Cover-Bild Adolf Baginsky
Band 351 der Reihe "Jüdische Miniaturen / Herausgegeben von Hermann Simon"
9,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Hentrich und Hentrich Verlag Berlin
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Seitenzahl: 100
  • Ersterscheinung: 04.2026
  • ISBN: 9783955657505
Benjamin Kuntz, Andreas Jüttemann

Adolf Baginsky

Nestor der deutschen Pädiatrie
Der aus dem schlesischen Ratibor stammende Kinderarzt Adolf Baginsky (1843–1918) gehört zu den herausragenden Vertretern seines Faches. Nach dem Medizinstudium in Berlin und Wien ließ er sich als praktischer Arzt in Seehausen bei Magdeburg, anschließend in Nordhausen nieder. 1872 kehrte er nach Berlin zurück und eröffnete ein Ambulatorium für kranke Kinder. Für seine Idee eines Kinderkrankenhauses gewann er prominente Unterstützer wie den Mediziner Rudolf Virchow. 1890 wurde er Gründungsdirektor des Kaiser- und Kaiserin-Friedrich-Kinderkrankenhauses, das er bis kurz vor seinem Tod leitete. Dem späteren Nobelpreisträger Emil von Behring half er bei der Einführung des Diphtherie-Heilserums. An der Berliner Universität unterrichtete er als außerordentlicher Professor für Kinderheilkunde – ein Lehrstuhl blieb ihm als Jude verwehrt. Als Autor von Lehrbüchern und Herausgeber von Fachzeitschriften wie dem „Archiv für Kinderheilkunde“ trug er maßgeblich zur Etablierung der Pädiatrie als medizinische Fachdisziplin bei. Er setzte sich für die Verabschiedung des Reichsimpfgesetzes ein und initiierte die ärztlichen Reihenuntersuchungen von Schulkindern sowie die Einführung des Hitzefrei an Schulen.

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