Auf und Ab
Fate of the Sun King
„Meine Narben werden nie ganz verschwinden, aber ich hoffe, dass sie nicht für immer die Grenzen meiner Gegenwart oder meiner Beziehung bestimmen.“
Zurück an ihrem Ausgangspunkt muss sich Lor sowohl ...
„Meine Narben werden nie ganz verschwinden, aber ich hoffe, dass sie nicht für immer die Grenzen meiner Gegenwart oder meiner Beziehung bestimmen.“
Zurück an ihrem Ausgangspunkt muss sich Lor sowohl ihrer Vergangenheit als auch ihrer Zukunft stellen und um das kämpfen, was ihr bestimmt ist.
Zu Beginn konnte ich mich schnell in die Welt von Ouranos einfinden und bin förmlich durch die Seiten geflogen – bis ich zur Mitte des Buches kam und das Tempo stark nachließ. Am Ende war ich unsicher, was ich von der Reihe noch erwarten soll.
Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, wobei Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen. In den Rückblicken werden viele neue Charaktere eingeführt, die zunächst schwer einzuordnen sind. Das Geschehen in der Vergangenheit wirkt für mich oft unübersichtlich und oberflächlich. Dennoch fügen sich einige der offenen Fragen im Verlauf zusammen und schaffen ein komplexes Bild, das die bisherigen Bände stärker miteinander verknüpft.
Spannung und Lesefluss waren durchgehend vorhanden, und die Spannungsspitzen sowie die Twists empfand ich als gut platziert. Gleichzeitig wirkte das Geschehen an manchen Stellen jedoch oberflächlich und überdramatisiert.
Lor durchläuft eine gelungene Charakterentwicklung und findet weiter zu sich selbst. Die Nebenfiguren hingegen bleiben dieses Mal recht blass und spielen nur eine Nebenrolle. Auch die Beziehung zwischen Nadir und Lor entwickelte sich für meinen Geschmack zu schnell und harmonisch, was mir etwas die Sympathie für die beiden nahm.
Ihr merkt, ich bin unsicher, wie ich das Buch einordnen soll. Es gab starke, aber auch schwächere Momente. Die Spannung bleibt hoch, und der Cliffhanger am Ende war wirklich dramatisch – auch wenn der Verlauf der Geschichte „vermutlich“ vorhersehbar ist.
3,5 von 5 Sternen.