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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.07.2019

Sehr empfehlenswert

Imago. Dunkler Hass
1

Dies ist meine allererste Rezension überhaupt.
Ich habe Imago - Dunkler Hass von Matthias Bürgel gelesen und bin davon durchaus angetan.
Geschildert wird die Verfolgungsjagd auf einen teuflisch grausamen ...

Dies ist meine allererste Rezension überhaupt.
Ich habe Imago - Dunkler Hass von Matthias Bürgel gelesen und bin davon durchaus angetan.
Geschildert wird die Verfolgungsjagd auf einen teuflisch grausamen Serienmörder, der seinen weiblichen Opfern Unvorstellbares antut.
Der leitende Ermittler Banner tritt ab einem gewissen Punkt auf der Stelle und wendet sich hilfesuchend an den recht verbitterten Falk Hagedorn, der durch einen Unfall in Ausübung seines Dienstes im Rollstuhl sitzen muss.
Gemeinsam suchen sie nach dem Mörder.
Dieser entführt plötzlich Hagedorns Tochter...

Ich finde, das ist ein sehr unterhaltsames Buch, kurzweilig und recht realistisch geschrieben. Und ich kann es mit ruhigem Gewissen jedem Krimifan wärmstens ans Herz legen. Auch innerhalb meines Verwandten - und Bekanntenkreises werde ich dies tun.
Der verschrobene und dadurch etwas schräg wirkende Hagedorn ist hierbei mein Lieblings-Charakter. Schmerz, Wut, Verbitterung sind zwar keine schöne, aber nun mal menschliche Seiten, von denen sich wohl kaum einer frei sprechen kann.
Er ist auch für mich so der Inbegriff vom harte Schale, weicher Kern, denn einerseits will er ja nichts mehr mit der Polizei und ihrer Arbeit zu tun haben, hilft dann aber doch, weil er es dann doch nicht ertragen kann, dass der Gesuchte unaufhaltsam weiter mordet und er vielleicht hätte helfen können. Also überwindet er sich doch, zähneknirschend und fluchend vor sich hin knurrend.
Dass er und Banner sich so über ihren Chef Burger aufregen, finde ich ehrlich und erfrischend offen geschrieben. Wieso nicht mal öfter fluchen, wenn einer so machtgeil, rückgratlos und hoffnungslos lächerlich selbstverliebt ist und man selbst mit einem ohnmächtigen Gefühl daneben steht, weil man nicht in die Hand beißt, die einen füttert?
Dann ist noch sehr detailliert geschildert, wie der Täter denn nun eigentlich zum Täter geworden ist. Fast versteht man ihn sogar.
Stellenweise hat die Story ein wenig an "Schweigen der Lämmer" erinnert, zumindest mich, war dann doch aber auch wieder ganz anders. Nichts für schwache Nerven teilweise.
Zimperlich darf man nicht sein beim Lesen dieses Buches, was mir aber auch gefallen hat.
Das Cover ist sehr gut, es bringt die Entführung der Tochter von Hagedorn recht gut zur Geltung.
Man merkt am Schreibstil, dass da jemand mit Sach- und Fachverstand geschrieben hat, der Ahnung hat von den üblichen Abläufen und sich nicht irgendwo etwas aus den Fingern saugt, bzw. aus dem TV zusammenschreibt.
Es fiel mir leicht, das Buch innerhalb einer Woche auszulesen. Es hat mich gestört, dass oft an der spannendsten Stelle meine Mittagspause schon wieder zu Ende war.
Ach so, jetzt fällt mir noch etwas zum Schreibstil ein: Es gibt zwar Rückblenden, aber es sind nicht zu viele, genau das richtige Maß, gerade gut für den Spannungsbogen und sie verwirren auch den Leser nicht unnötig für meine Begriffe.

Also, mein Fazit: Sehr gut, gerne mehr davon!