Profilbild von Frechdachs

Frechdachs

Lesejury Star
offline

Frechdachs ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Frechdachs über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2026

Den kleinen Wundern der Natur auf der Spur

Das Jahr der Schmetterlinge
0

Lea Korsgaards Roman "Das Jahr der Schmetterlinge" lässt mich persönlich ganz am Ende leider eher zwiegespalten zurück.

Korsgaard nimmt für sich eine ganz persönliche Challenge an, in einem Jahr die Schmetterlinge ...

Lea Korsgaards Roman "Das Jahr der Schmetterlinge" lässt mich persönlich ganz am Ende leider eher zwiegespalten zurück.

Korsgaard nimmt für sich eine ganz persönliche Challenge an, in einem Jahr die Schmetterlinge ihrer dänischen Heimat zu erkunden und ausfindig zu machen.

Schmetterlinge selbst sind vielleicht für viele von uns in Mysterium, denn bis sie die grazile Gestalt annehmen und umherfliegen können machen sie eine unglaubliche Metamorphose durch.

Für mich persönlich mäandert das Buch leider viel zu sehr umher, anstelle, dass hier ein klarer roter Faden geboten wird. Meine vorherigen Erwartungen wurden lediglich in den Teilen getroffen, in denen der direkte Bezug zur Natur genommen wird. Die Autorin kommt dabei dann von Höcksken auf Stöcksken und verwässert so immer wieder ein stückweit die magische Schönheit und die kleinen Wunder der Natur.

Immer wieder gibt es Exkurse in Mythologie, geschichtlich Einordnung etc., die mir dann den Lesegenuss leider etwas verhagelt haben. Hier wäre aus meiner individuellen Sicht ein klarerer Fokus auf den Naturbereich vielleicht mehr dienlich gewesen. Dadurch entwickelten sich für mich innerhalb von bestimmten Passagen dann auch gewisse Längen, die den Lesespaß leider minderten.

Alles in allem ein Buch mit unheimlich viel Potenzial, das für mich persönlich leider nicht komplett ausgeschöpft wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.04.2026

Was, wenn Zeit nicht alle Wunden heilen kann?

Der Sommer, der uns blieb
0

Greta Herrlichers Roman "Der Sommer, der uns blieb" traf bei mir persönlich voll ins Schwarze.

Den Teasertext, wie auch die Leseprobe fand ich bereits sehr spannend und so gesellte ich mich gerne zu den ...

Greta Herrlichers Roman "Der Sommer, der uns blieb" traf bei mir persönlich voll ins Schwarze.

Den Teasertext, wie auch die Leseprobe fand ich bereits sehr spannend und so gesellte ich mich gerne zu den drei Hauptprotagonisten Britta, Pia und Martin, um deren Vergangenheit sowie dem Bruch der damaligen sehr engen Freundschaft auf die Spur zu kommen.

Mir fiel es sehr leicht, mich in das Setting reinfallen zu lassen. Die Szenerien im Hier und Heute spielen im Jahr 2000 rund um den Coronaausbruch. Der Erzählstrang in der Vergangenheit spielt zur Teenagerzeit von Britta, Pia und Martin. Die sehr unterschiedlichen Charakteren waren für mich persönlich durchweg gut greifbar, auch wenn vielleicht generell noch etwas mehr charakterliche und emotionale Tiefe hätte sein dürfen.

Der Plot spielt abwechselnd in der Gegenwart anno 2000 und wird immer wieder ergänzt um Rückblicke in die doch sehr bewegte Vergangenheit der drei ehemals besten Freunde. Herrlicher schaffte es hier sehr einfach, mich in meine eigene Teenagerzeit zurückzukatapultieren.

Den einzelnen Kapiteln vorangestellt sind immer kurze einfühlsame Blitzlichter, die mir bereits schon besonders gut gefallen haben. Die Erzählung selbst kommt nie ins Stocken und ich wähnte mich in einem fortwährendem unterhaltsamen Film.

Die enthaltenen Themen sind vielfältig und sehr realitätsnah geschildert. Vielleicht hätte es auch die ein oder andere Triggerwarnung gebraucht, um nicht unvorbereitet von ganz bestimmten Themen erschlagen zu werden. Mir ging insbesondere das Schicksal von Pia sehr zu Herzen, da ich selbst eine ähnliche Thematik sehr lange persönlich begleitet habe.

Können sich die drei ehemals besten Freunde zusammenraufen und das in der Vergangenheit Geschehene einander verzeihen?

