Roman über Mütter und Töchter | Über die Erwartungen der Mütter, ihr toxisches Erbe und die Schönheit des Erwachsenwerdens
Warum darf eine Tochter nicht glücklicher sein als ihre Mutter?
Regina ist eine typische Vertreterin der Nachkriegsgeneration, sie hatte bereits viele Möglichkeiten, sie konnte Psychologie studieren und von einer akademischen Laufbahn träumen, um dann doch der Familie zuliebe Abstriche zu machen. In ihre Töchter Antonia und Wanda setzt sie nun alle Hoffnungen. Antonia unterläuft diese konsequent, bricht ihr Studium ab und wird alleinerziehende Mutter. Wanda erfüllt alle in sie gesetzten Wünsche und manövriert sich in eine Essstörung, die von allen ignoriert wird. Ein Leben lang schwanken die Schwestern zwischen gegenseitiger Konkurrenz, Autonomie und dem Wunsch, noch über deren Tod hinaus von der Mutter anerkannt zu werden.
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Autorin: Anna Brüggemann
Preis: 22,99€
Seitenzahl: 384
erscheint am 31.10.2024
Verlag: Ullstein
Nach ihrem Debütroman ist der Autorin Anja Brüggemann ein zweiter ...
Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen
Autorin: Anna Brüggemann
Preis: 22,99€
Seitenzahl: 384
erscheint am 31.10.2024
Verlag: Ullstein
Nach ihrem Debütroman ist der Autorin Anja Brüggemann ein zweiter Roman gelungen der sehr vielversprechend daherkommt. . Das Cover macht neugierig und der Titel lässt mich schmunzeln. Wenn wir uns auf den Roman einlassen, sind wir im Jahre 1989.
Regina ist eine schwierige Mutter. Sie hat keine innige Beziehung zu ihren Töchtern.
Sie ist egozentrisch und mischt sich in alle Angelegenheiten ein. Weiter stellt sie ihre eigene Person immer in den Mittelpunkt. Ihre Tochter Wanda entwickelt sich nach den Vorstellungen von Regina. Wanda ist zielstrebig und hat hohe Ansprüche an sich. Lediglich tut sie sich in Beziehungen zu Männern schwer. Ihre Schwester Antonia hat es schwer mit ihrer Mutter. Antonia resigniert und will es Regina gar nicht mehr recht machen. Leider wird Antonia schwanger, der Vater des Kindes ist verheiratet und möchte sich nicht von seiner Frau trennen. Celina kommt zur Welt, obwohl diese Schwangerschaft von allen Seiten skeptisch beäugt wurde. Celina und ihre Großmutter Regina wachsen langsam sehr intensiv zusammen. Sie kommt ihrer Großmutter näher als es ihre Töchter je gekommen sind. Ein Familienroman der viele Facetten aufwirft, aber auch aufzeigt wie man letztendlich doch zusammenwachsen kann. Alles ist möglich!
Der Roman „Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen“ von Anna Brüggemann erzählt ein kompliziertes Mutter-Töchterverhältnis. Regina hat das Gefühl, ihr Leben vergeudet zu haben an ihren Mann und ihre ...
Der Roman „Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen“ von Anna Brüggemann erzählt ein kompliziertes Mutter-Töchterverhältnis. Regina hat das Gefühl, ihr Leben vergeudet zu haben an ihren Mann und ihre zwei Töchter. Sie hätte so viel erreichen können. Und das, obwohl ihre Eltern sie nie gefördert, noch nicht einmal beachtet haben. Reginas Mann ist ihr zu eintönig und langweilig, Antonia, ihre älteste Tochter, zu plump und passiv. Einzig Wanda, die jüngste, könnte vor den Augen der Mutter Gnade finden, sieht sie sich doch in ihr. Allerdings kreist Regina so narzisstisch um sich selbst, dass sie auch Wanda nicht wirklich sieht. Diese heischt um die Liebe ihrer Mutter durch Dünnsein und Erfolgreich sein. Sie ist ihr in ihrer lieblosen, selbstbezogenen Art dabei sehr ähnlich. Antonia kommt da eher auf den stillen, ruhigen Vater. Sie hält aus, wartet ab, will nur sein und in Ruhe gelassen werden. Doch wer keine Grenzen setzen kann, dessen Grenzen werden auch nicht beachtet.
