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Veröffentlicht am 17.09.2020

Wie sieben Stunden Bühnenprogramm

Omama
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Als ich Lisa Eckharts erste Auftritte gesehen habe, gehörte ich, ehrlich gesagt, eher zu den Skeptikern. Zu provokativ, zu auffällig, zu dramatisch. Doch nach einer Weile habe ich ihr doch noch ...

Als ich Lisa Eckharts erste Auftritte gesehen habe, gehörte ich, ehrlich gesagt, eher zu den Skeptikern. Zu provokativ, zu auffällig, zu dramatisch. Doch nach einer Weile habe ich ihr doch noch einmal eine Chance gegeben und war erstaunt, wie sie sich gemausert hat. Der Weg, den sie gewählt hat, ist sicher kein leichter - zumal sie es sich ja zum Ziel gesetzt haben zu scheint, früher oder später jeden mindestens einmal anzufeinden. Hat man jedoch einmal den eigenen gekränkten Stolz überwunden, kann man ihre kunstfertige Art bewundern. Ihre Bühnenauftritte sind keine Zufallsprodukte sondern sorgfältig ausgefeilte Performances und das merkt man auch in "Omama": Jedes Wort ist genau ausgewogen, geschickt platziert und trifft haarscharf zu. Rhetorisch sind die Erzähleinheiten ein Meisterwerk.

Aber (es musste natürlich kommen) als Gesamtwerk funktioniert das Buch eher mäßig. Wie bereits erwähnt, liest sich der Roman wie einer ihrer Auftritte - nur dass dieser eben, je nach Lesegeschwindigkeit, über sieben Stunden dauert. Bei den normalen Auftritten, 10-15 min, ist man danach schon ziemlich geschafft - hier ist das ganze um das 30ig-fache potenziert. Und so findet man zwar gut in den Text rein, hat aber nach einer Weile keine Lust mehr, weiter zu lesen. Der Leser wird von einer haarscharfen Beobachtung zur nächsten Pointe zur nächsten Philosopherei quer durchs Gemüsebeet gejagt und schon bald geht einem die Puste aus. Und weil man weiß, dass die Hatz jedes Mal, wenn man das Buch aufnimmt, weiter geht, vergeht einem irgendwann ganz die Lust am Lesen.

Der Fehler hängt, meiner Ansicht nach, in der Formatierung des "Romans". Statt alles durcheinander zu wurschteln, manchmal nur mit halb erkennbarem roten Faden, hätte dieses Buch so viel mehr sein können. Eine Sammlung von Erzählungen zum Beispiel. Kürzer und pointierter als die Kapitel und dadurch leichter, vielleicht auch mal zwischendurch zu lesen. Im Zweifelsfall hätten auch ein paar Zwischenüberschriften gereicht, um das Buch aufzulockern. So wirkt es nicht nur erschlagend, sondern ist es auch.

Da es ein Roman ist anbei noch ein paar Worte zur Geschichte. Die "Omama", die eigentlich eine Großmutter ist (was natürlich die Frage aufwirft, warum das Buch nicht so benannt wurde) ist ein ziemlicher Charakterkopf. Nicht unbedingt symphatisch, aber auch nicht zwingend unsymphatisch. Eine Entwicklung der Figur innerhalb des Buches ist, abgesehen vom Alter, eher nicht zu sehen. Aber die Großmutter steht ja auch nur scheinbar im Mittelpunkt, denn eigentlich sind es die anderen Charaktere, die im Vordergrund stehen. Die Inge zum Beispiel, die zwar auch kein sonderlich tiefer, dafür aber sehr lustiger Charakter ist. Oder die Wirtin, die von allen Figuren am lebendigsten wirkt. Man kann natürlich sagen, dass Lisa Eckhart nichts dafür kann, dass ihre Hauptfiguren, da dem echten Leben entnommen, zeitweise etwas langweilig sind, aber dem möchte ich entgegen halten, dass a) jede Person spannend wird, wenn man nur lang genug "im Dreck" wühlt und irgendwelche Charakterticks entdeckt, die dann auf der Romanbühne entwickelt werden können und v.a. dass b) ein Roman nicht ohne Grund nicht Biographie heißt. Dem ("toten") Autor ist alles erlaubt und er sollte sich nicht von der rein zufällig ähnlichen Realität einschränken lassen in dem, was er mit seinen Figuren und der Handlung anstellt.