Schließen möchte ich mit einem wunderschönen Zitat aus dem Roman, das die Vergänglichkeit thematisiert.

“Wir sind alle Suchende,
fischen im Meer der Möglichkeiten
manchmal im Trüben,
finden im Netz nicht immer das,
was wir uns wünschen,
und realisieren erst dann,
dass wir alles hatten,
wenn wir es verloren haben.”

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2026

Mit Weißweinschorle und Wodka bis an den Rand des Wahnsinns und darüber hinaus

Es war nicht anders möglich
0

Der Debütroman "Es war nicht anders möglich" von Svenja Liesau ist vor allem eines - sehr speziell.

Meiner Meinung nach ziemlich harte Kost, die sich beim unbedarften Lesen am ehesten wie ein Schlag tief ...

Der Debütroman "Es war nicht anders möglich" von Svenja Liesau ist vor allem eines - sehr speziell.

Meiner Meinung nach ziemlich harte Kost, die sich beim unbedarften Lesen am ehesten wie ein Schlag tief in die Eingeweide anfühlt. Für mich persönlich ein immerwährender Fiebertraum, der nicht zu Ende gehen möchte. Quasi vielleicht ein LSD-Trip in Buchform. So stelle ich mir diesen zumindest persönlich vor.

Freunde, dieser Roman hätte gleich zu Beginn einige Triggerwarnungen vertragen, denn in der Story selbst wird es dann leider richtig heftig. Da hilft dann leider auch der ganz hinten versteckte Verweis auf die telefonische Seelsorge bei psychischen Belastungen oder Suchtproblemen nicht mehr weiter.

Ich bin echt selbst nicht zimperlich, aber dieses Buch ist einfach nichts für Zartbesaitete.

Dreh- und Angelpunkt der Story ist Martina, die urplötzlich mit dem Tod ihres Vaters konfrontiert wird und damit dann umgehen muss. Es wirft sie klassisch aus der Bahn. Nur die Frage hier ist, ob Martina nicht bereits zuvor diese geregelte Bahn bereits verlassen hatte.

Sei es drum, nun muss Martina mit den Tatsachen umgehen und stürzt sich "ins Leben". Eher müsste es wohl heißen, dass sie sich an Alkohol und andere Drogen klammert, um nicht sofort in den tiefschwarzen Abgrund zu fallen und von diesem komplett verschluckt zu werden. Ob genau dies die richtige Idee wie auch Lösung der diversen Probleme von Martina ist, bleibt dahingestellt.

Das Buch beschreibt recht gut die harte Realität, wenn ein Mensch jeglichen sozialen Halt verliert und sich selbst nicht aus der Situation helfen kann. Es wird in den Beschreibungen des Alltags und der darin vorkommenden Handlungen dann auch sehr explizit und genau dies muss man als Leser dann vielleicht auch mögen.

Meine Sache ist es ehrlich nicht. Aber vielleicht liegt in genau dieser schonungslosen Offenheit auch der Reiz dieses Romans für ganz bestimmte Zielgruppen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2026

Mit dem eigenen Taschengeld und dem Finanz-Führerschein zum Millionär

Von Geld, Gold und Guppys
0

Der Kinderratgeber "Von Geld, Gold und Guppys - Wie aus deinem Taschengeld ein ganzer Schatz wird" von der Stiftung Warentest kommt bei uns in der Familie richtig gut an.

In einer Welt in der die Sozialsysteme ...

Der Kinderratgeber "Von Geld, Gold und Guppys - Wie aus deinem Taschengeld ein ganzer Schatz wird" von der Stiftung Warentest kommt bei uns in der Familie richtig gut an.

In einer Welt in der die Sozialsysteme immer mehr crashen werden kann man mit der Finanzbildung nicht früh genug anfangen.

Dort setzt dann eben auch dieses Ratgeberheft den passenden Hebel an.

Das spielerisch kindliche Konzept mit den beiden Guppys Goldi und Fondia wurde von unseren beiden Lütten sehr gut aufgenommen. Der sonst vielleicht eher trockene Stoff wird realitätsnah mit guten Beispielen vermittelt. Da versteht dann eben keiner Bahnhof, sondern wird fast punktgenau dort abgeholt, wo er gerade steht.

So wird sehr sorgsam kompetentes Wissen an die zukünftigen Millionäre von morgen vermittelt.

