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Veröffentlicht am 18.11.2024

Spurensuche auf Island

Die Wildblütentochter (Die Blumentöchter 2)
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Es handelt sich hier um den zweiten Teil einer Reihe um junge Frauen einer englischen Familie, die alle nach einer bestimmten Wildblume benannt sind und alten Familiengeheimnissen auf der Spur sind. Die ...

Es handelt sich hier um den zweiten Teil einer Reihe um junge Frauen einer englischen Familie, die alle nach einer bestimmten Wildblume benannt sind und alten Familiengeheimnissen auf der Spur sind. Die Bände können aber auch recht gut unabhängig voneinander gelesen werden, da sie in sich abgeschlossen sind und immer eine andere Protagonistin im Mittelpunkt steht. Diesmal ist es die erfolgreiche Sängerin Soley, die mit ihrer Karriere hadert.

Soley steckt gerade in einer Krise und fühlt sich mit dem, was sie auf den großen Bühnen bietet, nicht mehr wohl, obwohl sie viel Geld damit verdient. Nach dem Tod ihrer Großmutter Rose taucht ein Ölgemälde einer Frau auf, die aussieht wie sie. Sie möchte wissen, wer das genau ist. Nachdem ihr Vater, der mit seiner Familie auf Island gebrochen hat, wenig auskunftswillig ist, reist Soley selbst dorthin und nimmt Kontakt zu ihren bisher unbekannten Verwandten dort auf und erfährt so nach und nach mehr über die Familiengeschichte der Vorfahren ihres Vaters. Und auch ansonsten lassen sie das Land und bestimmte Bewohner nicht kalt.

Mein Interesse für diesen Roman war direkt geweckt, weil ich selbst schon auf der Ringstraße um Island gereist bin und das Land sehr faszinierend finde. Und so habe ich in den Beschreibungen der Autorin auch vieles wiedererkannt, was mich damals beeindruckt hat und Erinnerungen an die schöne Reise kamen hoch. Eine gute Dosis Lokalkolorit, die Lust auf eine (erneute) Reise dorthin macht, ist also definitiv vorhanden. Die Handlung hat mir auch recht gut gefallen, die beiden Protagonist:innen sind mir sympathisch und ich fand es insbesondere interessant, mehr über Island zur Zeit des Zweiten Weltkriegs zu erfahren, als Soley sich auf Spurensuche die Vergangenheit ihrer Familie und die Person auf dem Bild betreffend, begeben hat. Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar und recht anschaulich, sodass man sich gut an die Handlungsorte versetzen konnte.

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Veröffentlicht am 17.11.2024

Aromenvielfalt - Aber nicht rein pflanzlich

Plant based Soulfood
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Zunächst muss ich sagen, dass ich den Titel für etwas ungünstig gewählt halte, denn "Plant Based" bedeutet zwar eigentlich nicht komplett ohne tierische Produkte, aber da der Begriff nun mal doch recht ...

Zunächst muss ich sagen, dass ich den Titel für etwas ungünstig gewählt halte, denn "Plant Based" bedeutet zwar eigentlich nicht komplett ohne tierische Produkte, aber da der Begriff nun mal doch recht oft für vegane Produkte verwendet wird, denken viele sicher an ein Kochbuch ohne tierische Lebensmittel. Und auch im Online-Buchhandel landet das Kochbuch eben meist in der Kategorie vegetarische/vegane Kochbücher, wie ich festgestellt habe. Bei vielen der Rezepte trifft dann zumindest vegetarisch zu und auch vegane Rezepte sind viele vorhanden, diese sind jedoch, zumindest in der E-Book-Variante nicht extra als solche gekennzeichnet, sodass man sie sofort beim Durchblättern erkennen könnte. Bei mehreren Rezepten wird dann auch Fischsauce verwendet, sodass vegetarisch ebenfalls nicht mehr zutreffend ist. Hier hätte ich mir gewünscht, dass zumindest eine Alternative angegeben wird, wodurch diese ersetzt werden kann, wenn man sich bewusst rein pflanzlich ernährt.

