrund seiner beruflichen Stellung) oft als Spaßbremse gilt (schließlich muss er die Kosten im Blick behalten). Dass er oft so handelt, weil er sich sehr mit seinem Unternehmen identifiziert, Verantwortung übernimmt und seine Gefühle für Olivia ihn nicht voreingenommen erscheinen lassen sollen, das merkt man erst so nach und nach.
Richtig gut gefallen hat mir der meist recht erwachsene Umgang der beiden miteinander. Als sie nach ihrem lange zurückliegenden One-Night-Stand beruflich aufeinandertreffen, kommt es nach einigen unangenehmen Momenten doch zu einem wirklich guten Gespräch zwischen den beiden. Mir hat gut gefallen, wie glaubwürdig geschildert wurde, dass beide professionell bleiben wollen und sich sehr darum bemühen. Olivia möchte sich in ihrer neuen, verantwortungsvollen Stellung beweisen, und Phil lebt sehr für sein Unternehmen. Beide wollen das nicht aufs Spiel setzen, daher fallen sie auch nicht ständig im Büro übereinanderher (wie man es ja aus vielen anderen Boss-Romance-Büchern kennen).
Sie lernen sich auch erst abseits der Arbeit richtig kennen, als Phil seine private, familiäre Seite zeigt und sich Olive gegenüber öffnet und verletzlich zeigt. Als er sich dann erst einmal seiner Gefühle richtig bewusst geworden ist, steht er zu ihr. Es gibt keine Spielchen, kein Hinhalten, kein „Lass uns erstmal schauen, wohin es uns führt“. Sie macht ihm klar, dass er sich ganz zu ihr bekennen muss, und er lässt sich darauf ein. Weil er sie liebt und eben auch beruflich respektiert und stolz auf ihre Erfolge ist. Was gibt es Schöneres? Phil hat am Ende die größte Wandlung vollzogen, und man erkennt, was er doch für ein toller Typ ist.
Eine wirklich schöne, erwachsene Story mit weniger Spice als erwartet, dafür mit Tiefgang, Herz und Gefühl.