Die Geschichte der drei Frauen liest sich vom Stil her recht leicht. Bisweilen ist ihr Gezänk, Gezeter und Selbstmitleid ermüdend bis erschreckend. So kaltherzig Regina bisweilen mit und über Töchter und Enkeltöchter spricht, das schockiert schon. Ihr Selbstverliebtheit, die sich unter anderem in dem Ansinnen ausdrückt, ihre Memoiren als ein großes Zeitzeugnis für die Frauengeneration 1948 festzuhalten, ist frappierend bis komisch. Dabei geht es auch einmal wieder um die Rolle der Frau, ihr Recht auf Selbstverwirklichung, wie es Wanda als Bloggerin über Feminismus, Finanzen, Frauen- und sonstigen Woke-Themen für sich zu beanspruchen versucht. Und doch endet auch sie mit zwei Kindern in der Job-Familien-Aufreibungsfalle und wünscht sich bisweilen nichts mehr als Ruhe und Versorgtsein. Auch hier scheint mehr Ironie als Ernst im Spiel zu sein, wenn die Autorin immer wieder auf die nachhaltigen, veganen Statussymbole einer modernen Influencer-Woman-Mom anspielt. Ernst nehmen kann man das nicht. Dann eher schon Wandas permanente Selbstzweifel über Aussehen und Geliebtwerden über Lust und Unabhängigkeit, derer sie sich in ihren Blogs vergewissert. Ist das die neue Frau von heute?
Am sympathischsten ist sicher Antonia, die nie weiß, was sie will oder ob sie überhaupt etwas will, aber das annimmt, was sich ihr bietet. Sie schmeißt ihr Studium, findet aber in der Physiotherapie ihren Job. Sie sucht Beziehungen, findet keine Liebe, aber bekommt eine uneheliche Tochter, die ihr ganzes Glück ist. Sie wird herumgeschubst, abserviert, aber sie ist die einzige, die bei sich ankommt oder immer schon bei sich war. Bodenständig, ohne überreflektiertes Selbst- und Rollenbewusstsein. Sie hat ein distanziertes Verhältnis zu ihrer Mutter, sie weiß, dass sie von ihr nicht geliebt wird, so wie sie ist, und nimmt es an. Was aber lässt sie an ihrer Liebe zur Mutter festhalten?
Die Figuren sind ein wenig groblinig dahingeworfen. Es findet zu wenig Entwicklung statt. Reginas Gekeife und Wandas Gejammer machen es schwer, eine Beziehung zu ihnen zu entwickeln. Man sieht sie eher aus einer ironischen Distanz. Antonias Passivität ist bisweilen nur schwer zu verstehen.
Insgesamt finde ich den Roman eher unterhaltend als tiefgreifend.
Der ungewöhnliche Titel hat mich neugierig gemacht. Wenn ich auch nach der Lektüre nicht nachvollziehen kann, woher er kommt und worauf er sich bezieht. In einer Szene werden nachts zwei Kampfhunde ...
Verstörend
Der ungewöhnliche Titel hat mich neugierig gemacht. Wenn ich auch nach der Lektüre nicht nachvollziehen kann, woher er kommt und worauf er sich bezieht. In einer Szene werden nachts zwei Kampfhunde spazieren geführt, aber wo ist der Bezug zur Geschichte? Den Klappentext fand ich, selbst Mutter von Töchtern, herausfordernd. Und so war auch das Buch. Er hat mich herausgefordert und mehrmals wollte ich aufhören. Die Mutter Regina ist so selbstgerecht, kompromisslos, verletzende, bestimmend, einfach unangenehm. Ständig jammert sie verpassten Chancen hinterher und kritisiert an ihren Töchtern und ihrem Mann herum. Es kommt wirklich kaum mal etwas Positives von ihr. Die beiden Töchter, Wanda und Antonia, entwickeln sich sehr unterschiedlich und Wanda versucht auf ihre Art mit der dauernden Kritik klar zu kommen. Sie entwickelt eine Essstörung. Die Schwestern haben auch miteinander eine schwierige Kommunikation. Wir begleiten die drei Frauen über viele Jahrzehnte - und als Regina schließlich stirbt, bin ich erleichtert, dass Wanda und Antonia jetzt frei sind und ich das Buch weglegen kann.
Eine Mutter und zwei Töchter, darum geht es in dem Buch. Die Töchter sollen die Erwartungen ihrer Mutter erfüllen, das geht nicht immer. Aber kann es doch gelingen ?
