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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2025

Ronny zeigt, dass wahre Größe von innen kommt

Ronny, das Pony, und Gerd, das Pferd
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Schon auf den ersten Blick hat mich „Ronny, das Pony, und Gerd, das Pferd“ sofort angesprochen. Die Illustrationen sind einfach so ansprechend – farbenfroh, detailreich und mit so viel Ausdruck gestaltet, ...

Schon auf den ersten Blick hat mich „Ronny, das Pony, und Gerd, das Pferd“ sofort angesprochen. Die Illustrationen sind einfach so ansprechend – farbenfroh, detailreich und mit so viel Ausdruck gestaltet, dass Ronny und Gerd direkt lebendig werden. Man erkennt auf Anhieb ihre Unterschiede: Ronny ist klein, dick, zottelig, tollpatschig und ein bisschen faul, während Gerd anmutig, sportlich, groß, trainiert und elegant wirkt.

Nachdem die beiden mit all ihren Eigenheiten vorgestellt werden, erzählt das Buch von einem gemeinsamen Erlebnis, das sie für immer verbindet. Und genau da zeigt sich, was die Geschichte so besonders macht: Ronny beweist auf heldenhafte Weise, dass man nicht groß, stark oder perfekt sein muss, um wahre Größe zu zeigen. Egal, wie klein oder träge man ist – in jedem steckt Mut, Freundschaft und ein kleines Stück weit Heldentum.

Kai Lüftner erzählt die Geschichte in Reimform: Sie ist leicht, rhythmisch und witzig. Die Verse fließen wunderbar, machen das Vorlesen zu einem Vergnügen und sorgen bei Kindern wie Erwachsenen für viele Lacher. Besonders schön ist, wie charmant und klug die Reime gestaltet sind. Sie klingen nie gezwungen, sondern lebendig und humorvoll.

Auf warmherzige Weise vermittelt das Buch eine wichtige Botschaft: Jeder hat seine eigenen Stärken und manchmal steckt der größte Mut in denjenigen, von denen man es am wenigsten erwartet.

Fazit:
Ein rundum gelungenes Bilderbuch voller Herz, Humor und Mut. Ronny und Gerd zeigen, dass Freundschaft keine Größe kennt und in jedem von uns ein kleiner Held steckt. Ein echtes Highlight zum Vorlesen, Lachen und Staunen – für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Ruhiger Start, starke Gefühle – Emelin wächst über sich hinaus

Fae Isles − Der Herr der Schlangen
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Nachdem Emelin nur knapp dem Hof der grausamen Fae-Königin entkommen konnte, kämpft sie gemeinsam mit Creon und einer Gruppe Rebellen um ihre Freiheit. Doch Creon, der einst als Henker der Herrscherin ...

Nachdem Emelin nur knapp dem Hof der grausamen Fae-Königin entkommen konnte, kämpft sie gemeinsam mit Creon und einer Gruppe Rebellen um ihre Freiheit. Doch Creon, der einst als Henker der Herrscherin diente, kann von den neuen Verbündeten nicht akzeptiert werden. Um die Gemeinschaft und sich selbst zu schützen, bleibt ihm nur ein Weg, er muss die Rebellen verlassen. Für Emelin, die mehr für ihn empfindet, als sie zeigen darf, ist das ein schmerzlicher Abschied, während sich die Schatten des Krieges weiter verdichten.

Lisette Marshalls Schreibstil ist angenehm flüssig, atmosphärisch und emotional. Schon nach wenigen Seiten ist man wieder in der Welt der Fae angekommen. Die Bilder, Emotionen und Stimmungen wirken sofort vertraut. Nur die Handlung selbst braucht etwas Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Der Einstieg ist eher ruhig, und gerade Creon wirkt anfangs erstaunlich passiv, fast wie ein Schatten seiner selbst. Dafür glänzt Emelin umso mehr: Sie ist mutiger, entschlossener und wächst über sich hinaus, ohne ihre einfühlsame Seite zu verlieren. Ihre Entwicklung wirkt dabei glaubwürdig und berührend.

Das Worldbuilding überzeugt erneut mit seiner dunklen, faszinierenden Tiefe. Man spürt, wie durchdacht und detailreich die Welt der Fae gestaltet ist: voller Magie, Geheimnisse und unterschwelliger Bedrohungen. Auch wenn der zweite Band inhaltlich nicht allzu viele neue Impulse setzt, entfaltet er mit zunehmender Spannung und Gefühl genau die Atmosphäre, die man aus dem ersten Teil geliebt hat.

Fazit: Ein emotionaler, atmosphärischer zweiter Band, der zwar etwas Anlauf braucht, dann aber mit viel Gefühl, Magie und Spannung begeistert.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Düstere Atmosphäre trifft auf überladene Erotik

House of Rayne
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Nach einer schmerzhaften Trennung zieht sich Salem auf die abgelegene Insel Blackridge zurück, um in einem kleinen Bed & Breakfast zur Ruhe zu kommen. Dort begegnet sie der geheimnisvollen Rayne, die sie ...

Nach einer schmerzhaften Trennung zieht sich Salem auf die abgelegene Insel Blackridge zurück, um in einem kleinen Bed & Breakfast zur Ruhe zu kommen. Dort begegnet sie der geheimnisvollen Rayne, die sie mit ihrer düsteren Anziehungskraft sofort in ihren Bann zieht. Inmitten einer konservativen Inselgemeinschaft beginnt zwischen den beiden eine leidenschaftliche Beziehung, die von verbotenen Fantasien und einer dominanten Dynamik geprägt ist, der sich Salem immer mehr hingibt. Doch bald mehren sich unheimliche Vorkommnisse: Stimmen im Haus, verschwundene Gäste und das Gefühl, dass etwas Böses die Insel durchdringt.

Der Auftakt dieser Dark-Romance-Geschichte verspricht mit seiner düsteren, atmosphärisch dichten Kulisse viel Potenzial. Die abgelegene Insel, das unheimliche Herrenhaus und die mysteriöse Stimmung bilden eine gelungene Grundlage für eine spannende Story. Auch das Grundkonzept mit einer okkulten Bedrohung und der ungewissen Wahrheit über Rayne und die Inselbewohner ist spannend und hält die LeserInnen bis zum Schluss in Atem.

Allerdings gerät diese vielversprechende Handlung leider häufig in den Hintergrund. Die Erotikszenen nehmen einen derart großen Raum ein, dass die eigentliche Geschichte darunter leidet. Fast jedes zweite Kapitel dreht sich vorrangig um das Sexleben der beiden Protagonistinnen, was auf Dauer zu viel des Guten ist. Hier hätte weniger eindeutig mehr sein können – zugunsten einer vertieften Handlung und emotionalen Entwicklung.

Auch mit den Figuren konnte ich mich nicht richtig anfreunden. Rayne bleibt aufgrund ihrer distanzierten Art eindimensional und Salem wirkt in vielen Momenten extrem naiv und wenig reflektiert. Ihre übertriebene Unterwürfigkeit und ihr Leichtsinn ließen sie wenig glaubhaft erscheinen. Auch die Dialoge zwischen den beiden waren nicht tiefgründig genug, um mich von ihrer Beziehung zu überzeugen.

Trotz dieser Kritikpunkte hat mich die düstere Grundstimmung gepackt. Die unheilvolle Atmosphäre der Insel, das Gefühl der Isolation, die düsteren Geheimnisse der Bewohner und das unheimliche Flüstern im Wald waren gut beschrieben und haben ein unterschwelliges Unbehagen erzeugt. Auch wenn die Auflösung für mich wenig überraschend war, wurde die Spannung bis zum Schluss gut gehalten und die Geschichte war insgesamt solide konstruiert.

Fazit:
„House of Rayne“ verfügt über eine starke Atmosphäre und einen interessanten Story-Ansatz, doch der Fokus auf die erotische Ebene bremst das Potenzial der Geschichte deutlich aus. Wer gerne Erotik mit einer Prise Mystery liest, wird hier fündig. Für alle, die sich jedoch mehr Tiefgang und überzeugendere Charaktere wünschen, bleibt das Buch eher ein durchwachsenes Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Zwischen Beauty, Chaos und Krimi: Ein schräger Fall für Miss Brooks

Miss Vergnügen
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Als ihr Ehemann sie während eines Aufenthalts in Wien kurzerhand aussetzt, steht Miss Brooks plötzlich allein da – mitten in der Stadt, in der auch ihre Schwester lebt, mit der sie allerdings seit Jahren ...

Als ihr Ehemann sie während eines Aufenthalts in Wien kurzerhand aussetzt, steht Miss Brooks plötzlich allein da – mitten in der Stadt, in der auch ihre Schwester lebt, mit der sie allerdings seit Jahren ein schwieriges Verhältnis hat. Doch statt sich unterkriegen zu lassen, beginnt Miss Brooks, ihr Leben neu zu sortieren. Mit einer ordentlichen Portion britischer Gelassenheit und schwarzem Humor nimmt sie ihre neue Realität an – und stolpert dabei unverhofft in eine Welt aus Glitzer, Geheimnissen und Verbrechen.

