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Veröffentlicht am 23.11.2023

Spannender Thriller mit brisantem, moralischem Thema

Ihr zweiter Tod
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Zach Bridger, eine ehemaliger gefeierter Quarterback, musste schon vor einigen Jahren eine schwere Entscheidung treffen. Seine Ex-Frau Rebecca fiel nach einem brutalen Angriff ins Koma. Da Zach als Ex-Ehemann ...

Zach Bridger, eine ehemaliger gefeierter Quarterback, musste schon vor einigen Jahren eine schwere Entscheidung treffen. Seine Ex-Frau Rebecca fiel nach einem brutalen Angriff ins Koma. Da Zach als Ex-Ehemann noch in der Patientenverfügung als Ansprechpartner und Entscheider angegeben war, fiel ihm die schwere Entscheidung zu, ob die lebenserhaltenden Maßnahmen fortgesetzt oder beendet werden. Er überließ die Entscheidung seinerzeit Rebeccas Eltern und diese sorgten dafür, dass Rebecca weiterlebte und die Maschinen nicht abgeschaltet wurden.
Nun steht Zach erneut vor dieser schweren Entscheidung, denn die Staatsanwältin Kate Lennon will den verantwortlichen Täter nun endgültig wegen Mordes hinter Gitter bringen und dafür sorgen, dass er dort auch bleibt und nicht wie nach seiner Verurteilung wegen Körperverletzung wieder frei kommt. Doch damit sie einen Mord anklagen kann muss Rebecca sterben, auf natürlichem Weg, was jederzeit geschehen kann jedoch niemand kennt den Zeitpunkt oder indem man die lebenserhaltenden Maschinen abschaltet.
Dadurch entsteht für Zach eine unerträgliche Situation, die sich zur Gefahr entwickelt sobald der Täter eine Ahnung davon bekommt, was vor sich geht und was ihm droht.

Das Thema, das die Grundlage für die Handlung dieses Thrillers ist, sorgte bei mir für eine gewisse Brisanz und zwang auch mich zum Nachdenken. Denn kaum jemand macht sich bis zu einem gewissen Alter Gedanken über eine solche Situation und verfasst eine entsprechende Patientenverfügung. Wenn man selbst in dieser Verfügung Entscheidungen trifft und festlegt, bleibt dies den Angehörigen erspart, die sich sicherlich dann auch oft überlegen, was der oder die Betroffene gewollt hätte.
Ich würde eine solche Entscheidung für einen geliebten Angehörigen niemals treffen wollen. Natürlich möchte man niemanden leiden sehen oder nur noch dahinvegetieren aber die Entscheidung für den Tod zu treffen stelle ich mir ausgesprochen schwer vor, wenn nicht gar unmöglich.

Eine solche Situation hat der Protagonist Zach in diesem Thriller. Dazu kommt noch, dass seine Liebesbeziehung zu Rebecca bereits vor vielen Jahren beendet war. Deshalb überließ er die Entscheidung und die Verantwortung dafür Rebeccas Eltern. Doch nun ist erneut seine Entscheidung gefragt. Kann er die Maschinen abschalten lassen, damit der Täter wegen Mordes angeklagt und verurteilt werden kann? Darf man so etwas tun aus moralischer Sicht? Ich wollte nicht an seiner Stelle sein.
Dazu kommt noch, dass Zach seinerzeit durch die zu treffende Entscheidung selbst auch einiges ertragen musste. Die Presse schlachtete das Thema aus, seine Footballkarriere ging zu Ende und er musste sich mit diesem moralischen Konflikt auseinandersetzen, ebenso wie mit Rebeccas Eltern.

Sandra Brown hat sich diesen schwierigen Themas angenommen und es in ihrem Thriller verarbeitet. Aus meiner Sicht ist ihr das gut gelungen. Sie hat das Thema mit der gebotenen Sorgfalt, Seriösität und Einfühlungsvermögen behandelt und dargestellt. Aber sie zeigt eben auch die schweren Konflikte auf, in die Angehörige geraten, wenn sie eine solche Entscheidung treffen müssen.

