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Veröffentlicht am 09.05.2021

Cookie-Bäckerin mit feiner Spürnase auf Mörderjagd

Das Geheimnis der Schokoladenkekse
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„Das Geheimnis der Schokoladenkekse“ ist ein unterhaltsamer Krimi mit liebenswerter Cookie-Bäckerin als Ermittlerin in einer Kleinstadt.

Hannah Swensen ist Ende Zwanzig und stolze Café-Besitzerin in ...

„Das Geheimnis der Schokoladenkekse“ ist ein unterhaltsamer Krimi mit liebenswerter Cookie-Bäckerin als Ermittlerin in einer Kleinstadt.

Hannah Swensen ist Ende Zwanzig und stolze Café-Besitzerin in der charmanten Kleinstadt Lake Eden. Mit ihrer Assistentin Lisa betreibt sie das „Cookie Jar“ und gemeinsam backen sie die verschiedensten Cookies. Als sie plötzlich ihren Lieferanten ermordet entdeckt, wird Hannahs Spürsinn geweckt und sie beginnt zu ermitteln. Damit greift sie ihrem Schwager Bill, dem Ortspolizist, unter die Arme. Mit ihren leckeren Cookies ist Hannah in der gesamten Kleinstadt beliebt und erfährt allerlei Geheimnisse und Informationen, die selbst die Polizei noch nicht kennt. Unterstützung bekommt sie hierbei auch gelegentlich von ihrer Schwester Andrea. Zudem lässt Hannahs Mutter Delores nichts unversucht, Hannah allen Single-Männern im Ort, wie z.B. dem Zahnarzt Norman vorzustellen, was zu einigen erheiternden Lesemomenten führte. Doch bisher gehört Hannahs Herz nur ihrem Kater Moishe und ihren Cookies.

Dies ist der erste Band einer Buchreihe von ca 30 Büchern um die Bäckerin Hannah Swenson, die es seit 2000 in Amerika gibt. 5 Bände davon wurden auch verfilmt.
Das Cover ist bunt und freundlich gestaltet und fühlt sich sogar wundervoll an.
Unter dem Pseudonym Joanne Fluke nimmt uns die Autorin mit in eine typische amerikanische Kleinstadt, deren Treffpunkt das Cookie Jar von Hannah ist, und in der sich die Bewohner untereinander kennen und Neuigkeiten sich schnell verbreiten.
In flüssigem, angenehmen Schreibstil landet man inmitten des Geschehens und fühlt sich schnell, als wäre man selbst Bewohner der Kleinstadt und Hannahs Freundin. Durch anschauliche Beschreibungen konnte ich mir Lake Eden und dessen Bewohner bildlich vorstellen.
Rasch wird zu Beginn die Leiche des Lieferanten Ron gefunden und die Ermittlungen und die Spannung beginnt. Im Verlauf kann man sich während der Befragungen von potentiellen Zeugen und Mördern auch mal à la cosy crime gemütlich zurücklehnen, von Cookies träumen und mitraten, wer der Mörder ist. Es kam zu einigen unerwarteten Ereignissen und Wendungen und vom Ende war ich überrascht.
Die Charaktere waren liebenswert und passend zur Geschichte.
Hannah war mir mit ihrer Leidenschaft fürs Backen, ihrem Spürsinn und ihrer liebenswerten und herzlichen Art direkt sympathisch. Es machte Spaß ihren Ermittlungen zu folgen und immer tiefer in die Geschichte und die Lösung des Mordfalls einzutauchen.

Ein wundervolles Extra in diesem Buch sind Cookie Rezepte zum Nachbacken für den Leser. Da werde ich auf jeden Fall alle ausprobieren, da sie sich großartig anhören.

Insgesamt ein unterhaltsamer Cosy Crime, den man am besten mit Cookies und Kaffee genießt. Ein Krimi, der Lesespaß bietet und die ganze Zeit anregt darüber nachzudenken, wer der Mörder ist und dann am Ende überrascht.
Ich kehre jederzeit gerne zu Hannahs Café und nach Lake Eden zurück und würde mich über die Übersetzung weiterer Bände freuen.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 03.05.2021

Großartiger Einblick in das Leben einer mutigen jungen Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Die Senfblütensaga - Zeit für Träume
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Wir befinden uns in Metz, im deutschfranzösischen Grenzgebiet, im Jahr 1908. Die junge Frau Emma aus der gehobenen Bürgerschicht verfolgt einen damals ungewöhnlichen Traum: sie will an der Universität ...

Wir befinden uns in Metz, im deutschfranzösischen Grenzgebiet, im Jahr 1908. Die junge Frau Emma aus der gehobenen Bürgerschicht verfolgt einen damals ungewöhnlichen Traum: sie will an der Universität Jura studieren und lernt fleißig für einen Schulabschluss. Hierbei wird sie heimlich von dem liebenswerten Buchhändler Monsieur Perrin unterstützt. Dies wird jedoch von ihren Eltern nicht gerne gesehen, welche sie lieber schnell in höhere Kreise verheiraten möchten. Hierfür wäre der Fuhrunternehmersohn Carl geeignet. Die Beiden lernen sich kennen, entwickeln Gefühle füreinander und haben vor allem Verständnis für ihre Lebensträume. Carls großer Traum ist die Gründung einer eigenen Senffabrik und er erhält hierfür Unterstützung von Emma. Doch es kommt durch manche Entscheidungen zu Schwierigkeiten und Hindernissen. Und dann gibt es noch Carls Freund Antoine, welcher sich für Emma interessiert und ihre Gefühle durcheinander bringt.

Das Cover ist bereits ein Blickfang und in sehr schönen Farben gestaltet.
Dieser erste Roman und Triologieauftakt der Autorin Clara Langenbach versetzt einen um ca 100 Jahre in der Zeit zurück und ist in flüssigem, bildhaftem Schreibstil angenehm zu lesen. Sie schafft es mit ihren Beschreibungen ein Gefühl für das damalige Leben zu vermitteln. Ich konnte mir die Szenerie vor meinem inneren Auge bildlich vorstellen. Die liebevoll und vielschichtig gestalteten Charaktere zeigen unterschiedliche Träume, Sorgen und Lebenswege und versprühen ein Gefühl von Sympathie, oder auch gelegentlich Antipathie. Als Leser erlebt man die Geschichte wechselnd aus der Sicht von Emma, Carl und Antoine, welche versuchen ihre Herausforderungen im Leben zu meistern. Es werden die unterschiedlichen hierarchischen Strukturen der damaligen Gesellschaft und die Rolle der Frau dargestellt. Ich kann nachvollziehen, wie schwer es Frauen zu dieser Zeit gehabt haben mussten, wenn sie mehr als Hausfrau und Mutter sein wollten, Spaß am Lernen und einen Geschäftssinn hatten und versuchten aus den bekannten Konventionen auszubrechen.

Insgesamt der wunderschöne Auftakt einer historischen Familiensaga, der eine unterhaltsame Lektüre und Einblick in das Leben der damaligen Zeit bietet. Es geht um verschiedene Lebensträume starker Protagonisten und darum den Mut zu entwickeln, diese Träume zu verwirklichen. Wundervoll ist, dass sich die Triologie an die wahre Geschichte der Firma Löwensenf und an den Unternehmersinn von dessen Mitgründerin anlehnt.
Klare Leseempfehlung für alle, die einen angenehmen historischen Roman über das Leben und den Mut einer jungen Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts lesen möchten.
Da es der erste Band der Triologie ist, freue ich mich schon auf die Fortsetzung der Geschichte von Emma und Carl im Herbst.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.04.2021

Gefühlvolle Geschichte am Starnberger See

Die Roseninsel
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In dem Buch „Die Roseninsel“ geht es um das Leben zweier Frauen, welche beide in verschiedenen Epochen Zeit auf der Roseninsel verbringen.
Die junge Berliner Ärztin Liv ist nach einer schwierigen, traumatischen ...