Insgesamt bin ich mit meiner Empfehlung für "Omama" eher zurückhaltend. Man braucht viel Geduld, viel Durchhaltevermögen und sollte sicherheitshalber vorher überprüfen, ob man mit Lisa Eckharts Art klar kommt. Fans ihrer ausgefeilten Texte sei das Buch jedoch empfohlen, denn zumindest aus dieser Hinsicht steht es ihren Auftritten in nichts nach.

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Veröffentlicht am 30.06.2020

Tochter Gottes, sei vorsichtig

Tochter Gottes, erobere die Welt
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Als Inka Hammond vor einigen Jahren ihr Buch "Tochter Gottes, erhebe dich" auf den Markt brachte, war ich - wie viele andere Leserinnen vermutlich auch - ziemlich baff. Und begeistert! Sie sprach Dinge ...

Als Inka Hammond vor einigen Jahren ihr Buch "Tochter Gottes, erhebe dich" auf den Markt brachte, war ich - wie viele andere Leserinnen vermutlich auch - ziemlich baff. Und begeistert! Sie sprach Dinge mutig und aus einer neuen Perspektive an und hat sicherlich viele Frauen dazu gebracht, ihr Leben zu überdenken und neue Wege zu gehen. In diesem neue-Wege-gehen möchte sie nun mit "Tochter Gottes, erobere die Welt" unterstützen. Doch mit dem ersten Band im Hinterkopf sind die Erwartungen an dieses Buch wohl zu hoch, um erreicht zu werden.

Sprachlich gibt es dabei nichts auszusetzen. Inka Hammonds Schreibstil nimmt den Leser mit, ist reich an Bildern und kann dadurch auch durchaus berühren. Von der reinen Leseerfahrung her ist es also kein schlechtes Buch.

Was mich an "Tochter Gottes, erhebe dich" besonders angesprochen hatte, waren die vielen Berichte aus dem Leben der Autorin. Immer wieder wurden ihre Botschaften durch eigene Erfahrungen und (Miss-) Erfolgsgeschichten untermalt und haben dem Buch damit etwas Authentisches gegeben. Im Scheitern, in der Verzweiflung, konnte man sich wiederentdecken und gemeinsam "erheben" in Richtung einer besseren Zukunft. Dieser persönliche Aspekt fehlte hier fast komplett. Stattdessen hat sich die Autorin vieler biblischer Geschichten zur Untermalung bedient - was an sich nicht schlecht ist. Wenn die Leser allerdings bereits grundsätzlich mit den Geschichten vertraut sind und vonseiten der Verfasserin keine wesentlich neue Perspektive auf die Texte geboten wird, entsteht dadurch wenig Mehrwert.

Wurde denn im ersten Buch schon alles erzählt? Beim Leser von "Tochter Gottes, erobere die Welt" entsteht durchaus dieser Verdacht. Es sind nicht nur die persönlichen Berichte, die fehlen, sondern auch neue Botschaften. Vieles wirkt aufgewärmt und manchmal wird sogar direkt auf den ersten Band verwiesen. Dazu kommt eine fast propagandistische Wiederholung ihrer Hauptbotschaft ("Bist du bereit?") und es fällt kein Wort zu denen, die vielleicht noch nicht bereit sind.

Insgesamt bin ich mir nicht ganz sicher, wie ich dieses Buch bewerten und wem ich es weiterempfehlen soll. Am meisten Freude werden wohl diejenigen daran haben, die das Vorgängerbuch noch nicht kennen und mit diesem Band einsteigen. Wer "Tochter Gottes, erhebe dich" bereits kennt, wird sich sicher auch an einigen Passagen freuen können, sollte allerdings nicht mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangehen.

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Veröffentlicht am 30.06.2020

In einem Tal neben unserer Zeit

Paradise Valley: Die Entscheidung
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Nachdem Lena durch ein mysteriöses Amulett einen Hinweis darauf erhalten hat, wohin ihre Mutter vor 12 Jahren verschwunden sein könnte, hat sie sich mit ihren Freunden auf die Reise in die Sierra Nevada ...

