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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.02.2025

Atmosphärisch dicht mit starker Protagonistin

Der gefrorene Fluss
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In die Optik des Buches, mit diesem wunderschön gestalteten Schnitt, hatte ich mich sofort verliebt. Allerdings sind Bücher, die so aufwändig gestaltet sind, meistens gar nicht mein Geschmack, also habe ...

In die Optik des Buches, mit diesem wunderschön gestalteten Schnitt, hatte ich mich sofort verliebt. Allerdings sind Bücher, die so aufwändig gestaltet sind, meistens gar nicht mein Geschmack, also habe ich mich weiter nicht damit beschäftigt. Aber dann kam die erste lobende Rezension, und noch eine, und die nächste… okay dann muss ich es halt haben!
Oh und wow, ich bin durchgaloppiert als ginge es um mein Leben. Was für eine tolle und spannende Geschichte und was für eine großartige Protagonistin!
Ja, Ariel Lawhon nimmt sich viel Zeit und fabuliert detailverliebt, aber das erschafft auch dieses atmosphärisch dichte Setting, in das man so völlig abtauchen kann.
Martha Ballard gab es übrigens tatsächlich und ich empfehle auch das sehr umfangreiche Nachwort… ach was sage ich: Ich empfehle natürlich das komplette Buch!
Rena Ziehnart hat alles wunderbar übersetzt.

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Veröffentlicht am 05.02.2025

Düsteres aber geniales Drama

Die Schwarzgeherin
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Dieses Buch hatte ich anfangs gar nicht auf dem Schirm, aber dann häuften sich die positiven Besprechungen und weil das Cover einfach der absolute Wahnsinn ist, wollte ich es dann doch endlich wissen.
Auf ...

Dieses Buch hatte ich anfangs gar nicht auf dem Schirm, aber dann häuften sich die positiven Besprechungen und weil das Cover einfach der absolute Wahnsinn ist, wollte ich es dann doch endlich wissen.
Auf den ersten Seiten hatte ich ja noch, nach jedem Absatz den Holladarädullijöh-Chor aus dem Watzmann im Ohr, aaaaber... spätestens auf Seite 10 war der dann endlich stumm und ich konnte mich in das kalte, karge und extrem düstere Setting fallen lassen.
Genial! Ich mochte einfach alles an diesem Buch: das Finstere, die kargen Dialoge, die extreme Dramatik ohne Heimatschnulzenkitsch. Schön auch die Zwischenspiele aus der Sicht der Adlerin - ich hatte viele tolle Bilder im Kopf.
Ich habe die Enge dieser bigotten und grausamen Gemeinde gespürt, die Weite - aber auch die Feindseligkeit - der Landschaft, und vor allem den Freiheitsdrang der Hauptprotagonistin. Der Freiheitsdrang, der einen so hohen Preis fordert.
Die eine oder andere Unstimmigkeit hätte ich gefunden, aber egal - das Buch hat mich auf so vielen Ebenen so exzellent unterhalten, dass ich darüber hinwegsehen kann.
Es ist eine traurige und wütend machende Geschichte und durch ihre brutale Ehrlichkeit sicherlich nicht für jede Leserin geeignet, aber von mir gibt es eine absolute Empfehlung.

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Veröffentlicht am 03.02.2025

Ziemlich kranker Stoff

Mein Mann
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Hui - das war schon ziemlich abgefahrener kranker Stoff, den ich da soeben gelesen habe. Es war schon irgendwie so, dass ich es anfangs gerne abgebrochen hätte, weil ich diese namenlose obsessive Protagonistin ...

Hui - das war schon ziemlich abgefahrener kranker Stoff, den ich da soeben gelesen habe. Es war schon irgendwie so, dass ich es anfangs gerne abgebrochen hätte, weil ich diese namenlose obsessive Protagonistin extrem unsympathisch fand. Aber ich konnte das Buch einfach nicht mehr weglegen und mir entfuhr von Kapitel zu Kapitel immer öfter ein ungläubiges „Oha!“
Und manchmal war es mir peinlich zugeben zu müssen, dass der eine oder andere Gedankengang sich auch schon mal in meinem Kopf befunden hat.
Das Buch lässt uns eine ganze Woche lang teilhaben an den Gedanken einer… nun, ich formuliere es mal vorsichtig… psychisch gestörten Frau, die ihrer Meinung nach zu sehr liebt. Ob sie das wirklich tut, das müsst Ihr selbst erlesen.
Der Schluss hat mich ein wenig ratlos zurückgelassen und ich überlege noch, ob ich das Ende als genialen Schachzug der Autorin empfinde, oder ob es mir zu viel von der Ernsthaftigkeit der Thematik nimmt.
Ins Deutsche übersetzt hat es Michaela Meßner.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Eine liebenswerte Protagonistin

BILLIE »Ich fliege Himmel an mit ungezähmten Pferden«
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Manchmal verlasse ich die trauten Pfade meiner Komfortzone und lese mal was für mich völlig Neues - oft weiß ich danach wieder, warum ich‘s nicht lesen wollte, doch ab und an werde ich positiv überrascht.
Und ...

Manchmal verlasse ich die trauten Pfade meiner Komfortzone und lese mal was für mich völlig Neues - oft weiß ich danach wieder, warum ich‘s nicht lesen wollte, doch ab und an werde ich positiv überrascht.
Und „Billie“ hat mich total überrumpelt, dieses Buch hat mich ins barocke Pommern entführt, die Gräuel des Dreißigjährigen Krieges erahnen lassen, ich erlebte die Pest und andere furchtbare Krankheiten und las vom Wahnsinn der Hexenverfolgung.
Aber ich durfte Sybilla Schwarz kennenlernen, eine junge Dichterin, die es tatsächlich gab und der Stefan Cordes mit diesem Buch nicht nur ein wunderbares Denkmal gesetzt hat, sondern aus ihr eine liebenswerte und starke Protagonistin machte, die ich nur ganz schwer gehen lassen mag. So ist das halt mit tollen Büchern wenn sie fertig gelesen sind.
Der Schreibstil war herrlich leicht, Billies Gedichte ganz wundervoll und ich habe für einige Stunden die Welt um mich herum vergessen.
Wer historische Bücher liebt, wird diesen Schatz nicht missen wollen.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Komplexe Familiengeschichte

Portrait meiner Mutter mit Geistern
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Dieses Buch hat es mir, das muss ich ehrlich zugeben, nicht ganz einfach gemacht. Der, manchmal recht metaphorische, Schreibstil und der, in der Zeit herumspringende, Plot mit den vielen Protagonistinnen ...

Dieses Buch hat es mir, das muss ich ehrlich zugeben, nicht ganz einfach gemacht. Der, manchmal recht metaphorische, Schreibstil und der, in der Zeit herumspringende, Plot mit den vielen Protagonistinnen haben meine Gehirnwindungen ziemlich knacken lassen. Einfach mal schnell weglesen war da nicht drin, vollste Aufmerksamkeit war geboten.
Aber das hat sich auch wirklich gelohnt, denn die sehr komplexe Familiengeschichte Rabea Edels ist äußerst lesenswert und wird mich noch eine Weile beschäftigen.
Das Leiden der Frauen über Generationen hinweg ist an sich nichts Neues, aber durch die spezielle Art des Erzählens dann wieder doch.
Eine aussergewöhnliche Familiengeschichte auf außergewöhnliche Art erzählt, ein Schreibstil der fordert und eine ungeheure Anziehungskraft entwickelt.
Sehr empfehlenswert!

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