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Veröffentlicht am 15.08.2021

Spannende und unterhaltsame Science Fiction

Der dunkle Schwarm
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Bei "Der Dunkle Schwarm" handelt es sich um ein Audible Original und ich hatte im Vorfeld bereits einiges über das Buch auf Social Media mitbekommen. Allerdings höre ich fast nie Hörbücher und war dementsprechend ...

Bei "Der Dunkle Schwarm" handelt es sich um ein Audible Original und ich hatte im Vorfeld bereits einiges über das Buch auf Social Media mitbekommen. Allerdings höre ich fast nie Hörbücher und war dementsprechend froh, als Bastei Lübbe verkündet hat die Geschichte im Print zu veröffentlichen. Ich hatte letztes Jahr bereits "Neon Birds" von der Autorin gelesen und war sehr begeistert von dem Buch gewesen und daher gespannt auf einen weiteren Ausflug ins Science-Fiction Genre. Dieses Mal entführt Marie Grasshoff den Leser allerdings in eine sehr düstere Zukunftsversion, in der die Welt von Industriellen beherrscht wird und die Menschen durch Implantate ihr Bewusstsein in "Hive Minds" verbinden können. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Atlas, die für einen führenden Hive-Entwickler arbeitet und nachts als Oracle im Untergrund ein Doppelleben führt.

"Der Dunkle Schwarm" wird von der Autorin als Cyberpunk kategorisiert, ein Genre mit dem ich bisher nur wenige Berührungspunkte hatte. Ich freunde mich immer mehr mit Science-Fiction an und finde es daher spannend neue Subgenres zu erkunden. "Der Dunkle Schwarm" hatte meine Meinung nach aber auch deutliche Thriller Aspekte, da zunächst ein Mordfall im Mittelpunkt zu stehen scheint und Atlas den Auftrag bekommt mehr darüber hinauszufinden. Die Geschichte wird in einem schnellen Tempo erzählt, wodurch nie Langeweile aufkommt. Auf Audible wird das Buch als Serie betitelt und ich habe mich beim lesen tatsächlich oftmals an eine Fernsehserie erinnert gefühlt. Die Kapitel sind in Folgen aufgeteilt und es gibt viele spannende Wendungen und es passiert durchweg sehr viel. Das hat den Vorteil, dass man regelrecht durch das Buch fliegt, weil man unbedingt mehr erfahren möchte.

Allerdings bringt es auch einige kleine Nachteile mit sich, denn oftmals hatte ich das Gefühl, als würden viele Aspekte angesprochen werden ohne das diese dabei wirklich weiter ausgearbeitet werden. Das ist mir besonders beim Worldbuilding aufgefallen. Das ist grundsätzlich wirklich grandios! Man merkt wie viel Mühe die Autorin investiert hat und wer der Autorin auf Social Media folgt weiß auch wie ausführlich ihr Worldbuilding ist. Liest man das Buch allerdings ohne dieses Vorwissen hat man das Gefühl als würde alles nur angedeutet werden und letztendlich viel offen bleiben. Ich denke das ist auch der Länge der Geschichte zu verschulden. Die meisten Science Fiction Bücher sind relativ lang, nicht zuletzt weil eben so viel Hintergrundwissen eingearbeitet werden muss. "Der Dunkle Schwarm" ist hingegen verhältnismäßig kurz, wodurch zwangsläufig einige Aspekte auf der Strecke bleiben. Aber hoffentlich erfahren wir in der Fortsetzung noch mehr über diese spannende Welt.


Atlas, die auch als Oracle bekannt ist, steht im Mittelpunkt der Geschichte und obwohl ich nicht direkt etwas negatives über sie zu sagen habe, kann ich auch nicht viel positives über sie sagen. Ich stand ihr relativ neutral gegenüber, weil ich das Gefühl hatte als wäre sie mir fremd geblieben. Das ist wirklich schade, vor allem wenn man bedenkt, dass sie der Hauptcharakter ist. Für meinen Geschmack waren ihre Fähigkeiten auch etwas zu stark, da sie fast schon einem Gott gleicht. Damit hätte ich sogar noch leben können, wäre da nicht die Tatsache, dass jeder ihre Kräfte am Ende scheinbar einfach akzeptiert und sie in Frieden lässt, was ich eher unglaubwürdig fand.

Julien ist der Beschützer von Atlas und gleichzeitig ein Android. Gleichzeitig war er mein absoluter Lieblingscharakter in dem Buch und ist leider viel zu kurz gekommen. Ich hätte mir gewünscht mehr über seine Hintergrundgeschichte und seine Beweggründe zu erfahren. Seine Story hat mich gleichzeitig sehr an das Spiel "Detroit: Become Human" erinnert und ich hätte es schön gefunden, wenn das Thema Androiden mehr aufgegriffen wird. Stattdessen geht es die meiste Zeit vielmehr um Noah, der Atlas den Auftrag gibt den Mord seiner Schwester zu untersuchen. Noah fand ich ganz nett, aber leider ist er mir ebenfalls zu blass geblieben und ich konnte keine richtige Verbindung zu ihm aufbauen.

