Band 6
der Reihe "Scriptings: Political Scenarios"
5,99
€
inkl. MwSt
- Verlag: EECLECTIC
- Themenbereich: Kunst
- Genre: keine Angabe / keine Angabe
- Ersterscheinung: 03.11.2025
- ISBN: 9783947295715
Territoires – Filmtranskripte
Achim Lengerer (Herausgeber)
Die erste monografische Publikation zu Brigitta Kusters Filmen über das Erbe des deutschen kolonialen Projektes in Kamerun und Deutschland. Fokus werden die zwischen 2006 – 2016 im Rahmen des Projektes Choix d’un passé (mit Moïse Merlin Mabouna) entstandenen Filme sein. Die Publikation enthält Filmtexte und Skripte in Deutsch/Französisch sowie englischer Übersetzung sowie Filmstills und Recherchematerialien. Das E- Book enthält zusätzliche Filmausschnitte.
Brigitta Kuster und Moïse Merlin Mabouna trafen sich 2001 etwa drei Stunden außerhalb Berlins im Camp für Asylbewerber*innen in Zerbst, dem Mabouna zugewiesen wurde, als er aus Kamerun nach Deutschland kam. Daraus entstand eine Zusammenarbeit, die im Folgenden das weitgehend verborgene Erbe des kolonialen Engagements Deutschlands in Kamerun untersucht. „Wir verstehen Erinnerung tatsächlich als individuell. Man kann sie nicht teilen wie eine Mahlzeit, aber es gibt Formen der Mitteilung; man kann versuchen, anderen etwas mitzuteilen“, schreibt Kuster zu diesem Projekt, an dessen Beginn eine doppelte „Heimsuchung“ stand: Für Mabouna tauchte eine diffuse Erinnerung auf. Die „Deutschen“, die er in seiner Jugend „bewundern“ lernte und die ihn nun in Deutschland einer demütigenden Bürokratie unterstellten, waren auch die Protagonisten in einer Familiengeschichte, die ihm von den Vorfahren überliefert wurde: 1892 hatte sein Urgroßvater Bisselé Akaba den Widerstand gegen die koloniale Eroberung angeführt und wurde in der Folge gefangen genommen, gefoltert und getötet. Die Bemühung, die Geschichten miteinander zu teilen, wurde zu der Herausforderung, die Markierungen zu verstehen, die die koloniale Gewalttätigkeit auf ihnen beiden als Subjekte hinterlassen hat, ohne jedoch ihre Kommunikation vollständig davon bestimmen zu lassen.
Brigitta Kuster und Moïse Merlin Mabouna trafen sich 2001 etwa drei Stunden außerhalb Berlins im Camp für Asylbewerber*innen in Zerbst, dem Mabouna zugewiesen wurde, als er aus Kamerun nach Deutschland kam. Daraus entstand eine Zusammenarbeit, die im Folgenden das weitgehend verborgene Erbe des kolonialen Engagements Deutschlands in Kamerun untersucht. „Wir verstehen Erinnerung tatsächlich als individuell. Man kann sie nicht teilen wie eine Mahlzeit, aber es gibt Formen der Mitteilung; man kann versuchen, anderen etwas mitzuteilen“, schreibt Kuster zu diesem Projekt, an dessen Beginn eine doppelte „Heimsuchung“ stand: Für Mabouna tauchte eine diffuse Erinnerung auf. Die „Deutschen“, die er in seiner Jugend „bewundern“ lernte und die ihn nun in Deutschland einer demütigenden Bürokratie unterstellten, waren auch die Protagonisten in einer Familiengeschichte, die ihm von den Vorfahren überliefert wurde: 1892 hatte sein Urgroßvater Bisselé Akaba den Widerstand gegen die koloniale Eroberung angeführt und wurde in der Folge gefangen genommen, gefoltert und getötet. Die Bemühung, die Geschichten miteinander zu teilen, wurde zu der Herausforderung, die Markierungen zu verstehen, die die koloniale Gewalttätigkeit auf ihnen beiden als Subjekte hinterlassen hat, ohne jedoch ihre Kommunikation vollständig davon bestimmen zu lassen.
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