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Veröffentlicht am 21.07.2022

Lisa Jackson gelingt es, sich im dritten Teil um ihr weibliches Ermittlerduo Alvarez & Pescoli um 100 Prozent zu steigern, so dass ich dem nächsten Teil der Serie nun praktisch entgegenfiebere

Zwillingsbrut
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Nachdem die beiden weiblichen Detectives Regan Pescoli und Selena Alvarez in den Vorgängerromanen „Der Skorpion“ und „Der Zorn des Skorpions“ auf der Suche nach dem „Unglücksstern-Mörder“ waren, bekommen ...

Nachdem die beiden weiblichen Detectives Regan Pescoli und Selena Alvarez in den Vorgängerromanen „Der Skorpion“ und „Der Zorn des Skorpions“ auf der Suche nach dem „Unglücksstern-Mörder“ waren, bekommen sie es in ihrem dritten Buch mit einem Serienkiller der ganz anderen Art zu tun, denn zunächst häufen sich nur die tödlichen Unfälle von Frauen, die sich optisch alle sehr stark ähnelten.
Als auch Dr. Acacia Collins Lambert, genannt Kasey, diese starke Ähnlichkeit auffällt die sie mit den Getöteten gemein hat, wird sie neugierig und beginnt damit, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Denn sie ist vor einigen Jahren selbst bereits Opfer eines versuchten Mordanschlags geworden und hat seit kurzem das Gefühl, als würde sie in ihrem abgelegenen Haus ständig unter Beobachtung stehen.

Trace O’ Halleran hat ferner ebenfalls triftige Gründe dafür, sich an diesen Nachforschungen zu beteiligen. Der Ex- Army Ranger der mit seinem Sohn im beschaulichen Grizzly Falls lebt, kannte zwei der Frauen, die verschwunden bzw. ermordet wurden und fürchtet nun, dass die Polizei ihn als Hauptverdächtigen in Betracht ziehen könnte. Als Eli, Trace Sohn wegen eines Schulunfalls im Krankenhaus in dem Kacey arbeitet, behandelt werden muss, lernen sich die Krankenschwester und der Ex- Army Ranger zum ersten Mal kennen und Trace ist verblüfft wegen der großen Ähnlichkeit die Kacey mit der gerade verstorbenen Lehrerin Jocelyn Wallis hat, die Trace vor einiger Zeit mehrfach datete. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, doch während sich Kasey und Trace besser kennenlernen, steht Kasey längst im Visier des übermotivierten und irren Killers.
Während der Killer sich noch in relativer Sicherheit wähnt, ist ihm jedoch auch das Ermittlerduo Alvarez und Pescoli auf den Fersen…

Zugegeben, ich habe mich mit Lisa Jacksons Alvarez & Pescoli Reihe zunächst etwas schwer getan, da ich sowohl beim Einstiegsband als auch beim Nachfolger (beide behandelten den gleichen Kriminalfall) mit dem Problem zu kämpfen hatte, mich neu orientieren zu müssen, was bei den vielen neuen Haupt und Nebenfiguren auch gar nicht so einfach war. Ebenfalls vermisste ich bei Teil 1 & 2 einen schnelleren Handlungsverlauf. Daher bin ich mit recht zwiespältigen Gefühlen an „Zwillingsbrut“, dem dritten Teil der Serie herangegangen.

Doch meine Sorgen waren diesbezüglich unbegründet, da dieser Teil schneller in Fahrt kommt. In „Zwillingsbrut“ zeigt die Autorin endlich wieder auf wo ihre Stärken liegen und hat nebenbei einen recht undurchsichtigen Kriminalroman geschaffen, der den Leser neugierig auf die Auflösung werden lässt. Sicher ahnt man im letzten Drittel des Romans hier und da, wie alles zusammengehören könnte, doch das mindert die Spannung keineswegs und das Showdown am Ende hat mich dann so richtig fesseln können.

