Viel Drama, wenig Liebe
Once Upon A Tender KissDas Buch hat mich ein wenig ratlos zurückgelassen. Die erwartete Liebesgeschichte kam nur am Rand vor, viel zu sehr haben immer mehr Probleme und Dramen die eigentliche Handlung bestimmt.
Anfangs hatte ...
Das Buch hat mich ein wenig ratlos zurückgelassen. Die erwartete Liebesgeschichte kam nur am Rand vor, viel zu sehr haben immer mehr Probleme und Dramen die eigentliche Handlung bestimmt.
Anfangs hatte ich große Sympathie für Mia und Tate. Die junge Frau, die sich endlich freischwimmen und ein selbstbestimmtes Leben führen will, trifft auf einen liebenswürdigen, kreativen Chaoten, der ihr Leben durcheinanderwirbelt. So weit so gut. Hätte es werden können.
Leider haben nicht nur Mias absolut toxische und sie unterdrückenden Eltern mit ihren Manipulationen und Übergriffigkeiten so viel Raum eingenommen, dass es mich schon bald nur noch genervt hat. (Wohlgemerkt: Mia ist keine schwerkranke 18jähige, die sich vom Elternhaus löst, sondern eine schon seit frühester Kindheit gesunde Dreißigjährige, die sich völlig fremd bestimmen lässt.)
Auch Tate büßt viel von seinem jungenhaften Charme ein, als er völlig verpeilt, ja sorglos und naiv seine traumatisierte Tochter bei sich aufnimmt. Ja, er ist ein liebevoller, sensibler Vater, der ihre Kreativität fördert. Doch er lebt in den Tag hinein, der nicht angeschlossene Kühlschrank leer, Rileys Betreuung während seiner Arbeitszeit nicht gesichert, ihr Schulalltag und Freundeskreis findet praktisch keine Erwähnung, scheint ihn auch nicht zu beschäftigen, mit seiner Diabetes geht er auch viel zu sorglos um.
Beide Protagonisten wirkten auf mich lebensuntüchtig, unreif und verantwortungslos. Von ihren Traumata mal abgesehen. Denn da gibt es im Laufe der Geschichte so einiges.
Die Dramen nehmen irgendwann Überhand.
Mias übergriffige, manipulative und verlogene Mutter, ihr anstehender Jobverlust, ihre Unselbständigkeit, dass sie selbst ständig in sich hineinhorcht und sich Sorgen um ihr Herz macht, das Auftauchen des Ex-Freundes..
Bei Tate sind es ebenfalls Existenzsorgen, die Überforderung mit seiner Vaterrolle und seiner Diabetes-Erkrankung, der Sorgerechtsstreit, die Alkoholsucht seiner Ex - und ja, dann erfahren wir noch von seinem gewalttätigen Vater, der Tates Mutter getötet hat.
Puh, das ist so viel, dass es am Ende gar kein Wunder ist, dass die Liebesgeschichte zwischen Mia und Tate nicht so recht zündet. Da hilft dann auch nicht die oft sehr blumige Sprache, die irgendwie die Kurve kriegen will zum Märchen von Dornröschen.
Alleine der Sorgerechtsstreit nimmt das gesamte letzte Drittel des Romans ein!
Die Hälfte all dieser Probleme hätte dem Buch und der Handlung gut getan. So bleiben ein paar nette Nebenfiguren (Mias beste, loyale Freundin und Tates prollig-liebenswerter Boss/Freund) in Erinnerung und der Wunsch, dass Mia, Tate und Riley sch schnell professionelle Hilfe holen und sich therapieren lassen.