Ansonsten würde ich sagen, im Buch stehen die Aromen und die Wirkung der Zutaten auf den Körper im Mittelpunkt, was ja grundsätzlich ein guter Ansatz ist. Es werden viele Hülsenfrüchte und andere proteinreiche Produkte verwendet, dazu viel Gemüse und klassischer Zucker eher nur wo unbedingt nötig. Auch für Salz finden sich teils Alternativen. Hoch verarbeitete Fleisch-Ersatz-Produkte werden dagegen nicht verwendet. Und dann ist das große Ziel, möglichst viel Geschmack an die Gerichte zu bekommen, damit auch Tofu oder Hülsenfrüchte nicht fad schmecken. Und dafür liefert der Autor viel Inspiration, wie durch selbst hergestellte Saucen und Marinaden und vielfältige Gewürze Geschmacksexplosionen möglich sind. Zugleich erfordert dies aber natürlich auch, dass man einen guten Grundstock an Gewürzen und anderen Zutaten zuhause hat. Manches wird man auch eher nicht im normalen Supermarkt bekommen, sondern nur in Asia-Märkten oder online.

Ich habe durch das Buch einige Inspiration bekommen, wie ich noch mehr Geschmack in vegetarische oder vegane Gerichte bringen kann. Das erfordert jedoch schon einen gewissen Aufwand, was Einkauf und Zubereitungszeit angeht. Mir persönlich wäre es zudem lieber gewesen, wenn das Kochbuch am Ende zumindest rein vegetarisch ausgefallen wäre, da so zwar alle Hauptzutaten fleisch-/fischlos sind, sodass wahrscheinlich (wenn wir ehrlich sind) doch eher bereits bewusst vegetarisch oder vegan lebende Menschen die Zielgruppe sind, bestimmte Gerichte für sie dann aber wegfallen, obwohl die Geschmackskomponenten mit etwas mehr Aufwand wahrscheinlich auch anders zustandekommen hätten können.

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Veröffentlicht am 14.11.2024

Krimi mit britischem Humor

Wir finden Mörder (We Solve Murders-Serie 1)
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Bei "Wir finden Mörder" handelt es sich um den Auftakt einer neuen Krimireihe des Autors. Schon das Cover deutet durch die Art der Gestaltung auf einen britischen Krimi hin.

Im Mittelpunkt der Handlung ...

Bei "Wir finden Mörder" handelt es sich um den Auftakt einer neuen Krimireihe des Autors. Schon das Cover deutet durch die Art der Gestaltung auf einen britischen Krimi hin.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Amy Wheeler, die für eine Agentur als Bodyguard arbeitet. Aktuell passt sie in South Carolina auf eine reiche, ältere Thrillerautorin auf. Plötzlich wird aber sie selbst angegriffen und es kommt zu mysteriösen Todesfällen von Influencern, die von ihrer Agentur betreut wurden. Amy holt sich Unterstützung von ihrem Schwiegervater Steve, einem pensionierten und verwitweten Polizisten. Und auch ihre Klientin, die reiche Schriftstellerin, will mit ermitteln.

Ich fand den Krimi sehr amüsant mit den etwas schrulligen, aber liebenswerten Charakteren und dem trockenen britischen Humor. Der Fall selbst hat mich etwas überfordert, da es recht viele involvierte Personen gab, sodass es etwas schwer fiel, komplett den Überblick zu behalten. Sicher war auch nicht alles vollkommen realistisch, aber das macht wohl auch den Charme dieser Reihe mit aus, dass teilweise etwas dick aufgetragen wird.

Der Schreibstil war gut verständlich und das Hörbuch so vorgetragen, dass man angenehm zuhören konnte.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Coco Chanels steiniger Weg zur Mode-Ikone

Coco und die Revolution der Mode
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Coco Chanel ist wahrscheinlich jeder Frau und auch fast jedem Mann in der westlichen Welt ein Begriff. Wie genau sie es geschafft hat, zur Mode-Ikone zu werden und wie steinig der Weg bis dorthin war, ...

Coco Chanel ist wahrscheinlich jeder Frau und auch fast jedem Mann in der westlichen Welt ein Begriff. Wie genau sie es geschafft hat, zur Mode-Ikone zu werden und wie steinig der Weg bis dorthin war, ist aber wahrscheinlich den wenigsten ein Begriff.