In „Zwillingsbrut“ lässt die Autorin sowohl Trace und Kasey, als auch Alvarez und Pescoli genug Raum zur Entfaltung, wobei Alvarez jedoch immer noch ein wenig mehr Nebenfigur bleibt, aber wahrscheinlich in weiteren Teilen mehr Komplexität und Tiefe auf den Leib geschrieben bekommt. Dafür erfährt man in diesem Teil, wie es nach Pescolis Entführung (wird im Vorgängerband geschildert) weiterging und ob dieser Vorfall ihre Familie am Ende etwas mehr zusammenschweißen konnte.
Auch eine kleine Love Story entwickelt sich in diesem Roman, allerdings sollte man in dieser Hinsicht nicht zu viel in Sachen Liebeszenen erwarten. In „Zwillingsbrut“ steht die Kriminalhandlung stets im Vordergrund und so ist die Love Story eher schmückendes Beiwerk am Rande (vielleicht gar unnötig, da der Fall als solches spannend genug ist), was mich jedoch auch nicht weiter gestört hat, weil ich bereits im Vorfeld wusste, was mich bei einem Lisa Jackson Thriller erwartet.

Kurz gefasst: Lisa Jackson gelingt es, sich im dritten Teil um ihr weibliches Ermittlerduo Alvarez & Pescoli um 100 Prozent zu steigern, so dass ich dem nächsten Teil der Serie nun praktisch entgegenfiebere.

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Veröffentlicht am 21.07.2022

Konnte mich leider nicht in Gänze überzeugen...

Der Zorn des Skorpions
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Nach einem Streit mit ihrem Ex-Mann, der ihr tatsächlich am Telefon mitteilt, dass er plant, das Sorgerecht für ihre beiden Kinder zu beantragen, kann Detective Regan Pescoli ihre Wut und Enttäuschung ...

Nach einem Streit mit ihrem Ex-Mann, der ihr tatsächlich am Telefon mitteilt, dass er plant, das Sorgerecht für ihre beiden Kinder zu beantragen, kann Detective Regan Pescoli ihre Wut und Enttäuschung nicht fassen und macht sich sogleich auf den Weg zu ihrem Ex, um die beiden Kinder von dort abzuholen. Große Gedanken um die vereiste und verschneite Fahrbahn oder um den immer noch unbekannten „Unglücksstern Mörder“ macht sie sich weniger, was zu fatalen Folgen für sie führt, denn der Killer hat sie bereits im Visier. Nach einem gezielten Schuss auf ihre Reifen, verliert Regan die Kontrolle über ihren Wagen und überlebt nur knapp einen fürchterlichen Unfall. Doch das Grauen hat gerade erst begonnen- sie wird vom Mörder betäubt und zu einem ihr unbekannten Ort verschleppt. Dort will er Regan gefügig machen und sie danach, wie alle anderen Opfer vor ihr, nackt an einen Baum im Wald fesseln und sie dem sicheren Erfrierungstod überlassen. Doch Regan kämpft eisern und verbissen um ihr Leben. Wird es ihr gelingen, sich zu befreien?

Währenddessen versucht Regans Partnerin Alvarez mit Unterstützung von Kollegen und Regans Freund Santana den Killer zu finden, bevor es weitere Opfer geben wird. Eine Schlüsselrolle scheint auch Padgett Long, die Schwester von Brady Long, einem weiteren Mordopfer des Killers, zu spielen. Doch Padgett schweigt- seit einem Unfall vor Jahren lebt sie in ihrer eigenen Welt in einem Sanatorium…

Der ersten Teil dieser Duologie „Der Skorpion“ hat mich leider ein wenig enttäuscht, doch da der Spannungsbogen zum Ende des Vorgängerbandes zum Ende hin immer mehr zunahm, hatte ich in die Fortsetzung „Der Zorn des Skorpions“ größere Erwartungen gesetzt, die sich aber nur bedingt erfüllt haben, da auch der Nachfolgeband daran krankt, dass die Autorin ihre Story abermals aus zu vielen Erzählperspektiven vorantreibt. Der spannendste Erzählstrang ist definitiv der von Regan Pescoli, dem Entführungsopfer des Killers. Hätte sich Lisa Jackson allein darauf beschränkt den Showdown zwischen Regan und dem „Unglücksstern- Mörder“ zu erzählen, wäre meine Bewertung sicherlich viel besser ausgefallen, denn zumindest erwähnte Romanpassagen, in denen die beiden aufeinander treffen sind atmosphärisch dicht und sehr spannend geraten. Doch leider muss man sich als Leser auch durch die anderen Romanpassagen durchquälen- die, leider nur mäßig interessant und stellenweise sogar langatmig geraten sind. So erfährt man unter anderem wie sich Jeremy, der älteste Sohn während der Entführung seiner Mutter Regan fühlt, wie sich Santana langsam eingesteht, dass Regan mehr für ihn bedeutet, als nur eine leidenschaftliche Affäre zu sein und auch der Killer kommt erneut zu Wort und schildert seine Taten aus seiner Sicht.

Am Schreibstil der Autorin ist nichts auszusetzen, doch die vielen Längen innerhalb der Story haben meinen Lesefluss arg behindert. Ich musste das Buch mehrere Male zwischenzeitlich weglegen, doch eines zumindest muss man der Autorin lassen- die Enttarnung des Mörders war für mich eine echte Überraschung und auch Padgetts Geheimnis sorgte für ein paar Spannungsmomente zusätzlich.
Wer den ersten Teil „Der Skorpion“ bereits gelesen hat wird bestimmt auch zum zweiten Teil greifen, weil er wissen will wie es weiter geht- genauso wie auch eingefleischte Lisa Jackson Fans. Wer jedoch bislang um die zwei Romane herumgeschlichen ist, sollte einen Kauf zumindest vorher gut überdenken, denn auch wenn die Duologie nicht schlecht ist, gibt es doch einige viel bessere Romane der Autorin.

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Veröffentlicht am 21.07.2022

Durchwachsener Thriller...

Der Skorpion
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Die beiden weiblichen Detectives Regan Pescoli und Selena Alvarez sind ein Team und eigentlich haben sie selten Mordfälle zu klären, denn sie leben und arbeiten in einem kleinen Örtchen in Montana, wo ...

Die beiden weiblichen Detectives Regan Pescoli und Selena Alvarez sind ein Team und eigentlich haben sie selten Mordfälle zu klären, denn sie leben und arbeiten in einem kleinen Örtchen in Montana, wo es mehr Natur als Verbrechen gibt. Doch seit kurzem geht ein Serienkiller dort um, der eine ganz teuflische Methode entwickelt hat, um seine weiblichen Opfer zu töten. Erst schießt er auf ihre Reifen, dann rettet er sie aus ihren Autowracks, pflegt sie gesund um sie Tage später, sobald seine Opfer sich in Sicherheit wiegen und ihn als Retter in der Not ansehen, dann nackt an einen Baum zu fesseln und sie in der Kälte dem Erfrierungstod zu überlassen.

Dabei hinterlässt er keine Spuren nur eine rätselhafte Botschaft, Buchstaben, die die Initialen der Getöteten beinhalten und einen eingeritzten Stern im Baum. Die Ermittler tappen zunächst im Dunkeln und bekommen recht schnell ein weiteres Ermittlerduo vom FBI vor die Nase gesetzt. Währenddessen macht sich die geschiedene Jillian auf den Weg nach Montana, da sie nach einem anonymen Anruf und zugesandten Schnappschüssen eines Mannes vermutet, dass ihr erster Mann Aaron, den sie unter den Toten vermutete, in Wirklichkeit noch quicklebendig ist und sich dort aufhält.

Aber Jillians Reise steht unter einem schlechten Stern- das Wetter verschlechtert sich, kaum dass sie in Montana angekommen ist rapide- Eis und Schneestürme drohen und zu allem Überfluss schießt auch noch jemand auf ihren Reifen, so dass sie einen schweren Unfall erleidet. Glück im Unglück- sie wird gerettet, von einem Mann, der zusammen mit seinem Hund in einer einsamen Hütte lebt und mit dem sie zusammen das schlechte Wetter aussitzen muss. Zane MacGregor ist ein rätselhafter Mann, der ihr scheinbar nicht alles über sich erzählt. Jillian ist hin und her gerissen ob sie dem attraktiven Mann vertrauen kann, denn auch sie hat von dem unheimlichen Serienkiller und seiner Vorgehensweise bereits gehört…

„Der Skorpion“ und „Der Zorn des Skorpions“ sind zwei zusammenhängende Teile; so sollte man nicht verwundert sein, dass der Roman mitten im Geschehen endet und auch Regan Pescoli erst sehr spät- wie auf dem Klappentext erwähnt, vom Killer entführt wird.

Zunächst wird man mit allerhand Personen konfrontiert, eine wahre Hauptfigur kristallisiert sich eigentlich nicht heraus, da der Roman gleich aus mehreren Perspektiven erzählt wird.
So wird man zum Beispiel Zeuge des Anschlags auf Jillian und erlebt diesen Vorfall aus ihrer Sicht mit und nimmt durch die beiden Detektives Alvarez und Pescoli auch an der Ermittlungsarbeit teil.

