Eine etwas andere Flucht....Großartig!
Mit "Goodbye Germania. Ein Neonazi flüchtet nach Afghanistan" hat Mauris Blandit eine mit viel Humor und Satire geschriebene Geschichte einer Flucht abgeliefert, Richtig gut! Es ist Mauris Blandits erster ...
Mit "Goodbye Germania. Ein Neonazi flüchtet nach Afghanistan" hat Mauris Blandit eine mit viel Humor und Satire geschriebene Geschichte einer Flucht abgeliefert, Richtig gut! Es ist Mauris Blandits erster Roman.
In Braunheim wird das Bordell Hindukusch geschlossen, es sollen dort Flüchtlinge untergebracht werden. Als diese in Braunheim ankommen, gibt es ein Begrüßungsfest, denn man nimmt die Vorgaben der Kanzlerin sehr ernst. Alle freuen sich auf und über die Ankömmlinge. Alle? Nein! Denn da gibt es die rechte Szene, die ihr Leben und ihre Existenz bedroht sieht, allen voran Kanu. Kanu ist nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte, glaubt alles (und doch wieder nichts: Lügenpresse!) Die vier Sozialarbeiter Sonja, Eva, Jonas und Tönnies wollen Kanu dabei helfen, auf den richtigen Pfad zurückzukehren. Mit Unterstützung des afghanischen Deutschlehrers Alaa wird die Flucht geplant, Kanu kurzerhand entführt und los geht`s! Damit Kanu begreift, was es heißt auf der Flucht zu sein, erzählen sie ihm, dass die Taliban bereits in Braunheim sind und die Herrschaft übernehmen wollen. Es hilft nur die Flucht dorthin, wo die Taliban ihn am wenigsten vermuten. Außerhalb von Deutschland und möglichst weit weg.
Blandit greift in seinem Buch viele Vorurteile gegenüber Geflüchteten auf und rechnet mit ihnen mit zum Teil bitterbösem Humor ab. Dabei liest sich das Buch wie ein irrsinnig komischer Roman. Wenn ein Deutscher eine Flucht plant, dann aber bitte richtig! Ein Fluchtauto muss her, der CO2-Abdruck muss stimmen, ebenso die medizinische Versorgung unterwegs. Auch an Gesellschaftsspiele muss gedacht werden. Für Alaa alles etwas befremdlich, hat er doch seine Flucht aus Afghanistan etwas anders in Erinnerung.... Die Charaktere sind liebevoll mit einem Augenzwinkern beschrieben, zu jeder einzelnen Person hatte ich ein Bild vor Augen.
Ein Roman, der karikiert, provoziert, überzeichnet und mit viel bissigem Humor ausgestattet dafür sorgt, dass ich es nicht weglegen konnte! Ein gekonntes Plädoyer gegen Rechts und Intoleranz, das ich sehr gerne weiterempfehle und auch sicher verschenken werde. Es lohnt sich und ich freue mich hoffentlich baldigen Nachschub von Mauris Blandit!