Nachdem Lena durch ein mysteriöses Amulett einen Hinweis darauf erhalten hat, wohin ihre Mutter vor 12 Jahren verschwunden sein könnte, hat sie sich mit ihren Freunden auf die Reise in die Sierra Nevada begeben und dort tatsächlich ihre Mutter gefunden - doch irgendwie ist alles anders als gedacht. Sie lebt im Paradise Valley zusammen mit einer Gruppe von Aussteigern, die sich vor der modernen Welt und ihren Strahlungen zu schützen versuchen. Angeführt wird die Gemeinschaft von White, einem alten Mann, der ein auffälliges Interesse an Lenas Amulett hat. Doch warum? Dem versuchen Lena und ihre Freunde auf den Grund zu gehen und geraten dabei selbst in Gefahr. Denn wenn schon nur ein Weg in das Tal hinein geht, wie viele gehen dann hinaus?

Zwischen dem Erscheinungsdatum "Paradise Valley" und "Paradise Valley: Das Verhängnis" lag kaum ein Jahr, für "Paradise Valley: Die Entscheidung" hat sich dieser Zeitraum verdoppelt - und das merkt man dem Buch an. Die Geschichte setzt direkt im Anschluss an den vorherigen Band ein und doch sind die Details irgendwie holprig. Die Charaktere wissen aus dem nichts Dinge, die ihnen (und damit in diesem Fall auch den Lesern) vorher nicht bekannt waren und so stolpert man erstmal in das Buch hinein.

Dabei ist der Roman an sich nicht weniger spannend als sein Vorgänger - erst ganz zum Schluss wird klar, worum es wirklich geht und dann darf natürlich auch ein spektakulärer Showdown nicht fehlen. (Dabei wird die Lösung unterschiedliche Leser unterschiedlich stark überraschen.)

Die Charaktere verändern sich dabei, mit wenigen Ausnahmen, innerhalb des Buches, aber auch innerhalb der Trilogie, in ihrer Persönlichkeit fast gar nicht. Die Abenteuerreise bleibt dabei also auf der wörtlichen Rede. Auch die Sprache gleicht der der ersten beiden Bände - entweder man mag es oder man mag es nicht. Die Perspektivwechsel tragen auf jeden Fall zur Spannung bei und die kurz gehaltenen Sätze und Kapitel dürften auch zurückhaltendere Leser motivieren.

Insgesamt kann ich dieses Buch und die zugehörige Trilogie aus der Warte empfehlen, dass es sich um eine spannende christliche Abenteuerreihe handelt. Und dort liegt vermutlich auch die hauptsächliche Zielgruppe. Gerade deshalb ist es aber auch schon wieder fast schade, dass christliche Themen - abgesehen von der gelebten Nächstenliebe - so gut wie gar nicht im Buch enthalten sind und auch die Risiken von spirituellen Gemeinschaften, die man gerade mit der Valley-Gruppe gut hätte beleuchten können, bleiben unberührt.

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Veröffentlicht am 30.06.2020

Hit the road, Jack, but will you come back?

Paradise Valley: Das Verhängnis
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12 Jahre ist es her, dass Lenas Mutter verschwunden ist, als Lena eines Tages ein Amulett geschenkt bekommt, dass ihre Mutter ihr hinterlassen hat. Doch es ist mehr als nur ein Geschenk: In ihm verborgen ...

12 Jahre ist es her, dass Lenas Mutter verschwunden ist, als Lena eines Tages ein Amulett geschenkt bekommt, dass ihre Mutter ihr hinterlassen hat. Doch es ist mehr als nur ein Geschenk: In ihm verborgen findet sie einen Hinweis darauf, wohin ihre Mutter damals gegangen ist. Gemeinsam mit alten und neuen Freunden begibt sie sich auf eine Reise quer durch Kalifornien, um endlich ihre Mutter kennenzulernen - doch nichts hätte sie auf das vorbereiten können, was sie tatsächlich erwartet.

Es ist selten, dass der zweite Band einer Reihe besser ist, als der erste, doch für "Paradise Valley: Das Verhängnis" kann das durchaus gesagt werden. (Was daran liegen könnte, dass die Paradise Valley Geschichte möglicherweise von vornherein für drei Bücher geplant wurde.) Während die Handlung im ersten Band ein wenig vor sich hin dümpelt, nimmt sie hier Fahrt auf und so wird das Buch richtig spannend.