In dem Buch „Die Roseninsel“ geht es um das Leben zweier Frauen, welche beide in verschiedenen Epochen Zeit auf der Roseninsel verbringen.
Die junge Berliner Ärztin Liv ist nach einer schwierigen, traumatischen Situation und viel Stress am Arbeitsplatz überlastet und braucht eine Auszeit. Kurzerhand nimmt sie die Vertretungsstelle des Verwalters und Gärtners der Roseninsel im Starnberger See an. Eigentlich möchte sie dort zur Ruhe kommen und die Zeit alleine verbringen, trifft jedoch auf den sympathischen Johannes, den Wirtssohn eines Gasthauses an Land. Dieser lässt sich von Livs Verhalten nicht abweisen und sie verbringen nach und nach mehr Zeit miteinander.
Auf der Insel entdeckt Liv zudem ein altes Familiengeheimnis in einem Tagebuch und erfährt dadurch etwas über die Geschichte von Magdalena aus dem 19. Jahrhundert, deren Schicksal und mehr über die Roseninsel.

Bereits auf dem schönen Cover bekommt man einen Blick auf die Roseninsel im See. In wunderbar flüssigem Schreibstil mit anschaulichen Beschreibungen, sodass man sich die Roseninsel während des Lesens bildlich vorstellen kann, entführt die Autorin Anna Reitner den Leser in dieses kleines Paradies am Starnberger See.
Man erlebt abwechselnd die Geschichte aus der Sicht der zwei sympathischen Protagonistinnen Liv und Magdalena, in die man sich gut hineinversetzen kann, und deren Geschichten sich im Laufe des Buches immer weiter ineinander verweben.

Insgesamt ist es ein wunderschönes, gefühlvolles Buch mit vielen schönen Lesemomenten, das zeitweise auch etwas betroffen macht und Mitgefühl erweckt.
Es ist flüssig und angenehm zu lesen, sodass man immer tiefer in die Welt auf der Roseninsel eintauchen möchte, bis das Geheimnis der Insel gelüftet ist. Mit zunehmender Spannung und einigen unerwarteten Wendungen zaubert es am Ende ein Lächeln auf die Lippen.

Eine angenehm sentimentale Lektüre, angelehnt an wahre bayrische Geschichte, die mich dazu inspiriert hat die Roseninsel und den Starnberger See auf die Liste meiner Reiseziele zu setzen, um die Insel mit ihrer Villa einmal selbst zu erkunden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.03.2021

Berührt und macht nachdenklich

Das Café am Rande der Welt
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In John Streleckys Buch geht es um den gleichnamigen Protagonisten John, der zufällig in einem verwunschen wirkendem Café landet, wo er angeregt wird aus seinem Hamsterrad auszubrechen und über den Sinn ...

In John Streleckys Buch geht es um den gleichnamigen Protagonisten John, der zufällig in einem verwunschen wirkendem Café landet, wo er angeregt wird aus seinem Hamsterrad auszubrechen und über den Sinn seines Lebens und seiner Zukunft nachzudenken.
John Strelecky ist ein amerikanischer Autor und Coach, der Vorträge zum Thema Ziele des Lebens hält, und weitere anregende Bücher geschrieben hat.

John ist in seiner stressigen Arbeitswelt gefangen. Als er nun Urlaub hat verfährt er sich und landet in einem Café mitten im Nirgendwo. Zunächst skeptisch, bleibt er dort um etwas zu essen und ist bereits von der Speisekarte irritiert. Es stehen dort drei Fragen, die er zunächst nicht versteht. Gemeinsam mit der Kellnerin Casey, dem Koch Mike und einem Gast, Anne, beginnt er über die Fragen zu diskutieren und nachzudenken. Es geht um den Sinn und die Zufriedenheit im Leben und ob man auf dem richtigen Weg dorthin ist. Die Protagonisten unterhalten sich darüber die ganze Nacht und John überdenkt sein bisheriges Leben. Es ist ein Ort der Johns Denkweise und sein Leben verändert.

Mit John gemeinsam fängt man als Leser ebenso an über sein Leben und seine Einstellung nachzudenken. Man fühlt sich schnell mit John und Casey verbunden. In wunderschönem Schreibstil und mit veranschaulichenden Beispielen oder Parabeln kann man an einen besonderen Ort eintauchen. Es ist ein Buch das man nicht am Stück durchliest, sondern bei dem man oft inne halten kann, um sich seine eigenen Gedanken zu den Themen zu machen und um nachzudenken. Gleichzeitig ist es sehr motivierend und positiv.

Für mich ein äußerst lesenswertes und außergewöhnliches Buch und empfehlenswert für alle, die eine schöne, nachdenkliche Geschichte lesen und über das eigene Sein nachdenken möchten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere