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Dreaming

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2019

Vom Träume leben

Sterne sieht man nur im Dunkeln
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So ganz überzeugen konnte mich dieses Buch nicht. Aufgrund der vielen positiven Bewertungen, Aushänge in Buchläden und Multimedia Werbung bin ich neugierig geworden auf die junge Frau, deren Leben sich ...

So ganz überzeugen konnte mich dieses Buch nicht. Aufgrund der vielen positiven Bewertungen, Aushänge in Buchläden und Multimedia Werbung bin ich neugierig geworden auf die junge Frau, deren Leben sich innerhalb so kurzer Zeit umkrempeln sollte. Dabei hat mir die Leseprobe gut gefallen. Die Geschichte nahm Fahrt auf. Doch leider begann es für mich nach dem ungefähr das geschehen ist, was in der Beschreibung bereits ersichtlich war, vor sich hinzudümpeln. Die Charaktere waren zwar authentisch, aber für mich nicht wirklich so sympathisch, dass ich über sie ein ganzes Buch lesen wollen würde. Oft fragte ich mich auch - wo will die Geschichte jetzt eigentlich mit mir hin. Natürlich kann ich das auch als ein gelungenes Darstellen, der inneren Orientierungslosigkeit sehen. Doch dafür ging es mir an vielen Stellen nicht genug in die Tiefe. So lebt das Buch vor allem von den neueren Entwicklungen und Spuren und Wunden der Vergangenheit. An einigen Stellen wird ordentlich aufgetischt, doch das Ergebnis ist für mich eher ein einfaches drüberwischen, eben "einfach ein bisschen Puderzucker draufstreuen", dass meiner Erwartung nicht gerecht wird. Auch die angedeuteten Liebesgeschichten in verschiedenen Richtungen wirken nicht so intensiv, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich bleibe mit dem Gefühl zurück, dass die Idee des Buches toll war, auch das Setting wunderbar, doch die Darstellung an einigen Stellen hakt. Gelungen ist dagegen wirklich die Vermittlung von Ruhe, Gelassenheit und abschalten.
Fazit: Eine eher ruhige Geschichte zum runterkommen und nachsinnen.

Veröffentlicht am 14.10.2019

Weil jeder mal eine Umarmung braucht!

Umarmst du mich mal?
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Das Buch ist wunderschön zum Mitfiebern und Raten für die Kleinsten unter uns! Mit wenig Text lädt die kurze Geschichte dazu ein, mit unseren Kindern in den Dialog zu gehen, gemeinsam über die Antworten ...

Das Buch ist wunderschön zum Mitfiebern und Raten für die Kleinsten unter uns! Mit wenig Text lädt die kurze Geschichte dazu ein, mit unseren Kindern in den Dialog zu gehen, gemeinsam über die Antworten zu rätseln. Die Ausreden der verschiedenen Tiere und ihre Darstellung (warum sie eben nicht kuscheln wollen mit dem Igel) erinnert an die Realität und gibt Raum für Individualität.
Mit der begleitenden Message "Zu jedem Topf passt ein Deckel" schenkt "Umarmst du mich mal" Hoffnung und Zuversicht, besonders für Außenseiter die es in ihren Gruppen nicht immer einfach haben. Für diese wiederum öffnet die Geschichte aber auch den Blick jener Kinder, die eigentlich genug Umarmungen haben für jene, die vielleicht verzweifelt nach Freunden suchen, im Spiel aber doch öfter ausgegrenzt werden. Damit kann man auch gut Diskussionen zum Gruppenzusammenhalt in der Kita aufbauen. Spannend ist auch die Unterteilung des Buches in zwei Anfänge und dem Ende in der Begegnung in der Mitte - sehr metaphorisch. Damit wird lässt sich viel über Freundschaft, das aufeinander zugehen im allgemeinen wiederfinden.

Veröffentlicht am 10.10.2019

Rettungslos verliebt!

Show me the Stars
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Mit Show Me the Stars hat mich Kira Mohn sofort umgehauen. Ab der ersten Seite konnte ich einfach nur noch immer weiter umblättern und der lebendigen und wendigen Geschichte bis zu einem für mich Taschentuch ...