"Der Dunkle Schwarm" lebt durch seine Spannung und Action. Die Idee dahinter ist unglaublich gelungen und das Worldbuilding wirklich spannend und faszinierend. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht das Buch zu lesen und der Autorin gelingt es den Leser und Zuhörer zu fesseln und zu unterhalten. Zwar ist die Geschichte nicht perfekt, aber das seh ich hauptsächlich darin begründet, dass das Buch einfach nicht lang genug ist um allen Aspekten gerecht zu werden. Trotz kleiner Schwachstellen hätte ich dem Buch vielleicht sogar noch die volle Punktzahl gegeben, wäre es nicht für das Ende! Ich möchte hier nicht spoilern, aber ich fand das Ende zu überstürzt und eine Entscheidung sehr fragwürdig, die am Schluss leider nicht weiter erklärt wird. Ich bin am Ende mit sehr, sehr vielen Fragen zurückgeblieben was ich wirklich schade fand. Eine Empfehlung bekommt das Buch von mir trotzdem und gerade Leser, die sich mit Science Fiction bisher noch nicht so gut auskennen sollten dem Buch unbedingt eine Chance geben!

Fazit
"Der Dunkle Schwarm" bietet Spannung und Action von der ersten bis zur letzten Seite. Großartige Unterhaltung trifft auf eine faszinierende Science-Fiction Welt. Trotz kleiner Schwachstellen ist das Buch ein richtiger Pageturner und ich freu mich bereits auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 28.03.2021

Unterhaltsame Zeitreise mit Gefühl und Spannung

Durch die Nacht und alle Zeiten
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Es gibt nicht viele Teenager, die sich für Geschichte interessieren und auch Lori begleitet ihre Eltern nur unfreiwillig auf ein historisches Festival, in dem der Sieg über Napoleon nachgespielt wird. ...

Es gibt nicht viele Teenager, die sich für Geschichte interessieren und auch Lori begleitet ihre Eltern nur unfreiwillig auf ein historisches Festival, in dem der Sieg über Napoleon nachgespielt wird. Wer die Zeitenzauber Reihe von Eva Völler gelesen hat, kann sich vielleicht schon denken wohin diese Ausgangssituation führen wird. Doch diesmal erwartet den Leser ein kleiner Twist. Denn es ist nicht Lori, die in die Vergangenheit reist. Stattdessen begegnet sie nach einem seltsamen Gewitter dem jungen Engländer Thomas, der denkt es wäre das Jahr 1813. Doch er ist nicht alleine, denn eine Gruppe grausamer Franzosen sind ihm dicht auf den Fersen. Und so wird Lori in ein Abenteuer hineingezogen, das alles erschüttert …selbst die Zeit selbst.

Die Zeitenzauber Reihe habe ich damals mit Begeisterung gelesen. Leicht zu lesen, aber sehr unterhaltsam. Daher war ich gespannt auf das neue Buch der Autorin, welches zwar im selben Universum spielt, aber mit der Trilogie nicht näher zusammenhängt. Stattdessen trifft der Leser neue Protagonisten und lernt eine ganz neue Epoche kennen. "Durch die Nacht und alle Zeiten" ist ein schönes und unterhaltsames Buch, aber mir hat das gewisse Etwas gefehlt. Es ist definitiv spannend zu lesen und man hat richtig Spaß dabei Lori und Thomas zu folgen. Aber es fühlt sich nicht nach einer Geschichte an, die einem sehr lange in Erinnerungen bleiben wird. Trotzdem würde ich dem Buch eine große Empfehlung für junge Teenager aussprechen, an die das Buch eher gerichtet ist und die damit sehr viel Freude haben dürften!

Im Mittelpunkt der Handlung steht Lori und sie ist einem mit ihrer unbeschwerten Art auch direkt sympathisch. Im Nachhinein ist mir aber aufgefallen wie wenig wir eigentlich über sie erfahren. Das Buch setzt definitiv auf viel Action und Spannung und dabei bleibt die Charakterentwicklung etwas zurück. Von daher ist Lori zwar eine sympathische Heldin, aber niemand der einem lange im Gedächtnis bleiben wird. An einigen Stellen handelte sie zudem übertrieben naiv und sowas finde ich immer etwas nervig. Besonders zum Ende hin kam es zu einigen Szenen, die ich sehr unglaubwürdig fand. Und dann haben wir natürlich noch Thomas, der Held der Geschichte, der aber etwas blass blieb. Ich hätte es schön gefunden wenn die Handlung aus beiden Perspektiven erzählt worden wäre, um Thomas besser kennenzulernen, denn er hat definitiv Potential. Nebencharaktere gibt es einige, aber die spielen keine allzu wichtige Rolle und abgesehen von Hugo und Gretel, die zugegeben sehr unterhaltsam waren, ist mir niemand im Gedächtnis geblieben.

Wir küssten uns so, als wäre es für immer. Für jeden Tag, der uns versagt blieb. Für jedes Jahr, das uns das Schicksal nicht gönnte. Für den Rest unseres Lebens, wenn uns nur noch unsere Erinnerung verband.


Bereits der Doctor hat festgestellt, dass Zeit ein "big ball of wibbly wobbly …time-y wimey stuff" ist und das hätte er wohl nicht besser ausdrücken können. Und auch in dieser Geschichte ist es nicht immer ganz leicht der Zeit zu folgen und es gibt einige abenteuerlichen Wendungen, die man nicht unbedingt vorhersieht. Doch genau hier lag für mich ein Problem der Handlung. Es gibt Zeitreisen und die haben auch einige Folgen für die Zukunft …aber wirklich erklärt wird dabei nichts. Stattdessen wird eher gehofft der Leser würde alles akzeptieren und nicht hinterfragen. Für junge Leser mag das sicherlich funktionieren. Aber anspruchsvollere Leser werden schnell auf einige große Lücken im Worldbuilding stoßen. Das kann man akzeptieren und es gibt bestimmt einige Leser die das nicht weiter stört, aber ich fand es trotzdem schade, dass die Hintergründe nicht etwas genauer ausgebaut und erläutert wurden.

Bereits an der Zeitenzauber Reihe fand ich es unheimlich toll, dass dadurch jüngeren Lesern die Interesse an dem Fach Geschichte näher gebracht werden kann und das muss ich auch hier wieder hervorheben. Für Teenager sind die Bücher von Eva Völler wirklich perfekt und es ist eine unterhaltsame Weise eine Einblick in verschiedene Epochen zu erlangen. In "Durch die Nacht und alle Zeiten" lernt der Leser mehr über die Zeit von Napoleon, wobei wir im Vergleich zu den Zeitenzauber Büchern nicht so viel von der Vergangenheit erleben. Was mich allerdings ein wenig gestört hat war wie leicht sich Thomas und die Franzosen in der Zukunft zurecht gefunden haben. Das fand ich sehr unrealistisch und ich hätte es wesentlich unterhaltsamer gefunden da näher drauf einzugehen.

Natürlich darf auch eine Liebesgeschichte nicht fehlen und Lori und Thomas sind durchaus sehr niedlich und man fiebert mit, ob die beiden nun ihr Happy End bekommen. Wenngleich es da nicht unbedingt zu großen Überraschungen kommt, macht es trotzdem Spaß dem Abenteuer der beiden zu folgen. Das Ende war mir dabei aber etwas zu überstürzt und ich hätte es schön gefunden, wenn man noch mehr Seiten dran gehangen hätte um alles zu einem runden Abschluss zu bringen. So bleiben am Ende doch noch einige Fragen offen. Alles in einem ist das Buch aber eine schöne Geschichte, die einen hohen Unterhaltungsfaktor hat und letztendlich muss einem auch nicht jede Geschichte in Erinnerungen bleiben ….manchmal muss ein Buch nicht etwas besonderes sein, sondern darf auch einfach nur gute Unterhaltung bieten und dann wieder in Vergessenheit geraten.

Fazit
"Durch die Nacht und alle Zeiten" ist eine süße und unterhaltsame Geschichte, die man aber nicht zu sehr hinterfragen darf. Leider ist das Buch nicht so gut wie die Zeitenzauber Reihe, aber es lässt sich trotzdem sehr gut lesen und besonders für Teenager kann ich das Buch nur empfehlen! Eva Völler gelingt es wieder einmal jüngeren Lesern Geschichte näher zu bringen.

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Veröffentlicht am 27.02.2021

Breakaway kann leider nicht überzeugen

Breakaway
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Wer ist mutiger? Derjenige, der ständig ein Abenteuer nah dem anderen erlebt, immer auf Achse ist ? Oder die Person, die ihre gewohnte Umgebung und Routine liebt und es dann plötzlich wagt, aus ihr auszubrechen?

Die ...

Wer ist mutiger? Derjenige, der ständig ein Abenteuer nah dem anderen erlebt, immer auf Achse ist ? Oder die Person, die ihre gewohnte Umgebung und Routine liebt und es dann plötzlich wagt, aus ihr auszubrechen?

Die Welt von Lia bricht zusammen, als eine einzige Nacht ihr zum Verhängnis wird. Nicht nur folgen ihr seitdem die Blicke und das Getuschel ihrer Kommilitonen überall auf dem Campus - selbst ihre Freundinnen wenden sich von ihr ab. Als sie es nicht länger erträgt, flieht Lia von einem Tag auf den anderen nach Berlin und will ihr altes Leben für einige Wochen hinter sich lassen. Dort trifft sie auf Noah, der gerade erst seinen Auslandaufenthalt in Südamerika unterbrechen musste, um seiner Familie zur Hilfe zu kommen. Denn sein Bruder Elias wurde aus der Firma der Familie geworfen und niemand will ihm sagen was eigentlich passiert ist. Und auch seine kleine Schwester Kira kann er nicht erreichen, denn diese ist zu ihrer Tante nach Paris geflüchtet.

