Frühes feministisches Werk
Eine Frau1906 wurde dieses Buch in Italien veröffentlicht und das ist das eigentlich Erstaunliche daran, es ist ein sehr persönliches frühfeministisches Werk mit stark autobiografischen Zügen.
Die Protagonistin ...
1906 wurde dieses Buch in Italien veröffentlicht und das ist das eigentlich Erstaunliche daran, es ist ein sehr persönliches frühfeministisches Werk mit stark autobiografischen Zügen.
Die Protagonistin erzählt in tagebuchähnlicher Form von ihrem sehr jungen Leben, das Aufwachsen unter einem dominanten Vater, der ihr sehr zugetan ist und einer psychisch kranken Mutter, die sie nicht versteht.
Früh heiratet sie einen Mitarbeiter ihres Vaters, der sich zuvor an ihr brutal vergeht und droht an dieser Ehe zu zerbrechen.
Als Leser wird man allerdings Zeuge des feministischen Erwachens der Protagonistin, bis hin zum persönlichen Befreiungsschlages zu einem hohen Preis.
Die Enge des Ehefrauendaseins spürt man schmerzlich, auch die immer wiederkehrende Mutlosigkeit und man wird wütend darüber, wie viel Frauen immer schon ertragen mussten und in vielen Teilen der Welt immer noch müssen.
Streckenweise sehr philosophisch, ein wunderbarer Schreibstil, nicht geeignet zum schnellen Weginhalieren, aber ein Fest für Feministinnen, übersetzt von Ingrid Ickler.