Mit Show Me the Stars hat mich Kira Mohn sofort umgehauen. Ab der ersten Seite konnte ich einfach nur noch immer weiter umblättern und der lebendigen und wendigen Geschichte bis zu einem für mich Taschentuch gekrönten Ende folgen! Die Autorin weckt mit der Geschichte ihrer Protagonisten große Gefühle. Das hauptsächliche Geschehen liegt eindeutig auf den inneren Entwicklungen und Entfaltungen der Charaktere, vor allem natürlich Liv und Kjer. Dieser war mir nach so einigen Infos der ersten Begegnung erst etwas unsympathisch, bzw. weckte in mir eher zwiespältige Gefühle, die sich aber, vor allem durch die alles einbettende Vergangenheit der Inselbewohner die sich von Kapitel zu Kapitel langsam immer weiter aufklärt, schnell verzeihen und ich gewinne diesen praktischen, tiefgründigen Kerl richtig gerne. Liv hatte ich von Anfang an gerne! Zwar dachte ich mir noch zu Beginn - "na klar, das wird was werden mit dem Interview (nen Schuss in den Ofen!)", aber durch die Art, wie sie erzählte war schon klar - da ist noch ein ganz anderes Leben, das nur darauf wartet, von Liv gelebt zu werden. Umso mehr bewunderte ich ihren Mut und die Entschlossenheit, die Kompromisslosigkeit mit der sie ihre Ziele fand, packte und durchzog! Und auch alle anderen Charaktere sind hier sehr sympathisch, selbst der Leuchtturm selbst! Anfangs hat mich teilweise Livs etwas negativer Selbsttalk gestört, er erinnerte mich zu sehr an die "hilfloses Mädchen" Nummer - aber Liv beweist ziemlich bald, dass sie sehr gut selbst auf sich aufpassen kann! Im Mittelpunkt stand für mich damit Livs Selbstverwirklichung und das sanfte Pflänzchen Liebe, dass zwischen ihr und "dem schönsten Mann der Welt" zu wachsen beginnt. Ich hätte gerne noch viel, viel mehr davon gelesen!

Fazit: Eine berauschende und sehr emotionsgeladene Liebesgeschichte, mit Feuerwerk, liebenswerten Charakteren, düsterer Vergangenheit und einer atemberaubenden Leuchtturm- Kulisse!

Veröffentlicht am 23.09.2019

Die wahren Monster

Die Arena: Grausame Spiele
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Brutal und heftig werden wir in die grausame und kalte geteilte Welt von Englands Zukunft hineinkatapultiert. Schon die ersten Seiten lassen keinen Zweifel an der Abartigkeit menschlicher Abgründe und ...

Brutal und heftig werden wir in die grausame und kalte geteilte Welt von Englands Zukunft hineinkatapultiert. Schon die ersten Seiten lassen keinen Zweifel an der Abartigkeit menschlicher Abgründe und der Gefahr einer Rassenzuteilung oder Überhöhung der einen Schicht, sei es aus Ethnie, Religion oder was auch immer, gegenüber einer anderen.

Die Teilung zwischen Pures und Dregs ist schlichtweg unmenschlich. Während die einen sich verhungernd und gequält, zu Tode schufften und irgendwie versuchen, in dieser schrecklichen Welt zusammenzuhalten, leben die anderen im eisigen Konkurenzkampf und Druck ihrer Scheinwelt des perfekten Menschen, wo Unterdrückung einer ganzen Menschenschicht zum arroganten Tageston gehört. Schon nach den ersten Seiten wird dem Leser klar, dass die wahren Monster weder einfach die Dregs (interessante Nahmenswahl für eine Bevölkerungsgruppe dieser Dystopie übrigens) noch die kompletten Pures sind. Vielmehr macht der Zusammenschluss der Menschen, die gegen dieses System ankämpfen und aufbegehren wollen umso deutlicher, dass es um den Charakter jedes einzelnen geht.

Die Autorin schafft es authentisch durch ihren teils kurzen Sprachstil eine beklemmende Spannung aufzubauen. Wir können die Zirkus fühlen. Alles wirkt schnell, hektisch und dunkel, über allem hängt die ständige Bedrohung. Und auch die Welt Bens ist nicht so perfekt, wie sie scheint.

Die Protagonisten in dem Buch sind alle gut ausgearbeitet und mir auf ihre ganz eigene Art sehr sympathisch. So ist Hoshiko ein sehr vielschichtiges Mädchen, die den Hass wie die Liebe in sich vereint und mit ihrer Durchsetzungsfähigkeit immer aufs Neue erstaunt. Auch Ben kann man seinen Mut nicht absprechen. Hält man ihn anfangs für ein verwöhntes Söhnchen, bricht diese Sicht schnell, als man in seinen Kapiteln die Gedanken und Entwicklung lesen kann und der Junge wirklich anfängt selber zu denken.

Im Zirkus finden sich für mich viele weitere liebgewonnene Charaktere. Sei es die beschützenden und weise Armina oder die pfiffige, noch unschuldige Greta. Man bekommt den Eindruck einer großen Familie die sich durch die Umstände hindurchkämpft. Schlechter kommen die Pures dabei weg. Ben ist der einzige, der irgendwie sympathisch wirkt.