"BreakAway" ist absolut mittelmäßig, was ich vielleicht noch ertragen hätte, wäre einem nicht jede Idee und jeder Charakter in diesem Buch genau so schon in anderen Büchern untergekommen. Die Geschichte bietet nichts neues und ist teilweise schon fast lächerlich überzogen, der Schreibstil ist noch recht holprig und es hat mich einiges gekostet das Buch nicht abzubrechen. Lyx hat zum Glück mit der großartigen Reihe von Anne Pätzold gerade erst meinen Glauben in gute New Adult Bücher wieder zum Leben erweckt, aber trotzdem bereitet mir das Genre immer wieder Kopfschmerzen. Denn die ganzen deutschen Bücher, die in der deutschen Bookstagram Szene zum Himmel gelobt werden, stellen sich für mich meistens als große Enttäuschung heraus. Und dazu zählt leider auch "BreakAway", dem man schmerzlich anmerkt, dass es ein Debütroman ist und bei dem man sich mit jeder Seite mehr wünscht die Autorin hätte den Mut gehabt eigene Ideen zu verfolgen, anstatt nur altbewährte Ideen zu kopieren.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Lia und Noah und mir sind selten so blasse und nichtssagende Protagonisten untergekommen. Die Geschichte wird aus der Sicht beider Charaktere erzählt und ich musste immer wieder innehalten, nachdenken und teilweise zurückblättern um mich daran zu erinnern aus wessen Perspektive gerade erzählt wird, so farblos sind die beiden. Das sagt denke ich schon alles aus. "BreakAway" will vermeintlich starke Frauenbilder vermitteln und scheitert daran. Lia geht komplett in ihrer Opferrolle auf und ist gleichzeitig total unglaubwürdig. Jemand der soviel durchgemacht hat, würde sich wohl kaum gleich dem ersten Kerl anvertrauen, der ihr über den Weg läuft. Als es intim wird weißt Lia Noah zwar tatsächlich erstmal zurück, aber dafür schmeißt sie sich ihm am Ende der Geschichte um den Hals, in der Situation wo sie am absoluten Tiefpunkt angekommen ist. Das fand ich total unpassend und ich weiß nicht was sich die Autorin dabei gedacht hat. Ich fand es ganz schrecklich und schockierend was für ein Bild die Autorin da vermittelt.

Die ganze Geschichte über bleibt einem Lia fremd, nicht zuletzt weil ein großes Geheimnis darum gemacht wird, weshalb sie nun eigentlich vor ihrem alten Leben davonläuft. Die Idee ging für mich leider nicht auf und vor allem eine gewisse Lüge von Lia konnte ich nicht nachvollziehen. Ich denke es wäre besser gewesen, wenn der Leser von Anfang an wüsste worum es geht. Stattdessen wird nur eine Triggerwarnung in den Raum geworfen und dann beginnt die große Geheimniskrämerei. Nicht nur bei Lia, nein auch bei Noah! Und das wird nach wenigen Seiten schon nervig, denn es ist einfach so offensichtlich was bei Lia vorgefallen ist und auch die Situation rund um Elias und Kyra ist keine große Überraschung. So habe ich die meiste Zeit damit verbracht genervt darauf zu warten, dass es endlich losgeht. Doch damit lässt sich Anabelle Stehl Zeit. Sehr viel Zeit. Und so müssen wir seitenlangen Berichten lauschen was Lia in Berlin erlebt, bevor es irgendwann mal mit der eigentlich Handlung losgeht.

Scham stirbt, wenn Geschichten erzählt werden.

Noah ist der vermeintliche Traumkerl der Geschichte, aber er hat die Persönlichkeit eines Weißbrotes und wird daher wohl keine Leserherzen für sich erobern können. Natürlich hat Noah ein großes Päckchen aus seiner Vergangenheit zu tragen - welches dem Leser höchstdramatisch offenbart wird und welches überhaupt nichts zu der Geschichte beiträgt abgesehen davon, dass es seine Unsicherheit und seine Aggressionsprobleme aus der Jugend erklärt. Wieder einmal war es mir ein Rätsel was sich die Autorin dabei gedacht hat. Ich konnte Noah leider nichts abgewinnen, weil ich einfach keinen Zugang zu ihm gefunden habe. Auch der Konflikt zwischen ihm und Elias scheint übertrieben und irgendwie kann man nicht mit den Charakteren mitfühlen, weil sie zu oberflächlich bleiben. Selbst die Nebencharaktere haben noch mehr Persönlichkeit als Lia und Noah, wobei diese vor Klischees nur so trotzen.

Der Handlungsstrang von Noah konzentriert sich zudem so stark auf Elias und Kyra, dass es vielleicht besser gewesen wäre mit deren Geschichten zu starten. Denn natürlich bekommen die auch noch ihre eigenen Bücher, schließlich muss jeder einzelne Charakter ein Happy End bekommen und so dürfen wir uns auf zwei weitere, vermutlich ebenso einfallslose Bücher freuen. Wie bereits erwähnt hatte ich Schwierigkeiten den Handlungsstrang rund um Noah, Elias und Kyra ernst zu nehmen, weil er einfach so voller unnötigem Drama steckt. Zu viele Aspekte in dem Buch sind vollkommen überzogen dargestellt und manchmal wusste ich schon nicht mehr ob ich lachen oder weinen soll.

Der Schreibstil kann bestenfalls als mittelmäßig beschrieben werden. Und das wäre noch freundlich. Bereits auf den ersten Seiten begegnen uns unzählige Wortwiederholungen, die man leicht hätte vermeiden können. Die Geschichte ist zudem voller klischeehafter Vergleiche und Metaphern, die uns schon in tausenden New Adult Büchern untergekommen sind. Der Schreibstil der Autorin wirkt unbeholfen und man merkt ganz deutlich, dass es sich dabei um ein Debüt Roman handelt. Die Autorin hat definitiv noch sehr viel zu lernen, wobei es mir rätselhaft ist wie so ein Buch durch das Lektorat kommen konnte.

Am Ende muss natürlich noch schnell ein Happy End her und da ist es dann auch egal wie unrealistisch alles wird. Kyra gelingt es dabei Lias Wohnort herauszufinden, obwohl sie lediglich deren Vornamen weiß. Lia filmt innerhalb eines Tages ein Video, das einen großen Wettbewerb gewinnt. Und auch sonst werden noch einige Probleme aus dem Weg geräumt, ohne dabei Rücksicht auf Logik zu nehmen. Die Idee hinter dem Video fand ich zwar ganz gelungen und auch das Statement ist gut gewählt, aber das Buch hat so viele Schwachstellen, dass ich am Ende nur froh war endlich die Geschichte beendet zu haben. Ich hatte "BreakAway" zunächst tatsächlich noch wohlwollend mit 2 Sternen bewertet, aber wenn ich mir die anderen 2-Sterne Bewertungen dieses Jahres anschaue, sind die allesamt noch besser als "BreakAway", weshalb ich nun doch auf einen Stern runter gehen werde. Für die Tatsache, dass die Autorin auf ihren Social Media Kanälen wirklich sympathisch rüber kommt, kann ich eben nun einmal leider keine Sterne vergeben.

Sie war wie ein Mosaik, bei dem man zuerst bloß das Gesamtbild sah. Bei näherem Hinschauen offenbarten sich dann die einzelnen kleinen Puzzleteile, die eigentlich nicht recht zusammenpassten und dennoch ein ganzes ergaben

Fazit
"BreakAway" war eine der größten Enttäuschungen in diesem Jahr. Der Schreibstil ist unbeholfen, die Geschichte ist überzogen und den Charakteren fehlt es an Persönlichkeit. Die Autorin nimmt jedes Klischee mit und scheitert daran eigene Ideen in die Geschichte einzubringen. Alles in dem Buch hat man schon einmal gelesen, von daher kann ich "BreakAway" leider nicht weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 03.06.2020

Highlight am New Adult Himmel

When We Dream
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Er war mir so nah, dass ich das Gefühl hatte, wir befänden uns in unserer ganz eigenen Blase. Ich konnte außer ihm niemanden sehen, dachte nicht mal darüber nach, ob uns irgendwer beobachten könnte. Er ...

Er war mir so nah, dass ich das Gefühl hatte, wir befänden uns in unserer ganz eigenen Blase. Ich konnte außer ihm niemanden sehen, dachte nicht mal darüber nach, ob uns irgendwer beobachten könnte. Er schirmte uns mit seinem Körper weitestgehend von den anderen ab und stand so nah vor mir, dass ich die Wärme, die von ihm ausging, spüren konnte.

"When We Dream" hat mich mit seinem verspielten und traumhaften Cover in den Bann gezogen und mit einer liebenswerten, mitreißenden Geschichte überrascht, die ich so nie erwartet hätte. New Adult ist ein Genre, welchem ich zwar immer wieder neue Chancen gebe, aber welches mich letztendlich meistens enttäuscht. Um so erfreuter war ich mit dem Debüt von Anne Pätzold genau richtig gelegen zu haben! Die Geschichte von Ella und Jae-yong hat genau meinen Geschmack getroffen und besonders die realistische Entwicklung konnte mich sofort überzeugen. Viel zu oft konfrontieren uns Autoren mit einer überstürzten Liebesgeschichte, in denen sich alle Hals über Kopf verlieben. "When We Dream" wählt einen anderen Weg, wofür ich dankbar war und weshalb ich das Buch definitiv weiterempfehlen kann. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, ist es sogar das erste New Adult Buch welchem ich mit gutem Gewissen 5 Sterne geben kann! Ich bin jetzt schon gespannt auf die Fortsetzungen.

Normales Mädchen trifft Superstar. So könnte man den Inhalt von "When We Dream" wohl zusammenfassen, aber es steckt so viel mehr in der Geschichte. Ella ist Studentin und lebt seit dem Verlust ihrer Eltern mit ihren Schwestern zusammen in Chicago. Sie liebt Bücher und Malen und verbringt ihre Zeit am liebsten in fiktiven Welten. Seit ihre beste Freundin für ein Auslandsjahr nach Australien gegangen ist, beschränken sich ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum. Als sie ihre jüngere Schwester auf ein Musikevent begleiten muss, trifft sie auf Jae-yong. Während sie den jungen Mann aus Südkorea näher kennenlernt, bleibt ihr eine Sache verborgen. Jae-yong ist Mitglied einer weltberühmten K-Pop Band, der von einem normalen Leben nur träumen kann.

Nachdem ich in das Buch reingelesen habe, war ich direkt von dem lockeren Schreibstil und der mitreißenden Handlung angetan und habe das Buch letztendlich in einer einzigen Nacht beendet, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Mit jeder Seite bin ich tiefer in die Geschichte um Ella und Jae-yong getaucht und musste unbedingt erfahren wie es ausgeht. Obwohl ich dabei jede Leseminute genossen habe, wünsche ich mir nun das Erscheinungsdatum des nächsten Teils würde näher liegen. Aber man kann nicht alles haben! Perfekt ist die Geschichte zwar nicht, aber es war die Liebesgeschichte die mich überzeugen konnte, dem Buch die volle Punktzahl zu geben und ich kann nur hoffen die beiden Fortsetzungen werden genau so gut.

