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Veröffentlicht am 02.08.2024

Nicht ganz die Erwartungen erfüllt

Silberne Geister
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Nach ihren zwei letzten Schauerromanen, die ich mochte und genau das Niveau an “Horror” hatten, dass ich aushalten konnte. Zieht sie weiter zu einem Buch, das sie als “übernatürliche Spannung mit Filmgeschichte” ...

Nach ihren zwei letzten Schauerromanen, die ich mochte und genau das Niveau an “Horror” hatten, dass ich aushalten konnte. Zieht sie weiter zu einem Buch, das sie als “übernatürliche Spannung mit Filmgeschichte” nennt. Es ist eine Art Ermittlung, in dem Fall um die Aufdeckung der merkwürdigen Geschehnissen bei einem Filmdreh und Filmhistorie, bezogen auf Mexico City (wie die letzten Romane).

Gleich nach den ersten paar Kapiteln wusste ich, es ist gruseliger als ihre anderen beiden Romane und die Anspannung ist auch hier wieder sehr greifbar. Sehr interessantes Setting und die Figuren erst, ich war gleich sehr begeistert. Ich konnte mir das Geschehen sofort vorstellen, durch einen Vintage Filter oder wie in einem alten Noir-Film. An sich ist ihre Atmosphäre im Roman immer sehr greifbar und lässt ein wunderbares Kopfkino laufen.
Nebenbei ließ sie die Filmhistorie einfließen, wobei ich manche Passagen nicht gut erklärt fand. Da bedarf es etwas Eigenrecherche, wenn einem das Thema was bedeutet. An der Stelle war ich von der Autorin schon besseres gewohnt, weil ihre vorherigen Romane auch mit einigen interessanten historischen Begebenheiten gespickt waren, die man so nicht kennt.

Die Themen, die sie hier aufgreift, sind wieder sehr spannend: Seance, Okkultismus, Geister, ewiges Leben und Nationalsozialistische Kultur zu meiner Überraschung. Das alles ergibt einen spannenden Mix und ich hangelte mich durch ihre teilweise langen Beschreibungen gut durchs Buch.

Mit der Protagonistin Montserrat, die in einer starken Männerdomäne arbeitet und an sich zu den toughen Frauen zählt, die sich jetzt nicht um ihr Äußeres kümmert und Horrorfilme als Hobby sieht, hat sie eine angenehme Heldin geschaffen. Leider ist sie geplagt von Geldproblemen und auf der Suche nach einem zweiten Einkommen.
Zusammen mit ihrem Kindheitsfreund und früheren Schauspiel-Star begegnet sie einem alten Produzenten mit einer mysteriösen Geschichte. Sie wittert hier die Möglichkeit für eine Story, die sich gut verkaufen lässt und gerät somit in Gefahr.

Den ganze Spannungsablauf empfand ich wie, zwei zusammengelegte Wellen, wobei die Mitte des Romans einen Tiefpunkt zeigt und das Ende sehr nett abflaut. Hat die Autorin hier zu viel gewollt? Hat sie sich vielleicht an ein paar Stellen kurzzeitig verloren? Mir scheint es so, dass sie sich mit ihrem dritten Roman etwas verändern wollte, aber den Sprung nicht gänzlich geschafft hat.
Am Anfang hatte ich noch spüren können, dass es ein anderer “Moreno-Garcia” wird und war von der Veränderung angetan.
Aber im Ganzen war das Buch schlichtweg zu lang durch seine vielen historischen Einwürfe und Verknüpfungen - ein bisschen chaotisch.
Auf der anderen Seite waren die okkultischen Themen wirklich gut in Szene gesetzt und die Beziehung zwischen den beiden sehr interessant eingebracht. Ich mag unkonventionelle Liebesgeschichten mit Kanten!

Ein cooler Roman rund um Okkultismus mit spannenden Ansätzen und interessantem historischen Hintergrund, der an einigen Stellen schwächelt! Gerne bald wieder einen “Moreno-Garcia”!

Veröffentlicht am 20.07.2024

Eine bissig-komische Familie!

Die Radleys
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Eine bissig-komische Familie, die eigentlich wie jede andere Familie ist…ausgenommen die Fangzähne.

Die Radleys leben in einem sehr langweiligen, typischen Dorf und sind auf den ersten Blick eine normale ...

Eine bissig-komische Familie, die eigentlich wie jede andere Familie ist…ausgenommen die Fangzähne.