Geboren wurde sie als Gabrielle Chanel, ihr Spitzname Coco stammt aus der Zeit, als sie sich als mäßig talentierte Sängerin etwas dazu verdiente. Das Geld war in ihrer Jugend nämlich immer knapp, ihre Mutter starb früh, der Vater ließ sie und ihre Geschwister im Stich. Und auch im jungen Erwachsenenalter musste Gabrielle sich mit schlecht bezahlten Jobs über Wasser halten, bis sie mit Boy Capel einen wohlhabenden Unterstützer findet, der an sie und ihr Talent glaubt.

Die Covergestaltung passt sehr gut zu diesem Roman und sie weist zudem einen ähnlichen Stil auf wie die anderen Bücher der Reihe um bekannte Frauen der (Zeit)Geschichte, was für Wiedererkennungswert sorgt. Ich fand es sehr interessant, mehr über die Person Coco Chanel und all die Hürden zu erfahren, die sie zu bewältigen hatte. Auch über ihre Art an alles heranzugehen und das Lebensgefühl damals erfährt man einiges. Der Schreibstil war gut lesbar, manche Passagen hätten aber auch etwas kürzer ausfallen können, ohne Wesentliches zu vernachlässigen.

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Veröffentlicht am 11.11.2024

Zusammenhalt

Wohnverwandtschaften
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Bei Isabel Bogdans neuem Roman hat insbesondere der Titel mit dem Wortspiel direkt mein Interesse geweckt. Das Cover hat mich dagegen nicht sofort angesprochen. Wie der Titel schon vermuten lässt, steht ...

Bei Isabel Bogdans neuem Roman hat insbesondere der Titel mit dem Wortspiel direkt mein Interesse geweckt. Das Cover hat mich dagegen nicht sofort angesprochen. Wie der Titel schon vermuten lässt, steht eine Wohngemeinschaft im Mittelpunkt der Handlung.

Murat und Anke wohnen schon seit mehreren Jahren mit in der Wohnung, in der fast 70-jährige Jörg zuvor mit seiner verstorbenen Frau und seinem mittlerweile erwachsenen Sohn lebte. Anke ist um die 50 und hadert damit, als Schauspielerin kaum noch Engagements zu bekommen. Der etwas jüngere Murat liebt das Kochen und scheint immer tiefenentspannt zu sein. Zahnärztin Constanze zieht nach der Trennung von ihrem Freund ebenfalls in die WG, weil Jörg durch die Vermietung eines weiteren Zimmers seine Reise mit seinem alten Bulli durch Georgien finanzieren will. Besonders Anke weiß zunächst nicht so recht, was sie von der neuen Konstellation in der WG halten soll. Aber dann beginnt Jörg plötzlich geistig abzubauen und vergesslich zu werden und seine Mitbewohner:innen müssen sich klar darüber werden, wie es nun mit ihrer Wohngemeinschaft weitergehen soll.

In dem Roman geht es einerseits um das Zusammenleben in dieser doch eher ungewöhnlichen WG, das oft auch recht humorvoll geschildert wird. Mit der Zeit rückt die ernsthafte Thematik mit Jörgs recht schnell fortschreitender Demenz aber mehr und mehr in den Vordergrund und alle müssen sich klar werden, ob sie mehr als nur eine Zweck-WG sind oder ob sie Verantwortung für ihren ältesten Bewohner übernehmen wollen. Durch den recht ungewöhnlichen Schreibstil aus der Perspektive der verschiedenen Beteiligten und immer wieder sogar über längere Passagen im Dialogstil kann man sich sehr gut in die Protagonist:innen hineinversetzen. Auch das Fortschreiten von Jörgs Demenz wird von Isabel Bogdan sehr authentisch geschildert.

Durch die vielen Dialoge und die verschiedenen Erzählperspektiven ist das Hörbuch zum Roman phasenweise schon viel mehr ein Hörspiel. Die Sprecherrollen dafür wurden sehr hochkarätig mit einigen recht bekannten deutschen Schauspielern besetzt, deren Stimmen gut zu den von ihnen gesprochenen Personen passen.

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