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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.07.2021

Wohlfühl-Krimi mit französischem Urlaubsfeeling

Trüffelgold
0

Die Deutsch-Französin Marie Mercier nimmt gerade eine Auszeit von ihrem Job bei der Mordkommission in Paris. Nach dem Tod ihrer Großmutter ist Marie vorübergehend in deren Heimatort Saint-André im Perigord ...

Die Deutsch-Französin Marie Mercier nimmt gerade eine Auszeit von ihrem Job bei der Mordkommission in Paris. Nach dem Tod ihrer Großmutter ist Marie vorübergehend in deren Heimatort Saint-André im Perigord gezogen. Am ersten Tag der Jagdsaison wird der neue Liebhaber von Maries Jugendfreundin erschossen im Wald aufgefunden. Ein Bekannter aus Maries Jugend gerät in den Fokus der örtlichen Polizei. Daraufhin fängt Marie auf eigene Faust an zu ermitteln und begibt sich in tödliche Gefahr.

Dieser „kuschlige“ Krimi ist gespickt mit vielen Details zur Küche und Kultur im Perigord und erlaubt dem Leser so in die Region einzutauchen. Besonders gut hat mir der flüssige Szenenwechsel und die lebhafte Erzählweise gefallen. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz und so fiebert man bei der Suche nach dem Mörder sofort mit. Sehr humorvoll ist die beschriebene Beziehung zwischen dem Trüffelschwein Augustine und ihrem Halter Georges.

Ein gelungener französischer Urlaubskrimi gewürzt mit einer Spur romantischer Gefühle. Ich freue mich schon sehr auf die folgenden Bücher der Reihe, um herauszufinden, ob Marie im Perigord bleibt. Für mich eine ganz klare Empfehlung an alle, die einen spannenden Urlaubskrimi suchen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 10.04.2021

Abwechslungsreicher Wohlfühl-Krimi mit Meerweh

Mordseestrand
2

Nach der Ruhe auf Borkum über den Winter steht nun der Saisonbeginn für den Tourismus kurz bevor. Und es scheint, dass Jo Hammert, der passionierte Umweltschützer auf Borkum, in Schwierigkeiten ist. Seine ...

Nach der Ruhe auf Borkum über den Winter steht nun der Saisonbeginn für den Tourismus kurz bevor. Und es scheint, dass Jo Hammert, der passionierte Umweltschützer auf Borkum, in Schwierigkeiten ist. Seine Aktivitäten rund um den Umweltschutz haben ihm über die Jahre viele Feinde eingebracht. Als Jos abgetrennter Finger am Strand von einem kleinen Jungen gefunden wird, beginnt Caro Falk zu ermitteln.

Im zweiten Teil der Krimireihe hat die Hauptfigur der Reihe, Caro Falk, Fuß auf Borkum gefasst und besonders gut gefällt mir die Wandlung Caros von der Berliner Schischi-Ehefrau zur naturliebenden Insulanerin und wie Caro Stück für Stück die Kontrolle über ihr Leben zurückerobert, nachdem sie sich aus ihrer toxischen Ehe befreit hat. Der zweite Teil kann aber auch unabhängig vom vorherigen Buch gelesen werden, da kein Wissen vorausgesetzt wird.

Der Krimi spielt im Hochsommer auf Borkum und man kann direkt die Hitze und den Sommer fühlen. Mir gefällt Caro als Hobbydetektivin sehr und auch ihren Partner bei den Ermittlungen Jan Akkermann und Caros Ex-Schwiegervater Hinnerk überzeugen als glaubhafte Charaktere. Mit viel Humor erzählt die Autorin spannend und unterhaltsam. Vor allem mochte ich den Anfang der Erzählung, weil sich der Mord allmählich ankündigt. Und auch das große Thema des Buches, der Naturschutz auf Borkum gegen die wirtschaftlichen Interessen, wird mit vielen Details beschrieben.

Besonders gut haben mir die eingeschobene, kursiv geschriebene Ich-Perspektive des Täters oder der Täterin gefallen. Durch diese kurzen Szenen wirkt die Situation bedrohlich und die Autorin baut schon im Vorfeld des Mordes eine Anspannung auf.
Das Ende empfinde ich als seltsam unbefriedigend. Für den Leser wird das Ergebnis der Ermittlungen von Caro und Jan künstlich hinausgezögert und die Auflösung ist doch sehr überraschend. Vor allem im Hinblick auf die kurzen Gedanken-Szenen des Täters oder der Täterin.

Im Gesamten, empfehle ich „Mordsee Strand“ gerne weiter, da der Inselkrimi auf Borkum zum Träumen über Urlaubsabenteuer an der Nordsee einlädt und Lust auf mehr Geschichten über Caro als Hobbydetektivin macht.

  • Cover
  • Spannung
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 06.12.2020

Schwaches Debut im Thriller-Genre

Dornteufel
1

Der Thriller dreht sich um das Thema Schönheit, das für viele vor allem Quälerei und Scham bedeutet. Eine junge Frau, die nicht angesehen werden will, stürzt sich verzweifelt in den Tod. Ihr Äußeres ähnelt ...

Der Thriller dreht sich um das Thema Schönheit, das für viele vor allem Quälerei und Scham bedeutet. Eine junge Frau, die nicht angesehen werden will, stürzt sich verzweifelt in den Tod. Ihr Äußeres ähnelt dem einer alten Greisin mit tiefen Falten und Altersflecken. Wie konnte die Frau so sehr altern? Die Erzählung gibt da auch gleich den ersten Hinweis, dass ein indischer Kosmetik-Großkonzern, der an ewig jugendlicher Haut forscht, involviert ist. Eine bedrohliche Stimmung macht sich breit als Julia Bruck, die ausgeliehene Ingenieurin für Klimatechnik, erfährt, dass ihr direkter Vorgänger im Unternehmen spurlos verschwand.

Der Thriller spielt in Frankreich, Indien, Deutschland und den USA. Das verspricht eine globale Verwicklung der Geschehnisse und unterscheidet sich stark von den bisherigen „Almstädt“ Krimis. Das Cover des Buches allerdings ist der bisherigen Gestaltung der Bücher von Eva Almstädt sehr ähnlich. Da hätte ich mir einen neuen kreativen Weg gewünscht, um dem Thriller mehr Individualität zu geben und ihn klar von den Regio-Krimis abzugrenzen.

Das Thema Schönheit ist Teil des aktuellen Zeitgeschehens und der mysteriöse Selbstmord der jungen „Greisin“ ist spannend erzählt. Im weiteren Verlauf ist der Thriller leider nicht mit der gleichen Intensität geschrieben. Viele Stellen waren für mich nicht nachvollziehbar und manches wurde einfach nicht abschließend geklärt. Außerdem fehlt mir das große emotionale Thema des Romans.

Der Übergang vom regionalen Krimi zum internationalen Thriller ist nicht sehr gut gelungen. „Dornteufel“ ist ein eher schwacher Thriller und bleibt deutlich hinter den Ostseekrimis von Eva Almstädt zurück, die ich mit Begeisterung weiterempfehle.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.05.2020

Spannender Krimi zum Genießen

Ostseegruft
1

Die Lübecker Kommissarin Pia fährt zur Beerdigung ihrer Jungendfreundin Kirsten nach Ostholstein. Am Grab sorgt ein glatzköpfiger Unbekannter für viel Wirbel, indem er behauptet, dass Kirstens Tod gar ...

Die Lübecker Kommissarin Pia fährt zur Beerdigung ihrer Jungendfreundin Kirsten nach Ostholstein. Am Grab sorgt ein glatzköpfiger Unbekannter für viel Wirbel, indem er behauptet, dass Kirstens Tod gar kein Unfall gewesen sein kann. Leider erreicht Pia den Unbekannten nicht rechtzeitig, um ihm weitere Fragen stellen zu können. Der Vorfall lässt ihr allerdings keine Ruhe. Die Zweifel am Unfall von Pias Freundin werden größer als auch noch die Exfrau von Kirstens Ehemann behauptet, jemand habe versucht ihr etwas anzutun. Und weitere Nachforschungen ergeben, dass ihre Freundin kurz vor ihrem Tod verängstigt und durcheinander schien. Pia hat es jedoch nicht leicht ihren Vorgesetzten von offiziellen Ermittlungen zu überzeugen und muss erst darum kämpfen in dem Fall ihrer Jugendfreundin ermitteln zu dürfen. Dabei kommt ihr eine unerwartete Wendung zu gute. Und während der Ermittlungsarbeit gerät nicht nur Pias Privatleben aus dem Gleichgewicht, sondern auch sie in Lebensgefahr.

Das Buch Ostseegruft von Eva Almstädt ist bereits der fünfzehnte Fall der Lübecker Kommissarin Pia Korittki. Ich muss gestehen, dass ich ein absoluter Pia Neuling war, aber ich mag alle Arten an regionalen Krimis, sei es in der Bretagne, der Provence, im Allgäu oder eben an der Ostsee. Ich war sofort von Pia und der Handlung gefesselt. Eva Almstädt hat einen großartigen Schreibstil und versteht es sowohl die Spannung aufrecht zu halten als auch herrlich komische Szenen in ihr Buch einfließen zu lassen. Ich war total von der Geschichte gefesselt und fasziniert, wie gut Eva Almstädt es vermag den Kriminalroman vielschichtig und doch klar verständlich zu erzählen. So kann der Leser während dem ganzen Lesen miträtseln. Die Figur Pia ist sehr sympathisch und als berufstätige und alleinerziehende Mutter gibt es auch in ihrem Privatleben die ein oder andere Hürde zu meistern.

Für mich war das Buch Ostseegruft spannende und gleichzeitig unterhaltsame Lesekost, die ich absolut weiterempfehlen kann. Das Ermitteln an der Ostsee fühlt sich ein klein wenig nach Urlaub an.

Vielen Dank an alle Mitlesenden und Verantwortlichen bei Lesejury. Die Leserunde zu Ostseegruft war toll und hat unglaublich viel Spaß gemacht.

  • Cover
  • Spannung
  • Atmosphäre
  • Geschichte
  • Figuren