Cover-Bild Odette
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13,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Moderne Zeiten Verlag
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 07.2021
  • ISBN: 9783949585012
Akif Pirincci

Odette

Im Sommer 1983 verfällt ein namenloser Germanistikstudent dem betörenden Wesen der unwirklich schönen Odette.

Die junge Frau, von der man nicht genau weiß, woher sie stammt und was es mit ihr auf sich hat, versetzt Männer in einen Rauschzustand. Schnell werden die beiden ein Paar. Doch was sich anfangs wie eine gewöhnliche Liebesgeschichte anläßt, entwickelt sich zu einem Alptraum aus Abhängigkeit, erotischen Exzessen und Selbstzerstörung.

Odette trägt ein dunkles Geheimnis in sich, das weit in ihre Vergangenheit reicht. Als der Student es schließlich lüftet, ist es bereits zu spät.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2024

Genau das, was man heutzutage erwarten kann von einer alternativen Erzählung

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Es versteht sich von selbst, dass moderne Leser an verschiedensten Punkten zu diesem Buch Anstoß nehmen... entweder sie erhoffen sich, dass das Buch zeigt, dass der Autor seine politischen Blogtexte, die ...

Es versteht sich von selbst, dass moderne Leser an verschiedensten Punkten zu diesem Buch Anstoß nehmen... entweder sie erhoffen sich, dass das Buch zeigt, dass der Autor seine politischen Blogtexte, die er seit über zehn Jahren schreibt, gar nicht ernst meint und werden bitter enttäuscht. Oder sie kommen nicht damit zurecht, dass der Text anscheinend ohne Korrekturlesung durch einen Lektor gedruckt wurde.
Und natürlich schlackern die Fans von alten Pirincci-Katzenkrimis mit den Ohren, wenn sie erfahren, welche politische Einstellung der Autor seit Jahren im Internet vertritt. D.h. die politisch links eingestellten Leser sind schockiert.
Aber wenn man schon weiß, dass man ein Buch dieses Autors nicht gut finden kann, weil man beim Lesen ständig an seine Internettexte erinnert wird, die man ablehnt, ist es eben nicht ratsam, sich heutzutage ein Buch von ihm zuzulegen.
Odette ist der Name der Hauptperson. Sie ist "die attraktivste Frau, die ein Mensch sich vorstellen kann". Sie verführt einen jungen Mann, der eigentlich gern ein "nettes Leben gehabt hätte" und von Odette dann aber in die Dunkelheit und die horrorartigen Seiten des Lebens geführt wird. Er überlebt. Er nimmt keinen Schaden. Aber er verliert sie.
Der Text ist absolut wunderbar. So wie jedes andere nicht-politische Buch des Autors, das eine erzählte Geschichte beinhaltet. Es bietet alles, was ein Krimi oder ein Drama liefern kann. Humor, Trauer, Inspiration, Spannung, alles. Es lässt den Leser zurück mit einem "Natürlich hat jeder Probleme und nimmt sie ernst, aber wenn Sie nicht an Krebs im Endstadium leiden, freuen Sie sich, am Leben zu sein und jeden Tag alles machen zu können, was Ihnen gefällt"-Gefühl zurück. Es hat also zusätzlich zur erzählerischen Qualität auch einen pädagogischen oder aufmunternden Effekt.
Sehr gut!

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Veröffentlicht am 27.03.2024

Leider enttäuschend

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„Odette“ hat anscheinend kein professionelles Lektorat erfahren: alte Rechtschreibung („daß“), statt Apostrophe sieht es stets aus wie von Leerzeichen umschlossene Akzentzeichen („ich ´ s“), ein paar wenige ...

„Odette“ hat anscheinend kein professionelles Lektorat erfahren: alte Rechtschreibung („daß“), statt Apostrophe sieht es stets aus wie von Leerzeichen umschlossene Akzentzeichen („ich ´ s“), ein paar wenige Fehler (Kommas, „Kammeraden“), und ein-, zweimal fand ich den Satzbau komisch.
Nicht so wild, aber wirkt nicht sehr professionell, und ein guter Lektor hätte hier noch einiges rausholen können.

Ich fand „Odette“ von der Schreibe her etwas roh und hastig, und leider habe ich weder das Gefühl, in die 80er abgetaucht zu sein, noch eine tolle Frau kennengelernt zu haben (wie vollmundig angekündigt). Dazu hätte das Ganze breiter erzählt werden müssen, und v.a. die Figur Odette hätte mehr Tiefe gebraucht. Außer, dass sie super aussieht und der Protagonist tollen Sex mit ihr hat, ist da nämlich kaum was, anhand dessen man als Leser eine tiefergehende Verbindung zu ihr aufbauen könnte. Daher ließen mich auch die Wendungen der Geschichte relativ kalt.
Später kommt dann Pirincci-typische Weirdness dazu, und das Ganze kippt Richtung Sci-Fi/Fantasy – was ich einerseits cool fand, andererseits kegelte mich das dann endgültig raus, da ich eine naturalistische(re) Erzählung erwartet hatte.
Erotik und Sex sind schwer zu schreiben – ein paar Stellen fand ich gelungen, andere wirkten auf mich wie von einem Pubertierenden verfasst. Der Sex-Fokus hat mich zunehmend genervt.

Auf die Novelle folgen ein Nachwort und 2 Kurzgeschichten, die von scheiternden Männern handeln und mir ebenfalls nicht gefallen haben.

Fazit: Schön, dass A.P. mal wieder etwas Nicht-Gesellschaftspolitisches geschrieben hat (ich hoffe, diese befremdliche Phase von ihm ist durch). Ich wollte „Odette“ mögen, doch leider wird die Geschichte in meinen Augen den Ankündigungen nicht gerecht, und zwar durch die Kürze und Hastigkeit (und das fehlende professionelle Lektorat), der charakterlichen Flachheit Odettes und die Wendung ins Abgedreht-Phantastische. Leider enttäuschend.

PS: Und ist dieser bewusstseinsverändernde (?) „gelbliche Trunk, in dem ein Kräuter- und wurzelähnliches Zeug schwamm“, nicht 1:1 aus dem Film „Midsommar“ geklaut?