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Veröffentlicht am 02.07.2017

Teufelskälte

Teufelskälte
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Ich habe bereits den ersten Roman „Der letzte Pilger“ von Gard Sveen gelesen und nachdem mich dieser regelrecht gefesselt hat, war ich sehr gespannt auf das neue Buch. Gemeinsam ist „Teufelskälte“ und ...

Ich habe bereits den ersten Roman „Der letzte Pilger“ von Gard Sveen gelesen und nachdem mich dieser regelrecht gefesselt hat, war ich sehr gespannt auf das neue Buch. Gemeinsam ist „Teufelskälte“ und „Der letzte Pilger“, dass in beiden Büchern Kommissar Bergmann ermittelt. Mehr Zusammenhänge gibt es nicht und man kann beide Bücher unabhängig voneinander lesen.

Der Mord an einer Prostituierten führt Kommissar Bergmann wider Erwarten auf die Spur einer Mordserie aus den 80er Jahren, die als aufgeklärt gilt und deren Täter in der psychiatrischen Abteilung eines Hochsicherheitsgefängnisses sitzt. Je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto lauter werden die Zweifel, ob der Täter auch wirklich der Täter war oder ob es einen Komplizen gibt bzw. gab.
Für Tommy Bergmann weckt der Fall Erinnerungen und führt ihn psychisch an seine Grenzen.

Der Autor schreibt seine Bücher in einem überzeugenden fesselnden Schreibstil, der von der ersten Zeile an fesselt und einen durch das ganze Buch hindurch nicht los lässt.

Der Roman ist in vier Buchabschnitte unterteilt und von Abschnitt zu Abschnitt taucht man mehr in die Geschichte ein. Anfangs präsentieren sich verschiedene Handlungsstränge, die erst mit Fortschreiten der Handlung einen Blick auf das große Ganze offenbaren. Vielschichtige nicht einfach zu durchschauende Protagonisten führen auf unterschiedliche Pfade, lassen mich als Leser auch ein Mal in die Irre laufen und verraten ihre Geheimnisse nur widerwillig. Der Blick auf menschliche Abgründe mit psychopathischen Mördern, welche ihre Opfer verstümmeln über Gewalt in der Ehe bis hin zu Vergewaltigung und Missbrauch in der Kindheit, schicken mich als Leser durch ein Wechselbad der Gefühle.

Das Ende des Buches lässt mich etwas unbefriedigt zurück, da mich der Autor in mancherlei Hinsicht in der Luft hängen lässt. Es fühlt sich ein wenig so an, als ob einem auf der Zielgeraden, wo man die Ziellinie schon vor Augen hatte, das endgültige Ziel geklaut wird.
Das Nachwort im Buch versöhnt mich dann schon wieder halbwegs mit Herrn Sveen, da er hier offen legt, dass es eine Fortsetzung geben wird und auch schon einen kleinen Einblick in den Inhalt gewährt.

Mit einem Danke für einen ausgesprochen gelungenen psychologisch brillanten Thriller, meiner Bewertung mit 4,5 Sternen – die ich auf 5 aufrunde, verbinde ich den ausdrücklichen Wunsch an den Autor, dass er sein Schreibgerät zum Glühen bringt und mir bald – am besten schon gestern – die Fortsetzung präsentiert!

Veröffentlicht am 05.06.2017

Schwarze Flaggen

Schwarze Flaggen
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Durch die Ausschreibung zu einer Leserunde wurde ich auf das Buch „Schwarze Flaggen“ von Joby Warrick aufmerksam. Das Buch wird mit einer „packenden“ Erzählweise angepriesen und wurde außerdem mit dem ...

Durch die Ausschreibung zu einer Leserunde wurde ich auf das Buch „Schwarze Flaggen“ von Joby Warrick aufmerksam. Das Buch wird mit einer „packenden“ Erzählweise angepriesen und wurde außerdem mit dem Publitzerpreis ausgezeichnet.

Das Thema hat mich interessiert und so war der Griff zum Buch kein langes Überlegen wert.



Nach leichten Schwierigkeiten durch den Schreibstil hatte ich ab und zu das Gefühl einen Thriller zu lesen.

In dem Buch wird deutlich das viele der Terroristen durch Einschätzungsfehler, unter anderem der USA-Administration und anderer Geheimdienste, erst ihre volle Macht entfalten konnte.

Hilfreich war beim Lesen dass der Autor am Anfang des Buches ein Personenregister angeführt hat so dass man die verschiedenen oft fast gleichklingenden Namen besser auseiander halten konnte.

Wenn man sich für dieses Buch die Zeit zum Lesen nimmt wird einem sehr schnell klar welches Pulverfass geöffnet wurde und mit welchem Hass die einzelnen Terrororganisationen alles vernichten wollen was nicht in ihr Weltbild passt.

Fazit:

Ich habe nach diesem Buch einige der Terroranschläge in einem neuen Licht gesehen und kann die irregeführten Personen einer fehlinterpretierten Religion nur bedauern.

Alles in allem wird in diesem Buch, ohne die Tatsachen und Hintergründe zu beschönigen, ein gutes Gesamtbild der Problematik des Terrors offenbart.

Veröffentlicht am 04.06.2017

Gefahr am Airport

Gefahr am Airport
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Zwei Ex-Militärs, Matt Bates und Chaz Shoemann, die eigentlich in den Urlaub fliegen wollten geraten in einen Anschlag mit Geiselnahme auf dem Churchill Airport. Mit vereinten Kräften gelingt es ihnen ...

