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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.09.2024

Found Family

Das größte Rätsel aller Zeiten
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Samuel Burr "Das größte Rätsel aller Zeiten" (übersetzt ins Deutsche von Karl-Heinz Ebnet)

Inhalt: Clayton, der als Findelkind bei der Gemeinschaft der Rätselmacher ausgesetzt wurde, bekommt von seiner ...

Samuel Burr "Das größte Rätsel aller Zeiten" (übersetzt ins Deutsche von Karl-Heinz Ebnet)

Inhalt: Clayton, der als Findelkind bei der Gemeinschaft der Rätselmacher ausgesetzt wurde, bekommt von seiner Ziehmutter Pippa nach deren Tod einige Rätsel, die er lösen soll um das Geheimnis seiner Herkunft zu entschlüsseln. Wichtig auf diesem Weg werden vor allem die Menschen, die ihn dabei begleiten und die Gemeinschaft, die sie bilden.

Das Buch hat zwei Handlungsstränge und erzählt auf der einen Seite Claytons Geschichte der sich auf die Suche macht und auf der anderen Seite in der Vergangenheit die Gründung einer sehr unkonventionellen Wohngemeinschaft als Pippa auf der Suche nach Familie und Rückhalt war.

Samuel Burr hat ein wunderbares Buch über die wichtigen Dinge im Leben geschrieben: Gemeinschaft, Zusammenhalt und Familie, in Pippas Fall found family. Er verarbeitet dabei aber auch Themen wie Homosexualität, Misogynie und Altwerden in unserer Gesellschaft.
Zwischendurch gibt es auf einigen Seiten immer wieder Rätsel die man als Leser:in tatsächlich lösen kann wenn man Lust hat aber auch einfach ignorieren kann da sie früher oder später aufgelöst werden.

Alles in allem ein cozy Wohlfühlbuch mit sehr schönem Cover das mir unterhaltsame Lesestunden beschert hat.

Veröffentlicht am 08.09.2024

Ungewöhnlich

Cascadia
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"Cascadia" von Julia Philips, übersetzt von pociao u d Roberto de Hollanda

Inhalt: Die beiden Schwestern Elena und Sam müssen schon in jungen Jahren ihre kranken Mutter pflegen, leiden ständig unter Geldnot ...

"Cascadia" von Julia Philips, übersetzt von pociao u d Roberto de Hollanda

Inhalt: Die beiden Schwestern Elena und Sam müssen schon in jungen Jahren ihre kranken Mutter pflegen, leiden ständig unter Geldnot und halten sich mit mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Trotz dass sie so unterschiedlich sind halten sie zusammen und versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen. Bis eines Tages ein Bär auftaucht und die beiden auseinandertreibt da sie sehr unterschiedlich mit der Situation umgehen, die eine fasziniert, die andere ängstlich.

Die Geschichte ist sehr ungewöhnlich obwohl gar nicht so viel Handlung passiert. Sie hat mich an ein modernes Märchen erinnert bzw. an eine Adaption von Schneeweißchen und Rosenrot.
Da die Story aus Sams Sicht erzählt wird lernt man sie recht gut kennen, ihre introvertierte, manchmal sogar abweisende Art wird einem als Leser:in irgendwann sehr vertraut. Währenddessen ist Elena mir eher fremd geblieben da ich ihre Sicht der Dinge nur schwer nachvollziehen konnte. Mir hätte es geholfen ihre Perspektive noch etwas genauer erzählt zu bekommen.

Trotzdem habe ich Cascadia sehr gerne gelesen und mochte vor allem den Schreibstil und die tolle Naturbeschreibungen sehr gerne. Trotz des eher handlungsarmen Plots war es für mich bis zum Ende spannend was es mit dem Bären auf sich hat.

Veröffentlicht am 14.08.2024

Sehr besonders

Windstärke 17
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Nachdem Caroline Wahls Debütroman "22 Bahnen" letztes Jahr für mich ein absolutes Highlight war konnte mich auch der Nachfolger "Windstärke 17" wieder absolut begeistern.
Während es in "22 Bahnen" hauptsächlich ...

Nachdem Caroline Wahls Debütroman "22 Bahnen" letztes Jahr für mich ein absolutes Highlight war konnte mich auch der Nachfolger "Windstärke 17" wieder absolut begeistern.
Während es in "22 Bahnen" hauptsächlich um Tilda geht, die ihrer Rolle als große Schwester genauso gerecht werden möchte wie sie ihre eigene Träume verfolgen will, steht bei "Windstärke 17" nun ihre kleine Schwester Ida im Mittelpunkt. Ida ist Anfang 20 und fühlt sich nach einem Schicksalsschlag vollkommen verloren. Sie flüchtet über Umwege auf die Ostseeinsel Rügen und trifft dort auf Menschen die ihr zeigen wie man trotz aller Widrigkeiten weitermacht.

Caro Wahl hat da zwei sehr besondere Bücher geschaffen. Sowohl die Geschichte selber als auch der Schreibstil sind so traurigschön dass ich beim Lesen gelitten, mitgefiebert, mich gefreut und geweint habe. Der Stil ist minimalistisch und trotzdem direkt auf den Punkt. Idas Gedanken zu folgen hat so viel Spaß gemacht und gibt dem Buch eine eigene Dynamik die durch die Seiten fliegen lässt. Wir sind beim Lesen ganz nah dran an Idas Gedanken, an ihrer inneren Zerrissenheit und ihren Kämpfen gegen und mit sich selbst. Eindrücklich und intensiv begleiten wir Ida durch ihre Trauer, Angst und Wut, erleben aber auch wie sich kleine Hoffnungsschimmer zeigen.

Beide Bücher sind für mich die perfekte Sommerlektüre da sie trotz schwerer Themen so wahnsinnig lebensbejahend und tiefgründig geschrieben sind.

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