Zudem kommt auch in kleinen Abschnitten der Killer (in Ich-Form) selbst zu Wort. Im Grunde fand ich die Idee eine Geschichte auf zwei Bände auszulegen recht gut, doch leider fand ich die Umsetzung als solche nicht ganz so gelungen. Zwar gibt es an Lisa Jacksons Schreibstil nichts zu mäkeln, doch hat sie für meinen Geschmack einfach zu viele Personen in den Fokus der Story gestellt.

Ich empfand es äußerst mühsam überhaupt in den Roman hinein zu kommen, da man anfangs die vielen Personen kaum auseinander halten konnte. Dazu ändert sich der Perspektivwechsel einfach zu rasch und dazu wird man auch noch mit allen möglichen Hintergründen über das Privatleben der weiblichen Hauptfiguren bombardiert. Hier wäre weniger definitiv mehr gewesen.

Aber ist man erstmal „drin“, lässt sich der Roman gut lesen und dazu ist es auch sehr spannend zu erfahren, ob Jillian nun dem Killer in die Hände gefallen ist, oder nicht und natürlich entspinnt sich, typisch für Jackson Romane, auch eine kleine Liebesgeschichte innerhalb des Buches.

Dennoch schleichen sich immer mal wieder einige Längen ein und so kann ich leider, trotz guter Idee und atmosphärisch dichten Beschreibungen des eisigen Wetters in Montana keine Höchstbewertung geben. Aber ich könnte mir gut vorstellen, dass die Autorin sich im Fortsetzungsroman steigern wird; zudem ist man dann auch schon bereits mit allen Akteuren vertraut und kann sich dann ohne Ablenkung allein auf die Krimihandlung konzentrieren.

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Veröffentlicht am 21.07.2022

Eine tapfere Heldin kämpft den Kampf ihres Lebens- packender, unter die Haut gehender „Old School - Thriller, im Stile der alten „Film Noir“ Hollywoodklassiker

T - Tödliche Spur
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Die verheiratete Ava ist schwerreich, besitzt eine Insel, ein historisches Gemäuer, um das sich viele Legenden ranken und hat einen netten Ehemann und einen kleinen Sohn, den sie abgöttisch liebt. Doch ...

Die verheiratete Ava ist schwerreich, besitzt eine Insel, ein historisches Gemäuer, um das sich viele Legenden ranken und hat einen netten Ehemann und einen kleinen Sohn, den sie abgöttisch liebt. Doch nach einer Weihnachtsfeier im Haus, befindet sich der kleine Junge nicht mehr in seinem Bettchen und bleibt auch zwei Jahre nach seinem Verschwinden, immer noch spurlos verschwunden. Ava hat das ungewisse Schicksal ihres Jungen psychisch krank werden lassen. Nach einem Aufenthalt in der Nervenheilanstalt, kehrt sie jedoch wieder zurück in ihr Haus, wo sie nun, immer noch unter Medikamentengabe, betreut wird von ihrer Familie und ihren Freunden. Ava, die vor dem Verschwinden ihres Sohnes als starke Person galt, kommt das Verhalten ihrer Mitbewohner jedoch von Tag zu Tag seltsamer vor. Sie glaubt nicht mehr länger daran, dass sie unter Verfolgungswahn leidet, wenn sie ihren kleinen Sohn bei Nacht und Nebel draußen am Meer stehen sieht und setzt heimlich ihre Medikamente ab, um nachzuforschen, was vor zwei Jahren wirklich geschah.

Während ihr Mann und ihre übrige Familie, die im gleichen Haus leben, der Meinung sind, dass Ava kurz vor einem neuen Rückfall steht und ihr aus diesem Grund eine Psychologin zur Seite gestellt haben, schenkt der neu eingestellte Mitarbeiter Austin Dern, der für die Pferdeställe verantwortlich ist, stattdessen Ava Glauben. Auch er findet gewisse Vorkommnisse im Haus äußerst seltsam. Sein wirkliches Anliegen sich als Arbeiter auf Avas Grundstück aufzuhalten, ist jedoch ein ganz anderes und so sind ihm eigentlich die Hände gebunden, doch Ava lässt ihn keineswegs kalt. Er beschließt also doch, der Frau in Not zu helfen…

