Unterhaltsamer, atmosphärischer Cozy Crime zum entfliehen aus dem Alltag
Stralsund ermittelt - Tote Dichter schreiben nicht"Tote Dichter schreiben nicht" hat mich mit einem interessanten, spannenden Plot überzeugt, der fesselt, ohne unnötig brutal zu werden – genau die richtige Balance für alle, die Spannung mögen, aber keine ...
"Tote Dichter schreiben nicht" hat mich mit einem interessanten, spannenden Plot überzeugt, der fesselt, ohne unnötig brutal zu werden – genau die richtige Balance für alle, die Spannung mögen, aber keine explizite Härte brauchen.
Besonders gelungen ist die Hauptfigur Nele: eine bewusst unperfekte Protagonistin, die als Psychotherapeutin zwar professionell mit den Gefühlen anderer umgeht, selbst aber deutlich mit ihren eigenen inneren Konflikten hadert. Das macht sie nahbar und menschlich.
Sehr unterhaltsam fand ich die schrulligen Nebenfiguren, die dem Roman Leichtigkeit verleihen und schnell ans Herz wachsen.
Der Schreibstil ist flüssig, atmosphärisch und geprägt von schönen Beschreibungen und grossartigen Vergleichen. Gerade der Schauplatz Stralsund wird so lebendig eingefangen, dass ich sofort Lust bekommen habe, selbst dorthin zu reisen.
Ein weiterer Punkt, der mir gefiel: Durch Neles Beruf lernt man ganz nebenbei interessante Fakten aus der Tiefenpsychologie, die in die Handlung eingestreut sind.
Kritisch anzumerken ist, dass die Handlung nicht immer ganz logisch wirkt – teils werden sehr schwammige Hinweise erstaunlich schnell und ohne großes Hinterfragen verfolgt und die "Todesfälle" schienen den Figuren nicht all zu nahe zu gehen. Außerdem sind die Vorinformationen zu einigen Figuren recht knapp, was allerdings nur Leser:innen auffällt, die den ersten Band nicht kennen.
Insgesamt ein atmosphärisch dichter, klug geschriebener Roman mit kleinen Schwächen in der Logik, der aber durch Stil, Figuren und Setting klar überzeugt und Lust auf mehr macht.