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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.06.2018

Kate Shackleton ermittelt

Mord nach Strich und Faden
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Kate Shackleton, eine 31-jährige Kriegswitwe lebt 1923 in Leeds. Sie hat einen guten Ruf erworben in der Suche nach verschwundenen Personen. Ihren eigenen Mann Gerald, der seit dem Krieg als vermisst gilt, ...

Kate Shackleton, eine 31-jährige Kriegswitwe lebt 1923 in Leeds. Sie hat einen guten Ruf erworben in der Suche nach verschwundenen Personen. Ihren eigenen Mann Gerald, der seit dem Krieg als vermisst gilt, konnte sie nicht wiederfinden. Die ehemalige Kollegin Tabitha Braithwaite bittet sie, ihren Vater zu suchen, der unter mysteriösen Umständen verschwunden ist, damit dieser sie zum Traualtar führt.

Joshua Braithwaite war ein wohlhabender Webereibesitzer, der 1916 verschwand. Es sah so aus, als ob er Selbstmord begehen wollte, als er an einem Bach von Pfadfindern entdeckt und in ein Krankenhaus gebracht wurde. Er verließ das Krankenhaus heimlich und wurde nicht mehr wiedergesehen.

Auf Empfehlung ihres Vaters engagiert Kate den Ex-Polizisten Jim Sykes, der sie unterstützt und ihr in solchen Situationen helfen soll, wenn sie als Frau nicht weiterkommt.

Bei ihren Ermittlungen taucht Kate Shackleton in eine neue Welt ein.

Die Geschichte ist leicht zu lesen. Zum überwiegenden Teil wird sie aus Kates Sicht in der Ich-Form erzählt., manchmal aber aus der Sicht anderer Personen. Dabei kommen häppchenweise Details ans Tageslicht. So fügen sich allmählich alle Puzzleteilchen zusammen.

Der Leser rätselt bis zum Schluss mit, was des Rätsels Lösung ist.

Ganz in Agatha-Christie-Miss-Marple-Manier begibt sich KateShackleton auch in gefährliche Situationen, die sie aber großartig meistert.

Gerade Einzelheiten aus dem Leben Kates, Erinnerungen an den Krieg, die übervorsorgliche Mutter, ihr starkes Interesse an der Fotographie, machen die Geschichte lebendig.

Wer leichte britische Krimis mag, kann ich diese Geschichte empfehlen, zumal es sich um eine Serie handelt, dessen zweite Folge bald in Deutsch erscheint.

Veröffentlicht am 23.04.2018

In einer anderen Welt

Das Zedernhaus
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Victoria Bredon befindet sich in Hochzeitsvorbereitungen. Wegen eines Anschlags auf den Vizekönig wird ihr Verlobter Jeremy Ryder zu Ermittlungszwecken nach Indien geschickt. In London wird bei einem ermordeten ...

Victoria Bredon befindet sich in Hochzeitsvorbereitungen. Wegen eines Anschlags auf den Vizekönig wird ihr Verlobter Jeremy Ryder zu Ermittlungszwecken nach Indien geschickt. In London wird bei einem ermordeten indischen Matrosen ein Meaillon mit einem Bild ihres verstorbenen Vaters gefunden. Als Jeremy als vermisst gemeldet wird, beschließt sie, zusammen mit ihrem Butler Hopkins nach Indien zu reisen.

Das Cover des Romans hat mich sofort angesprochen. Ein geheimnisvolles Haus in einer wunderschönen Landschaft.

Der Roman spielt in London und in Indien im Jahre 1908. Victoria, die Protagonistin, ist eine fortschriftliche junge Frau. Sie hat sowohl ihre Mutter als auch ihren Vater verloren. In London lebt sie mit dem Butler ihres verstorbenen Vaters Hopkins zusammen. Die Verwandtschaft wacht mit Argusaugen über sie.

Victorias und Hopkins Ermittlungen in Indien sind abenteuerlich und spannend. Dabei mutet sich Victoria manchmal selbst zu viel zu, was nicht ungefährlich ist.

Pauline Peters hat mir ihrem Buch "Das Zedernhaus" ihren dritten Band um ihre Protagonistin Victoria und Hopkins geschrieben. Die ersten beiden Bände habe ich allerdings noch nicht gelesen.

Die Zeit, in der dieser Roman spielt, ist in Indien keine einfache Zeit, weil die Briten die Inder durch ihre Kononialherrschaft unterdrücken.

Die Verbindung von Krimi, Liebe und Familiengeheimnissen ist sehr gut gelungen. Der Schreibstil ist flüssig. Die Beschreibungen sind so detailliert, daß der Leser sich gleich mitten vor Ort wähnt. Die Spannung wird bis zum Schluß aufrechterhalten.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Man kann sie sich lebhaft vorstellen. Victoria ist wagemutig, muß aber manchmal etwas zurückgehalten werden. Hopkins ist das Allroundtalent. Er scheint auch in ausweglosesten Siutationen die Ruhe zu bewahren. Er versucht, Victoria zu beschützen, was ihr manchmal zu viel ist. Jeremy, der eigentlich als Journalist arbeitet, ist auch für den britischen Geheimdinest tätig. Seine Verlobte Victoria überrascht ihn immer wieder aufs Neue. Auch die weiteren Protagonisten, die wir in Indien kennenlernen, leisten ihren großen Beitrag, zu einer Geschichte, bei der man manchmal nicht weiß, wer die Bösen und wer die Guten sind.