Sprachlich sind die beiden Bücher sich dabei sehr ähnlich. Der Leser ist wieder voll mittendrin und erlebt hautnah, was die Charaktere denken und sehen. So gibt es auch immer wieder Stellen, an denen man ins Grübeln kommt und überlegt: Wie würde ich hier handeln? Und was ist die Lösung für all die Rätsel? Die vielen verschiedenen Handlungsstränge und Perspektiven machen die Geschichte dabei sehr unterhaltsam und am Ende ist man natürlich umso gespannter auf den dritten Teil und die Auflösung der Bedeutung des mysteriösen Amuletts.

Empfehlen kann ich das Buch allen, die auf der Suche nach einem spannenden Roman mit christlichem Hintergrund sind (wenn auch bei weitem keinem "Thriller") und besonders jungen, bisher vielleicht eher zurückhaltenden Lesern kann ich das Buch nur ans Herz legen!

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Veröffentlicht am 30.06.2020

Ein unerwartetes Abenteuer

Paradise Valley 1
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Schon bei Dornröschen spielt der 16te Geburtstag der Protagonistin eine entscheidende Rolle und so ist es auch hier. Denn zu Lenas Geburtstagsgeschenken gehört auch ein mysteriöses Amulett, den ihr ihre ...

Schon bei Dornröschen spielt der 16te Geburtstag der Protagonistin eine entscheidende Rolle und so ist es auch hier. Denn zu Lenas Geburtstagsgeschenken gehört auch ein mysteriöses Amulett, den ihr ihre Mutter hinterlassen hat - bevor sie 12 Jahre zuvor im Nichts verschwand. Ausgerechnet dieses Amulett scheint ihr einen Hinweis geben zu wollen, wo ihre Mutter zu finden ist - doch sie ist nicht die Einzige, die ein Interesse daran hat. Noch kann Lena nicht ahnen, dass es hier nicht nur um ein Geburtstagsgeschenk geht, aber schon bald fällt sie kopfüber ins Abenteuer und macht sich gemeinsam mit neuen und alten Freunden auf die Suche nach dem Geheimnis des Amuletts.

Carlo Meier, der Autor von "Paradise Valley", ist, zumindest in meinen Augen, ein Pionier der christlichen Abenteuerliteratur. Mit den "Kaminski-Kids" richtete er sich an ein jüngeres Publikum und wendet sich jetzt mit der "Paradise Valley" Trilogie auch älteren Lesern zu. Das wird nicht nur an den Charakteren deutlich, sondern auch an den behandelten Themen: Essensverschwendung, Kriminalität und die Herausforderungen des modernen Lebens.

Das Buch liest sich dabei sehr flott - vom Schreibstil im "stream of conscious" verfasst: Man liest, was die Charaktere denken und nimmt (fast) alles genauso wahr, wie sie es sehen. Die Sprache wurde dabei mit "netten Schimpfwörtern" u.ä. an die Zielgruppe angepasst. Zusätzlich sind die Kapitel kurz gehalten und ermutigen so vielleicht auch den einen oder anderen "Lesemuffel", zu diesem Buch zu greifen.

Inhaltlich hatte ich ein wenig mehr erwartet. Die Geschichte kommt irgendwie nicht wirklich voran, wirkt unnötig gestreckt, um mehr Inhalt für die folgenden Bücher übrigzulassen. So hat man das Gefühl, dass fast nichts passiert und auch die Charaktere entwickeln sich im Verlauf des Buches kaum. Dazu kommen ein paar kulturelle Fettnäpfchen (die sich schwer umgehen lassen, wenn man von einem Ort am anderen Ende der Welt schreibt), ein interessanter Sprachmix und ein paar Hänger, an denen die erzählten Ereignisse nicht ganz zusammen passen. (Und das mal ganz abgesehen davon, dass die Beschreibung der Charaktere im Buch so gut wie überhaupt nicht zu den Abbildungen auf dem Cover passt.)

Insgesamt hat mich das Buch weder negativ noch positiv großartig überrascht. Es braucht einen Moment, bis man sich an den Schreibstil gewöhnt hat, aber dann fällt er kaum noch auf und man kann sich voll auf die Geschichte konzentrieren. Zum Schluss bleibt viel Neugier auf die nachfolgenden Bände und darauf, wie die Geschichte um das Amulett wohl weitergeht.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere