Die 15-jährige Lies wacht eines Morgens mit dem starken Gefühl auf, dass ihrer Mutter Jet etwas passiert ist. Ihr Bett ist unberührt, sie hat ihr Handy zurückgelassen und sie bleibt spurlos verschwunden. Der Vater – in einer neuen Beziehung mit der jüngeren Laure lebend – deutet die kommentarlose Abwesenheit seiner Ex als einen willkommenen Beweis ihrer psychischen Instabilität und ihrer Unfähigkeit, sich um die Kinder zu kümmern. Sie hätte die Scheidung niemals überwunden und beschlossen, zu verschwinden. Lies ist sich jedoch sicher, dass die Mutter sie niemals im Stich gelassen hätte. Auf eigene Faust versucht sie herauszufinden, was passiert ist. Dabei findet sie ein Tagebuch mit beunruhigenden Details aus dem Liebesleben der Mutter: Auf der Suche nach Trost, nachdem ihr Mann sie für eine Jüngere verlassen hat, hatte sich Jet im Labyrinth einer geheimen toxischen Beziehung verfangen. Wird Lies die Wahrheit über das unheimliche Verschwinden ihrer Mutter aufdecken und damit die Erklärungen der Erwachsenen Lügen strafen?
Klug konstruierte Geschichte mit einem mehr als erstaunlichen Ende. Entführt den Leser in den Gefühls- und Gedankenkosmos einer unabhängig denkenden Jugendlichen, die sich als die Erwachsenste in dieser Ansammlung voller über sich selbst und das Leben stolpernder Charaktere erweist. Ein Buch über die Mechanismen scheiternder Beziehungen, über die Schwierigkeit der Erwachsenen mit der Wahrheit und vor allem eine mitreißende Coming-of-Age-Geschichte.
Als Lies aufwacht weiss sie - ihre Mutter ist tot. Sie kann nicht mal benennen warum sie dieses Gefühl hat, aber als ihre Mutter nicht daheim anzutreffen ist, ihr Handy, Handtasche und alles andere in ...
Als Lies aufwacht weiss sie - ihre Mutter ist tot. Sie kann nicht mal benennen warum sie dieses Gefühl hat, aber als ihre Mutter nicht daheim anzutreffen ist, ihr Handy, Handtasche und alles andere in der Küche liegt - da wird es Lies ganz anders. Ihre Mutter litt sehr unter der Scheidung von ihrem Mann, dem Teilen des Sorgerechts und trotzdem würde sie nie ihre 2 Kinder Lies und Luuk alleine lassen! Lies fängt an auf eigene Weise nach ihrer Mutter zu suchen und nach der Wahrheit von jener Nacht...
"Ich dachte, eines Tages hört es auf, wie bei den Eltern all meiner Klassenkameraden, nämlich so wie bei diesem Thomas und seiner Frau; irgendwann ist Schluss mit der Wut, und sie werden Freunde. Da war ich mir sicher. Aber dieser Tag kommt nie. Sie wird in unseren Gedanken, immer einsam, wütend, traurig und verlassen sein." (Seite 98)
Bonuskind ist ein ganz eigener Thriller, auf den man sich auf jeden Fall einlassen muss. Das ganze Ausmaß der Geschichte entwickelt sich eher zum Schluss und doch war es nicht langweilig dorthin zu gelangen. Die Autorin spielt perfekt mit den Vorurteilen und dem angeblichen Geschehenen und schlägt mit ihrer Auflösung dann erbarmungslos zu.
Der Schreibstil hat mich gepackt. Er ist ruhig, er ist aber trotzdem mit einer unterschwelligen Spannung verbunden. Man merkt dass hier mehrere Fäden der Protagonisten zusammenlaufen und am Ende sich abrunden werden. Ich mochte den Aufbau und konnte mich schwer von dieser Geschichte losreissen.
Die ganze Familie, gerade die 15jährige Lies und ihr jüngerer Bruder Luuk leiden unter der Scheidung der Eltern. Eigentlich sollte alles klar sein, aber das ist es nicht. Die Streitereien, Lästereien gehen weiter. Keiner gönnt dem anderen etwas, nicht mal die Kinder, sie stehen ständig im Mittelpunkt und müssen diese Gegensätze aushalten. Und sie werden um ihre Kindheit bestohlen, müssen oft den Part des Erwachsenen einnehmen. Hier gelingt der Autorin ein sehr erschreckend realistisches Bild was unter die Haut geht.
Und doch ist Lies keine die den Kopf hängen lässt, schon gar nicht als ihr klar wird dass ihr keiner glaubt dass mit ihrer Mutter was Schreckliches passiert sein muss. Die festgefahrenen Bilder bleiben erhalten, verstärken sich noch und als Leser ist man selbst am hin und her schwenken wer hier denn nun die Wahrheit sagt, wer hier der "Erwachsene mit Vernunft" sein könnte.
Jet, die Mutter, bekommt ebenso ihren Part in der Geschichte, dieser geht unter die Haut. Denn er zeigt das Leben einer geschiedenen Frau die viel riskiert und mehr verloren hat. Wie sie versucht eine gute Mutter zu sein aber es einfach zuviel wird, auch die eigenen Bedürfnisse zu stillen, einen gemeinsamen Nenner für das neue, eigene Leben zu finden.
Es geht um zerrüttete Leben, um was Neues, um egoistische und festgefahrene Sichtweisen und um toxische Beziehungen. Das alles geht unter die Haut, man sollte also schon etwas stabil sein um dieses Buch auch lesen zu können. Aber im Ganzen hat die Autorin hier das Ganze sehr gut "verpackt" und in eine Geschichte geflochten die mich noch lange beschäftigen wird.
Ein ruhiger, ein andere Thriller, aber trotzdem und gerade deswegen nicht weniger eindringlicher. Ich kann ihn nur empfehlen.
Bei „ Bonuskind“ von Saskia Noort handelt es sich um einen Thriller.
Die anfängliche Begeisterung hat nach ungefähr nach 1/3 nachgelassen, den Mittelteil habe ich als etwas zäh empfunden, das letzte Drittel ...
Bei „ Bonuskind“ von Saskia Noort handelt es sich um einen Thriller.
Die anfängliche Begeisterung hat nach ungefähr nach 1/3 nachgelassen, den Mittelteil habe ich als etwas zäh empfunden, das letzte Drittel hingegen war sehr spannend und am Ende war nichts mehr so , wie es anfangs schien.
Die Geschichte wird in zwei Haupthandlungssträngen erzählt. Dies bringt Abwechslung und Spannung in die Geschichte.
Jets Computereinträge sind sehr emotional, man lernt dadurch ihren Charakter sehr gut kennen und ich konnte mich in sie hineinversetzen. Einige Einträge fand ich aber unpassend und etwas zu derb.
Lies ist für ihr Alter sehr reif und erfährt Stück für Stück die Wahrheit über ihre Mutter. Dies hat mir gefallen, da ich auch von diesen neuen Erkenntnissen überrascht worden bin.
Der Schreibstil ist sehr gut. Dieser Thriller lässt sich sehr flüssig lesen und Beschreibt das Familienleben, die Psyche. die Problemen, die Wut usw. sehr gut.
Trotz ein paar Längen, empfehle ich dieses Buch weiter, da es keine 08/15 Geschichte ist.
„Bonuskind“ von Saskia Noort ist als Klappenbroschur - Taschenbuch mit 272 Seiten beim Europa Verlag erschienen.
Aus dem Niederländischen übersetzt wurde der Thriller von Annette Wunschel.
Zum Inhalt:
Als ...
„Bonuskind“ von Saskia Noort ist als Klappenbroschur - Taschenbuch mit 272 Seiten beim Europa Verlag erschienen.
Aus dem Niederländischen übersetzt wurde der Thriller von Annette Wunschel.
Zum Inhalt:
Als die 15-jährige Lies und ihr kleiner Bruder Luuk eines Morgens erwachen, ist ihre Mutter weg. Verschwunden, nicht mehr da. Einfach so.
Wie furchtbar, zumal Lies in der Nacht zuvor träumte, ihre Mutter Jet sei tot. Leider wird dieser schlimme Alptraum nach einer nervenaufreibenden Suche zur bitteren Wahrheit.
Jet wird in einer verlassenen Ferienhaussiedlung aufgefunden, und alles deutet auf Selbstmord hin. Selbst Vater Peter, bei dem (und dessen neuer Freundin Laura) die Kinder jetzt leben müssen, ist überzeugt davon, dass seine Ex-Frau sich aufgrund von Depressionen umgebracht hat.
Einzig Lies kann das nicht glauben, vermutet Mord und fängt an, nachzuforschen…
Meine Meinung:
Saskia Noort hat mich mit ihrem Schreibstil von Beginn an gefesselt und ganz tief in ihren dramatischen und spannenden Plot hineingezogen. Erzählt wird aus Lies´ Perspektive, außerdem findet diese auf dem Laptop ihrer Mutter eine Datei, in der Jet Tagebuch schrieb, teilweise in Dialogform. Besonders das ist sehr nervenaufreibend, da Jet offensichtlich einen heimlichen Liebhaber hatte, mit dem sie eine ungesunde und verstörende, geradezu toxische Art von Beziehung führte.
Wer ist der geheimnisvolle Mann, der sich God nennt? Kann er etwas mit Jets Verschwinden zu tun haben? Im Verlauf der Handlung wird vermehrt deutlich, dass dieser Mann offensichtlich schwer gestört war und auf alle Fälle nicht ungefährlich, aber auch charmant und offensichtlich faszinierend.
Jet war noch so viel mehr, als Lies glaubte: nicht „nur“ die tolle Mutter, die beliebte Psychologin und die betrogene, tieftraurige Ex-Ehefrau, sondern ebenso eine Frau, die sich nach Sex und Wärme sehnte, sich begehrt fühlen wollte, aber vor allem für ihre Kinder da sein wollte. Für Lies muss es unfassbar schockierend sein, so weit in die Gedanken und die Intimsphäre ihrer Mutter einzudringen, zumal das Tagebuch eine ganze Menge Sexszenen explizit darstellt und es zudem noch sehr eindeutige intime Videos gibt…
Lies ist ein sehr starker Charakter - manchmal etwas zu stark für eine 15-Jährige. Sie beisst sich durch, ist immer für ihren Bruder da und will unbedingt allein herausfinden, was passiert ist, da ihr nicht einmal die Polizei glaubt.