Ich freue mich, daß ich an der Leserunde zu diesem Buch teilnehmen durfte. Für mich war es ein spannender Ausflug nach Indien, mit all seinen Farben, Düften, Menschen.



Veröffentlicht am 30.01.2019

Geheimnisse

Das kleine Theater am Meer
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Die Autorin Rosanna Ley führt uns in ihrem Roman "Das kleine Theater am Meer" nach Sardinien.

Faye Forrester ist von ihrem Studium der Innenarchitektiur total geschafft. Da kommt ihr das Angebot ihrer ...

Die Autorin Rosanna Ley führt uns in ihrem Roman "Das kleine Theater am Meer" nach Sardinien.

Faye Forrester ist von ihrem Studium der Innenarchitektiur total geschafft. Da kommt ihr das Angebot ihrer Freundin Charlotte, ihr Hotel auf Sardinien zu hüten, sehr entgegen. Freunde von ihr, Marisa und Alessandro Rinaldi, wollen ein kleines Theater restaurieren. Sie brauchen dafür Fayes Unterstützung. Das Projekt steht aber auf wackeligen Füssen, denn die Besitzrechte sind nicht geklärt. Kann die Renovierung des kleinen Theaters realisiert werden?

Mit der sehr ausführlichen Beschreibung der mediterranen Landschaft, Kultur und Küche hat mich die Geschichte direkt nach Sardinien gebracht. Urlaubsfeeling pur!

Als Faye mit dem Projekt auf Sardinien startet, muß sie erfahren, daß sich ihre Eltern, die sie immer als glücklich betrachtet hat, trennen. Sie versteht die Welt nicht mehr. Wie konnte es so weit kommen?

Der Roman ist unterhaltsam und fesselnd, und er umfaßt ein weites Spektrum von Liebe, Familie und Geheimnissen, die es zu erforschen gilt.

Die Handlungsstränge der Geschichte sind bisweilen etwas verwirrend, aber zum Schluß hin wird alles aufgelöst.

Ich kann diese abwechslungsreiche Geschichte sehr empfehlen.





Veröffentlicht am 18.08.2018

Erinnerungen

Beim Ruf der Eule
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Die Autorin Emma Claire Sweeney führt uns in ihrem Roman "Beim Ruf der Eule" zu Maeve Maloney, die auch mit fast 80 Jahren immer noch das Sea View Lodge betreibt, wo sie überwiegend Gäste mit Behinderungen ...

Die Autorin Emma Claire Sweeney führt uns in ihrem Roman "Beim Ruf der Eule" zu Maeve Maloney, die auch mit fast 80 Jahren immer noch das Sea View Lodge betreibt, wo sie überwiegend Gäste mit Behinderungen bewirtet. Das unerwartete Auftauchen eines alten Freundes rollt eine alte Geschichte auf, weckt vergessene Erinnerungen.

Maeve lebt in der Erinnerung an ihre Zwillingsschwester Edie , die an dem Down-Syndrom litt. Sie ist allgegenwärtig in ihrem jetzigen Leben..

Der Autorin gelingt es hervorragend,, die Atmosphäre einzufangen und die Protagonisten lebendig werden zu lassen.

Maeve und ihre Schwester hatten eine liebevolle Beziehung zueinander.

In der Geschichte wird daran erinnert, daß im englischen System des 20. Jahrhunderts Behinderte zwangssterilisiert wurden.

Das Leben von Maeves Familie ist gekennzeichnet von den Schwierigkeiten mit den Behörden. Die Familie versucht, ihrer behinderten Tochter ein relativ normales Leben in ihrem Zuhause zu bieten.

Die Geschichte ist eine Reise in die Vergangenheit, die eine jahrelang gehegte Schuld aufarbeitet.

Die Geschichte lädt den Leser ein, über Behinderte in unserer Gesellschaft nachzudenken.

Ich kann diesen Roman sehr empfehlen.

Veröffentlicht am 04.06.2018

Felicity und Rose

Das Finkenmädchen
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Die Autorin Nicole Trope hat in ihrem Roman "Das Finkenmädchen" ein schweres Thema angeschnitten, die Pädophilie.

Die Geschichte dreht sich um das Leben von Felicity und Rose, zwei grundverschiedene Frauen, ...

Die Autorin Nicole Trope hat in ihrem Roman "Das Finkenmädchen" ein schweres Thema angeschnitten, die Pädophilie.

Die Geschichte dreht sich um das Leben von Felicity und Rose, zwei grundverschiedene Frauen, die sich in einer gefängnisähnlichen Einrichtung treffen. Bestimmt wurde ihrer beider Leben durch einen berühmten Mann, der ihnen großes Unrecht angetan hat.

Durch Rückblenden auf beider Leben lernen wir ihre gegenwärtige Situation kennen und verstehen, warum sie in der Einrichtung gelandet sind.

Wie kann es passieren, daß Kinder im eigenen Haus mißbraucht werden, ohne daß man etwas davon mitbekommt?
Wie fühlen sich die Opfer?
Wie kann man Mißbrauch von Kindern stoppen?

Die Autorin ist sensibel mit dem Thema umgegangen und uns eine wichtige Sache gezeigt: Hört darauf, was euch eure Kinder sagen!

Dieser sehr gut geschriebene Roman regt zum Nachdenken an.