Die Radleys leben in einem sehr langweiligen, typischen Dorf und sind auf den ersten Blick eine normale britische Familie. Mit all den typischen Problemen, wie launische Teenager, Mobbing, nervige Nachbarn, Alltagstrott in der Beziehung. Die beiden Kinder wissen nichts von ihrer vampirischen Herkunft und die Eltern leben als abstinente Vampire. Wobei bei einer Sonnenallergie und anderen Problemen waren die Hinweise schon da…

Und dann kommt der eine Moment, der die Fassade der Eltern zum Einsturz bringt. Als dann noch ihr Onkel vor der Türschwelle steht, nimmt die Geschichte ihren blutigen Lauf.

Von Matt Haig ist man wohl mehr philosophischer Roman gewöhnt und kein Roman über Vampire mit einem Hauch britischen Humor. Und die erste Ausgabe dieses Romans fand ich aus dem Jahr 2010, im Original erschien es im selben Jahr. Somit gehört dieses Buch zu seinen früheren Romanen. Wobei ich sagen muss, das aktuelle Cover von dem Taschenbuch passt wirklich gut.


Im Grunde geht es hier nicht allein um Vampire, sondern über die Lügen, die man seinen Kindern erzählt und sich selbst. Angefangen damit, dass die Eltern abstinent leben und ihre Kinder danach erziehen bis zu dem einem oder anderen Geheimnis, dass die Eltern voreinander haben.
Clever erzählt Matt Haig aus der Sicht von allen Beteiligten und bringt damit so authentische Charaktere hervor, dass man sie sich leicht vorstellen kann. Man schwebt regelrecht durch die Seiten, wobei ich auch gerne mal ein Kapitel nach dem anderen genüsslich gelesen habe. Der Humor, der Schreibstil, der einen leicht zum Schmunzeln bringt und die Dramatik - sehr angenehm und interessant zu lesen.

Auch wenn die angesprochenen Themen jetzt ernst klingt, war es doch ein recht amüsanter Roman, der trotz der thematischen Tiefe viel Unterhaltung bietet. An ein paar Stellen hätte ich mir gewünscht, diese Tiefe besser ausgebaut zu sehen, bzw. besser zu einem Ende gebracht, aber das habe ich dem Autor schnell verziehen. Weil der Roman rundum ein gelungenes Werk ist, dass ich gerne mal Freunde empfehle, die mal was “anderes” lesen wollen. “Nicht immer dasselbe" - und so.

Ein cooles Buch über Vampire, auch für Leser, die diese Wesen sonst meiden!

Veröffentlicht am 14.07.2024

Humorvolle Slowburn Fantasy-Lovestory!

Assistant to the Villain
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Heutzutage ist bei der jüngeren Generation, nicht die Romane beliebt auf denen der rote Aufkleber “Bestseller” klebt und ein Kaufgarantie, sondern der Aufkleber “Booktok” oder der Büchertisch mit der Aufschrift ...

Heutzutage ist bei der jüngeren Generation, nicht die Romane beliebt auf denen der rote Aufkleber “Bestseller” klebt und ein Kaufgarantie, sondern der Aufkleber “Booktok” oder der Büchertisch mit der Aufschrift “Hyped auf Booktok”.
Ein viral gegangener Roman ist heiße Ware, aber am Ende stellt man sich immer die Frage, wie auch bei den Bestsellern, lohnt es sich?

Assistant to the Villain ist ebenfalls ein Roman, der auf Booktok viral gegangen ist. Besser gesagt, die Autorin hat unheimlich viele TikTok Videos mit Szenen und Ideen von ihrer Geschichte veröffentlicht unter “Wenn ich die Assistentin wäre von einem Schurken” (kurz umschrieben) und das ging viral. Ihr Humor, ihre Art des Erzählens hat die Zuschauer umgehauen und am Ende wurde es ein Roman, bzw. eine Buchserie.

Kommen wir nun aber zum Buch selbst, bei dem es sich um den ersten Teil von aktuell drei Büchern handelt. Und ich fand die phantastische Romcom im Großen und Ganzen in Ordnung. Da die Erwartungen recht hoch waren, ist es natürlich immer schwer es zu bewerten, wenn es dem nicht entspricht. Aber je mehr ich über die Geschichte nachdenke, desto amüsanter und spannender finde ich sie.

Teilweise überwiegt hier auch das Com mehr als das Rom, wenn ihr versteht was ich meine (Romcom = Romantic Comedy) und hier wird mit einigen Klischees und Stereotypen gearbeitet. Wobei das nie negativ aufkommt, es passt hervorragend zum Stil des Romans, der einen unterhalten möchte. Auf der anderen Seite jedoch, bleiben die Charaktere auf gewisse Weise auf der Strecke.

Wir haben eine Handvoll interessanter Charaktere, die sich um die Protagonisten herum bewegen, von denen ich gerne mehr lesen würde. Aber neben der ununterbrochenen Handlung bekommen die Nebencharaktere zu wenig Aufmerksamkeit. Das können natürlich die Folgebände wieder ins Lot bringen, aber schade war es schon.
Doch es ist ein echt witziges Buch, das dich lachen lässt und dich mit Dialogen zum Kichern bringt.

Die beiden Protagonisten, Sage und Trystan, sind schrecklich unterhaltsam. Sie ist ein immer positiver und kluger Charakter, der so einige gute Sprüche auf Lager hat, wie auch eine wunderbar erfrischende Sicht auf die Dinge hat.
Er ist ein Bösewicht. Aber natürlich einer, mit einer Vergangenheit, die alles erklären kann und mit so einigen anderen Klischee typischen Eigenschaften. Die beiden liefern sich ein amüsantes Wortgefecht nach dem anderen und man spürt das Kribbeln zwischen den Beiden. Ohne wenigstens zu schmunzeln, lassen sich die Szenen nicht lesen. Nicht zu vergessen, die Kapitel aus seiner Sicht …!


Außerdem ist der Roman locker und mit einem Augen fürs Detail geschrieben, sodass man ein wunderbares Kopfkino bekommt. Daher wundert es mich auch nicht, dass der Roman aktuell am Anfang seiner Serienumsetzung steht und ich freue mich schon darauf Sage und Trystan auf der Leinwand zu sehen.

Für Fans von Slowburn Liebesgeschichten mit Fantasy- und Mittelalter-Vibes und viel Humor!

Veröffentlicht am 04.06.2024

So lala.

Die Hungrige
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Ich habe mal einen Kommentar zu dem Buch gelesen, der ging in etwa so: “Wenn Dolly Alderton einen Vampirroman schreiben würde, wäre das das Buch dazu.” Hätte ich bloß diesen Kommentar gelesen, bevor ich ...

Ich habe mal einen Kommentar zu dem Buch gelesen, der ging in etwa so: “Wenn Dolly Alderton einen Vampirroman schreiben würde, wäre das das Buch dazu.” Hätte ich bloß diesen Kommentar gelesen, bevor ich Die Hungrige in die Hand nahm. Es ist nämlich so, dass ich von Alderton ein Buch gelesen hatte und es nicht sonderlich mochte.

Und auch der Roman von Kohda lies mich unbefriedigt nach dem Ende zurück. Wobei es sehr viele spannende Ansätze gegeben hat und wäre sie denen gefolgt, dann hätte sie bestimmt einen außergewöhnlichen und modernen Vampirroman geschrieben.

Lydia ist ein junger Vampir mit einer vampirischen Mutter, die an Alzheimer erkrankt und da die Verpflegung anstrengend wird, plus ein paar andere Dinge, bringt sie sie ins Heim. Da sie als Vampir quasi geboren wurde und von ihrer Mutter früh über das Böse in ihr indoktriniert wurde, hat sie einen sehr interessanten, aber auch merkwürdigen Charakter, wenn nicht sogar schon unheimlich. So hat sie noch nie menschliches Blut getrunken, aber als sie dann auf sich alleine gestellt ist, stellt sich heraus, dass die Beschaffung von Blut viel anstrengender ist als gedacht. Was so viel heißt wie, ein hungriger Vampir begleitet uns durch das ganze Buch.

Es ist im Grunde eine Selbstfindungsgeschichte und da es aus der Ich Perspektive geschrieben wird, auch mit vielen Monologen gespickt. Anstrengend vielen Gedanken, die teilweise für mich ins Nichts führen. Als Künstlerin, was sie zu sein scheint, wird auch viel über Kunst und Szene geschrieben, wobei es beim Ersteren für Neulinge schwer zu lesen ist. Viele Namen aus der Kunst, wenig Erklärungen.

Interessant fand ich zum einen ihre Mutter und ihre Entstehungsgeschichte, wie auch den Werdegang. Da hätte ich gerne noch viel mehr darüber erfahren. Wir bekommen leider nur einen kleinen Einblick, wie auch die Infos zu ihrem menschlichen Vater, die sehr sparsam gestreut werden. Wer war dieser Mann, der sein halbes Leben mit zwei Vampiren gelebt hat?

