kurzweiliges Lesevergnügen
Frankfurter Blutspur„Frankfurter Blutspur“ von Dieter Aurass ist die Fortsetzung seines Romans „Frankfurter Kaddisch“, in welchem Gregor Mandelbaum mit seinem Team zum ersten Mal ermittelte. Die Lektüre des ersten Buches ...
„Frankfurter Blutspur“ von Dieter Aurass ist die Fortsetzung seines Romans „Frankfurter Kaddisch“, in welchem Gregor Mandelbaum mit seinem Team zum ersten Mal ermittelte. Die Lektüre des ersten Buches ist jedoch keine Voraussetzung für das Verständnis von „Frankfurter Blutspur“.
Dem hochintelligente, an einer Form von Asperger leidende und noch sehr junge Hauptkommissar Gregor Mandelbaum wird der Fall um eine ermordete Prostituierte übertragen. Die junge Frau osteuropäischer Herkunft wurde nackt, an den Füssen verstümmelt und steifgefroren in einem Park aufgefunden. Mandelbaums Team erhält Unterstützung von zwei Beamten aus dem Sittendezernat, denn schnell ist klar, dass es sich hier nicht um eine Einzeltat, sondern das grausame Werk eines Serienmörders handelt.
Bereits zum Auftakt wird dem Leser die erste Leiche präsentiert. Die letzten Minuten ihres Lebens werden sehr anschaulich dargestellt, sodass der Leser nicht nur gleich mitten im Geschehen ist, sondern sich bereits schon auf das einstellen kann was folgen wird. Die Handlung ist gut nachvollziehbar und die Spannung bleibt von der ersten bis zur letzten Seite bestehen. Es gibt weder einen Durchhänger noch unnötig in die Länge gezogene Passagen, sodass während der gesamten Lesezeit keine Langweile aufkommen kann.
Die Sprache ist angemessen, weder zu kompliziert noch zu simpel. Die detailreiche und von viel Hintergrundwissen zeugende Darstellung der Geschehnisse macht die Geschichte realistisch und überzeugend.
Die Figuren sind zum Teil etwas überspitzt dargestellt und folgen einem beliebten Muster. Es gibt das Superhirn, den typisch miesen Polizisten, die Schönheit mit Köpfchen, den IT-Spezialisten etc. Die Figuren werden jedoch grösstenteils glaubwürdig portraitiert und passen ins Schema eines Krimis. Bestimmte Handlungen (bspw. wer wem wann das Du anbietet) werden manchmal zu sehr betont und sind meines Erachtens überflüssig. Dafür sind gewisse Aktionen der Hauptfiguren nicht ganz nachvollziehbar. Warum eine Ermittlerin bei einer Beschattung keine Fotos von der Übergabe des verdächtigen Materials macht, leuchtet nicht wirklich ein. Es war zwar für die Aufklärung des Falles nicht von Nöten, trotzdem scheint es unglaubwürdig, dass hier keine Aufzeichnungen gemacht wurden.
Ein kleiner Schönheitsfehler ist dem Autor jedoch unterlaufen als er ein graues Haar als Hauptindiz einführte. Graue Haare gibt es erwiesenermassen nicht. Weisse Haare erscheinen jedoch durch die Mischung mit dunklerem Haar als grau. Richtigerweis hätte also ein weisses Haar gefunden werden müssen.
„Frankfurter Blutspur“ ist ein wirklich unterhaltsamer Kriminalroman, in welchem es Dieter Aurass schafft, den Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite zu halten. Für Fans von guten Krimis sind einige Stunden Lesevergnügen garantiert.