„T-Tödliche Spur“, der aktuelle Roman der Autorin, ist ein wenig anders gestrickt, als man es sonst von Lisa Jackson gewohnt ist. Die Spannung baut sich langsam auf, wirkt auf subtile Art und Weise- es erwarten den Leser keine extrem grausam zugerichteten Leichen und forensische Details, vielmehr ist es eine Geschichte bei dem der wahre Horror und das Grauen zunächst hauptsächlich im Kopf des Lesers entsteht. Und das trotz der Tatsache, dass die Heldin einige völlig unblutige Situationen durchleben muss. Die Autorin beweist für mich, dass es auch heutzutage noch möglich ist, den Leser spannungsmäßig bei der Stange zu halten- selbst wenn man größtenteils auf die üblichen grausamen Mordszenarien verzichtet. Vielmehr erinnerte mich die Atmosphäre des Buches an die guten alten “Film Noir” oder auch Alfred Hitchcock Streifen aus Hollywood, bei denen der Spannungsbogen zwar langsam aber stetig gesteigert wird, bis er im packenden Showdown gipfelt.
Zugegeben, natürlich geht auch ein Mörder im Roman um und es werden drei Mordopfer zu beklagen sein, doch spielen die Morde in dem Roman eher eine untergeordnete Rolle, weil im Fokus des Geschehens eigentlich die Frage steht, wer Ava, falls sie nicht halluziniert, Böses will und ob ihr kleiner Junge tatsächlich noch lebt. Ich war so was von gefesselt von diesem Buch, bzw. der Geschichte, dass ich nun eine schlaflose Nacht hinter mir habe, denn immerhin ist der Roman über 600 Seiten lang.

Man kann sich gut in die Romanfigur hineinversetzen, ihre Ängste und Sorgen verstehen und auch die übrigen Hausbewohner, die ziemlich suspekt wirken, haben mir die ein oder andere Gänsehaut beschert. Besonders Avas Ehemann und Avas Cousine, die seit einem Bootsunfall im Rollstuhl sitzt, sind sehr undurchsichtige Figuren; so dass man immer hin und hergerissen ist beim Lesen (genau wie die Heldin des Buches) ob man ihnen Glauben schenken kann oder nicht. Dazu ist Ava noch mit einigen Cousins und Cousinen geschlagen, die ihr das Leben schwer machen und sie schnell als völlig verrückt abgestempelt haben. Avas Kampf zurück ins Leben hat mir sehr imponiert, allerdings habe ich mich doch letztendlich fragen müssen, wieso ihre einzige Freundin nicht ein wenig aktiver in die Szenerie eingegriffen hat, denn diese hatte ja schon lange einige Vorbehalte gegenüber gewissen Hausbewohnern von Ava. Dieser kleine Kritikpunkt fällt allerdings nicht so sehr ins Gewicht, da der Roman ansonsten so atmosphärisch dicht und fesselnd geschrieben war.

Romantiker dürfen sich auf eine kleine Liebesgeschichte im Buch freuen, doch ist diese sehr, sehr nebensächlich gehalten. Auch Austin Dern, hätte meiner Meinung nach ein wenig mehr Aufmerksamkeit von Seiten der Autorin verdient gehabt- seine Charakterisierung ist ein wenig spärlich geraten und er hätte mehr gemeinsame Szenen mit der Heldin haben müssen, um die Love Story glaubwürdig zu untermauern.

Kurz gefasst: Eine tapfere Heldin kämpft den Kampf ihres Lebens- packender, unter die Haut gehender „Old School - Thriller, im Stile der alten „Film Noir“ Hollywoodklassiker.

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Veröffentlicht am 21.07.2022

Ein sehr undurchsichtig und spannend inszenierter Kriminalplot aus der Feder von Lisa Jackson und eine sexy Love Story sorgen für gewohnt gute Unterhaltung!

S Spur der Angst
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Jules ist eine arbeitslose Lehrerin und sucht händeringend nach einer neuen Stelle. In der Zwischenzeit hält sie sich und ihren Kater mit einem Kellnerjob über Wasser. Als ihre jüngere Schwester Shay, ...