Wie bei Sandra Brown üblich gibt es zu dem männlichen Protagonisten ein weibliches Pendant. Diesmal ist es die Staatsanwältin Kate, die als Juristin für Gerechtigkeit sorgen möchte.
Auch wenn Zach es ihr sehr übel nimmt, dass sie ihn erneut in diesen furchtbaren Gewissenskonflikt bringt, ist sie seit langer Zeit die erste Frau, die ihm im Kopf herumspukt und ihn interessiert.
Auch Kate fühlt sich zu Zach hingezogen, obwohl sie weiß, dass das gerade jetzt nicht sein darf.
Die Romanze begleitet die Haupthandlung sehr dezent und fügt sich gut ein, was mir gefallen hat.

Natürlich dreht sich die Handlung nicht nur um Zachs Gewissenskonflikt und seine Überlegungen dazu. Wir erleben auch den Täter und sein Umfeld und lernen diesen abgebrühten, egoistischen und überheblichen Menschen kennen, der verantwortlich für Rebeccas Zustand ist. Es gibt auch Rückblicke zur eigentlichen Tat vor vielen Jahren.
Und dann erleben wir auch, was er aktuell unternimmt, um einer erneuten Anklage und möglichen Verurteilung zu entgehen.

Dieser Thriller ist in gewissen Teilen leicht vorhersehbar aber dennoch sehr spannend. Gut gefallen haben mir die dargestellten Konflikte, das moralisch schwierige Thema und die Charakterisierung der Hauptfiguren. Ich konnte Zachs Zerrissenheit spüren aber auch Kates Gerechtigkeitswunsch verstehen. Gegen Ende wird es richtig spannend und kommt sogar zu einem kleinen Showdown.
Insgesamt hat Sandra Brown wieder einen interessanten und spannenden Thriller vorgelegt, der gut ist für fesselnde Lesestunden!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 22.11.2023

Warmherzige und berührende Geschichte mit liebenswerten Protagonisten

Apfelherbst
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Der Roman erzählt die Geschichte von Gina und Evergreen Manor, einem alten viktorianischen Anwesen. Das wunderschöne Haus steht auf einem Gelände mit alten Apfelbäumen wo es auch ein kleines Cottage gibt, ...

Der Roman erzählt die Geschichte von Gina und Evergreen Manor, einem alten viktorianischen Anwesen. Das wunderschöne Haus steht auf einem Gelände mit alten Apfelbäumen wo es auch ein kleines Cottage gibt, in dem Gina lebt und als Tagesmutter mit Kindern arbeitet.
Im Herrenhaus lebt die Eigentümerin Violet mit ihren Freunden Delphine und Bing. Die alten Herrschaften genießen ihr Zusammenleben und den Trubel und die Aufmunterung die die von Gina betreuten Kinder mitbringen.
Als Violet plötzlich stirbt verkündigen ihre Großnichte Rebecca und ihr Großneffe Dexter, dass sie das Anwesen nicht weiter unterhalten können und wollen und es daher verkaufen werden.
Delphine und Bing würden ihr Zuhause verlieren und auch Gina müsste aus dem kleinen Cottage ausziehen und ein neues Zuhause finden, in dem sie auch die Kinder weiter betreuen könnte.
Da Gina die alten Herrschaften als Familie betrachtet beschließt sie zu kämpfen und entwickelt einen Plan, um Evergreen Manor für sie alle zu retten.
Als sie Dexter begegnet, ohne zunächst zu ahnen wer er ist, knistert es zwischen den beiden. Haben die beiden trotzdem eine Chance?

Gina erzählt uns die Geschichte in der Ich-Form und beginnt mit dem Tag ihrer Scheidung von Eric. Diese Trennung führte dazu, dass sie ins Welcome Cottage auf dem Anwesen von Evergreen Manor zog. Die Eigentümerin Violet vermietete ihr das ehemalige Pförtnerhäuschen und schon bald entsteht eine freundschaftliche Bindung zwischen Gina, Violet und deren beiden Freunden Delphine und Bing.
Die Beschreibung dieser „Senioren-WG“ hat mich ins Herz getroffen. Diese drei liebenswerten alten Menschen genießen ihr Zusammenleben sehr und profitieren voneinander. Umso größer ist die Trauer, als Violet plötzlich stirbt. Besonders ihre beste Freundin Delphine leidet sehr darunter.
Und so ist der Schock für die alten Menschen groß, als die Erben verkünden, dass das Anwesen verkauft werden soll und sie damit ihr Zuhause verlieren werden.
Auch Gina müsste aus dem Welcome Cottage ausziehen und sich ein neues Zuhause suchen, das auch für ihren Beruf als Tagesmutter geeignet ist. Das könnte ihr zwar gelingen aber eigentlich möchte sie das gar nicht, denn sie möchte diese großartige Gemeinschaft nicht aufgeben. Und so schmiedet sie Pläne, die Evergreen Manor für sie alle so erhalten soll, wie es ist.