Goldi und Fondia, die beiden Guppys, bringen quasi auch die gewisse Kurzweil mit rein, damit die Lesekinder auch brav am Ball bleiben und das große Lernziel, den großen Abschlusstest sowie den "Finanz-Führerschein", am Ende des Ratgeberheftes erfolgreich absolviert werden kann. Hier würden wir uns persönlich allerdings vielleicht drei Exemplare dieser Finanz-Führerscheine wünschen, damit wirklich jedes Kind ein Original erhält. Alternativ würden wir uns auch freuen, wenn dieser Führerschein online zum selbst Ausdrucken zur Verfügung stehen würde.

Immer wieder werden auch Interaktionen eingebaut, um die Themen abwechslungsreich und vor allem kindgerecht darzubieten.

Am Schluss des Ratgebers wartet dann noch das große Geld-ABC. Dort werden im Kurzüberblick dann nochmals die wichtigsten Begriffe erklärt. Die Schriftgröße hätten wir uns dabei allerdings genauso groß wie zuvor bei den anderen Kapiteln gewünscht. Auch ist hier leider die Farbgebung der schwarzen Schrift auf mittelblauem Grund für uns persönlich eher suboptimal gewählt.

Mit Goldi und Fondia ist es nahezu fast ein Klacks, sein wertvolles Taschengeld dann über die Zeit zu vermehren. Der Ratgeber gibt immer wieder gute Anstöße, sich mit seinen eigenen Finanzen frühzeitig auseinanderzusetzen. Nur so kann der Kindheitstraum vom Millionär erfüllt werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 10.03.2026

Tyl der Adlerreiter - Das Abenteuer um den roten Lord und den magischen Jadestein beginnt

Eagle Rider 1. Deine Kraft findet dich
0

Das neue Adler-Abenteuer "Eagle Rider - Deine Kraft findet dich" von Britta Sabbag beginnt nach unserer Meinung sehr fulminant.

Es brauchte bei uns in der Familie sehr wenige Seiten bis wir mit der abenteuerlichen ...

Das neue Adler-Abenteuer "Eagle Rider - Deine Kraft findet dich" von Britta Sabbag beginnt nach unserer Meinung sehr fulminant.

Es brauchte bei uns in der Familie sehr wenige Seiten bis wir mit der abenteuerlichen und sehr spannenden Story warm wurden. Daran sind die unterschiedlichen Charakteren nicht ganz unbeteiligt. Insbesondere der Dreh- und Angelpunkt der Geschichte Tyl ist für uns sehr nah- und greifbar rezeptiert. Wir waren quasi schnell an der Seite von Tyl und durchlebten das leider viel zu kurze Abenteuer dann sehr intensiv an seiner Seite mit.

Die Story selbst hinter dem Schicksal des Außenseiters Tyl ist vielleicht nicht komplett neu gesponnen, allerdings die Ausgestaltung und das Setting rund um die Adlerreiter ist dafür umso besser gelungen.

Generell sind die Könige der Lüfte, hier die Adler, das Bindeglied zwischen Mensch und Tier. Fesselt bereits die eigentliche Handlung, machen es die ergänzenden Schwarz-Weiß-Illustrationen von Raymund Frey dann zu einem perfekten Leseerlebnis, in das man gerne tief ein- und abtaucht.

Auf uns wirkt dieser erste Band der Eagle Rider-Buchreihe dann vielleicht sogar eher wie ein Prequel. Hier wird insbesondere Tyl und sein familiärer Hintergrund doch anfänglich im Buch sehr ausführlich beschrieben. Dies tut allerdings dem ureigentlich folgendem Abenteuer dann keinen Abbruch.

Ab und an wurde uns dann sogar auch etwas mulmig und wir wollten dabei dem Hauptprotagonisten Tyl während der ganzen Story fast förmlich "Flieg nicht so hoch mein kleiner Freund!" zurufen.

Wenn wir uns allerdings etwas wünschen dürften, dann wäre es vielleicht die Buchreihe dann eher in Adler-Reiter umzubenennen. Das würde dann gerade mit dem Untertitel "Deine Kraft findet dich" noch besser harmonieren, wie wir persönlich finden.

Summa summarum haben uns die Könige des Himmels dann wirklich schnell gefangen genommen. Wir sind sehr gerne auf ihren Schwingen mit in die höchsten Höhen aufgestiegen. Der Lesespaß war leider für uns fast viel zu schnell vorbei und so fiebern wir bereits jetzt auf Runde zwei.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere