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Veröffentlicht am 06.09.2024

Auf und Ab

Fate of the Sun King
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„Meine Narben werden nie ganz verschwinden, aber ich hoffe, dass sie nicht für immer die Grenzen meiner Gegenwart oder meiner Beziehung bestimmen.“

Zurück an ihrem Ausgangspunkt muss sich Lor sowohl ...


„Meine Narben werden nie ganz verschwinden, aber ich hoffe, dass sie nicht für immer die Grenzen meiner Gegenwart oder meiner Beziehung bestimmen.“

Zurück an ihrem Ausgangspunkt muss sich Lor sowohl ihrer Vergangenheit als auch ihrer Zukunft stellen und um das kämpfen, was ihr bestimmt ist.

Zu Beginn konnte ich mich schnell in die Welt von Ouranos einfinden und bin förmlich durch die Seiten geflogen – bis ich zur Mitte des Buches kam und das Tempo stark nachließ. Am Ende war ich unsicher, was ich von der Reihe noch erwarten soll.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, wobei Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen. In den Rückblicken werden viele neue Charaktere eingeführt, die zunächst schwer einzuordnen sind. Das Geschehen in der Vergangenheit wirkt für mich oft unübersichtlich und oberflächlich. Dennoch fügen sich einige der offenen Fragen im Verlauf zusammen und schaffen ein komplexes Bild, das die bisherigen Bände stärker miteinander verknüpft.

Spannung und Lesefluss waren durchgehend vorhanden, und die Spannungsspitzen sowie die Twists empfand ich als gut platziert. Gleichzeitig wirkte das Geschehen an manchen Stellen jedoch oberflächlich und überdramatisiert.

Lor durchläuft eine gelungene Charakterentwicklung und findet weiter zu sich selbst. Die Nebenfiguren hingegen bleiben dieses Mal recht blass und spielen nur eine Nebenrolle. Auch die Beziehung zwischen Nadir und Lor entwickelte sich für meinen Geschmack zu schnell und harmonisch, was mir etwas die Sympathie für die beiden nahm.

Ihr merkt, ich bin unsicher, wie ich das Buch einordnen soll. Es gab starke, aber auch schwächere Momente. Die Spannung bleibt hoch, und der Cliffhanger am Ende war wirklich dramatisch – auch wenn der Verlauf der Geschichte „vermutlich“ vorhersehbar ist.

3,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 02.09.2024

Spannend aber oberflächlich

Empire of Sins and Souls 1 - Das verratene Herz
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„Es spielt keine Rolle, wer dich wie oft gesehen hat. Bei jedem weiteren Mal entscheidest du selbst, was du von dir preisgibst. Und wem.“

Prostitution, Diebstahl und Mord – all das gehört zu Zoes Leben, ...

„Es spielt keine Rolle, wer dich wie oft gesehen hat. Bei jedem weiteren Mal entscheidest du selbst, was du von dir preisgibst. Und wem.“

Prostitution, Diebstahl und Mord – all das gehört zu Zoes Leben, und so ist es nicht verwunderlich, dass sie sich nach ihrem Tod in einem Vorort der Hölle wiederfindet. Gierig nach der Sünde, die in ihrem Blut pulsiert, ist sie Gefahren und Versuchungen ausgesetzt und erhält ein Ultimatum, das ihr die Rettung bringen könnte. Aber wird sie am Ende die richtige Entscheidung treffen?

Durch den flüssigen, aber zugleich theatralischen Schreibstil wird man schnell in ein historisches, bildgewaltiges Setting hineingezogen und durchlebt zu Beginn einen relativ langen Einstieg in die Geschichte. Aus der Perspektive der Protagonistin wird der Leser nach und nach eingeführt, erhält Erklärungen und kann sich eine nahezu vollständige Meinung bilden – erst dann steigt die Spannung.

Die Charaktere und Szenen werden sehr plastisch beschrieben, sodass man sich die düstere Welt rund um Zoes Leben und Tod lebhaft vorstellen kann. Allerdings konnte mich Zoe als Hauptcharakter nicht überzeugen. Ihr Leben ist von Schicksalsschlägen geprägt, und ihr Tod wird von den Handlungen anderer bestimmt. Geheimnisse, Lügen und Schockmomente prägen ihre Zeit in der Hölle, doch sie hinterfragt nichts und läuft naiv ihrem Unglück entgegen.

Die Aufgabe, die Zoe gestellt wird, ist spannend und vielschichtig, und der Weg dorthin hat mich förmlich durch die Seiten fliegen lassen. Es gab den einen oder anderen makaberen Schockmoment, aber das passt zum Setting der Vorhölle, das von Sünde und Blut durchdrungen ist. Das gesamte Ambiente ist wiederkehrend makaber und düster.

Der Love Interest war für mich jedoch völlig körperlich und oberflächlich, und ich konnte keinerlei Romantik empfinden. Obwohl der Baron zeitweise gute Charakterzüge gezeigt hat, gab es zwischendurch Situationen, in denen jede Erotik hätte verfliegen müssen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Alles in allem ist es ein außergewöhnliches Buch, etwas völlig anderes. Ab der Hälfte wird es zu einem absoluten Pageturner, den man allerdings ohne jegliches anatomisches Hintergrundwissen lesen sollte.

3 von 5

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Veröffentlicht am 25.08.2024

Außergewöhnlich

Fable – Der Gesang des Wassers (Fable 1)
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„Ich habe mir dieses Leben nicht ausgesucht, aber es ist das einzige, das ich habe.“

Von ihrem Vater verlassen und verraten, kämpft Fable als Schürferin um ihr Überleben. Nach der Ansammlung von Bedrohungen ...

„Ich habe mir dieses Leben nicht ausgesucht, aber es ist das einzige, das ich habe.“

Von ihrem Vater verlassen und verraten, kämpft Fable als Schürferin um ihr Überleben. Nach der Ansammlung von Bedrohungen rettet sie sich auf das Schiff von West, um zu entkommen. Doch auch dort ist nicht alles, wie es scheint.

Der Schreibstil von Adrienne Young ist bildgewaltig und mitreißend von dem ersten Augenblick an. Die Geschichte beginnt sich langsam aufzubauen und erklärt Fable und ihre Geschichte Stück für Stück. Die Spannung ist von Beginn an vorhanden und steigert sich stetig und absolut grandios.

Fable und die Crew aus Streunern sind Kämpfer und Charaktere, die das Leseerlebnis noch steigern und das Abenteuer noch atmosphärischer gestalten. Ich habe das Buch an einem Tag durchgelesen und jede Seite geliebt.

Wer also starke Protagonisten, Abenteuer, Seefahrer und versunkene Schiffe mag, mit vielleicht 4% Love Interest, der braucht dieses Buch.

5 von 5

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Veröffentlicht am 22.08.2024

Ein Sommer voller Hürden

Shit Bag
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„Wenn dich jemand betrügt oder nicht respektiert, dann musst du das verstehen und diese Person aus deinem Leben streichen.“

Freya ist 16 Jahre alt und träumt von einem perfekten Sommer und ihrem ersten ...

„Wenn dich jemand betrügt oder nicht respektiert, dann musst du das verstehen und diese Person aus deinem Leben streichen.“

Freya ist 16 Jahre alt und träumt von einem perfekten Sommer und ihrem ersten Urlaub ohne Eltern. Doch stattdessen wird sie notoperiert und landet in einem Camp für Jugendliche mit Darmerkrankungen, wo sie erkennt, dass ihr Leben vielleicht doch nicht zu Ende ist.

Aus der Perspektive einer sechzehnjährigen Jugendlichen taucht man, getragen von Sarkasmus, in die tragische Geschichte von Freyas „Sommeralbtraum“ ein. Anstatt mit Freunden Partys zu feiern und das Leben zu genießen, findet sie sich in einer existenziellen Krise wieder – mit einer riesigen Narbe auf dem Bauch und einem Stomabeutel, umgeben von Krankheit und Selbstzweifeln in einem Sommercamp. Die detaillierte und bildhafte Darstellung ihrer Herausforderungen und Probleme lässt einen mit Freya mitleiden und mitfühlen. Besonders interessant sind dabei die vielen Fragen und Antworten, die das Buch über Darmerkrankungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten liefert. Allerdings muss man sagen, dass dieses Buch nichts für schwache Nerven ist.

Freya, Chris und die anderen Camp-Mitglieder sind grandiose, humorvolle und reflektierte Charaktere. Offen stehen sie einander gegenüber, sprechen über ihre Probleme, helfen und unterstützen sich, wo sie können. Die Darstellung der äußerlichen und psychischen Veränderungen, die diese Jugendlichen durchleben, ist äußerst gelungen. Es ist eine Geschichte von persönlichem Wachstum, Verständnis und dem Erwachsenwerden mit all seinen Tücken – von der ersten Liebe, der großen Liebe und wahrer Freundschaft.

Wer also Lust hat, mal etwas komplett anderes zu lesen – über Achtsamkeit, Sensibilität und einen Sommer voller Überraschungen – dem kann ich dieses Buch wirklich ans Herz legen. Und es sei gesagt: Egal, um welches Organ oder welche Krankheit es geht, man sollte stets auf sich und andere achten!

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Veröffentlicht am 18.08.2024

Ist es den Hype wert?

Powerless - Das Spiel
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»Ein König, der sein Volk nicht kennt, kann kein König für sein Volk sein.«

In einer Welt, in der nur die Magischbegabten überleben, ist Paedyn eine Gejagte, die sich mit Tricks am Leben hält. Nachdem ...

»Ein König, der sein Volk nicht kennt, kann kein König für sein Volk sein.«

In einer Welt, in der nur die Magischbegabten überleben, ist Paedyn eine Gejagte, die sich mit Tricks am Leben hält. Nachdem sie den Prinzen rettet und in die magischen Wettkämpfe geschickt wird, muss sie alles, was sie kannte, infrage stellen.

Durch ein grandioses Worldbuilding und einen bildgewaltigen Schreibstil wird man sofort in eine spannende Geschichte rund um Paedyn, Kai und die Wettkämpfe hineingezogen. Die Spannung baut sich ab Seite eins auf und endet in einem dramatischen Spektakel, das einen kaum zu Atem kommen lässt.

Paedyn ist taff, intelligent und kämpft von klein auf ums Überleben. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und lebt von Sarkasmus und Streit. Die Kombination mit einem Love Interest, der für sie töten würde, war absolut grandios. Die Beziehung steht allerdings im Mittelpunkt der Geschichte, was den Rest ein wenig in den Hintergrund rückt, dies war für mich unerwartet aber keineswegs schlecht. Zudem gab es einige Wortwiederholungen, die mich aus dem Lesefluss brachten und zeitweise wirklich störten.

Die Wettkämpfe hätten für meinen Geschmack ausführlicher sein können, aber die Charaktere und das Magiesystem unterstützten die Geschichte sehr gut. Durch die für mich doch deutliche Ähnlichkeit zu Die Tribute von Panem fand ich die Geschichte stellenweise trotz der Spannung vorhersehbar. Ja, man kann das Rad nicht neu erfinden, aber die Parallelen zwischen den Büchern waren doch stark vorhanden.

Meiner Meinung nach ist es ein unglaublich spannendes Buch, das zum Miträtseln einlädt und mit einem großen Knall endet. Trotz kleiner Makel, die nur meinem persönlichen Geschmack entsprechen, ist es absolut grandios.

4 von 5 Sternen
-H

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