Auch wenn sich sehr zaghaft zwischen Gina und Dexter eine romantische Geschichte entwickelt würde ich den Roman nicht als Liebesroman bezeichnen. Diese Liebesgeschichte fügt sich vielmehr schön in die Haupthandlung ein, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Die Handlung ist sehr abwechslungsreich und unterhaltsam, denn sie erzählt aus dem Leben der alten Herrschaften und aus Ginas Leben als Tagesmutter und all den Herausforderungen die dieser Beruf mit sich bringt. Aber auch ihre Liebe zu den Kindern und ihre Freude an der Betreuung dieser kleinen Menschen wird immer wieder deutlich.
Und so erleben wir vielerlei Aktivitäten, die Gina mit den Kindern unternimmt. Da werden Äpfel und Brombeeren gesammelt, leckere Dinge zubereitet aber es wird auch zu Halloween gebastelt und vieles mehr.
Daneben schmiedet Gina Pläne und kümmert sich um die Umsetzung und versucht alles, was ihr möglich ist, um Evergreen Manor zu retten.
Darüber vergeht einige Zeit und so vergeht der titelgebende Herbst, es wird Halloween und dann beginnt auch irgendwann die Weihnachtszeit. Jede dieser Zeiten konnte ihre passende Stimmung verbreiten, so dass der Roman perfekt in den Herbst und den beginnenden Winter passt.

Das Setting auf diesem alten Anwesen war wunderschön beschrieben. Ich sah das beeindruckende alte Gebäude auf dem Gelände mit den alten Apfelbäumen vor meinem inneren Auge und sah Gina mit den Kindern dort herumstromern.

Gina und die alten Herrschaften haben sich auf eine ganz besondere Weise in mein Herz geschlichen. Diese wunderbare Freundschaft und der Zusammenhalt generationenübergreifend sind wirklich schön beschrieben. Beide Seiten profitieren voneinander und auch die von Gina betreuten Kinder lieben die alten Herrschaften von denen sie einiges lernen können.

„Apfelherbst“ erzählt von Freundschaft und Liebe, Trauer, Neuanfängen und vermittelt vor allem die Botschaft, dass es sich lohnt Risiken einzugehen, um Träume zu verwirklichen und dass man gemeinsam vieles schaffen und erreichen kann, wenn man nicht aufgibt.
Mich hat dieser wunderbare Roman nicht nur gut unterhalten sondern auch berührt. Liebenswerte Figuren, ein empathischer Erzählstil, etwas Romantik und auch Humor erwärmen das Herz und deshalb empfehle ich diesen schönen Roman auch gerne weiter!


Fazit: 5 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 18.11.2023

Sehr fesselnder und spannender Psychothriller mit vielen Wendungen

Die Einladung
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Schon der Prolog dieses Psychothrillers war schockierend und hat mich gleich an die Geschichte gefesselt. Der Zusammenhang des Prologs zur Handlung bzw. Protagonistin erklärt sich bald.
Protagonistin des ...

