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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2024

Sehr interessant

Dreizehnfurcht
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„Dreizehnfurcht“ ist wirklich eine ungewöhnliche Geschichte und ein Buch voller putziger Eigenarten. Schon allein das Fehlen der Seitenzahlen, die die Zahl 13 enthalten, ist ein amüsantes kleines Gimmick, ...

„Dreizehnfurcht“ ist wirklich eine ungewöhnliche Geschichte und ein Buch voller putziger Eigenarten. Schon allein das Fehlen der Seitenzahlen, die die Zahl 13 enthalten, ist ein amüsantes kleines Gimmick, dass mich beim Lesen schmunzeln lies.
Der Protagonist Momme war mir mit seiner verschrobenen und außergewöhnlichen Phobie gleich sympathisch und die Passagen, in denen es um ihn ging mochte ich am liebsten. Die Herausforderungen, denen sich Momme tagtäglich stellen muss, um mit seiner Angst zu leben sind zwar offenkundig liebenswert, geben aber auch einen guten Einblick, wie hart und einsam solch ein Leben sein kann. Gerade im Hinblick auf unsere heutige schnelllebige Gesellschaft, in der immer mehr Menschen mit Ängsten und Phobien ihr Leben meistern.
Das Konstrukt „Dreizehneichen“ in meinen Kopf zu kriegen und für meine Fantasie greifbar zu machen fiel mir zunächst etwas schwer und hat einige Zeit in Anspruch genommen. Toll fand ich wiederum, dass der Schreib- und Erzählstil den jeweiligen Personen in den Kapiteln angepasst wurde. So finden in Dreizehneichen unglaublich poetische und gesellschaftskritische Unterhaltungen statt, die ich mir mit kleinen Post-its markieren musste, weil sie so schön philosophisch waren.
Im Allgemeinen ist Wieland Freund die Gegensätzlichkeit mit dem Schaffen zweier Welten, die gleich und doch vollkommen verschieden sind, ausgesprochen gut gelungen. Ich mochte die Kontrarietät zwischen dem schnelllebigen, progressiven, „echten“ Berlin und dem traditionsbewussten Dreizehneichen, dass Fortschritt um jeden Preis ablehnt. Dadurch hat man das Gefühl, als bewege man sich zwischen zwei unterschiedlichen Zeitepochen hin und her.
„Dreizehneichen“ bot mir eine interessante Reise. Der Einstieg war fesselnd und vielversprechend. Doch im zweiten Drittel empfand ich die Handlung als zäh und langwierig, was meinen Lesegenuss etwas beeinträchtigte. Zum Glück konnte mich das Ende des Buches wieder begeistern, da es sich als packend und mitreißend erwies.

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Veröffentlicht am 09.04.2024

Absolute Empfehlung

Einfach mehr ernten
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Ein Buch für Gartenfreunde und die, die es noch werden wollen. Rundum alles um Blick, wenn man Geräte sucht bekommt man hier tolle Tipps. Aber auch um so richtig von Null zu starten, ich habe schon einige ...

Ein Buch für Gartenfreunde und die, die es noch werden wollen. Rundum alles um Blick, wenn man Geräte sucht bekommt man hier tolle Tipps. Aber auch um so richtig von Null zu starten, ich habe schon einige Jahre Gartenerfahrung auf dem Buckel und habe dennoch viel Neues entdeckt. Mein 20 jähriger Sohn war begeistert von diesem Buch endlich mal alles in Papierform von seinem Lieblings You Tuber. Es ist für jeden der Garten und Natur liebt etwas dabei und echt praxisnah und gut erklärt.

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Veröffentlicht am 03.03.2024

Urlaubsbuch

Wiedersehen in Stockholm
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Der Roman beginnt mit einem zufälligen Treffen zwischen Ella und Ben, die sich spontan zu einander hingezogen fühlen und eigentlich wollen sie in Kontakt bleiben, doch dazu kommt es nicht. Zwölf Jahre ...

Der Roman beginnt mit einem zufälligen Treffen zwischen Ella und Ben, die sich spontan zu einander hingezogen fühlen und eigentlich wollen sie in Kontakt bleiben, doch dazu kommt es nicht. Zwölf Jahre später treffen sie sich ebenso zufällig wieder und Ella ist mittlerweile mit ihrem besten Freund Leon zusammen. Ella bekommt den Auftrag die Biographie von Frederika zu schreiben, die ein Imperium geleitet hat und nun mittlerweile im Ruhestand ist. Durch die Gespräche mit Frederika beginnt Ella über ihr eigenes Leben, ihre Wünsche, Träume und Möglichkeiten nachzudenken. Anfangs hat mir die Geschichte richtig gut gefallen. Es geht um Liebe, Freundschaft und etwas Drama. Einen überraschenden Moment gab es durch die Rückblenden in Fredrikas Vergangenheit. Damit habe ich gar nicht gerechnet und wurde positiv überrascht. Gut zum zwischendurch lesen und Abschalten.

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Veröffentlicht am 03.03.2024

Bewegende Geschichte

Schwestern in einem anderen Leben
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Der Roman ist eine Familiengeschichte rund um eine ganz normale Familie mit drei Töchtern und zeigt uns Einblicke in deren Leben zwischen den Jahren 1976 und 2023.Mit "Schwestern in einem anderen Leben" ...

Der Roman ist eine Familiengeschichte rund um eine ganz normale Familie mit drei Töchtern und zeigt uns Einblicke in deren Leben zwischen den Jahren 1976 und 2023.Mit "Schwestern in einem anderen Leben" hat Christiane Wünsche ein ganz besonderes Buch geschrieben. Die Geschichte ist nicht gerade leicht wegzustecken. Es spricht für die Feinfühligkeit der Autorin, dass sie vorweg auf ihr Nachwort hinweist, um ihre Leser vor "evtl. belastenden Themen" zu warnen. Christiane Wünsche versteht es ausgezeichnet, sich in ihre Romanfiguren hineinzuversetzen. Sie werden bei ihr zu echten Menschen und handeln auch so. Dadurch denkt man beim Lesen ganz oft: Genau das hätte ich auch getan. Die Geschichte zeigt ganz eindeutig, wie eine Entscheidung, egal ob richtig oder falsch, ein ganzes Leben beeinflusst. Und nicht nur das eigene Leben, sondern auch das Leben von vielen anderen Menschen. Man kommt nicht umhin, darüber nachzudenken, wer nun die Schuld an dieser ganzen Misere hatte. Zu einem endgültigen Ergebnis wird man wohl nicht kommen, denn es kam zu viel zusammen. Ich hatte vorher schon mal ein Buch der Autorin gelesen und war begeistert von ihrem Schreibstil. Und auch dieses Buch hat mich von Anfang an gefesselt, sodass ich es fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Durch den Perspektivenwechsel und die unterschiedlichen Zeitebenen wurde die Geschichte spannend und lebendig gehalten.

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Veröffentlicht am 21.01.2024

Sehr lesenswert

Das späte Geständnis des Tristan Sadler
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John Boyne hat sich keines einfachen Themas angenommen. Einerseits verdecken die Gräuel des zweiten Weltkriegs oft den Blick auf den ebenfalls mit grausamen Mitteln geführten ersten Weltkrieg - um das ...

John Boyne hat sich keines einfachen Themas angenommen. Einerseits verdecken die Gräuel des zweiten Weltkriegs oft den Blick auf den ebenfalls mit grausamen Mitteln geführten ersten Weltkrieg - um das Interesse an dieser Zeit zu wecken braucht es also einen besonderen Effort. Andererseits lassen die aufgeworfenen Fragen keine eindeutige Antwort zu, der Roman muss also ohne klare Zuordnung von Helden und Täter leben. Und John Boyne hält sich auch nicht ans Schema: Tapfere Soldaten kämpfen gegen bösen Feind. Vielmehr deckt er auf, wie unfähige Vorgesetzte eine Gruppe junger Männer durch gezieltes Mobbing und brutalen Drill zu einem menschenverachtenden Verhalten drängen. Dazu kommt, dass dies alles in einer Zeit spielt, die zwar vordergründig von aufkeimender Lebensfreude zeugt, in der aber Toleranz anders denkenden gegenüber kaum vorhanden war.

All diese Aspekte hat der Autor zu einem stimmigen und intensiven Roman verarbeitet. Leider kommt er aber nicht ohne einige Längen aus, was den Lesefluss etwas beeinträchtigt. Obwohl der Autor seinem Roman ein sehr bedrückendes Thema zugrunde gelegt hat, präsentiert er aber grundsätzlich ein spannendes und gut lesbares Werk. Der Aufbau ist konsequent und gekonnt umgesetzt, wenn die aufmerksamen Leser auch bald einmal ahnen, worauf es bezüglich des Geständnisses hinaus läuft. John Boyne lässt seinen Protagonisten eine ganze Reihe von Gefühlsregungen durchlaufen und schafft es doch, ein auf der ganzen Linie überzeugendes Bild des zerrissenen jungen Mannes zu zeichnen. Erst nach und nach vermögen die Leser aber zu erkennen, dass sich die Geschichte gar nicht nur um Tristan Sadler dreht, sondern zwei weitere wichtige - wenn nicht gar wichtigere - Figuren existieren. Hier zeigt sich die Qualität des Autors: Er setzt seine Charaktere optimal in Szene und hält für den Leser nicht nur Unterhaltung bereit, sondern vor allem Stoff, der zum Nachdenken anregt.

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