Auch Luuk ist ein sympathischer Junge, ebenso mochte ich die Oma der beiden sehr. Der Vater ist hin- und hergerissen zwischen seiner Laura und den Kindern, die diese verständlicherweise hassen, da sie die Familie „gesprengt“ hat – darum mag ich auch ihn nicht. Lies Freund Mees blieb leider etwas blass, scheint Lies aber gut zur Seite zu stehen und sie zu stützen.
Mein Fazit:
Das Ende war einerseits spannend und überraschend, aber irgendwie auch wirr und überstürzt, das hat mir nicht so gefallen – daher 1 Punkt Abzug.
Die 15-jährige Lies wacht eines Morgens mit dem starken Gefühl auf, dass ihrer Mutter Jet etwas passiert ist. Ihr Bett ist unberührt, sie hat ihr Handy zurückgelassen und sie bleibt ...
Klappentext / Inhalt:
Die 15-jährige Lies wacht eines Morgens mit dem starken Gefühl auf, dass ihrer Mutter Jet etwas passiert ist. Ihr Bett ist unberührt, sie hat ihr Handy zurückgelassen und sie bleibt spurlos verschwunden. Der Vater – in einer neuen Beziehung mit der jüngeren Laure lebend – deutet die kommentarlose Abwesenheit seiner Ex als einen willkommenen Beweis ihrer psychischen Instabilität und ihrer Unfähigkeit, sich um die Kinder zu kümmern. Sie hätte die Scheidung niemals überwunden und beschlossen, zu verschwinden. Lies ist sich jedoch sicher, dass die Mutter sie niemals im Stich gelassen hätte. Auf eigene Faust versucht sie herauszufinden, was passiert ist. Dabei findet sie ein Tagebuch mit beunruhigenden Details aus dem Liebesleben der Mutter: Auf der Suche nach Trost, nachdem ihr Mann sie für eine Jüngere verlassen hat, hatte sich Jet im Labyrinth einer geheimen toxischen Beziehung verfangen. Wird Lies die Wahrheit über das unheimliche Verschwinden ihrer Mutter aufdecken und damit die Erklärungen der Erwachsenen Lügen strafen?
Cover:
Das Cover ist recht einfach gehalten. Ein trauriger Smiley im O des Titels gibt eine sehr bedrückende Stimmung wieder und der Hintergrund besteht aus vielen Wassertropfen.
Meinung:
Bewegend, berührend und fesselnd wird die Handlung hier aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Lies schreckt eines Nachts auf und weiß, dass ihrer Mutter was zugestoßen ist. Jet, die Mutter von Lies und Luuk, schien labil, aber Lies versucht zu klären, was wirklich geschehen ist, doch ihr Vier scheint dabei keine wirkliche Hilfe zu sein, oder steckt mehr dahinter?
Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel vorweg nehmen und nicht zu viel verraten.
Der Schreibstil ist fesselnd und sehr locker und flüssig geschrieben. man kann diesem gut folgen und kommt gut in den Geschehnissen und Handlungen voran.
Die Schreibweise aus der Ich-Perspektive macht das Ganze sehr emotional und fesselnd. Man kann sich dadurch sehr gut in die Charaktere hinein versetzen. Besonders bei Lies merkt man direkt ihre Ängste und Emotionen und auch Jets Gefühle und Ängste werden sehr gut herüber gebracht.
Als Jugendbuch finde ich es an einigen Stellen etwas schwieriger, da die doch recht ausgeprägten sexuellen Szenen und Gewalt sowie psychischen Einflüsse hier recht stark sind und nicht jeder Jugendliche dies gut verdauen kann. Ehrlich gesagt, musste auch ich am Ende ziemlich schlucken. denn mir diesem Ende hatte ich so gar nicht gerechnet und wurde da ziemlich heftig überrascht und musste daran auch ein wenig knabbern. Es ist nichts für Zartbesaitete und besonders bei Jugendlichen sollte man da schon ein wenig aufpassen.
Lies ist für ihr Alter schon ziemlich reif und macht als 15 jährige einen toughen Eindruck. Auch wie sie sich um ihren Bruder kümmert ist beachtlich. Man merkt jedoch sprachlich an einigen Stellen durchaus, dass es für jüngere konzipiert ist und sich an der 15 jährigen Lies orientiert.
Die Charaktere sind gut durchdacht und die Story wird fesselnd erzählt. Die Perspektivwechsel ermöglichen unterschiedliche Einblicke und halten die Spannung hoch.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge und ermöglichen so einen guten Lesefluss. Spannung wird aufgebaut, am Ende jedoch etwas zu schnell Angezogen. Das Grundkonzept hat mir gut gefallen, es bewegt, berührt und überrascht.
Fazit:
Spannende und fesselnde Erzählweise, gut durchdachte Charaktere und Perspektivwechsel sorgen für toxische Unterhaltung ...