Zwei Ex-Militärs, Matt Bates und Chaz Shoemann, die eigentlich in den Urlaub fliegen wollten geraten in einen Anschlag mit Geiselnahme auf dem Churchill Airport. Mit vereinten Kräften gelingt es ihnen die Terroristen zu bekämpfen und den drohenden Giftgasanschlag zu verhindern.

Soviel kurz zum Inhalt
Ich habe schon einige Bücher von James Patterson gelesen und allen Geschichten ist gemein, dass diese dank eines flüssigen Schreibstils gut zu lesen sind und die Spannung nicht zu kurz kommt.
In „Gefahr am Airport“ wird das Grundgerüst einer Geschichte erzählt, die es so bzw. in ähnlicher Variante schon zigmal zu lesen gab. So war einiges für mich leider vorhersehbar und Spannung kam nur bedingt auf.
Die beiden Hauptfiguren waren mir zu stereotyp und oberflächlich dargestellt. So bleiben viele Fragen über die Vergangenheit der Männer offen, die gleichzeitig etwas darüber verraten hätten, warum sie manche Entscheidungen so und nicht anders gefällt haben.
Die einseitige und oberflächliche Darstellung macht allerdings vor den Hauptcharakteren nicht halt und zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Handlung, auch die „Bösewichte“ sind mir zu eindimensional dargestellt.

Alles in allem hätte man aus der Story mehr machen können, aber trotz meiner Kritikpunkte ließ sich das Buch an einem Wochenende flott weg lesen und bot kurzweilige Unterhaltung.

Von mir gibt es 3 Bewertungspunkte.

Veröffentlicht am 28.09.2016

Sicht Unsichtbar

Sicht Unsichtbar
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Im Rahmen einer Leserunde durfte ich "Sicht Unsichtbar", bereits den 3. Krimi aus der Feder von Gabriela Kasperski lesen. Und wie die beiden Vorgänger ist auch dieser Krimi ganz nach meinem Geschmack.

Ein ...

Im Rahmen einer Leserunde durfte ich "Sicht Unsichtbar", bereits den 3. Krimi aus der Feder von Gabriela Kasperski lesen. Und wie die beiden Vorgänger ist auch dieser Krimi ganz nach meinem Geschmack.

Ein Naturschutzgebiet, soll mit einem speziellen Projekt, zu einem ökologischen Naturpark werden. Gerade als es danach aussieht, dass alle Probleme und Widerstände geklärt sind, gibt es den ersten Toten und es wird nicht bei diesem einen bleiben.

Die Handlung kommt gewohnt spannend und wendungsreich daher. Neben der Krimihandlung lebt das Buch von seinen sehr menschlichen und bisweilen skurilen Charakteren. So gibt es ein Wiedersehen mit Kommisar Meier und seinem gewöhnungsbedürftigen Vorgesetzten Fausto Signorelli, Meiers Lebensgefährtin Zita und der umtriebigen Fernsehmoderatorin Scarlett. Ich liebe es, wie es in den Büchern von Frau Kasperski "menschelt" und ihren wunderbaren Humor, der sich in meist in alltäglichen Gegebenheiten, die sie leicht ins Absurde abgleiten lässt, austobt. Spannung und Humor gehen in den Schnyder&Meier-Krimis eine extrem unterhaltsame Verbindung ein.

Die Handlung ist nie langweilig und bis zum überraschende Schluß hat es die Autorin verstanden mich an die Buchseiten zu fesseln. Ich liebe diese etwas eigenwilligen Krimis einfach und hoffe, dass es noch viele Geschichten von Schnyder & Meier zu lesen geben wird.

5 Bewertungssterne gibt es von mir!!

Veröffentlicht am 15.09.2016

Märzgefallene

Märzgefallene
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Dank einer Leserunde durfte ich "Märzgefallene" von Volker Kutscher lesen.

Rosenmontag 1933; während die einen noch Karneval in Köln feiern, wird in Berlin ein Obdachloser ermordet.

Schritt für Schritt ...

Dank einer Leserunde durfte ich "Märzgefallene" von Volker Kutscher lesen.

Rosenmontag 1933; während die einen noch Karneval in Köln feiern, wird in Berlin ein Obdachloser ermordet.

Schritt für Schritt bildet sich in diesem Roman eine Verbindung zu einem Kriegsverbrechen des 1. Weltkriegs heraus. Was mit vielen losen Enden beginnt entwickelt sich zu einem spannenden Roman der Zeitgeschichte.

Die NSDAP übernimmt die Macht, die Hetze gegen anders denkende Personen, Säuberungen im Beamten- u. Polizeiapparat und der Verwaltung beginnen. Dann brennt der Reichstag und in dieser politisch unruhigen und von Umbruch geprägten Umgebung muss der Komissar Gereon Rath unter dem Druck der neuen braunen Führung ermitteln.

Vor dem Hintergrund all dieser widrigen Umständen und persönlichen Veränderungen auch noch einen Mordfall zu lösen zu müssen gestaltete sich für die Hauptfigur des Buches als echte Herausforderung.

Die vielen losen Handlungsfäden haben mich zu Beginn etwas verwirrt, was aber evtl. auch dem Umstand geschuldet ist, dass "Märzgefallene" bereits der 5. Band in der Reihe um Kommissar Gereon Rath ist. Im Laufe der Geschichte hat sich dies gelegt und ich wurde belohnt mit einer sehr spannenden Krimihandlung in hochinteressantem historischem Setting, die am Ende in einem Showdown der Extraklasse gipfelt.

Mein Fazit:
Ein mir bisher unbekannter Autor, der mir mit seinem mehr als lesenswerten Buch Topunterhaltung geboten hat.