Ella ist eine Protagonistin, in die ich mich ohne Probleme hineinversetzen konnte. Das mag auch daran liegen, dass ich ihre Liebe zu Büchern teile und direkt verstehen konnte, weshalb sie sich so gerne in fremde Welten flüchtet. Ein Großteil der Handlung konzentriert sich auf Ellas Gedankenwelt, wodurch der Leser sie gut kennenlernt und ihre Handlungen besser nachvollziehen kann. Der Verlust ihrer Eltern hat alle drei Schwestern geprägt, wobei dieses Thema kaum angeschnitten wird. Mel, die älteste Schwester, hat die Verantwortung für ihre beiden Schwestern übernommen, die bei ihr eingezogen sind und seitdem zusammen leben. Das Verhältnis zwischen den Schwestern spielt eine große Rolle, wobei ich damit ein paar Mal Probleme hatte. Mel fand ich einen interessanten Charakter, der aber zu kurz kommt. Liv, die jüngere Schwester von Ella, bekommt mehr Aufmerksamkeit, allerdings war sie mir nicht wirklich sympathisch.

Wir führten kein tief greifendes Gespräch über unsere Gefühle, wir unterhielten uns nicht anders als vorher. Und trotzdem wussten wir beide, dass sich etwas verändert hatte. Etwas, das die Entfernung schwerer machte. Was die Nächte einsamer werden ließ, die Tage ein bisschen weniger bunt und schillernd.

Mit Liv, die noch zur Schule geht und Ella, die studiert, liegt es an Mel für den Haushalt der Schwestern aufzukommen und sie begräbt sich unter viel Arbeit um ihren Schwestern ein angenehmes Leben ermöglichen zu können. Ich hätte mir gewünscht dieser Thematik wäre mehr Aufmerksamkeit geschenkt worden. Besonders Liv erscheint meistens egoistisch und ich konnte nicht verstehen wie sorglos sich Liv und Ella manchmal verhalten. Aber es mag gut sein, dass die nächsten Bände sich mehr dem Thema widmen werden, schließlich kann nicht alles bereits im ersten Band der Trilogie abgehandelt werden. Ich würde mir wünschen mehr über die Schwestern zu erfahren und hoffe besonders auf mehr Einblicke in das Leben von Mel.

Trotz einiger Handlungsstränge rund um Ellas Leben in Chicago, ihrem Studium und Nebenjob, ist das Herzstück von "When We Dream" die Liebesgeschichte zwischen Ella und Jae-yong und es gibt einige Gründe weshalb ich davon so begeistert war. Zum einen finde ich die Entwicklung zwischen den beiden sehr realistisch. Sie liegen sich nicht bereits nach wenigen Kapiteln in den Armen und als Leser begleitet man Ella dabei, wie sie Jae-yong kennenlernt und sich in ihn verliebt. Die Geschichte ist komplett aus der Sicht von Ella erzählt. Ich hätte mir gewünscht auch Jae-yong als Erzähler kennenzulernen und bin gespannt, ob sich die Autorin dazu entscheidet ihn im nächsten Band selbst zu Wort kommen zu lassen. Durch Nachrichten Verläufe und Telefonate bleiben Ella und Jae-yong in Kontakt und schließlich steht das erste Date an, welches die beiden näher kommen lässt und verdeutlich wie perfekt die Chemie zwischen den beiden ist.

Ich finde es toll und mutig wie realistisch die Liebesgeschichte dargestellt wird. Einige Male habe ich von anderen Lesern den Kommentar gelesen, die Geschichte wäre zu unschuldig und ich finde es schade, dass New Adult Bücher scheinbar nur danach gemessen werden, wie schnell sich die Charaktere näher kommen. Auf die Entwicklung scheinen viele gar keinen Wert mehr zu legen. Viele New Adult Romane sind mir zu oberflächlich und klischeehaft und genau dort setzt sich "When We Dream" von der Masse ab! Ich habe gemeinsam mit Ella auf das nächste Date und die nächsten Nachrichten hingefiebert und finde die Entwicklung sehr gut gelungen.

Natürlich bleibt das Geheimnis von Jae-yong nicht lange geheim und ich fand die Einblicke in die K-Pop Welt und Südkorea interessant zu lesen, man merkt das die Autorin gewissenhaft recherchiert hat. Ich hätte gerne noch mehr über die Band von Jae-yong erfahren und genau deshalb fände ich Kapitel aus seiner Sicht großartig. Wir lernen nur einen seiner Bandkollegen kennen, Minho, den ich aber direkt ins Herz geschlossen habe und von dem wir hoffentlich noch mehr lesen werden. Sich in einen Superstart zu verlieben, bringt einige Probleme mit sich und gemeinsam mit Ella erlebt auch der Leser einige Hochs und Tiefs. Das Ende der Geschichte hat mich sprachlos zurück gelassen und ich kann es nicht erwarten endlich den nächsten Teil zu lesen.

Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil und es fiel mir leicht das Buch ohne Unterbrechung durchzulesen. Für ein Debüt fand ich "When We Dream" vielversprechend und bin gespannt was man von der Autorin in Zukunft noch hören wird. Die Charaktere sind gelungen dargestellt und die Entwicklungen finde ich realistisch und nachvollziehbar. Ich war gefesselt von der Geschichte rund um Ella und Jae-yong und es ist eines dieser Bücher, die einem richtig gut tun. Die Geschichte lädt zum träumen ein, hat aber gleichzeitig einige spannende Wendungen und es wird definitiv nicht langweilig!

Ich sah es in seinen Augen: Langsam bemerkte er, dass wir beide der Realität nicht mehr aus dem Weg gehen konnten. Dass es keinen goldenen Mittelweg gab. Irgendwer würde verletzt werden. Entweder wir beide - oder die halbe Welt.

Fazit
"When We Dream" gehört zu den wenigen New Adult Romanen, die mich vollkommen überzeugt haben! Die Geschichte rund um Ella und Jae-yong ist mitreißend und die Charaktere sind gelungen dargestellt. Endlich mal eine realistische Liebesgeschichte, die einen nicht nur zum träumen einlädt, sondern auch viele spannende Wendungen bereit hält. Ein tolles Debüt und ein richtiges Highlight am New Adult Himmel.

5 von 5 Sternen

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Veröffentlicht am 24.02.2020

"The Queen of Nothing" ist ein grandioser Abschluss

ELFENTHRON
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"The Queen of Nothing" war nicht was ich erwartet habe und doch habe ich es geliebt. Ich hatte dem Finale bereits sehnsüchtig entgegen gefiebert, nachdem mich "The Wicked King" mit einem Cliffhanger stehen ...

"The Queen of Nothing" war nicht was ich erwartet habe und doch habe ich es geliebt. Ich hatte dem Finale bereits sehnsüchtig entgegen gefiebert, nachdem mich "The Wicked King" mit einem Cliffhanger stehen ließ. Wie wird es mit Jude und Cardan weitergehen? Diese Frage hat uns alle beschäftigt und die verschiedensten Theorien hervorgebracht. Doch Holly Black schlägt eine ganz andere Richtung ein, was für Überraschung sorgt und ich kann gut nachvollziehen, dass es zu dem Buch so viele gespaltene Meinungen gibt. Am Anfang von "The Queen of Nothing" treffen wir auf Jude, verbannt in die sterbliche Welt. In einem Moment zur Königin von Faerie ernannt und im nächsten bereits aus ihrem Reich verbannt. Wieder einmal hat Cardan sie verraten, genau in dem Moment wo die Macht zum greifen nahe war. Nun lebt Jude mit Vivi und Oak und versucht sich durchzuschlagen. Doch nicht nur in der sterblichen Welt steht die Lage schlecht, auch in Faerie braut sich einiges zusammen. Madoc hat mächtige Verbündete gefunden und versammelt seine Anhänger. Er ist bereit alles zu tun um Oak oder sich selbst auf den Thron zu bringen und er wird für nichts stoppen. Cardan scheint die Kontrolle über sein Reich zu verlieren. Und dann ist da noch Taryn, die mit einem ganz besonderen Anliegen in die sterbliche Welt kommt.

Die "Folk of the Air" Reihe kommt zu ihrem Ende und der Abschied fällt nicht leicht. Während mich in den letzten Monaten ein richtiges Lesetief geplagt hat, haben es die Bücher von Holly Black geschafft mich zum lesen zu bringen. Ich hatte hohe Erwartungen an den Abschluss und obwohl diese nicht komplett erfüllt wurden, wurde ich doch nicht enttäuscht. Zu sehr habe ich die Rückkehr nach Faerie genossen. Und für einige war das Ende vielleicht zu 'and they lived happily ever after', aber irgendwie hat das lesen einfach soviel Spaß gemacht, dass man über einige kleine Schwachstellen doch gerne hinwegsieht. Ich fand es spannend Jude in der sterblichen Welt zu erleben und es war gelungen dargestellt wie sehr dieser Veränderung ihr zugesetzt hat. Ihr ganzes Leben hat Jude in Faerie verbracht und obwohl sie ihr Leben dort lange Zeit gehasst hat, wurde ihr nun das einzige weggenommen was sie ausgemacht hat. Ihre Verzweiflung ist regelrecht aus den Seiten gesprungen und hat den Leser mit sich gezogen und man versucht herauszufinden weshalb Cardan sie betrogen hat. Doch ihre Abenteuer in der sterblichen Welt haben auch etwas Gutes, denn wir lernen einen ganz besonderen Charakter kennen. Grima Mog, ein Redcap wie Madoc, und ehemalige Kriegsgeneralin. Ich liebe Grima, sie ist blutdurstig, witzig und einfach anders. Ich habe ihren Auftritt sehr genossen und fand es toll auch im letzten Buch nochmal so viele neue Charaktere kennen zu lernen.

Obwohl ich mich nicht immer mit Jude verbunden gefühlt habe, liebe ich sie für einen Aspekt ganz besonders. Sie hebt sich so sehr von der typischen Young Adult Heldin ab. Jude zeichnet sich vor allem durch ihre Stärke aus, sie gibt nie auf und verfolgt ihre Ziele, ganz egal wie viel es kostet. Sie lässt sich nicht unterkriegen und es fällt so leicht sich beim lesen in sie hineinzuversetzen. Besonders in "Queen of Nothing" muss sich Jude vielen Entscheidungen stellen. Ähnlich ergeht es auch Cardan und ich finde es großartig zu beobachten wie sich beide Charaktere seit "The Cruel Prince" verändert haben. In vielen Reviews habe ich gelesen, dass beide nicht charaktertreu handeln würden, aber man muss sich eben auch vor Augen führen wieviel die beiden durchgemacht haben und wie sehr sie sich verändert haben. Ich kann die Kritikpunkte teilweise verstehen, fand sie aber persönlich nicht sonderlich störend. Und es lässt sich wohl nicht bestreiten, dass besonders Cardan in diesem Buch einige Szenen bekommt, die einem als Leser fast das Herz zerreißen. Wir mussten so lange darauf warten, wodurch es ein ganz besonderer Moment war zu sehen wie beiden endlich ehrlich miteinander sind und keine Masken voreinander tragen.

Doch nicht nur die beiden Hauptcharaktere machen eine große Entwicklung durch, auch für die Nebencharaktere ändert sich in "The Queen of Nothing" vieles. Hier muss man einfach Taryn und Locke erwähnen. Was für eine Überraschung! Wie konnte das passieren und hat überhaupt irgendjemand das erahnen können? Ich will nicht zu sehr darauf eingehen, um Spoiler zu vermeiden, aber das Schicksal von Locke war tatsächlich ein Punkt der für mich sehr negativ ins Gewicht gefallen ist. Ich habe das Gefühl, dass Holly Black mit der Entwicklung von Locke den leichten Weg gegangen ist und das hat mich irritiert und gestört. Sein Charakter hat mehr verdient und ich finde es fast schon schade, dass seine gerissene Seite am Ende nicht nochmal eine Rolle gespielt hat. Zum unerwarteten Star der Geschichte wird währenddessen Madoc und er ist auch einer der Gründe, weshalb ich dem Buch die volle Punktzahl gegeben habe. Seine Entwicklung hat mir den Atem verschlagen. Ich finde es großartig wie wir tiefer in seine Gedankenwelt eintauchen und wie die Autorin es schafft, dass der Leser für ihn Sympathie entwickelt und mit ihm mitfühlt. Besonders die Szenen zwischen Madoc und Jude waren meiner Meinung nach ganz großes Kino. Wie schon in den vorherigen Bänden ist auch "The Queen of Nothing" in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten verbringen wir einen Großteil der Zeit im Camp von Madoc, wo wir beobachten wie er sich auf seinen nächsten Zug vorbereitet. Da sind viele Erinnerungen vom ersten Teil der Reihe hochgekommen und für mich war es definitiv eines der Highlights. Es war spannend, mitreißend und man konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Das Ende selber war ebenfalls voller Überraschungen. Für mich teilt sich die Storyline hier in die Ereignisse rund um Faerie und die persönlichen Schicksale der Charaktere. Natürlich gibt es einen finalen Kampf, der über die Zukunft von Faerie entscheidet und nochmal alles bisherige in den Schatten stellt. Wer wird zum Schluss über Faerie herrschen? Hier gibt es einige unerwartete Wendungen und besonders die Entwicklung rund um Cardan kam für mich überraschend. Holly Black entscheidet sich für einen klassischen Märchenaspekt und die Geschichte rund um die Schlange lässt mich zwar mit zwiespältigen Gefühlen zurück, aber ich finde es definitiv mutig eine ganz andere Richtung einzuschlagen. Ich fand es immer fesselnd die politischen Ereignisse in Faerie mitzuerleben und von mir aus darf es gerne ein Spin-Off mit Oak geben, ich wäre einer Rückkehr nach Faerie jedenfalls nicht abgeneigt. Doch kommen wir nun zum Ende, genau genommen zum Epilog. Ich war auf der einen Seite unheimlich glücklich zu sehen wie all die Charaktere, die wir ins Herz geschlossen haben, ihr märchenhaftes Happy End bekommen. Andererseits ist es einfach nicht das, was man nach "The Cruel Prince" und "The Wicked King" erwartet. Es wirkt zu perfekt und einfach nicht passend für Faerie. Hier werden sich nun wohl die Meinungen spalten und auch ich selbst bin unentschlossen, ob ich mit dem Ende glücklich bin oder nicht. Aber nach so viel Herzschmerz, so viel Verrat und Drama ist es doch irgendwie schön alle einmal glücklich zu sehen!

Fazit
Mit "The Queen of Nothing" beendet Holly Black eine großartige Reihe und ich werde Faerie und seine Charaktere vermissen. Das Ende hat nochmal viele überraschende Wendungen bereit gehalten und die Geschichte hat sich ganz anders entwickelt, als erwartet. Ich bin mir selbst noch nicht einige, ob ich mit allen Entwicklungen glücklich bin. Fest steht jedoch, dass die "Folk of the Air" Reihe in jedes Bücherregal gehört. Jude und Cardan gehören zu den eindrucksvollsten Charakteren im YA Genre. Zudem mangelt es nicht an Spannung und Magie und jede Seite ist ein echter Pageturner. Goodbye, Faerie, ich hoffe wir sehen uns wieder!

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