Neben ihrem Verlangen nach Blut hat sie noch andere Wünsche, wie z.B. den Geschmack von Essen, den sie nicht kennt. Und der Titel des Buches bekommt im Laufe der Handlung eine tiefere Bedeutung.
Wir bewegen uns mit Lydia am Rand ihres Hungers, zwischen durchgeknallt, eklig, verletzlich und verwirrt.
Zum Ende hin wird es plötzlich spannend und Lydia macht eine Wendung durch. Leider ist das Buch dann auch schon fertig und ich bin für meinen Teil enttäuscht. Besonders da sich am Ende noch eine spannende Sache herauskristallisiert, von der ich natürlich gerne mehr gelesen hätte.

Streichen wir ein paar innere Monologe und bauen die spannenden Sachen weiter aus, hätte ich es grandios gefunden. So war es eher ein “in Ordnung, aber speziell” Roman für mich. Es liegt auch mitunter daran, dass ich Geschichten mit starkem Fokus Selbstfindung, die ich hier sehe, nicht so viel abgewinnen kann.

Trotzdem behalte ich die Autorin im Kopf und vielleicht erreicht ihr nächster Roman mehr bei mir!

Veröffentlicht am 15.05.2024

Frei um jeden Preis!

Das Haus mit der goldenen Tür
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Bei diesem Buch hier handelt es sich um den zweiten Band einer Trilogie, die auch in Reihenfolge gelesen werden muss. Der erste Teil der Reihe heißt “Die Wölfe von Pompeji”.

Nach den überschlagenden ...

Bei diesem Buch hier handelt es sich um den zweiten Band einer Trilogie, die auch in Reihenfolge gelesen werden muss. Der erste Teil der Reihe heißt “Die Wölfe von Pompeji”.

Nach den überschlagenden Ereignissen aus dem ersten Teil, macht die Autorin genauso weiter in “Das Haus mit der goldenen Tür”. Abermals üppig beschreibt sie das neue Leben von Amara, die es nun endlich geschafft hat, aus dem Dasein als Sklavin auszubrechen und von ihrem Gönner rausgekauft zu werden.
Aber sie ist immer noch eine Frau in der Antike, unverheiratet, ohne festen Beruf, die von einem Mann und seinen Launen abhängig ist. Und Amara macht sich das Leben nicht einfacher, als sie ganz langsam ihr Herz an jemand anderen verliert …

Man würde meinen, nach dem ersten Buch, dass jetzt das Glück nur so zu ihr strömen würde. Endlich ist sie frei und nicht mehr dem brutalen Leben unter Felix ausgesetzt. Aber dieser lässt nicht so einfach von ihr ab und Amara muss nun lernen, wie es ist, von einem Gönner abhängig zu sein. Der, auf den ersten Blick, naive Rufus, fängt an, ganz neue Seiten von sich zu zeigen und Amara ganz auf seine Art herauszufordern.

Doch wir reden hier von einer Frau, die es bereits weit gebracht hat und ihre Intelligenz hilft, Stück für Stück ihr eigenes Geschäft aufzubauen, mit Menschen um sich herum, denen sie vertraut. Mit Finesse einer Überlebenden lebt sie weiter und der Leser spürt regelrecht die Gefahren, die sich um sie herum befinden.

Die Spannung lässt fast kaum ab beim Lesen und wie im ersten Buch schlagen die Ereignisse gerne mal übereinander ohne Verschnaufpause.
Wo ich im ersten Teil noch die Beziehungen zueinander etwas kritisiert hatte, so hat die Autorin hier mehr Tiefe eingebracht und auch die Nebencharaktere besser ausgebaut.
Besonders Amara wächst hier weit aus sich heraus, jetzt wo sie sich bewusst auf Beziehungen mit anderen einlässt, sieht man regelrecht ihre wachsende Stärke und den Wunsch, den sie über ihr Leben hängt.

Wie auch im letzten Band beginnt jedes Kapitel mit einem Zitat aus einer antiken Schrift, die im Zusammenhang mit dem kommenden Geschehen steht oder mit einem Graffiti von einer Wand in Pompeji. Wer mehr darüber wissen möchte, sollte auf keinen Fall das Nachwort am Ende des Romans verpassen!

Sonst hat die Autorin wieder schwere Themen rund um die Antike und besonders über die Frau in der Antike, spannend und authentisch verpackt. Es sind jetzt keine leichten Themen, mit denen sie hier jongliert, von Sklavenmarkt bis Bordell. Aber sie gibt diesen Frauen eine starke Stimme, eine hoffnungsvolle Stimme und daher lese ich die Reihe auch so gerne.

Eine wunderbare Fortsetzung rund um Amara und ihren weiten Weg in die Freiheit! Zu empfehlen für Fans der Antike und besonders für Fans von starken historischen (wenn auch fiktionalen) Frauenfiguren!

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