Jules ist eine arbeitslose Lehrerin und sucht händeringend nach einer neuen Stelle. In der Zwischenzeit hält sie sich und ihren Kater mit einem Kellnerjob über Wasser. Als ihre jüngere Schwester Shay, die durch schlechten Einfluss kriminell wurde, durch Gerichtsbeschluss in eine Internatsschule gesteckt wird, glaubt Jules, dass sie Shay dort wieder herausholen muss. Zu groß ist ihr schlechtes Gewissen, denn Jules und Shay wurden vor vielen Jahren Zeugen eines Mordes und sie fürchtet, dass auch ihre jüngere Schwester dieses Gewaltverbrechen noch nicht überwunden hat. Das Opfer, Jules Vater wurde damals mit einem Messer niedergestochen.

Je mehr Jules über die „Blue Rock Academy“ erfährt, umso dringlicher erscheint ihr, ihr Vorhaben, denn erst vor kurzer Zeit verschwanden zwei Frauen und tauchten nie wieder auf. Außerdem erscheinen Jules die Erziehungsmethoden der Schule sehr speziell. Als sie eines Tages einen verzweifelten Telefonanruf von Shay erhält, fasst Jules kurzerhand einen Plan: Sie bewirbt sich an der „Blue Rock Academy“ als Lehrerin, denn es fehlt dort dringend an einem Lehrkörper. Sie ahnt nicht worauf sie sich einlässt! Nicht nur erreicht sie das Internat genau einen Tag nach einem schrecklichen Doppelmord; dort stößt sie auch ausgerechnet auf Cooper Trent, ihren Exfreund, der damals Cowboy war und ihr das Herz brach. Nun ist er plötzlich Sportlehrer. Hat er ebenfalls etwas vor Jules zu verbergen und werden sich beide zusammenraufen können?

Nachdem die Autorin zuletzt mehrere Teile ihrer Serie um das Ermittlerduo Alvarez und Pescoli herausbrachte, markiert der aktuelle Roman aus ihrer Feder nun wieder ein Neubeginn, dem abermals weitere Bände folgen könnten - denn auch wenn am Ende dieser Geschichte der Mörder dingfest gemacht wird, lässt das Ende doch einige Vermutungen diesbezüglich zu.

Im Mittelpunkt steht eine Heldin, die einst ein Trauma durchlebte und seitdem von Albträumen geplagt wird. Und ihre einstige große Liebe, Cooper Trent, verschwand ausgerechnet zu dem Zeitpunkt aus ihrem Leben, als sie ihn mehr als alles andere brauchte. Zwar empfand ich die Art und Weise wie das Zerwürfnis zwischen dem Heldenpaar zustande kam etwas zu konstruiert für meinen Geschmack; warum hat man nicht einfach darüber geredet?, doch zumindest gelingt es dem Paar dann beim erneuten Zusammentreffen in der „Blue Rock Academy“ sich ihren Altlasten zu stellen und ihre Love Story sorgt dann auch für ausreichend prickelnde Momente.
Jules tritt als eine sehr fürsorgliche, sehr gluckenhafte Person ihrer Schwester gegenüber; so ist es nur erfrischend, dass Coopers Charakter dagegen ein wenig lässiger und cooler von der Autorin angelegt wurde.
Als großen Pluspunkt empfand ich die Haupthandlung. Nicht nur ist das Setting mal etwas völlig anderes, auch der Kriminalplot wurde sehr undurchsichtig und spannend inszeniert, wobei am Ende des Romans eine echte Überraschung auf alle Leser wartet. Ehrlich gesagt tappte ich in Sachen Mördersuche dieses Mal völlig im Dunkeln.

Das Einzige, was mir weniger positiv im Gedächtnis haften blieb, war die manchmal etwas vulgäre, sehr einfache Ausdrucksweise der Protagonisten, die die Autorin meiner Vermutung nach wählte, um für den Leser noch mal zu verdeutlichen, dass die Internatskids auf die schiefe Bahn geraten sind und auch einen typischen Sprachjargon angenommen haben. Auf diese Klischeeschiene hätte Lisa Jackson meiner Meinung nach wirklich verzichten können.
Auch kommt die Story etwas langsam in die Gänge; ist man aber erstmal mitten im Geschehen, kann man den Roman nicht mehr zur Seite legen.

Kurz gefasst: Ein sehr undurchsichtig und spannend inszenierter Kriminalplot aus der Feder von Lisa Jackson und eine sexy Love Story sorgen für gewohnt gute Unterhaltung!

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