Fades Finale
Für den ThronEine Tochter für den Wolf, eine Tochter für den Thron. Nachdem Neve in die Schattenwelt gelang, versuchen Emmett und Red alles, um sie zu retten. Denn die Gefahren sind noch lange nicht vorüber und die ...
Eine Tochter für den Wolf, eine Tochter für den Thron. Nachdem Neve in die Schattenwelt gelang, versuchen Emmett und Red alles, um sie zu retten. Denn die Gefahren sind noch lange nicht vorüber und die Alten Könige versuchen weiterhin, ihre Macht auszubauen und an die Oberfläche zu gelangen. Aber Neve erhält unerwartet Hilfe von Solmir, einem der Könige, der sich gegen die anderen stellt. Doch kann sie ihm wirklich trauen und sogar mehr fühlen dürfen ?
Für den Thron von Hannah Whitten ist der zweite und finale Band ihrer Wilderwood Dilogie. Es umfasst ca. 638 Seiten und ist als e-book und Paperback erhältlich. Da die Bände aufeinander aufbauen, sollte der Reihe nach gelesen werden.
Meine Meinung:
Der erste Teil Für den Wolf war eine riesen Überraschung für mich. Zwar hatte der auch seine Längen und schöpfte sein Potenzial nicht gänzlich aus, aber er hatte Charme und brachte mir richtig Spaß. Nach dem etwas fiesen Ende war ich daher so gespannt auf Neves und Solmirs Geschichte, bei denen ich mir eine richtig schöne Enemies-to-Lovers Geschichte vorstellen konnte. Leider war die Umsetzung davon recht enttäuschend und ließ mich echt ratlos zurück. Was ist hier bloß schief gelaufen ?
Denn der Anfang und auch die ersten knapp 200 Seiten waren echt gut. Es war interessant, die Figuren auf ihrem Weg zu begleiten und ich liebte vor allem die Atmosphäre in den Schattenlanden. Durch Whittens malerischen Schreibstil konnte ich mir alles so gut vorstellen und die Geschichte brachte mir Spaß. Zwar spürte ich zwischen Solmir und Neve noch nicht so die richtige Chemie, aber ich mochte ihren hitzigen Austausch. Die Kreaturen, die ihnen auf der Suche nach dem Herzbaum begegneten, fand ich sehr faszinierend und ihre Hintergrundgeschichten mitunter recht tragisch und traurig. Man erfuhr viel über die Welt, in der Neve nun steckte und ich fand sie sehr interessant. Und auch die Nebengeschichten mit Red, ihrem Wolf, sowie Raffe waren durchaus fesselnd.
Nur leider verlor sich die Geschichte irgendwann, weil sich vieles im Kreis drehte und ich das Gefühl hatte, dass eigentlich nur Punkte abgehandelt wurden, anstatt eine spannende Storyline zu kreieren. Zwar war der erste Band auch ruhiger, aber er lebte von der versteckten Spannung, die quasi im Hintergrund arbeitete und so die Geschichte interessanter machte. Dies gelang es Whitten im zweiten Teil nur bedingt, weil die Charaktere manchmal Handlungen durchführten, die ich nicht so ganz verstand und es sich sehr zog. Vor allem mit Neve wurde ich nie wirklich warm, obwohl ich sie zuvor recht interessant fand. In ihrer Geschichte allerdings blieb sie blass, herrisch und empathielos. Ihre Liebesgeschichte mit Solmir, zu dem ich auch keinen richtigen Draht fand, war blass und obwohl es gute Momente zwischen ihnen gab, spürte ich kaum Chemie. Vor allem beim letzten Kapitel dachte ich mir, dass das keine Liebe sein kann. Red und Co. fand ich in Ordnung, auch wenn ich die Nebenhandlung mit Raffe eher unnötig und seine Liebesgeschichte erzwungen fand.
Irgendwie kam es nicht in Gange und mir wurde zu viel geredet, als dass wirklich etwas passierte. So zog es sich oft und ich finde, dass gute 200 Seiten weniger und eine straffere Handlung echt viel bewirkt hätten. Zum Schluss dagegen nahm es dann plötzlich so eine Fahrt auf, dass mir leicht schwindlig wurde und ich froh war, es beenden zu können. Und dabei gab es durchaus sehr interessante Ideen und Momente, die mir super gefielen. Sei es die Sache mit dem Gefäß oder die Sage mit den drei Königinnen. Und auch die Kreaturen gefielen mir sehr gut. Aber dieses Potenzial wurde einfach verschenkt und ich bin enttäuscht.
Fazit:
Ein Finale, was mich irgendwie ratlos zurücklässt und einige meiner Fragen nicht beantworten konnte. Die Ideen stimmten absolut und konnten in ein paar guten Momenten auch super eingesetzt werden, aber ansonsten wurde viel Potenzial verschenkt und vieles wirkte zu gewollt, zu gefällig, als wirklich reinszupassen. Die Charaktere fand ich eher langweilig und vor allem die Liebesgeschichte war sehr fad und eigentlich nicht existierend, was auch an der fehlenden Chemie der blassen Hauptprotas lag, die ich nicht sonderlich sympathisch fand, obwohl ihre Hintergrundgeschichten spannend wirkten. Es war ein Finale, was sich flüssig lesen ließ, mich aber nicht wirklich überzeugte und leider nicht das ist, was ich mir irgendwie erhoffte. Von mir gibt es:
3 von 5 Sterne