Band
der Reihe "Beiträge zur historischen Theologie"
129,00
€
inkl. MwSt
- Verlag: Mohr Siebeck
- Themenbereich: Philosophie und Religion - Religion und Glaube …
- Genre: keine Angabe / keine Angabe
- Ersterscheinung: 05.01.2026
- ISBN: 9783162000484
Cur Deus homo und die vom Ordnungsdenken geprägte Theologie Anselms
Die Schrift
Cur Deus homo
gilt als eines der bedeutendsten Werke Anselms, zugleich aber als eines der am meisten missverstandenen. In der modernen Theologie wird sie häufig dafür kritisiert, göttliches Handeln menschlichen Kategorien der Satisfaktion zu unterwerfen und damit Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu relativieren. Jonathan Flämig entwickelt eine neue Perspektive, indem er das Werk konsequent im Rahmen von Anselms Ordnungsdenken interpretiert. Ausgangspunkt sind die grundlegenden Differenzen zwischen Schöpfer und Geschöpf sowie die Stellung des Menschen als Vernunftwesen und Ebenbild Gottes. Entscheidend ist dabei Anselms Leitgedanke, dass die Stellung eines Wesens in der Ordnung stets ein Sollen impliziert sowie dass Freiheit von ‚Rechtheit' (
rectitudo
) abhängt - also von der Übereinstimmung des Seins/Handelns mit diesem Sollen, das sich aus der Ordnung ergibt. Auf dieser Basis begründet Anselm die Rationalität des göttlichen Heilshandelns. Zudem erschließt er in Hinblick auf den Menschen Sünde nicht als äußerliche Schuld, sondern als Abkehr vom eigenen Wesen, und deutet Versöhnung als Wiederherstellung von Rechtheit. Damit wird sichtbar, dass Anselm in
Cur Deus Homo
einen christologisch fokussierten, aber existentiell relevanten Zugang zur Soteriologie entwickelt. Der Autor bettet diesen Ansatz in die Gesamttheologie Anselms ein, zeigt den Zusammenhang von Trinitätstheologie, Erkenntnistheorie, Hamartiologie, Soteriologie und Freiheitslehre und rehabilitiert so die Bedeutung des Werkes für die westkirchliche Versöhnungslehre.
Weitere Formate
- Hardcover 129,00 €
Meinungen aus der Lesejury
Es sind noch keine Einträge vorhanden.