Für mich hat sich Buch sehr ...
Eine Mutter und zwei Töchter, darum geht es in dem Buch. Die Töchter sollen die Erwartungen ihrer Mutter erfüllen, das geht nicht immer. Aber kann es doch gelingen ?
Für mich hat sich Buch sehr interessant angehört, darum habe ich entschieden, es zu lesen, doch leider wurde ich etwas enttäuscht, denn ich hatte mir viel mehr darunter vorgestellt. Die Geschichte ist in drei Kapiteln eingeteilt und: 1998 – 2010 -2019. Ich dachte, es ist ein schöner Familienroman, aber ja Familienroman ist es, aber schön? Es geht um Regine, die zwei Töchter hat – Antonia und Wanda. Töchter wollen ihrer Mutter oft nacheifern, aber bei Antonia und Wanda ist das nicht so. Da fehlt die Mutterliebe und sie wollen alles andere als wie ihre Mutter werden. Regina ist Psychotherapeutin und da sollte man denken, die weiß wie Mutter geht, doch weit gefehlt, denn was sie manchmal über ihre Kinder sagt, geht für mich gar nicht. Mit den drei Hauptprotagonistinnen bin ich nicht wirklich warm geworden, die Partner der beiden Töchter treten kaum in Erscheinung, spielen nur eine Nebenrolle und der Mann von Regina bleibt sehr, sehr blass. Und der Titel blieb mir bis zum Schluss ein Rätsel, denn besagte Kamphunde treten nur ein ein paar wenigen Zeilen in Erscheinung. Das Ende war allerdings sehr traurig, aber konnte für mich nicht viel rausreißen. Allein das Cover gefällt mir gut, sehr schlicht gehalten, aber hat was.
Schade, ich kann das Buch gerade im Mittelfeld von Büchern einordnen und vergebe daher 3 Sterne.
„Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen – Roman über Mütter und Töchter“ ist ein ganz schön langer Titel und ich wünschte mir jemand hätte bei Titel und Cover bessere Arbeit geleistet. Allein der lächerliche ...
„Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen – Roman über Mütter und Töchter“ ist ein ganz schön langer Titel und ich wünschte mir jemand hätte bei Titel und Cover bessere Arbeit geleistet. Allein der lächerliche Titel würde mich nämlich schon davon abhalten das Buch im Buchladen in die Hand zu nehmen. Der Untertitel „Roman über Mütter und Töchter“ ist da schon besser gewählt und bringt den Inhalt genau auf den Punkt. Die Autorin Anna Brüggemann beschäftigt sich in ihrem Buch mit den Beziehungen zwischen Müttern und ihren Töchtern.
Die Mutter ist in diesem Fall Regina, die als typische Vertreterin der Nachkriegsgeneration beschrieben wird. Sie hat Psychologie studiert und von einer akademischen Laufbahn geträumt, aber ihre Karriere hat auf Grund ihrer Familie dann doch leiden müssen. Daher setzt sie nun all ihre Hoffnungen auf ihre Töchter: Antonia und Wanda. Antonia bricht allerdings ihr Studium ab und wird alleinerziehende Mutter, was nicht den Vorstellungen der Mutter entspricht. Wanda erfüllt zwar Reginas Vorstellungen, aber sie entwickelt eine Essstörung, die allerdings von allen ignoriert wird.
Der Roman beschäftigt sich mit dem Verhältnis zwischen Regina und ihren Töchtern, aber auch mit der Konkurrenz zwischen Antonia und Wanda und inwiefern die Mutter die Dynamik zwischen den Schwestern beeinflusst. Die Frauen stehen dabei komplett im Mittelpunkt der Handlung und die Männer an ihren Seiten werden mehr oder weniger außen vor gelassen. Die Geschichte wird zudem auf mehrere Zeitebenen erzählt, wodurch es leichter fällt die Protagonistinnen und ihre Entwicklungen nachzuvollziehen.
„Wenn nachts die Kampfhunde spazieren gehen“ versucht – wie der Titel vielleicht schon vermuten lässt – ein sehr tiefgründiger Roman zu sein. Die Handlung fand ich allerdings stellenweise doch sehr klischeehaft und es war offensichtlich wohin die Geschichte gehen würde. Das Buch ist nicht schlecht und wird sicherlich sein Publikum finden, aber für mich war es kein Highlight und in erster Linie wird mir wohl der lächerliche Titel in Erinnerung bleiben.