Schon der Prolog dieses Psychothrillers war schockierend und hat mich gleich an die Geschichte gefesselt. Der Zusammenhang des Prologs zur Handlung bzw. Protagonistin erklärt sich bald.
Protagonistin des neuen Psychothrillers von Sebastian Fitzek ist Marla Lindberg.
Sie leidet bis heute unter den Ereignissen, die im Prolog geschildert werden. Als sie ein paar Jahre später für einen Kurierdienst arbeitet, wird sie in eine verlassene Geburtsklinik geschickt, um dort ein Paket abzuliefern. Doch es ist eine Falle und Marla erlebt Schlimmes.
Dann arbeitet Marla als Analystin für Kristin, die Abteilungsleiterin beim LKA Berlin ist. Diese nutzt Marlas besondere Fähigkeiten, Videos und Bilder zu analysieren.
Ein Therapeut findet heraus, das Marla unter sogenannter Gesichtsblindheit leidet. Sie kann Menschen nicht an ihren Gesichtern wiedererkennen. Dadurch spielt ihr Gehirn ihr offenbar in schwierigen Situationen Streiche.
Als Marla dann eine Einladung zu einem Klassentreffen in eine Berghütte in den Alpen erhält, will sie die Gelegenheit nutzen, alte Freunde wiederzusehen und ein wenig Abstand und Ablenkung vom Alltag zu bekommen. Sie macht sich auf den Weg zur Hütte. Bei ihrer Ankunft findet sie alle Zimmer bereits belegt vor, obwohl sie sich doch angemeldet hat. Auf dem Tisch steht benutztes Geschirr, im Kamin brennt ein Feuer doch ihre ehemaligen Klassenkameraden sind nirgendwo zu sehen.
Als Marla sich auf die Suche nach den anderen macht, beginnt ein Horrortrip.

Das Setting des hauptsächlichen Geschehens auf der eingeschneiten Berghütte ist gut gewählt. Die dortige Abgeschiedenheit, der fehlende Handyempfang und die winterlichen Wetterverhältnisse sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre und eine beklemmende Stimmung.

Marla als Protagonistin war für mich schwer einzuschätzen. Aufgrund ihrer Erlebnisse in der Vergangenheit war sie aus meiner Sicht traumatisiert und durch ihre Gesichtsblindheit konnte man auch nie richtig sicher sein, welche ihrer Wahrnehmungen nun stimmt und welche nicht. Das macht sie zu einer interessanten Figur.
Auch die anderen Figuren, wie die Abteilungsleiterin des LKA und die ehemaligen Schulkameraden waren für mich schwer zu durchschauen.
Und so war es für mich ein fesselndes Rätselraten, wer ist gut, wer ist böse, wem kann man trauen und wem nicht.

Die Handlung war insgesamt sehr fesselnd und spannend. Es gab viel Raum für eigene Spekulationen, die für mich allesamt ins Leere führten. Viele Überraschungen und Wendungen geben der Handlung immer wieder eine neue Richtung. Psychospielchen und kleinere Cliffhanger am Ende von Kapiteln haben dazu geführt, dass ich fast atemlos durch die Seiten geflogen bin.
Was Fitzek dann am Ende als Auflösung präsentiert war die absolute Überraschung, die ich so niemals erahnt hätte.

„Die Einladung“ ist ein absolut fesselnder Psychothriller, der mich mit einer interessanten Protagonistin, einem komplexen Plot und einem völlig unerwarteten Ende überzeugt und begeistert hat.
Ich empfehle diesen nervenaufreibenden Pageturner, der auch einige ziemlich erschreckende Szenen enthält und mir öfter Gänsehaut beschert hat, sehr gerne weiter!


Fazit: 5 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 27.10.2023

Schöner Winterroman zur Zeit der Rauhnächte im verschneiten St. Peter-Ording

Winterstrandtage
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Wie in allen ihren Romanen entführt uns Tanja Janz auch in ihrem diesjährigen Winterroman nach St. Peter-Ording an die Nordsee.
Leni, die gerade mit ihrem Partner Armin dessen geerbtes Haus renoviert hat, ...

Wie in allen ihren Romanen entführt uns Tanja Janz auch in ihrem diesjährigen Winterroman nach St. Peter-Ording an die Nordsee.
Leni, die gerade mit ihrem Partner Armin dessen geerbtes Haus renoviert hat, bereitet alles für ein großes Familien-Weihnachtsfest vor.
Am Vorabend des 2. Advent sind die beiden zu einem Essen bei Freunden eingeladen. Da sie sich verspätet haben, brechen sie übereilt auf und Leni vergisst, die Kerze auf dem Adventskranz zu löschen.
Es kommt zum Brand und die beiden verlieren ihr Zuhause und ihr Hab und Gut. Armin nimmt sich eine Auszeit und reist zu seinem Bruder in die Schweiz. An Heiligabend teilt er ihr mit, dass er im neuen Jahr endgültig in die Schweiz zieht und in die Firma des Bruders als Partner einsteigt. Das bedeutet die endgültige Trennung und Leni ist am Boden zerstört.
Sie reist alleine nach St. Peter-Ording zu ihrer Oma Elga. Ihre Eltern, die an einer Grippe erkrankt sind, wollen nach ihrer Genesung nachkommen.
In St. Peter-Ording im schönen alten Friesenhäuschen ihrer Oma kommt Leni zur Ruhe und denkt über ihre Zukunft nach.

Hier haben wir es nicht mit einem typischen Weihnachtsroman zu tun, denn das Weihnachtsfest wird hier recht schnell abgehandelt.
Vielmehr stehen hier die sogenannten Rauhnächte, die 12 Nächte zwischen Weihnachten und dem Tag der Heiligen Drei Könige, im Mittelpunkt. In vielen Gegenden gibt es Bräuche und Traditionen, die in dieser Zeit ausgeführt werden. Auch Lenis Oma Elga führt in dieser Zeit einige Bräuche durch, z. B. das Räuchern, das alten Ballast des ausgehenden Jahres vertreiben soll.
In ihrem Nachwort erläutert die Autorin einiges zum Thema und was die Rauhnächte ihr bedeuten. Im Internet ist dazu auch vieles zu finden.
Im Anhang gibt es ein von der Autorin zusammengestelltes kleines Räucherwerk-Lexikon und eine Silvester-Räucherung. Außerdem Rezepte für einen Eiergrog, Apfelstrudel, Oma Elgas Silvesterlocken und Silvesterpunsch.

Dazu beschreibt Tanja Janz wie immer den von ihr so geliebten Ort St. Peter-Ording im Winter sehr detailreich. Ich hörte beim Lesen den Wind um die Häuser pfeifen, das Meer rauschen und spürte auch die klirrende Kälte.

So wie Leni sich bei ihrer Oma in deren Häuschen wohlfühlt, konnte ich mich beim Lesen wohlfühlen. Alleine schon die Atmosphäre und Stimmung zwischen der alten Dame und Leni war schön zu erleben.
Leni hilft ihrer Oma, die langsam ein bisschen ihr Alter spürt und sie unternimmt so einiges im Ort. Im Baumarkt trifft sie auf eine alte Schulfreundin und die beiden lassen die alte Freundschaft wieder aufleben.
Ihre alte Jugendliebe Kristan reist aus Hamburg an, da sein Opa plötzlich verstorben ist und er steht seiner Oma bei. So leben die beiden wieder als Nachbarn und sehen sich oft. Da knistert es dann plötzlich.
Ein Besuch im örtlichen Buchladen eröffnet Leni, die aktuell in einer Bibliothek arbeitet, eine neue Möglichkeit.
Leni beginnt immer intensiver über ihre Zukunft nachzudenken.

Lenis Geschichte und ihre Erlebnisse in St. Peter-Ording waren wirklich schön beschrieben. Manches wirkte vielleicht ein bisschen konstruiert und einige Dinge geschahen vielleicht auch etwas zu zufällig, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Die Liebesgeschichte hätte ein kleines bisschen mehr Romantik vertragen können aber am Ende habe ich dann doch zufrieden gelächelt.
Genauso gerne wie ich den Figuren von Tanja Janz im Sommer nach St. Peter-Ording folge, mache ich dies im Winter.
Der Roman war auch durch das interessante Thema der Rauhnächte ein unterhaltsamer Wohlfühlroman, den ich sehr gerne gelesen habe!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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Veröffentlicht am 26.10.2023

Spannender und emotionaler Ausflug nach Cedar Cove

Seesternwünsche
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Nun können wir schon zum siebten Mal zu Gast sein in Cedar Cove, der liebenswerten Kleinstadt.
Die Autorin hat schon mehrfach erwähnt und betont, dass diese Stadt zwar fiktiv ist aber ganz eng angelehnt ...

Nun können wir schon zum siebten Mal zu Gast sein in Cedar Cove, der liebenswerten Kleinstadt.
Die Autorin hat schon mehrfach erwähnt und betont, dass diese Stadt zwar fiktiv ist aber ganz eng angelehnt an tatsächlich vorhandene Orte in ihrer Heimatstadt Port Orchard.
Und so ist dieses Setting wunderbar und bildhaft beschrieben, so dass es sich für mich jedes Mal anfühlt wie ein „nach Hause kommen“, wenn ich wieder ein Buch aus der Reihe lese.
Es empfiehlt sich, die Reihenfolge der Bücher einzuhalten, denn die Handlung um viele Bewohner baut schon aufeinander auf.
Am Anfang gibt es wie immer ein Personenverzeichnis, damit man den Überblick nicht verliert und nachlesen kann, wer mit wem in Verbindung steht. Im Hinterkopf behalten sollte man auch immer, dass die Reihe schon vor rund 20 Jahren begann und dieses Buch ist im Original bereits aus dem Jahr 2011.

Diesmal stehen Teri und Bobby Polgar im Mittelpunkt des Geschehens. Im vorherigen Teil lernten sich die beiden kennen. Nun sind sie sehr verliebt und frisch verheiratet. Teri arbeitet als Friseurin im örtlichen Schönheitssalon und Bobby ist Schachchampion.
Teri kann es immer noch nicht glauben, dass Bobby sich auch in sie verliebt hat, denn er ist ihre große Liebe. Und so sind die beiden glücklich miteinander und leben in einem wunderschönen Haus.
Doch irgendwas stimmt nicht und trübt das Glück. Bobby spielt nur noch zu Hause Schach und nimmt zur Zeit nicht mehr an Turnieren teil. Er scheint sich um etwas Sorgen zu machen und verhält sich geheimnisvoll. Doch Teri kommt irgendwann hinter sein Geheimnis und seine Angst. Werden die beiden es gemeinsam schaffen, das Problem zu lösen?

Daneben gehen die Geschichten um die anderen bereits bekannten Bewohner von Cedar Cove weiter. Da sind Olivia und Jack, die sich mit einem Problem auseinandersetzen müssen. Rachel fühlt sich immer noch hin und her gerissen zwischen ihrem Freund Nate und der Bekanntschaft Bruce und dessen kleiner Tochter Jolene.
Justine und Seth stehen berufliche Veränderungen bevor und auch Grace und Cliff sehen sich mit einer nicht so angenehmen Neuigkeit konfrontiert.
Sheriff Troy muss sich in seinem Leben ohne seine Frau zurechtfinden, denn diese starb nach langer Krankheit. Auch die gemeinsame Tochter, die gerade schwanger ist, hat mit einigem zu kämpfen und Troy unterstützt sie.
Es ist wieder viel los in Cedar Cove und wie immer sind es Themen wie Freundschaft, Liebe, Zusammenhalt aber auch Krankheiten und andere nicht so erfreuliche Ereignisse, die die Autorin aufgreift und so Geschichten erzählt, wie das Leben sie schreiben könnte. Dabei entstehen beim Lesen vielfältige Emotionen und ich konnte mit den Figuren mitfühlen.

Die Kapitel sind immer wechselnd aus der Sicht der einzelnen Protagonisten erzählt. So erlebt man wie es überall weiter geht und Fäden, auch aus früheren Büchern setzen sich fort und neue werden begonnen.
Besonders spannend war natürlich die Geschichte um Teri und Bobby. Da kam es teilweise sogar zu Krimi-Elementen und ich habe gebannt verfolgt was geschieht und mit den beiden gehofft, dass sich die Sache gut für sie löst und sie wieder glücklich in Frieden und Ruhe leben können.

Der Besuch in Cedar Cove war wieder ein schöner kleiner Leseurlaub in einer charmanten Kleinstadt mit liebenswerten Menschen, die zusammenhalten und freundschaftlich oder auch verwandtschaftlich miteinander verbunden sind.
Ich habe mich wieder wohlgefühlt und den Aufenthalt in Cedar Cove genossen. Ich freue mich auf den nächsten Ausflug dorthin!


Fazit: 4 von 5 Sternen



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