Martina Parker ist mit diesem Krimi ein unterhaltsamer und herrlich eigenwilliger Serienauftakt gelungen. Miss Brooks ist eine Protagonistin, die man so schnell nicht vergisst: charmant, ein bisschen eigensinnig und mit einem Herz voller guter Absichten. Ihre handgemachten Sorgenpüppchen mit positiven Botschaften sind eine liebevolle Idee, die der Figur noch mehr Tiefe und Charme verleihen. Überhaupt lebt dieser Krimi sehr von seiner Hauptfigur, die mit viel britischem Witz, Eigenart und einem scharfen Blick durch die Geschichte führt.

Besonders gut gefallen hat mir der Einblick in die Beautybranche. Man merkt, dass die Autorin hier sehr genau weiß, wovon sie schreibt. Die kleinen Details, die Mechanismen im Hintergrund, die Oberflächlichkeiten und Machtspiele, all das ist glaubwürdig eingeflochten und gibt dem Krimi eine moderne, originelle Note.

Allgemein ist die Handlung abwechslungsreich, unterhaltsam und mit kleinen Überraschungen gespickt. Der Kriminalfall entwickelt sich spannend, auch wenn die Auflösung für meinen Geschmack nicht ganz an das unterhaltsame Tempo und die dichte Atmosphäre der Geschichte heranreicht. Trotzdem bleibt die Story an sich rund und schlüssig.

Die österreichischen Rezepte am Ende des Buches waren eine charmante Überraschung, wenn auch im ersten Moment etwas unerwartet in einem Krimi, der in der schillernden Beautywelt spielt. Vielleicht hätte eine augenzwinkernde Ergänzung zum Thema, wie eine DIY-Beauty-Anleitung oder ein humorvoller Beautytipp von Miss Brooks, noch besser gepasst.


Fazit:
Ein unterhaltsamer Wohlfühlkrimi mit einer starken Portion Humor, einer erfrischend eigenwilligen Protagonistin und einem herrlich bissigen Blick auf die Beautybranche. Miss Brooks verspricht Krimiunterhaltung der etwas anderen Art – schräg, smart und sehr charmant.

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Veröffentlicht am 05.10.2025

Eine sommerliche Auszeit mit vorhersehbarem Verlauf

Sommersehnsucht und Meeresglitzern
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Die Architektin Lina steht vor einem Scherbenhaufen: Ihre Ehe kriselt und ihre Tochter Marie will plötzlich die Schule schmeißen. Um Abstand zu gewinnen und um einen klaren Kopf zu bekommen reist sie kurzerhand ...

Die Architektin Lina steht vor einem Scherbenhaufen: Ihre Ehe kriselt und ihre Tochter Marie will plötzlich die Schule schmeißen. Um Abstand zu gewinnen und um einen klaren Kopf zu bekommen reist sie kurzerhand nach Capri zu ihren Schwestern. Dort stößt sie nicht nur auf eine alte Familiengeschichte, die eng mit der Vergangenheit ihres Vaters verwoben ist, sondern auch auf den charmanten Schreiner Luca. Gemeinsam mit ihm restauriert sie ein verwunschenes Häuschen und findet dabei nicht nur neue Kraft, sondern vielleicht auch eine neue Liebe.

Für mich war der Verlauf der Geschichte leider in vielen Teilen vorhersehbar. Besonders Linas persönliche Entwicklung und das Verarbeiten ihrer Ehekrise gingen sehr schnell voran. Für mich persönlich viel zu schnell. Innerhalb weniger Tage scheint sie nicht nur zur Ruhe zu kommen, sondern auch offen für eine neue Beziehung zu sein. Diese schnelle Wandlung wirkte auf mich unrealistisch und nahm der Geschichte etwas von ihrer emotionalen Tiefe.

Auch das große Familiengeheimnis, das im Vorfeld stark angedeutet wurde, konnte mich in der Auflösung nicht überzeugen. Das drastische Handeln des Großvaters war für mich nicht ausreichend nachvollziehbar und ließ mich eher ratlos zurück.

Was die Geschichte jedoch wunderbar lebendig macht, sind die stimmungsvollen Beschreibungen der Insel Capri. Das warme Licht, das Glitzern des Meeres und die mediterrane Atmosphäre entfalten sich beim Lesen fast wie ein Kurzurlaub. In mir wurde definitiv die Reiselust geweckt! Auch die Idee, am Ende des Romans die Rezepte zu den im Buch erwähnten Speisen aufzuführen, fand ich richtig schön. Das hat für mich die Geschichte ein bisschen aufgewertet.

Fazit:
„Sommersehnsucht und Meeresglitzern“ ist eine sommerlich-leichte Lektüre mit einem traumhaften Setting. Zwar bleiben einige emotionale Entwicklungen und die Auflösung der Familiengeschichte eher oberflächlich, doch die Atmosphäre, das Capri-Flair und die liebevollen Details, wie die Rezepte, machen das Buch dennoch zu einer schönen Urlaubslektüre für zwischendurch.

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