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Veröffentlicht am 19.02.2026

Insel-Thriller, der bis zum Schluss mit überraschenden Wendungen überzeugt

Fünf Fremde
1

Im Sommer 1995 verschwinden während einer Klassenfahrt auf der abgelegenen Nordseeinsel Neuwerk zwei Jugendliche spurlos. Isa taucht Tage später traumatisiert wieder auf, doch von Janosch fehlt jede Spur. ...

Im Sommer 1995 verschwinden während einer Klassenfahrt auf der abgelegenen Nordseeinsel Neuwerk zwei Jugendliche spurlos. Isa taucht Tage später traumatisiert wieder auf, doch von Janosch fehlt jede Spur. Dreißig Jahre später kehren mehrere der damaligen Beteiligten auf die Insel zurück. Als ein Sturm aufzieht und die Fähren den Betrieb einstellen, wird schnell klar: Die Vergangenheit ist nicht abgeschlossen und verdrängte Geheimnisse tauchen wieder auf und werden zum zentralen Punkt.

Romy Fölck versteht es meisterhaft, von der ersten Seite an eine dichte, unheilvolle Atmosphäre zu erzeugen. Neuwerk ist dabei weit mehr als nur Schauplatz: Die Insel wird zum emotionalen Ausnahmezustand. Der aufziehende Orkan, das abgeschnittene Leben vom Festland und die räumliche Enge verstärken die Spannungen zwischen den Figuren spürbar. Man fühlt sich beim Lesen selbst eingeschlossen – mit dem beklemmenden Gefühl, dass sich die Vergangenheit ihren Weg zurückbahnt.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen – 1995 und Gegenwart – sowie aus wechselnden Perspektiven erzählt. Nach und nach entsteht ein vielschichtiges Bild der damaligen Ereignisse. Immer wieder werden neue Hinweise gestreut, Verdachtsmomente verschoben und Gewissheiten infrage gestellt. Die Spannung steigert sich kontinuierlich im ersten und zweiten Drittel des Buches.

Besonders überzeugend ist die psychologische Tiefe des Romans. Jede Figur trägt ihr eigenes Päckchen mit sich, alte Verletzungen wirken bis in die Gegenwart nach. Die Charaktere wirken glaubwürdig und vielschichtig, ihre Beziehungen zueinander entwickeln eine fast greifbare Spannung.

Im letzten Drittel zieht das Tempo deutlich an. Die Auflösung erfolgt vergleichsweise kompakt und direkt. Zwar werden die zentralen Fragen geklärt, doch einzelne Details wirken etwas knapp ausgearbeitet, sodass kleinere Unstimmigkeiten oder offene Punkte zurückbleiben. Dennoch überwiegen die Stärken klar.

Fazit:
Ein fesselnder, raffiniert konstruierter Thriller mit intensivem Inselsetting und hoher atmosphärischer Dichte. Trotz kleiner Schwächen im Finale bleibt Fünf Fremde ein spannendes Leseerlebnis und eine klare Empfehlung für alle, die psychologisch geprägte Spannung mit starkem Setting schätzen.

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Leider kein perfekter zweiter Teil

Mode-Atelier Rosen
0

"Mode - Atelier-Rosen - Träume einer neuen Zeit" ist der zweite Teil von Marie Lamballe. Hierbei dreht sich alles um die Putzmacherin Elise, die bei ihrer Mutter Charlotte im Atelier Rosen arbeitet. Elises ...

"Mode - Atelier-Rosen - Träume einer neuen Zeit" ist der zweite Teil von Marie Lamballe. Hierbei dreht sich alles um die Putzmacherin Elise, die bei ihrer Mutter Charlotte im Atelier Rosen arbeitet. Elises Vater, der lediglich Ihr Erzeuger ist, besucht sie in Kassel und wird von einem jungen Studenten begleitet, der Elise relativ schnell den Hof macht. Plötzlich werden die Niederschriften der Lebenserinnerungen des Vaters gestohlen und Elise muss handeln, um ihm zu helfen, da diese brisante Inhalte enthalten, die ihre Mutter schwer belasten und das Atelier Rosen in den Ruin treiben könnte.

Das Cover und auch die ersten Seiten haben mich total angesprochen und ich habe mich sehr auf die Leserunde gefreut. Leider konnte mich das Buch in der Gesamtheit nicht überzeugen. Die Darstellung der einzelnen Charaktere ist der Autorin sehr gut gelungen und man konnte sich bildhaft das Atelier und die einzelnen Personen vorstellen. Allerdings fand ich die Handlung sehr langwierig und langweilig.

Der mittlere Teil war aus meiner Sicht viel zu lang. Es drehte sich alles um das gestohlene Manuskript des Vaters. Die Auflösung am Schluss in den letzten 40 Seiten hatte mit den vorherigen Seiten sehr wenig zu tun. Mir fehlt in diesem Buch der rote Faden und auch die Spannungskurve. Eigentlich hätte das Buch nach gefühlten 300 Seiten zu Ende sein können, stattdessen wird die Handlung künstlich in die Länge gezogen.

Fazit: Leider kein perfekter zweiter Teil, da viele Fragen offen geblieben sind (was stand in dem Mansukript, das auf keinen Fall an die Öffenltichkeit gelangen durfte?). Nach einem sehr guten ersten Teil, kann ich diesen Teil leider nicht weiter empfehlen.

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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 05.09.2020

Unterhaltsam!

Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau
1

Das Buch lässt sich wunderbar in einem Rutsch an einem Abend durchlesen. Diane, eine verlassene Ehefrau, berichtet mit schwarzem Humor über Ihre aktuelle Situation. Ihr Ex-Mann Jacques hat sich einer Jüngeren ...

Das Buch lässt sich wunderbar in einem Rutsch an einem Abend durchlesen. Diane, eine verlassene Ehefrau, berichtet mit schwarzem Humor über Ihre aktuelle Situation. Ihr Ex-Mann Jacques hat sich einer Jüngeren zugewandt, da Diane ihm zu langweilig geworden ist. In diesem Buch rechnet sie mit allen Personen ab, die sie in den letzten Jahren begleitet haben und teilt offen und ehrlich ihre Meinung mit. Es gab viele Passagen, bei denen ich wirklich herzhaft gelacht habe und mir die Situation bildlich sehr gut vorstellen konnte. Zeitweise verfällt die Protagonistin in zu viel Selbstmitleid und hat in einigen Abschnitten nur sehr passiv auf die Situation reagiert.

Der Schreibstil von Marie-Renée Lavoie ist einfach und flüssig zu lesen. Sie benutzt oft die Ich-Perspektive von Diane, um Ihre Gefühlssituation besser beschreiben zu können. Viele Dialoge haben das Buch sehr unterhaltsam gemacht.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich das Buch wirklich gut unterhalten hat und es auch einige Situationen gab, bei der ich die Reaktion von Diane durchaus nachvollziehen konnte, auch wenn es ziemlich überzogen war. Ich würde das Buch als Sommerlektüre sehr gerne weiterempfehlen.

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