Mein einziger Kritikpunkt ist wohl die auf dem Cover angedeutete Liebesgeschichte. Sie kommt mir nicht so gefühlvoll und romantisch geschrieben herüber, wie sie sein könnte. Da fehlt mir etwas. Bzw. die großen Gefühle drücken sich zwar durch einige beschriebene Gedanken und natürlich die Handlungen aus, doch wird das wahre Knistern von der ständigen Bedrohung verschluckt statt befeuert.

Richtig gut hat mir auch das Ende dieses Auftakts zum Zweiteiler gefallen. Es ist kein direkter Cliffhanger und ich erlebe es als absolut stimmig. Dennoch will ich unbedingt wissen, wie es weitergeht. Denn es ist noch so vieles offen.

Insgesamt habe ich bei diesem Buch sehr oft über andere Romane aus dem Genre nachgedacht und wenn es auch ganz anders ist, fand ich immer mal wieder die ein oder andere Parallele zu den Tributen von Panem. Ich bin gespannt, ob dieser Standard weiter gehalten werden kann!

Fazit: Das Buch ist definitiv nichts für Schwache Nerven, sondern eine Dystopie vom Feinsten. Gerade vor aktuellen politischen Hintergründen, wie Flüchtlingsströmen und Migration finde ich diese Lektüre sehr sinnvoll und rüttelnd.

5 / 5 Pfoten von miaslesezeilen.de

Veröffentlicht am 16.08.2019

Zerbrochene Lesefreude

Perfectly Broken
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Perfectly Broken beginnt als eine wundervolle und charmante Liebesgeschichte mit der originellen „die Tür zwischen uns“ Idee. Bereits die ersten Seiten treiben mir die Tränen in die Augen und ich leide ...


Perfectly Broken beginnt als eine wundervolle und charmante Liebesgeschichte mit der originellen „die Tür zwischen uns“ Idee. Bereits die ersten Seiten treiben mir die Tränen in die Augen und ich leide so sehr mit Brooklyn mit, die ihre große Liebe verloren hat und nun alleine in einer neuen Stadt einen Neustart wagt.

Sie ist zwar eine schüchterne und etwas unscheinbare, weil innerlich völlig kaputte Protagonistin, aber bei allem, was sie erlebt hat, kein Wunder. Und man wartet nur darauf, dass es das Leben endlich mal gut mit ihr meint und sie wieder auf die Beine kommt. Die freche und fröhliche Freundin und Chefin Molly aus dem Café, die Brooklyn so schnell unter ihre Fittiche nimmt, und der einfühlsame Chase, der seine „Eier an der Türklinke abgibt“ und ihr allabendlich Liebesschnulzen vorliest scheinen perfekt dafür.

Doch auch Chase hat ein dunkles Geheimnis. Und damit meine ich nicht seine nervige Freundin (wobei ich mir auch hier schon denken musste: Sie mag zwar eine B**** sein, aber dass hat sie jetzt auch nicht so wirklich verdient) Mit dem anderen Geheimnis beginnt die Geschichte für mich endgültig zu kippen. Nicht, dass ich was gegen Geheimnise hätte, doch in dieser Geschichte passt das so für mich überhaupt nicht rein. Es wirkt für mich damit alles einfach nur noch übertrieben und mein Lesespaß zerplatzt wie eine Blase.

Und damit nicht genug. Fortan nimmt die Handlung mehrere Verläufe wo ich immer wieder denke „Echt jetzt, dass muss doch nun wirklich nicht sein!“ Es wird übertrieben und eine Kuriosität jagt den nächsten „Zufall“. Habe ich vor einiger Zeit davon geschwärmt, wie schön romantisch gut verpackter Kitsch für mich sein kann, so finde ich hier ein Beispiel, wie Klischee auch richtig nach hinten losgehen kann.

Dabei bedenkt aber bitte, dass dies nun meine Meinung zu diesem Buch ist. Ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, denen es auch gefallen könnte. Außerdem weiß ich natürlich die Mühe und Gefühle, die in so einem Buch Baby stecken zu schätzen und zu respektieren und hoffe, diese Rezension ist, wenn auch sehr kritisch, auch für die Autorin hilfreich.


Fazit: Zusammenfassend kann man sagen, ist „Perfectly Broken“ die Geschichte einer Frau, oder Liebe, die es lernt, wieder den Weg zurück ins Leben zu finden. Leider vom Handlungsverlauf so überhaupt nicht das, was ich mir in einer guten Liebesgeschichte wünsche.

2/5 Pfoten von Miaslesezeilen.de